Krieg

USA, Syrien, Nordkorea und Stockholm – 8 Tage, welche die Welt dem Krieg näherbrachten

Dr. Alexander von Paleske — 9.4. 2017 — Der chinesische Präsident Xi besuchte US-Präsident Donald Trump in Florida.


Trump und Xi beim Dinner 7.4. 2017

Trump hatte während des Wahlkampes China beschimpft und angekündigt , die chinesischen Waren mit hohen Strafzöllen zu belegen.

Chinas Interesse

Der chinesische Präsident war deshalb daran interessiert, persönlich mit Donald Trump zu verhandeln. Ihm ging es – neben den Handelsbeziehungen zwischen den beiden Staaten – vor allem darum, Chinas Position in der Frage der südchinesischen Inseln und in der Koreafrage zu erläutern und sich persönlich ein Bild von dem neuen US-Präsidenten zu machen.

Drohung mit Angriff

Donald Trump hat mit einem Angriff auf die Atomanlagen Nordkoreas gedroht, China ist jedoch nicht an einen neuen Koreakrieg mit unberechenbaren Folgen interessiert.
Und während die beiden Präsidenten beim Dinner sassen, schlugen 50 Marschflugkörper, abgefeuert von US- Kriegsschiffen in der Nähe der syrischen Stadt Homs auf einem Militärflugplatz ein, und verursachten dort offenbar erhebliche Schäden.

Vergeltung
Der Angriff sollte eine Vergeltung für einen angeblichen Luftangriff der syrischen Luftwaffe mit dem Giftgas Sarin auf den von den Rebellen gehaltenen Ort Chan Scheichun sein.

Syrien und Russland behaupten, das freigesetzte Sarin stamme aus einem Lager der Rebellen, und sei durch den Luftangriff freigesetzt worden.

Ein Kampfstoff aus Hitlers Arsenalen

Sarin, mittlerweile als Kriegswaffe geächtet, ist ein schreckliches Massenvernichtungsmittel, von Adolf Hitlers Chemikern entwickelt, aber nie eingesetzt, getrieben von der Furcht, die Alliierten könnten es ebenfalls einsetzen.

Stattdessen wurden intensiv Antidots an KZ Häftlingen getestet, federführend der Chemiker Otto Ambros, unter anderem mit der Substanz Thalidomid, die später in Deutschland in den 50er Jahren als Schlafmittel für Schwangere (Contergan) verschrieben wurde, mit fürchterlichen Folgen.

USA und Deutschland verstrickt
Sarin wurde nach dem Krieg von westlichen Ländern als Kriegswaffe produziert, aber kam auch im Vietnamkrieg nicht zum Einsatz……bis der irakische Diktator Saddam Hussein es 1986 gegen die iranischen Truppen zum Einsatz brachte.

Der verstorbene Top Journalist Peter Scholl- Latour schrieb dazu in seinem 2008 veröffentlichten Buch „Zwischen den Fronten“ auf Seite155:

Die irakischen Streitkräfte trafen (Im Iran-Irak Krieg 1980-1988) auf einen Gegner, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Die iranischen Revolutionswächter und die jungen Freiwilligentruppe der Bassidji kämpften wie die Löwen. Sie brachten nicht nur das irakische Vordringen auf Abadan zum Stehen. Sie holten zur Gegenoffensive aus. Vermutlich hätten sie die Auffanglinien …durchbrochen, wenn Saddam Hussein nicht auf Mittel zurückgegriffen hätte, die selbst im zweiten Weltkrieg nicht zum Einsatz kamen (Sarin)……..

Die USA und die Bundesrepublik Deutschland konnten den traurigen Ruhm für sich buchen, dass ihre Chemiker und Laboranten die tödlichen Giftgase produzierten. So eng war die Zusammenarbeit mit dem Pentagon, dass der spätere Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, der den Präsidenten G.W Bush junior auf so desaströse Weise beraten sollte, zweimal nach Bagdad reiste, um dort als Assistant Secretary of Defense den irakischen Streitkräften Anleitungen zu erteilen. Die US Air Force lieferte Bilder der iranischen Truppenkonzentrationen.

Kein Protest, kein Aufschrei
Kein Aufschrei wie jetzt über den Einsatz der geächteten Massenvernichtungswaffen, denn damals – wie heute – war der Iran Feind der USA, der Irak und Saddam Hussein daher Verbündeter des Westens im „Kampf gegen die iranischen Mullahs“

Mit anderen Worten: Wenn Sarin gegen Verbündete eingesetzt wird, muss das umgehend bestraft werden, nicht hingegen, wenn der Feind damit in die Flucht geschlagen wird. Heuchelei in der US-Variante.

Verbot für jeden
Der Einsatz von Massenvernichtungswaffen muss geächtet bleiben, und das von allen Kriegsparteien respektiert werden.

Aber dieser US-Angriff auf die Militärbasis sollte gleichzeitig eine Botschaft an Nordkorea und damit indirekt auch an China sein:

„Wir zögern nicht, zuzuschlagen, wenn wir es für richtig halten.“

USA wollen Militärschlag
China will das Nordkorea-Problem durch Verhandlungen lösen. Damit hat Trump jedoch nichts am Hut, und schon einmal heute eine Armada von Kriegsschiffen, samt eines Flugzeugträgers, von Singapur aus in Richtung nordkoreanische Küste in Marsch gesetzt.

Weitere Verschlechterung der Beziehungen mit Russland.
Der Angriff auf Syrien, auch wenn Rusland vorher informiert aber nicht gefragt wurde, lässt das Verhältnis zwischen den USA und Russland weiter abkühlen. Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) kann sich die Hände reiben, bleibt weiter in Raqqa propagandistisch tätig, und kann so die internationale Terroristengemeinschaft ermuntern, weiter Terrorattacken zu unternehmen, wie zuletzt in Stockholm.
Natürlich ist der IS ein gefährlicher Terror-Kotzbrocken, eine Gefahr für den Weltfrieden jedoch nicht.
Das ist allerdings der neue US Präsident Donald Trump. Die Gefahr für den Weltfrieden könnte bald so gross sein, wie in der Kuba-Krise 1962. Ein falscher Zug könnte dann die Welt in die Katastrophe stürzen .

Xi abgereist – keine Ergebnisse
Xi, den Trump jetzt einen Freund nennt, ist wieder abgereist, konkrete Ergebnisse des Treffens gibt es nicht, was Xi sehr entgegenkommen dürfte..

Was der chinesische Präsident aus Florida mitgenommen haben dürfte ist der Eindruck von Donald Trump als einem unberechenbaren twitternden Oberbefehlshaber .

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