Krieg

US-Israelischer-Saudi-arabischer Kriegfriedensplan für den Nahen Osten

Dr. Alexander von Paleske 13.6. 2017

Vor 50 Jahren ging der Sechstagekrieg zu Ende. Er endete mit einer vernichtenden Niederlage der Armeen Ägyptens, Jordaniens und Syriens, der Besetzung der Westbank, Ost Jerusalems, den Golanhöhen und der Sinai-Halbinsel samt Gaza Streifen.

Und, nicht zu vergessen: der weitgehenden Zerstörung des US- Aufklärungsschiffs Liberty vor der israelischen Küste durch israelische Luftangriffe und Torpedos am 8.6. 1967. Das hatte auch den israelischen Funkverkehr abgehört und entschlüsselt, und dabei wohl festgestellt, dass entgegen einer Warnung der USA die Israelis die Westbank besetzen wollten und vermutlich wohl auch Kriegsverbrechen der Israelis dokumentiert. 34 US Soldaten kamen bei dem Angriff der Israelis um, 172 wurden verletzt. Kein versehentlicher Angriff.


USS Liberty

Auf die Besetzung der Westbank, wo 1967 600.000 Palästinenser lebten – aber keine Israelis – folgte die schubweise Annexion der Westbank durch immer neue israelische Siedlungen. Jetzt leben dort bereits knapp 600.000 Israelis – und der Landraub geht weiter.

Aus der Sinai-Halbinsel zog sich Israel nach dem Yom Kippur-Krieg 1973 und dem Friedensschluss in Camp David schliesslich zurück.

Kein Frieden
Im Nahen Osten herrscht trotz des Friedensschlusses mit Ägypten seitdem kein Frieden. Kann kein Frieden herrschen, weil Israel statt Konflikte zu lösen, Konflikte schafft, die es glaubt mit Gewalt dann in seinem Sinne lösen zu können.

Israels Gegner sind nicht mehr Ägypten und Jordanien, es sind die Palästinenserorganisationen: PLO und die als Terrororganisation angesehene Hamas, von Israels Geheimdienst seinerzeit gegründet, um der PLO das Wasser abzugraben

Dazu die Unterstützer dieser Organisationen: Hisbollah im Libanon , Syrien, Iran und das Scheichtum Katar

Hamas, die den Gaza-Streifen kontrolliert, wird zwar finanziell von Katar unterstützt, aber ideologisch vor allem von der Moslembruderschaft in Ägypten

Die Palästinenserbehörde (praktisch PLO) in den nach der Ladwegnahme übriggebliebenen knapp 50% der Westbank, wird finanziell von der EU unterstützt.

Hisbollah im Libanon wiederum unterstützt generell die Palästinenser. Sie ist eine schiitisch-libanesisch politische Organisation, die bewaffnete Einheiten kommandiert, welche die Israelis bekämpften, als diese in den Libanon einmarschierten, und wird vom Iran – und vor dem Bürgerkrieg auch von Syrien – mit Geld und Waffen unterstützt

Mittlerweile kämpfen Einheiten der Hisbollah im Syrienkonflikt an der Seite der schiitischen (alawitischen) Assad-Regierung

Weg mit Hamas und Hisbollah
Israel will Hamas und Hisbollah loswerden, und glaubt dann den Palästinensern einen Siegfrieden aufzwingen zu können.

Schon einmal, 2006, hatte Israel durch seinen Einmarsch in den Libanon versucht, die Hisbollah militärisch in die Knie zu zwingen, stattdessen sich dabei eine blutige Nase geholt. Die israelischen Truppe zogen schliesslich ab, ohne ihr Kriegsziel erreicht zu haben.

Zunächst soll jetzt der Geldfluss an Hamas und Hisbollah gestoppt, und die Waffentransporte unterbunden werden.

Genau das wollen mittlerweile auch Saudi-Arabien und die Scheichtümer am Golf (Dubai, die Vereinigten Arabischen Emirate UAE) – nicht aber das Scheichtums Katar.

Aber damit enden die Gemeinsamkeiten zwischen Israel und diesen sunnitisch arabischen Ländern noch nicht, denn Feind Nummer 1 für Saudi-Arabien & Co ist der schiitische Iran, der flugs zum Terrorstaat erklärt wurde. Zunächst von Israel, dann auch von den sunnitischen Arabern, obgleich der Iran an keinem der Terrorakte in den letzten Jahren in irgendeiner Weise beteiligt war.

Mehr noch: die Elitetruppen des Iran kämpfen im Irak gegen den Islamischen Staat (IS). Der Iran wurde in der letzten Woche selbst Opfer eines Terroranschlags, als Terroristen des Islamische Staates (IS) das Parlament und das Mausoleum des Ayatollah Khomeini angriffen.

Kein Glück mit Obama
Mit diesem unsubstantiierten Unfug Israels und Saudi-Arabiens, der nur darauf abzielt, eine internationale Koalition zum Krieg gegen den Iran, mit den USA an der Spitze, zusammenzubringen, hatten sie mit dem US-Präsidenten Obama kein Glück. Der durchschaute dieses durchsichtige Manöver und verhandelte lieber erfolgreich mit dem Iran über ein Atomabkommen, das prompt von Saudi-Arabien und Israel scharf kritisiert wurde.

Trump voll auf Linie
Der neue US Präsident Trump ist jedoch voll auf die israelisch-saudische Linie eingeschwenkt. Trump bezeichnet den Iran jetzt ebenfalls als Terrorstaat, also ein Staat, der den internationalen Terrorismus verbreitet – ohne jegliche Substanz. Er hatte bereits im Wahlkampf angekündigt das Atomabkommen mit dem Iran nicht zu akzeptieren

Als Gegenleistung für diesen Schwenk erhielt der US-Präsident Milliardenaufträge der Saudis, vorwiegend für Waffenlieferungen. Die politischen Verhältnisse in Saudi-Arabien spielen – nicht nur für Trump, auch das muss gesagt werden – keine Rolle.


Trump in Saudi-Arabien ……Schwerttanz mit König und Prinzen

Während der Iran gerade Parlamentswahlen hinter sich hat, immerhin eine beschränkte Demokratie, ist die saudische Monarchie mit rund 8000 parasitären Prinzen kaum als auch nur als im Ansatz demokratisch bezeichnen. Im Gegenteil: Hier regiert das finsterste Mittelalter mit Scharia, und ohne jegliche Rechte der Frauen, die nicht einmal Auto fahren dürfen oder alleine verreisen.

Mehr noch: Saudi Arabien ist ein nachhaltiger Exporteur der Islamistenideologie, auf dessen Boden IS und Al Qaida prächtig gediehen.

Ermutigung nach Besuch
Trumps Besuch in Saudi-Arabien hat diese saudischen Herrschaften ermutigt, richtig in die Vollen zu gehen.

Als erstes Land, bevor es dann gegen den Iran losgehen soll, ist das durch grosse Gasvorkommen steinreiche Scheichtum Katar an der Reihe. Dessen Regierung hatte es gewagt, die Hamas in Gaza und die Moslembruderschaft in Ägypten – letztere stelle nach demokratischen Wahlen seinerzeit den Präsidenten Mursi bevor er vom Militär abgesetzt wurde – finanziell zu unterstützen.

Die Moslembruderschaft ist jedoch ein Gegner nicht nur der jetzigen Militärregierung in Ägypten, sondern auch des saudischen Königshauses, dessen Prinzen alle Posten und Pöstchen bis in das mittlere Management besetzen, und die sich Jahrzehnte nur dank der Unterstützung der USA an der Macht halten konnten.

Vorläufiges Fazit
Wer die gemeinsamen Gegner Saudi-Arabiens – und Israels – unterstützt, der ist zwangsläufig ein Terrorunterstützter.

Schlimmer noch: Katar unterhält ordentliche Beziehungen mit dem Iran

Der Scheich von Katar kam mehr oder weniger wutschnaubend von dem Treffen mit Trump und Arabern aus Saudi-Arabien zurück, weil er die Frontstellung und Kriegsdrohungen gegen den Iran ablehnt. Das kann Saudi-Arabien nicht dulden, die Einheitsfront gegen den Iran muss stehen, zumal die USA eine grosse Militärbasis mit 10.000 Soldaten in Katar unterhalten, von wo aus die Angriffe in Syrien und im Irak geflogen werden.Katar könnte im Falle eines Angriffs auf den Iran die Basis sperren.

Abweichen muss betraft werden
So ein Abweichen aus der saudischen Kriegsfront muss bestraft werden Und so verhängten diese arabischen „Bruderstaaten“ erst einmal Sanktionen. Für Katar bestimmte Warenlieferungen werden nicht mehr durchgelassen.

Katar besitzt keinen Tiefwasserhafen, und muss jetzt auf den Weg der Luftfracht ausweichen, vorwiegend aus dem Iran . Nun sollen die Importe auch auf dem Seeweg über Oman laufen, das aber dann bald der Druck der arabischen Brüder spüren dürfte. Wie lange dieses Tor noch offensteht ist also bestenfalls unklar.

Auch Luftraum gesperrt
Katars erfolgreiche Luftlinie, Qatar Airways, darf diese sanktionsverhängenden Länder nicht mehr anfliegen, bzw. überfliegen. Sofort mussten 50 Flüge pro Tag gestrichen werden, andere Flüge werden umgeleietandere Routen dürften nicht mehr ausgelastet sein, weil die Zubringer aus den arabischen Ländern ausfallen. Durch die Umwege werden täglich 600.00 Tonnen Kerosin zusätzlich verbraucht.


Qatar Airways ………600 Tonnen Kerosin pro Tag zusätzlich durch Umwege

In seiner Not suchte Katars Regierung Unterstützung in Moskau. Es ist der Beginn einer Internationalisierung es Konflikts. . Russland wird vermutlich – noch – nicht in diesen Konflikt, der nur das Vorspiel zu dem grossen Konflikt mit dem Iran ist, eingreifen , sondern erst dann, wenn der Iran militärisch angegriffen wird.


Katars Aussenminister in Moskau ……….Freunde in der Not gesucht

Die in Katar lebenden Bürger dieser Sanktions-Staaten wurden von ihren Heimatländern aufgefordert, Katar umgehend zu verlassen. Damit soll ebenfalls Druck ausgeübt werden. In Katar, das in 5 Jahren die Fussballweltmeisterschaft ausrichtet, soll die Wirtschaft durch den Abzug dieser Fachkräfte empfindlich getroffen werden.

Israels Irrglaube
Israel glaubt, durch diesen Krieg sich den Frieden erkämpfen zu könen. Ein Irrglaube. Der abenteuerliche Plan, den Iran anzugreifen, hat vielmehr alle Chancen, sich zu einem globalen Krieg auszuweiten.

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