SATIRE

Geburtstagskind Joseph Martin (Joschka) Fischer bedankt sich für die vielen Geburtstagsgrüsse

Dr. Alexander von Paleske —– 16.4. 2018 —
Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Joseph Martin (Joschka) Fischer
Industrie-Klinkenputzer
Prominentenallee 68
Villenviertel Berlin-Grunewald

Guten Tag Freundinnen und Freunde nah und fern
Guten Tag Deutschland,

am 12.4, also vergangene Woche hatte ich Geburtstag, meinen 70., und jetzt komme ich endlich dazu, mich für die vielen, vielen Glückwünsche zu bedanken.

Nur wichtigste Geschäftspartner
Nur meine wichtigsten Geschäftspartner der Fischer industrie Klinkenputzer GmbH (Fik GmbH) und meine allerbesten Freunde kann ich mit einem persönlichen Dankschreiben beehren. Der Rest über diesen Blog, auf dem mir eine Menge Platz eingeräumt wurde. Danke!


Das bin ich, das Geburtstagskind

Fantastisches Medienecho
Das Echo zu meinem 70. in den Medien ist durchweg positiv. Hier schwingt immer noch die Bewunderung mit, wie ich es – ohne Schulabschluss, ohne Berufsausbildung bzw. Studium – geschafft habe, mich so weit nach oben vorzuarbeiten, startend als:

gewalttätiger Putzugruppler und bewunderte Vorhut des Proletariats in der Studentenbewegung, der APO

– als Taxifahrer

– dann Trittbrettfahrer bei den Grünen drei Jahre nach deren Gründung

– als Radauparlamentarier im Bundestag

– als hessischer Turnschuhminister

– dann als GröDAAZ, als grössster Deutscher Aussenminister aller Zeiten,

– und schliesslich dort, wo ich schon immer hinwollte: als Klinkenputzer (Lobbyist) für die Industrie.

Mein Rezept:
Viele haben sich immer wieder gefragt, wie ich das schaffen konnte.
Mein Rezept:
Immer die Fahne nach dem Wind hängen, andere nennen das Opportunismus.
Zunächst meine Pofilierung als Prolerarier mit dementsprechender Reibeisenstimme, wie Hein von der Werft, und immer bereit, Prügel auszuteilen, so wie sich eben die Studenten seinerzeit die einzige fortschrittliche Klasse, das Proletariat, die Arbeiterklasse vorstellten..
Das brachte mir einen Heiden-Respekt ein, gerade in meiner damaligen politischen Heimat, der Sponti-Unterabteilung „gewalttätige Putzgruppe“.

Nie verknastet
Trotz dieser permanenten Gewaltbereitschaft und Gewalttätigkeit – ich nenne es Militanz, das klingt aufregender – habe ich es geschafft, nie verknastet zu werden. Nur einmal war ich kurzfristig in Haft. Das war nach der Demonstration anlässlich der Selbsttötung von Ulrike Meinhof, als man mich fälschlich beschuldigte, einen Mollie (Molotowcocktail) geworfen, bzw. zum Werfen aufgerufen zu haben. Ein Bul.. äh, ich meine Schutzmann (Polizist) war schwer verletzt worden.

Nach diesem Knastbesuch habe ich mir geschworen: Hier kommst Du nie wieder rein. Selbst als herausgefunden wurde, dass die Tatwaffen der Ermordungdes damaligen hessischen Wirtschaftsministers, Heinz Herbert Karry angeblich in meinen Auto transportiert worden waren, kam ich, mangels Tatverdacht, ungeschoren davon.

Ausbildungslosigkeit kein Hinderungsgrund
Meine mangelnde Ausbildung, und das Fehlen akademischer Weihen, glich ich durch eine enorme pseudoproletarische Schnauze aus, die ich wusste, extrem clever einzusetzen, wann immer sich eine Gelegenheit dazu bot.

Grösste politische Leistung
Meine grösste Leistung als Politker war allerdings, wie ich diese Friedensschalmeien den Grünen wegnahm, und ihnen stattdessen ein Gewehr in die Hand drückte.

Ich habe es geschafft, dass die Grünen nicht länger eine Friedenspartei waren, der Friedenspartei Ade gesagt wurde, und ab sofort Bundeswehreinsätze wie gegen Jugoslawien, und dann in Afghanistan, von mir befohlen, und dann von meinen Grünen abgesegnet wurden, von dem standigen Nörgler Stroebele einmal abgesehen.

SPIEGEL-Herausgeber Rudolf Augstein hat mich wegen meiner aggressiv-fortschrittlichen Politik schwer beleidigt, als er schrieb:

„Der Frankfurter Sponti und Sitzblockierer gegen die US-Rakete Pershing , das grösste Schimpfmaul gegen den verbrecherischen Krieg der USA gegen Vietnam, wirft seine Vergangenheit hinter sich, wie der Apostel Paulus, und betet an, was er immer bekämpft hat, den Kriegskapitalismus.“ (zitiert nach Merseburger: Rudolf Augstein, der Mann der den SPIEGEL machte S. 525)

Ausserdem hatte er die Frechheit, mich als Narziss zu bezeichnen, freilich einen ausgelaugten. Schlimmer noch:

Ein Rattenfänger, von dem man nicht weiss, in welches Rattenloch er seine grünen Kinder führen will.

Alles richtig gemacht

Wenn ich jetzt auf mein Leben zurückblicke, dann muss ich sagen, dass ich als einer der grössten politischen Opportunisten (Günter Gaus) mit grossem Erfolg mich nach oben vorgerobbt habe.

Nein, ich habe nichts zu bedauern, nichts zurückzunehmen, ich bin jetzt völlig akzeptiertes Mitglied der Klasse, die ich einstmals mit „Feuer und Schwert“ bekämpft habe.

Während früher mein Leitspruch war:

Frei sein, frei sein, Terror muss dabei sein

Und ich mir damals vorstellte, nach der Revolution Volkskommissar für die Revolutionsgefängnisse zu werden, habe ich diesen Spruch für mich passend geändert:

Opportunistisch sein, reich sein,
feiner Zwirn samt Zweireiher muss dabei sein
.

Nichts mehr am Hut
Mit den Grünen, einst meine politische Steigbügelhalter-Partei, war ich fertig. Mit diesen Hanswursten, die nicht mehr in meine Oberklassen-Gesellschaft passten, wollte ich eigentlich nichts mehr zu tun haben.

Das hat sich aber jetzt etwas gewandelt, mit der Wahl Robert Habecks zu einem der neunen Bundesvorsitzenden.
Der Kerl gefällt mir: der ist dabei mit einer grossen Mistgabel grünen Ballast über Bord zu werfen, um damit die Günen viel appetitlicher aussehen zu lassen.

So, wie seinerzeit ich, setzt mein Freund Robby alles daran, die Partei umzuformen. Bald wird die Grüne Spreu vom neoliberalen Weizen getrennt sein, dann gibt es bei den Wahlen kein Halten mehr.

So viel für heute.

Nochmals vielen Dank für die vielen Geburtstagsgrüsse!

Herzlichst

Joseph Martin (Joschka) Fischer

Nachtrag: Die Betreiber des Service Providers twoday.net wollen am 31.5. den Provider abschalten.
Weder koennen Beitraege ab diesem Zeitpunkt eingestellt, noch alte Beitrage abgerufen werden.
Wir sind daher gezwungen, soweit moeglich, die alten Beitraege zu retten auf die seit einem Jahr betriebene Website

https://politicacomment.wordpress.com/


Zu J.M. Fischer

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