Krieg

Nassers Lektion

Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait – Die lang angestrebte Einheit der Palästinenser und zwar von Fatah und Hamas ist selbstverständlich zu begrüßen. In diesem Punkt ist dem SZ-Kommentar („Israels Angst, Israels Chance“ von csc – 2.5.11) zuzustimmen. Eine Regierung der nationalen Einheit ist für Palästina längst fällig.

Aber die palästinensische Einheit und die Anerkennung Palästinas von der Weltstaatengemeinschaft hat mit einer Anerkennung Israels gar nichts zu tun. Als Enklave im Nahen Osten ohne legitime Grenzen hat Israel jeden Anspruch auf Anerkennung verspielt und verloren, solange es an der illegalen Besatzung von palästinensischen und arabischen Territorien festhält. Dieses ernste Hauptproblem Israels zu erwähnen und zu bewerten, ist dem SZ-Kommentator „csc“ gravierenderweise entgangen. Von welchen Grenzen spricht er?

Völlig daneben besteht Israel darauf, der einzige Staat der Welt zu sein, der auf ständige gewaltsame Expansion setzt, ohne legitime Grenzen. Obama ist sich dessen bewusst. Und so bekräftigt er, dass die israelische Expansionspolitik grundsätzlich abzulehnen ist. Allerdings schwenkt der US-Präsident immer noch in die fehlgeschlagene Nahost-Politik seiner Vorgänger ein: Die Priorität gilt dem israelischen Verbündeten. Dieses Nachgeben rückt die Perspektive einer Beilegung des Konflikts in weite Ferne.

„Das Hauptproblem, dem jeder Araber bei der Palästina-Krise von 1948 gegenüberstand … war die Suche nach einem Weg, auf dem wir uns gegen Aggression und imperialistische Unterdrückungsversuche verteidigen konnten… Manche vertraten die Ansicht, da wir eine kleine arabische Nation sind, einfach keine Möglichkeit hätten, den Frieden zu erlangen oder uns von Fremdherrschaft zu befreien; dass es absolut notwendig sei, uns unter irgendeine Form von Fremdherrschaft zu stellen; dass wir um unserer Sicherheit willen von irgendeiner großen Nation abhängen sollten und müssten…. Das Problem, dem freiheitlich denkende Araber gegenüberstanden, war es, Mittel und Wege zu finden, durch welche die arabische Nation fremde Aggression zurückweisen und ihre Freiheit bewahren konnte, ohne dabei unter den Einfluss einer Fremdherrschaft zu geraten oder eine Fremdherrschaft gegen eine andere einzutauschen.“

Nassers Worte und Richtlinien sind für alle Araber und Palästinenser aktueller denn je: „Die Geschichte gibt uns eine Lektion für die Gegenwart und eine Lektion für die Zukunft. Dieses Gebiet – die arabische Zone – wird immer besiegt, wenn sie geteilt und … zerrissen ist. … Der Grund der Niederlage lag immer im Separatismus, in Hass und Groll, da jene Mächte, die uns ausnützen wollten, ohne Unterschied diese Waffen benutzten, um uns in Sekten und Kleinstaaten zu teilen und so die arabische Nation Land für Land zu beherrschen… Es ist ebenso augenscheinlich, dass die arabischen Menschen, wann immer sie in Einheit und Solidarität zusammenstanden, fähig waren, die stärksten Armeen der Welt zu besiegen. Die Einheit und Freiheit befähigt uns, die britischen und französischen Armeen zu besiegen, genau wie damals, als wir uns gegen die Tataren vereinigten.“

sendenDie Autorin Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait ist Juristin und Diplomatin a.D.

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