SATIRE

Charlotte Roche: Ohne Geld habe ich Angst, Geld ist richtig sexy

Dr. Alexander von Paleske — 11.8. 2011 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Hallo Deutschland,

mein neuer Skandalroman liegt in den Buchgeschäften aus.

Meine Bitte an das Deutsche Volk: kauft, kauft, kauft, denn ohne viel Geld habe ich einfach Angst.


das bin ich, Charlotte Roche – ……brauche Geld gegen die Angst

Viel habe ich in der Vergangenheit unternommen, um dieses Angstgefühl loszuwerden, Lotto gespielt, gearbeitet, mich im Fernsehen verbreitert, aber das hat alles nicht geholfen: Keine Lottogewinne, geringer Arbeitslohn, Produktionen und ein Buch, die keinen Abnehmer fanden und Sendungen, die nach kurzer Zeit eingestellt wurden.

Bis ich auf die Idee kam, mich selbst in Buchform zu vermarkten.

Natürlich habe ich literarisch wenig anzubieten, aber ein Skandalroman, an dem sich die Geister scheiden, das könnte richtig die Diskussion anheizen,die Leser in die Buchgeschäfte und das Geld in meine Tasche treiben.

Leser-Zielgruppen: Neugierige Mädchen, junge Frauen und ältere Männer.

Inspiriert dazu hat mich das tägliche Lesen der BILD-Zeitung. Artikel wie „Oh wie ist das Stöhn“ hatten mich überzeugt: das kann ich auch, auf etwas höherer Ebene, nein, nicht das Stöhnen, das auch, aber vor allem das Schreiben.

Ich nahm einfach meine seinerzeitigen ausschweifenden und lebhaften Pubertätsphantasien und brachte sie in Buchform heraus. Der durchschlagende Titel: „Feuchte Liebe“ . Untertitel: „Aus dem Reich der literarischen Sumpfgewächse“

Dank der Riesen-Verkaufszahlen, und der damit verbundenen Riesen-Tantiemen habe ich schlagartig meine Angst verloren, wofür ich der (anspruchslosen) Deutschen Buchlesergemeinschaft außerordentlich dankbar bin.

Zweites Buch gegen die Angst
Das hat mich dazu ermuntert, gleich mein zweites Buch in Angriff zu nehmen. Es sollte eine Mixtur aus viel Sex, und etwas Melodram werden. Auch einen passenden Arbeitstitel fand ich rasch: „Stoßgebiete“.

Dabei habe ich sehr viele autobiografische Bettgeschichten detailreich verarbeiten können, was zweierlei bewirkt: einmal können meine Leser überprüfen, ob sie wirklich alles in diesem Fach schon wissen und beherrschen, und dann regt es natürlich enorm die (sexuelle) Phantasie an.

Sozusagen ein Schlafzimmer-Schlüsselloch-Buch aber eben nicht nur. Denn reine Pornografie ist ja zu billig, also muss auch noch ein bisschen Melodrama dazu. Ich habe es geschafft, das alles gut miteinander zu vermengen.

Beispiele: Nachdem ich den tragischen Tod meiner drei Brüder bei einem Autounfall aufarbeite,schreibe ich über den Fahrer des Unglückswagens:

„Vielleicht ist ihm eine Zigarette in den Schoss gefallen und hat ihm die Eier verbrannt“

oder:

„Mein Mann muss zwar die aus dem Unfall resultierenden pychsichen Störungen aushalten, der hat aber auch viel davon, weil ich mir beim Blasen (Oralsex) solche Mühe gebe“.

Wichtige Zitate
Hier ein paar enorm wichtige Zitate aus meinen Verkaufsgesprächen mit neugierigen Medienvertretern:

„Wenn jemand mein Buch falsch versteht, dann mache ich doppelt und dreifach mit“

Wenn mich jemand auf Porno (bringt ja Geld ein und geht immer) reduzieren will (unerhört) dann sage ich: gerne und steige voll darauf ein. Alles andere finde ich total peinlich

Natürlich plädiere ich für einen offenen Umgang mit dem Thema Sex (ganz so wie einstmals der Volks-Sex-Aufklärer Oswalt Kolle“)

Jedes Gespräch über Sex ist gut und hebt die Isolation auf, die wir alle empfinden“.

Ohne Sex habe ich Angst, Sex ist lebensbejahend, weil er ohne den Kopf auskommt (wie viele Politiker) und nur der Körper agiert.“


Angst, nichts als Angst, aber Rettung naht: Im Schlafzimmer

Deshalb will ich bei Kaffeeshop-Betreibern anregen, sogenannte „Freie Aussprache-Ecken“ einzurichten, wo jeder Kaffeehausbesucher, der ein derartiges Bedürfnis verspürt, sich mit anderen Besuchern frei über seinen Sex unterhalten kann.

Die Angstgefühle, die ich vor dem Erscheinen meiner „Stoßgebete“ hatte, haben sich angesichts des großartigen Verkaufsbeginns schlagartig gelegt. Das hat natürlich auch meinen Mann gefreut, denn gerade auch für den habe ich das Buch ja geschrieben

Ich habe das Buch geschrieben, um ihn zu beeindrucken oder zu schocken, so eine Art Hommage an ihn“

Wobei ihn sicher beeindrucken wird, dass ich im Bett ohne meinen Kopf auskomme, dank der Lebensbejahung der erfüllenden Begegnung.

Mein Fazit: Mit Kopf keinen richtigen Sex, mit sexueller Enthüllung viel Geld.

Danke Deutschland

Charlotte Roche
(Schein) Sexualaufklärerin und „Skandalnudel“

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KOMMENTARE

Dalton (Gast) – 15. Okt, 23:31

Why does this have to be the ONLY reliable srouce? Oh well, gj!

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