SATIRE

Stefan Raab schreibt an Charlotte Roche: Sauber gemacht

Dr. Alexander von Paleske — 13.8. 2011 —
Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Stefan Raab
Abt. Unterschichtenfernsehen, Klamaukfernsehen,
Anspruchslosfernsehen, TV Witzchen
c/o Brainpool TV GmbH
Köln-Mülheim

An
Charlotte Roche
Schein-Sexualaufklärerin
c/o Piper Verlag
München

Liebe Lotte,

herzlichen Glückwunsch zu Deinem neuen Skandal-Schinken „Stossgebiete“, den ich im Eilmarsch in den vergangenen Tagen konsumiert habe.

Dabei habe ich erfreulicherweise festgestellt, wie wesensverwandt wir beide mit unserer Darstellung doch sind: Du in Deinen Büchern, die tiefschürfenden Einblick ein Lotte-Leben erlauben, und ich mit meinen Anspruchslos-Klamaukshows.

Aber zunächst einmal beste Empfehlung an Deinen Gatten, Martin Kess der ja der Mitbegründer der Unterschichten-Unterhaltungs-Orgien-Firma Hirnvoll, äh ich meine Brainpool war, die ja auch meine wunderbare Unterschichten-Klamauk-Schadenfreude-Show TV Total produziert.

Liebe Skandalnudel Lotte, unser beider großartiger Massenerfolg dank unserer geistigen Verwandtschaft besteht zuallererst einmal darin, erfolgreich die Schamgrenzen der Deutschen Volksgemeinschaft auf nahe Null gesenkt zu haben.

Weg mit der Scham
Während vor einiger Zeit noch viele sagten: DAS kann man doch nicht sagen, geschweige denn schreiben, so haben wir gezeigt, dass es doch geht, es für uns keine Grenze der Niveauabsenkung nach unten gibt.


Skandalnudel und Schein-Sexualaufklärerin Charlotte Roche – …….weg mit der Scham.

Ein außerordentlich erfolgreicher Weg, um die Massen bei Laune zu halten, und dabei unsere Schatullen zu füllen.

Ich habe es in harter langjähriger Arbeit mit meiner wunderbaren TV-Total Show geschafft, die offene Schadenfreude im deutschen Volk fest zu verankern, und gleichzeitig denen die Empathie, also das gesellschaftlich völlig überflüssige Einfühlungsvermögen und Mitgefühl, auszutreiben.

Du wiederum hast es mit Deinen Skandal-Schinken geschafft, dass mittlerweile eigentlich jedes Begrüßungsgespräch mit der Frage beginnen kann: Wie war der Sex gestern abend? Ordentlich geblasen oder Analsex?. Damit hast Du dem deutschen Volk das letzte noch vorhandene Schamgefühl ausgetrieben und das Ganze auch noch als scheinbar progressiven sexuellen Freiheitskampf verkauft. Hervorragend.

Alles öffentlich
Beachtlich finde ich, dass Du mit Deinen beiden Schinken Feuchte Liebe – Aus der Welt der literarischen Sumpfblüten und jetzt Stoßgebiete auch gleichzeitig Dein eigenes erfülltes und variantenreiches Sexualleben der Öffentlichkeit zum Anschauungsunterricht verfügbar gemacht hast. Super mutig.

Da habe ich immer noch Probleme, denn mein eigenes Sexualleben halte ich (noch) unter Verschluss, aber Dein aufrüttelndes Buch hat mich in dieser Hinsicht doch sehr nachdenklich gemacht.

Liebe Lotte, während ich weiter Persönlichkeiten „verwurste“ und mit meinem breiten Metzgersgrinsen Schadenfreude ausstrahle, warte ich schon gespannt darauf, welchen literarischen „Stinkbovist“ Du als nächstes publizieren wirst.


Stefan Raab … freue mich auf den nächsten literarischen „Stinkbovist“

Weiter erfolgreiches Entschämen.

Dein Raabschläger

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3 Gedanken zu “Stefan Raab schreibt an Charlotte Roche: Sauber gemacht

  1. Schamgefühl Beim Googlen auf diesen Text gestoßen, bin entsetzt über so viel Unverständnis. Wer Scham auf die die Einhaltung unfreier Sexualnormen reduziert, entblödet sich nicht, sondern beweist sich selbst als prüde Reaktionär.

    Liken

    1. Stimmt Auch ich bin entsetzt über die Texte der (Schein-) Sozial-Sexualaufklärerin Roche. Auch ich bin zutiefst davon überzeugt, dass sich unter ihrem Pseudo-Fortschrittsgewande eine kochenharte Reaktionärin verbirgt. Danke, dass Sie meine Auffassung teilen.

      Gruss

      Dr. v. Paleske

      Liken

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