Krieg

Rückblick auf 2011: Abzug der US-Kampftruppen aus dem Irak, die Kriegsschäden bleiben noch lange – insbesondere im Gesundheitswesen

Dr. Alexander von Paleske — 31.12. 2011
Anlässlich des Abzugs der US Truppen aus dem Irak wird immer wieder auf die rund 4500 getöteten Soldaten der US-angeführten Invasionstruppen aufmerksam gemacht.


Abziehende US-Truppen …eine Spur der Zerstörung hinterlassend. Screenshot: Dr. v. Paleske

Ganz gelegentlich werden auch mal die mehr als 100.000 irakischen Zivilisten erwähnt, die als Folge des Krieges ums Leben kamen, entweder als unmittelbare oder mittelbare Folge.


Demonstration in Bagdad aus Anlass des US-Kampftruppenabzugs…….Verbrennen der US-Flagge
Screenshot: Dr. v. Paleske

Kein Ende des Sterbens
Und das Sterben hat keineswegs aufgehört. Monat für Monat werden immer noch rund dreihundert Menschen getötet.

Was nicht erwähnt wird, welche enormen Schäden durch den Irakkrieg im Gesundheitswesen angerichtet wurden. Schäden, die noch über viele Jahre nachwirken werden. Im einzelnen (Lancet 3.9. 2011 S. 863ff.) :

– Seit Beginn des Irakkrieges haben 18.000 Ärzte, die Hälfte der Ärzteschaft, wegen der andauernden Gewalttätigkeiten den Irak verlassen

– Rund 2000 Ärzte wurden seit Beginn der Kampfhandlungen ermordet.Bekannt wurden aber lediglich im Jahre 2010 die Tötung des Dekans der medizinischen Al Mustansirya Fakultät der Universität von Bagdad, Mohammed Alwan, und der Bombenanschlag gegen das Krankenhaus in Tikrit.

– Dagebliebene Ärzte werden oftmals bedroht oder getötet, wenn sie vermeintlich oder tatsächlich vom gerade im jeweiligen Krankenhaus geforderten Mainstream abweichende Meinungen vertreten .

– Verglichen mit dem Nachbarland Jordanien hat der Irak mittlerweile nur noch 1/5 der Ärztedichte und 1/3 der Krankenschwestern.

– Die durchschnittliche Lebenserwartung – vor 30 Jahren bei 65 Jahren – ist auf 58 Jahre abgesunken.

– Die Kindersterblichkeit bis zum 5. Lebensjahr ist inzwischen doppelt so hoch wie im Nachbarland Jordanien: 45 pro 1000

– Die Tuberkulose grassiert, die Inzidenz – soweit bekannt – ist 6 mal höher als in Syrien (vor Ausbruch der dortigen Kämpfe).

– Ganz zu schweigen von den Bombenanschlägen, die auf das Konto von Sektierern gehen, und den mentalen Folgen des Krieges und der Kriegsfolgen: das posttraumatische Belastungssyndrom und psychiatrische Erkrankungen, die auf eine drastisch reduzierte Zahl von ausgebildeten Psychiatern treffen. Von 1 Psychiater für 300.000 Menschen vor Kriegsbeginn auf jetzt 1 für 1 Million.

Korruption und Missmanagement
In den Krankenhäusern kommt noch die allgegenwärtige Korruption dazu. Weiter: Medikamente verschwinden aus den Krankenhäusern und tauchen auf Marktständen wieder auf.

Kurzum: Zum Terror gesellen sich totale Unterversorgung, Korruption und Missmanagement. Eine Schreckensbilanz.

Wie sagte doch seinerzeit der US-Präsident Bush: Mission accomplished. Zynischer kann man es wohl kaum sagen.


Zurückgekehrte US-Truppen, US-Verteidigungsminister Leon Panetta……salbungsvolle Reden kaschieren zahllose Kriegsverbrechen und Zerstörung. Screenshot: Dr. v. Paleske

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