Wirtschaftskrise

Griechenland: Aus der Ausweglosigkeit in den Freitod – kein Einzelfall

Dr. Alexander von Paleske — 5.4. 2012 —
Es war ein Freitod, der die griechische Nation gestern aufrüttelte und zu schweren Demonstrationen gegen die Regierung führte: Ein (angeblich verschuldeter) pensionierter Apotheker sah für sich keinen Ausweg mehr und erschoss sich vor dem Parlamentsgebäude in Athen.


Kerzen, Blumen und Botschaften am Ort der Selbsttötung. – Screenshots: Dr. v. Paleske

Durch die erzwungenen Kürzungsmassnahmen der griechischen Regierung – auf Verlangen des IMF und der Euro-Länder – war offenbar seine gesamte Einkommensplanung obsolet geworden, sodass die ihm verbliebenen finanziellen Mittel so gering geworden waren, dass er sich davon nicht mehr ernähren konnte. Und um in Mülltonnen nach Essensresten zu wühlen, oder als Bettler in der Strasse zu sitzen – dazu war er – verständlicherweise – nicht bereit.
Daher sah er für sich keinen anderen Ausweg mehr als den Freitod, mit dem er gleichzeitig gegen die Regierung demonstrierte..


Abschiedsbotschaft. Screenshots: Dr. v. Paleske

Er steht nicht allein. Die Selbstmordrate in Griechenland, einst eine der niedrigsten in ganz Europas mit 2,6 per 100.000 hat sich in den vergangenen Monaten glatt verdoppelt. Es gehört wenig Phantasie dazu, eine Erklärung zu finden.
Parallel dazu werden viele Griechen obdachlos, weil sie die Mieten nicht mehr bezahlen können und landen auf der Strasse.


Obdachlose in Athen. Screenshot: Dr. v. Paleske

Die Arbeitslosigkeit steigt, die Rate liegt bei unter 25 Jährigen bereits bei 50%.

Viele Menschen können sich ihre Medikamente sich nicht mehr leisten.
Griechenland wird zum Armenhaus Europas mit allen dazugehörigen Folgen.

Einst, 1968, sang Janis Joplin:

Freedom is just another word for nothing left to loose – Freiheit ist wenn man nichts mehr zu verlieren hat.

Der Apotheker in Griechenland hatte nichts mehr zu verlieren ausser seiner Selbstachtung, die ihm offenbar keine andere Möglichkeit als den Freitod liess.

KOMMENTARE

Bunny (Gast) – 5. Apr, 18:12
Italien ebenfalls
In Italien ähnlich. Sprach mit einem Italiener im Nachbar- Office. Die Motive sind etwas andere für die Selbstmorde. Verzicht kann in die Freiheit führen, alles andere führt in die Versklavung.

Es hat mein nicht existentes Vertrauen in Europa noch mehr schwinden lassen zu sehen was passiert.

When the truth walks away
Everyboday Stays
Cause the truth about the world is that crime does pay‘ – Offspring.

Mehr braucht man gar nicht mehr hinzuzufügen zur aktuellen Lage in der Welt. Seien sie beruhigt es war eh noch nie anders. Es ist im Moment allein offensichtlicher, möge jeder dann hinterfragen, woher die Hilfen für Europa kam als Europa zerstört am Boden lag und wie es heute in den Geberländern ausschaut. Äthiopien bspw. aber nicht nur.

Staaten die sich an kriegerischen Handlungen beteiligen, sei es UNO Friedenstruppen deren einziger Zweck ist die schwelenden Konflikte am leben zu erhalten bis der Schaden in Summe groß genug ist oder direkt – Frieden und Freiheit kann man anders haben, man braucht einfach nicht zum Kriege hingehen.

EuroTanic (Gast) – 5. Apr, 18:44
Anders
Er hätte lieber ein oder besser gleich mehrere Politiker, Banker, oder/und Spekulanten erschiessen sollen. Dann hätte jeder was davon. Im Ernst. Wenn in den Weltkriegen die Soldaten ihre eigenen Befehlshabenen erschossen hätten statt ihrer „Feinde“, dann wäre der Krieg nach wenigen Minuten vorbei gewesen. Wir haben ein Recht auf Gegenwehr gegen die Euthanasie durch Politik und Wirtschaft. . Denn diese kriminellen Psychopathen in Politik und Wirtschaft wollen uns alle töten.

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