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Jürgen Flaschenpfand-Trittin berichtet von der Bilderberg-Konferenz in Virginia / USA

Dr. Alexander von Paleske 3.6. 2012 Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Jürgen Flaschenpfand-Trittin
Z.Zt Bilderberg-Konferenz
Westfields Mariott Hotel
Chantilly / Virginia
USA

Liebe Grüninnen und Grüne,

ich melde mich von der hochinteressanten Bilderberg-Konferenz, zu der ich die Ehre hatte, eingeladen zu werden.
Mittlerweile haben auch die westlichen Entscheidungsträger erkannt, dass wir, die Grünen, in der Mitte der Gesellschaft nicht nur angekommen sind, sondern uns dort komfortabel eingerichtet haben.

Auch dass wir viele utopische Forderungen über Bord geworfen haben, und insgesamt als hervorragend staatserhaltend angesehen werden müssen.

Insbesondere unsere äusserst vernünftige Reaktion auf die Wirtschafts-und Finanzkrise, bei der wir keineswegs mit radikal einengenden Forderungen gegenüber der Finanz-Welt aufgetreten sind, hat Bilderberger wie den Ex-Chef der Deutschen Bank, Josef (Feldherr) Ackermann überzeugt: Die gehören zu uns.


Das bin ich – und so sind wir: Die Grünen

Bilderberg-Einladung stand an
So war meine Einladung eigentlich nur noch eine Frage der Zeit.
Natürlich ist das hier keineswegs eine kleine Privatveranstaltung, sondern ein Vorbereitungstreffen verantwortungsvoller westlicher Entscheidungsträger unter dem Thema:

„Wohin soll in Zukunft die westliche Reise gehen?“..

Dabei können wir weder die Öffentlichkeit, noch die Presse gebrauchen.

Natürlich ist das ein grober Verstoss gegen das Demokratiegebot und das dazu gehörende Prinzip der Öffentlichkeit; aber wenn es um Überlebensfragen der westlichen Zivilisation geht, dann müssen bestimmte Prinzipien auch mal über Bord geworfen werden. Da darf man auch als (Ober-)Grüner nicht so zimperlich sein.

Dass man in der Demokratie im übrigen mal fünf gerade sein lassen muss, das habe ich auch schon früher im Zusammenhang mit der Wulff-Krise zu erkennen gegeben, indem ich sagte:

„In den Landesparlamenten wird öfter mal an der Wahrheit vorbeigeredet“.

Mit anderen Worten:

„Alles nicht so schlimm“.

Und für den penetranten Journalismus habe ich den Begriff „Schweinejournalismus“ in der politischen Diskussion salonfähig gemacht. .

Kissinger-Gespräche
Besonders hat mich auf dieser Bilderberger Konferenz gefreut, mit dem Ex-US-Aussenminister Henry Kissinger zusammenzutreffen, der ja Dauergast auf diesen Bilderbergtreffen ist.

Der erzählte mir im Detail, wie er damals mithalf, den gewählten Präsidenten Chiles, Salvador Allende, durch einen Putsch aus dem Amt zu jagen.


Pinochet (l) und Allende (r) kurz vor dem Putsch


Blutiger Putsch am 11.9. 1973

Dass der Putschist Pinochet dann sagte:

„Die Demokratie muss gelegentlich in Blut gebadet werden“

und gemäss diesem Motto Tausende ermorden und Zehntausende foltern liess, sei zwar nicht sehr schön, aber leichter zu verschmerzen gewesen, als die Gefährdung der US-Wirtschaftsinteressen durch diesen Latino-Marxisten Allende mit seiner Volksfront-Regierung.

Sofort erinnerte ich mich, wie ich seinerzeit gegen die Militärjunta als Mitglied des Kommunistischen Bundes Nord (KB) durch Göttingen marschierte, mit unserer Parteizeitung Arbeiterkampf unter dem Arm, und rief:

Chile si – Junta no“

Als ich das dem Kissinger erzählte, lachte der herzhaft, und erinnerte mich an die Weisheit:

Wer mit 20 kein Kommunist ist, der hat kein Herz, und
Wer mit 40 noch Kommunist ist, der hat keinen Verstand-.

Kissinger versicherte mir, dass er meine staatsmännischen Reden im Bundestag,, immer gewürzt mit einer schönen Portion Zynismus, mit grossem Wohlwollen verfolge.

Auch Matthias ZEIT-Nass getroffen
Natürlich freute ich mich auch, den Bilderberg-Mit-Organisator, Ex Stellvertretenden Chefredakteur und jetzt Chefkorrespondent der Wochenzeitung „Die Zeit„, Matthias Nass zu sprechen.

Nass berichtete mir voller Freude, dass die meisten Medien in Deutschland – wie auch schon in den vergangenen Jahren – das diesjährige Bilderberg-Meeting totschwiegen, also den Schwindel mit der „Privatveranstaltung“ schlucken würden. Was wiederum mithelfe, einen reibungslosen Konferenzverlauf sicherzustellen, und die Teilnehmer vor penetranten Fragen der Pressemeute nach Konferenzschluss zu schützen..

Vergessen will ich nicht, dass das Essen und die Unterbringung hier hervorragend waren. Ich dafür nicht einmal bezahlen muss, weil meine Spesenrechnung von der Parlamentsverwaltung übernommen wird, wie sich das beim Wahrnehmen von öffentlichen, äh, ich meine Privat-Veranstaltungen dieser Art so gehört

Liebe Grüninnen und Grüne, schwer mit den Schätzen fruchtvoller Diskussionen beladen werde ich heute nach Deutschland zurückkehren. Leider unterliege ich der Schweigepflicht, an die ich mich aber sehr gerne halte.

Bis bald

Jürgen Flaschenpfand-Trittin
Obergrüner, Mit-Vorsitzender der Grünen-Bundestagsfraktion

NACHTRAG 6.6.2012 9.15Uhr
Ich habe auf meiner Website

http://www.trittin.de/

dargestellt, warum ich die Einladung zu dieser Bilderberg-Geheimkonferenz auf gar keinen Fall ausschlagen durfte, ausschlagen konnte.

Natürlich habe ich es aus polithygienischen Gründen vermieden, zu der entscheidenden Frage Stellung zu nehmen:

Wie kann ein (Ober-)Grüner es politisch vertreten, an einer Geheimkonferenz teilzunehmen, die eine Verhöhnung von Demokratie und des zu ihr gehörenden Öffentlichkeitsprinzips darstellt?

Ich bin der festen Überzeugung: Selbst mit dem Teufel muss geredet werden, in dem Versuch, dass er das Höllenfeuer endlich löscht. Dafür war und bin ich jederzeit bereit, auch in die (Bilderberg-)Hölle zu gehen.

J. F-T.

Keine Satire zu Bilderberg
linkDie Bilderberg Konferenz 2012 tagt – oder: Alles verkommen
link Alle Jahre wieder die Bilderberg- Konferenz – oder: Verhöhnung von Demokratie und Öffentlichkeit
linkEin Prozess in München und die geheime Bilderbergkonferenz

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Mehr Satire zu den Grünen:
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Ein Gedanke zu “Jürgen Flaschenpfand-Trittin berichtet von der Bilderberg-Konferenz in Virginia / USA

  1. Große und kleine Wichtigtuer Im deutschen Sprachgebrauch gibt es die schöne Unterscheidung zwischen “Unternehmer” und “Geschäftemacher”. Während der eigentliche Antrieb unternehmerischen Handelns in der Erzielung von verdientem Knappheitsgewinn aufgrund selbsterarbeiteter, technologischer Innovation besteht, ist ein Geschäftemacher nur an unverdientem Knappheitsgewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer durch die geschickte Ausnutzung des im Kapitalismus elementaren Geld- und Bodenmonopols interessiert, weil seine Intelligenz für eigene technologische Innovation nicht ausreicht.

    Ein kleiner Wichtigtuer wie Jürgen Trittin trifft sich in der Regel deshalb mit Geschäftemachern, um irgendwo ein Manager-Pöstchen abzustauben, das etwas besser bezahlt wird als die undankbare Aufgabe, “Volksvertreter” zu spielen.

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