SATIRE

Ex-Kanzler Österreichs, Alfred Gusenbauer: Deutschland, das bin ich!

Dr. Alexander von Paleske — 30.12. 2012 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Alfred Gusenbauer
Ex austrischer Bundeskanzler
Im Filz 3
Wien
Austrische Skandalrepublik

Guten Morgen Deutschland,

mein Name ist Alfred Gusenbauer, bin 52 Jahre alt, und habe schon Einiges im Leben durchgemacht. Manche nennen mich in respektloser, unverschämter Weise auch Alfredo Gruselbauer.


Das bin ich

Ich stelle mich den Deutschen vor, weil nicht nur Österreich mit mir rechnen muss, sondern mittlerweile auch Deutschland, und das nicht zu knapp!

Gerade hat die austrische Firma Signa um den Tiroler René Benko , wo ich den Aufsichtsratsvorsitzenden mache, zugeschlagen, und das Kaufhaus des Westens (KaDeWe ) in Berlin sich geschnappt, für lächerliche 500 Millionen Euro, und 16 weitere noch dazu.

Die gehörten zuvor einer Investorengruppe namens Highstreet, an der auch die Deutsche Bank-Tochter REEF beteiligt ist. Diese Highstreet wiederum hatte sie seinerzeit von Karstadt-Quelle (Arcandor) erworben, ein Deal, der jetzt zu einem Gerichtsprozess in Köln mit der Schickedanz-Erbin geführt hat. Aber das will ich gar nicht weiter ausführen.

Mir, äh, ich meine der Firma Signa- Prime Selection AG, gehören nicht nur der Grund und Boden des Kaufhauses Oberpollinger in München, sondern viele weitere Premium Immobilien. Und das ist keineswegs das Ende, nein, wir legen in Deutschland erst so richtig los.

Im Zentrum der Kaffeehausstadt Wien sind wir bereits der grösste Immobilienlöwe.

Vorstellung meiner Mitstreiter
Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch meine hochprofessionellen Mitstreiter vorstellen:

Ex Porsche Chef Wendelin Wiedeking, der leider mit seinem hochambitionierten Versuch, als Porsche-Chef VW zu schlucken, auf die Schnauze fiel, und gegen den die Staatsanwaltschaft Stuttgart mittlerweile Anklage wegen Wirtschaftsdelikten erhoben hat – alles aus der Luft gegriffen natürlich.


Mein Freund Wendelin Wiedeking …….Vorwürfe aus der Luft gegriffen. Screenshot: Dr. v. Paleske

Dann unser Gründervater René Benko, der 1999 aus dem Nichts mit einer Zwei-Mann-Firma Imofina startete, und mittlerweile steinreich ist. Die gelebte Saga „vom Tellerwäscher zum Milliardär“ sozusagen.
Der Benko fing im Gesundheitsbereich an, und stiess sich dort nicht nur gesund, sondern auch noch reich, und machte dann in grossen Immobilien.

Auch René Benko hat ein Strafverfahren laufen, wie mein Freund Wendelin, wegen angeblicher Bestechung des kriminellen ehemaligen kroatischen Regierungschefs Ivo Sanader, und hat vom Wiener Straflandesgericht bereits 12 Monate Strafhaft auf Bewährung aufgebrummt bekommen, aber natürlich sind auch all diese Vorwürfe völlig aus der Luft gegriffen. Der Prozess geht weiter in der nächsten Instanz, und wird – da bin ich mir absolut sicher – die Unschuld meines Freundes ans Tageslicht fördern.


Jungdynamiker und Milliardär Rene Benko …….unser unschuldiger Gründervater

Schliesslich der Milliarden-schwere griechische Reeder George Economou, den wir scherzhafterweise immer „George Economist“ nennen.

Der hat die Wirtschaftskrise im eigenen Lande glücklicherweise völlig unbeschadet überstanden, weil er rechtzeitig sein Geld dort investierte, wo weiter Milch, Kaffee und Euros fliessen, nicht aber bloss Schafskäse und Olivenöl.


George Economou ………investieren, wo Milch, Kaffee
und Euros fliessen. Screenshot: Dr. v. Paleske

Aufregender Lebenslauf
Ich selbst habe zwar (noch) keine Strafverfahren laufen, aber einen wahrlich aufregenden Lebensweg hinter mich gebracht, den ich sehr gerne der deutschen Volksgemeinschaft näher bringen möchte:

Ich war Bundeskanzler der Alpenrepublik Österreich 2007 / 2008, einer der erfolgreichsten aller Zeiten, der nicht nur das Land (ein wenig skandalmässig) regierte, sondern sich auch nicht scheute, den faulen Parlamentariern die Leviten zu lesen.

Zitat:

Nur ein Drittel wird dem Leistungsprinzip gerecht, ein Drittel ist zu vergessen, und ein Drittel ist (immerhin) resozialisierbar.

Weitere Meilensteine meiner erfolgreichen Kanzlerschaft finden sich hier

Gerne Rotwein
Gerne trinke ich Rotwein der Marke Barolo. Die Farbe erinnert mich stark an meine rote Vergangenheit, welche in vielen Punkten sehr der des hervorragenden ehemaligen deutschen Aussenministers (GröDAAZ) Joseph Martin (Joschka) Fischer ähnelt. Allerdings war ich längst nicht so gewalttätig, wie der in seiner Putzgruppenzeit.

Auch mit meinem deutschen Sozi-Freund, dem Gasprom-Schröder, gibt es einige Parallelen..

Ich stamme, anders als der Kleinbürgersohn J-M. Fischer, aber aus einer richtigen Arbeiterfamilie, und die ersten ernsthaften Bücher, die ich las, waren die Schriften von Karl Marx und Friedrich Engels.

Wie es sich für einen Arbeitersohn gehört
Wie es sich für einen richtigen Arbeitersohn so gehört, wurde ich Mitglied der austrischen sozialistischen Jugend, und kämpfte mich Stück für Stück ganz nach oben, bis ich es schliesslich zum Grossen Vorsitzenden der SPÖ schaffte .

Bekannt wurde ich durch meine linke (scheinradikale) Sprücheklopferei: zunächst in der sozialistischen Jugend, und dann – in wesentlich abgeschwächter Form – in der SPÖ.

Wie Papst Johannes Paul II küsste ich bei meiner Ankunft in Moskau die Erde, als ich zu den internationalen Jugendfestspielen im damaligen Vaterland der Linken, der UdSSR, eintraf.

Nur Zwischenstationen
Aber das waren alles nur Lern-Zwischenstationen auf dem Weg über die Mitte nach rechts in die Arme einer Immobilien-„Heuschrecke“ und andere Unternehmen.

Mit der gemeinen Wanderheuschrecke verbindet mich gerade die Metamorphose, die dieses Tierchen im Laufe seines Lebens durchmacht.

Längst ausgetauscht
Längst habe ich natürlich den grauen Mao-Anzug gegen feinen Zwirn getauscht, wie es sich für einen austrischen Top-Manager so gehört, und meine Zeit als austrischer Bundeskanzler hat mich gelehrt, keinerlei Berührungsängste mehr selbst mit den grössten und rücksichtslosesten Kapitalisten zu haben.

So habe ich es, nach meiner anstrengenden Arbeit als Kanzler, geschafft, mich folgenden Unternehmen – neben der Firma Signa AG – erfolgreich anzudienen, bzw. mich bei denen einzukaufen:

Der Hypo-Alpe- Adria- Skandalbank (Skandalpe) diente ich als „unersetzlicher Berater“, wofür ich von der Pleitebank im Jahre 2009 schöne 60.000 Euro für meine anstrengende Tätigkeit kassieren konnte.

Auch diente ich dem hochanständigen Peter Hochegger – ein guter Freund des ehemaligen austrischen Finanzministers Karl-Heinz Grasser (KHG) – in dessen Firma Sicon Energy als Vorsitzender des Unternehmensbeirats.

Peter Hochegger wird von der linken austrischen Kampfpresse und der verfolgungsgeilen austrischen Staatsanwaltschaft beschuldigt, knietief in die angeblichen KHG-Skandale verwickelt zu sein (Immofinanz, Linzer Terminal Tower etc). Alles Quatsch.

Ich bin ebenfalls Vorstandsmitglied der Stiftungen des Hans-Peter Haselsteiner, dem auch die grosse Baufirma STRABAG gehört, dort sitze ich auch, und zwar im Aufsichtsrat, als dessen Vorsitzender.

Ich halte einen 25% Anteil von, und bin Mitbegründer der Cudos-Gruppe. Unser Mantra:

Eine austrische Plattform, die mit Investoren attraktive Investitionsprojekte realisiert und aussergewöhnliche Renditen erzielt.

Mit Cudo rettete ich das 125 Jahre alte Textilhaus Backhausen, einst austrischer „k.u.k. Hoflieferant“, vor der Pleite, und warf gleich mal einen Teil der überflüssigen Belegschaft raus. Konkret: über die Firma Cudos Wenti AG, an der ich einen Anteil von 25% halte, der wiederum die Cudos Wenti Beteiligungs- GmbH gehört, der wiederum jetzt 51% der Backhausen-Textilfirma gehört.

Martin Schlaff, dem grossen, gewitzten austrischen Unternehmer, half ich, als der mit der Firma Mobtel in Serbien in Schwierigkeiten geriet. Der wiederum organisierte ein Riesenfest zu Beginn meiner Kanzlerschaft, an das ich mich aber aus politischen Gründen bestenfalls schemenhaft erinnern kann.

Habe es geschafft
Ja, ich habe es geschafft: den „langen Lauf zu mir selbst“, wie der GröDAAZ Fischer das zutreffend nannte, und darüber laienhaft philosophierte: Von ganz links über die Mitte in die Arme des Kapitals. Getreu dem Motto:

Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz
Wer mit 40 noch Kommunist ist, hat keinen Verstand.

Ich wünsche allen Deutschen ein gesegnetes Neues Jahr, und mir viele Euros auf meinen Bankkonten.

Herzliche Grüsse und Servus

Alfred Gusenbauer
Ex Austrischer Bundeskanzler
Einkommensmillionär

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