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Grimme-Preise für Dschungel-Quark und Schamlos-Charlotte

Dr. Alexander von Paleske — 30.1. 2013 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

An das
Preiskomitee der Adolf-Grimme Preise
Marl

Betr.: Grimme Preise für 2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit grosser Freude habe ich gestern den Medien entnehmen dürfen, dass die Dschungel-Ekel-Anspruchslos-Show „Ich bin (angeblich) prominent, holt mich hier raus“ für den Grimme Preis vorgeschlagen wurde.
Ich konnte beim Lesen dieser Nachricht meine Begeisterung kaum unterdrücken.


Grimme Preis Logo ……….hervorragende Kandidaten für 2012

Drücke beide Daumen
Jetzt drücke ich beide Daumen, dass diese Show den Preis auch bekommt, den sie absolut verdient.

Zwar ist mit dem Preis kein Geld verbunden, aber der Grimme Preis gehört zu den sehr angesehenen Medienpreisen unserer Bundesrepublik Deutschland.
Der Vorschlags-Jury dürfte insbesondere gefallen haben, auf welchem niedrigen Unterhaltungs-Klamauk-Niveau sich diese Show bewegt, und die Teilnehmer all das machen lässt, was sich unter den Begriffen „eklig“, „verabscheuungswürdig“, „widerwärtig“ und „primitiv“ zusammenfassen lässt.

Hoden und Schweinesperma
Nicht jeder würde sich ja trauen, Hoden zu verspeisen oder Schweine-Sperma zu schlucken. Das ist schon eine Mutprobe, eine Selbstüberwindung, die Anerkennung abnötigt, und die Zuschauer bei Laune hält.

Das einzige, was ich bisher noch nicht sah, ist Sex mit Tieren. Aber das lässt sich in den nächsten Folgen bestimmt noch einbauen.

Umrahmt werden diese (un)menschlichen Herausforderungen von einer exotischen Umgebung, und ausgefüllt mit den geistlosen Sprechblasen (Schein-) Prominenter.
Aber die deutsche Volksgemeinschaft hat sich mittlerweile daran gewöhnt, wie der Grimme-Direktor Uwe Kammann völlig zutreffend feststellte:

Anfangs galt die Show als prollig und ekelerregend. Man musste sich erst daran gewöhnen, weil es so etwas bisher nicht gab. Das hat sich jetzt gelegt.

und weiter:

das Dschungelcamp ist die letzte Form des (aufregend perversen) Lagerfeuerfernsehens….eine besondere Unterhaltung..

Auch Schamlos-Charlotte
Aber meine gestrige Begeisterung wollte schier kein Ende nehmen, als ich ausserdem von der Grimme Preis-Nominierung der (Schamlos-) Buchschreiberin Charlotte Roche für ihre Sendung mit Jan Böhmermann hörte.

Ihre beiden Bücher, Stossgebiete und Feuchte Liebe, aus dem Reich der literarischen Sumpfblüten habe ich verschlungen, und dabei manches entdeckt, was ich noch nicht kannte. Dazu gehörte auch der gemeinsame Bordellbesuch mit dem/der Ehemann/frau

Ich halte diese Bücher für literarische Kostbarkeiten, nein, Jahrhundertwerke, und ich wäre keineswegs überrascht, wenn diese Dame eines Tages mit dem Literatur-Nobelpreis geehrt wird..

Ihre Talk-Sendung mit diesem Jan Böhmermann hat doch gezeigt, wie man eine Talkshow inhaltlich auf Null-Niveau setzen, und trotzdem immer noch anspruchslose Gemüter erheitern kann.

Vorsicht!
Allerdings sollte in der weiteren Diskussion darauf geachtet werden, dass kein Bezug zur Person Adolf Grimme hergestellt wird, nach dem der Preis ja benannt ist.


Adolf Grimme (rechts) im Jahre 1932 mit dem preussischen Ministerpräsidenten Otto Braun.

Bösartige Zungen würden dann behaupten, dass dieser Widerstandskämpfer gegen den Faschismus, Christ und sozialdemokratische Politiker, den die Briten 1945 aus dem Zuchthaus Hamburg-Fuhlsbüttel befreiten, wegen dieser Preiskandidaten sich noch im Grabe herumdrehen würde.

Denn, so würden diese Herrschaften argumentieren, dies ist sicherlich nicht der Typ Fernsehen, der diesem ehemaligen Generaldirektor des NWDR wohl vorgeschwebt hat, und von dem der Spruch stammt:

Sozialisten können Christen sein. Christen müssen Sozialisten sein.

Macht nichts, die Zeiten ändern sich, und wir uns mit ihnen.

Mit freundlichen Grüssen

Ein aufmerksamer Fernsehzuschauer ,
Liebhaber von Unterschichten-Klamauksendungen

Zum Dschungelcamp
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Zu Charlotte Roche
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