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Der Fall des Mossad-Spions Ben Zygier weitet sich zum Skandal aus – auch in Australien

Dr. Alexander von Paleske 15.2. 2013 — Der Fall des Mossad-Spions Ben Zygier weitete sich immer mehr zu einem Riesenskandal aus, nicht nur in Israel, sondern auch in Australien.

Dabei geht es um folgende Bereiche:

– Der Umfang an Information über die Verhaftung Zygiers seitens Israels an sein Heimatland Australien.

– Die anfänglichen Unwahrheiten seitens des australischen Aussenministers Bob Carr

– Die näheren Umstände des Todes Zygiers trotz 24 Stunden-Videoüberwachung in einer angeblich selbstmordsicheren Zelle

– Die Druckmittel der israelischen Behörden gegenüber Zygier, um zu einem Geständnis zu gelangen. Druckmittel, die wiederum mitverantwortlich für den Selbstmord gewesen sein könnten.

– Schliesslich die Umstände der Verhaftung: wurde Zygier in Israel verhaftet, oder unter Verletzung internationalen Recht, wie in einigen Medien berichtet, in einem fremden Staat gekidnappt und nach Israel verbracht?

Beginnen wir in Australien
Dort ist mittlerweile eine Auseinandersetzung darüber entbrannt, was das australische Aussenministerium von der Verhaftung wusste, wann es etwas wusste, und warum es seinen konsularischen Pflichten, also einem Besuch im Gefängnis, nicht nachkam.


THE AGE 15.2. 2013

Offenbar war, entgegen den ersten Statements des Aussenministers Carr gegenüber der der australischen Rundfunkanstalt ABC, die mehr einem Cover Up dienten, die australische Regierung seinerzeit nicht über normale diplomatische Kanäle, aber über den australischen Geheimdienst ASIO informiert worden, der wiederum die Info vom israelischen Inlandsgeheimdienst Shin Bet erhielt.


Australischer Ausssenminister Bob Carr …….Cover up
Screenshot: Dr. v. Paleske

Zwar besass Ben Zygier auch die israelische Staatsangehörigkeit, aber das entbindet nach Auffassung führender australischer Rechtsexperten die australische Regierung keineswegs von ihren konsularischen Verpflichtungen, wozu selbstverständlich auch ein Besuch im Gefängnis gehört hätte. Aber nichts dergleichen geschah.

Zur gleichen Zeit
Etwa zur gleichen Zeit kam es auch zu einer diplomatischen Auseinandersetzung zwischen den Regierungen Israels und Australiens: Es stellte sich nämlich heraus, dass auch offenbar gefälschte australische Pässe bei der Einreise von Mossad-Agenten in Dubai benutzt wurden. Agenten, die dort den Hamas-Waffenbeschaffer Mahmoud el-Mabouh im Januar 2010 ermordeten.

Möglicherweise war Zygier selbst an der Ermordung beteiligt, wie von einigen Medien berichtet.

Die australische Regierung, damals unter Premier Kevin Rudd, legte scharfen Protest gegen den Passmissbrauch ein, und ordnete als eine Art Vergeltung die Ausweisung eines israelischen Diplomaten an, eines Mossad-Mitarbeiters.
Mehr noch: der Name des Mossad-Mannes, Eli Elkoubi, wurde der Presse mitgeteilt, was diesen für zukünftige Einsätze disqualifizierte.

Fragen in Israel
In Israel stellen sich derweil bohrende Fragen nach der mangelnden Überwachung des Häftlings, der ganz offenbar mit Drohungen unter Druck gesetzt worden war, um ein Geständnis zu erhalten.

Neben einer langen Gefängnisstrafe wurde ihm auch in Aussicht gestellt, de facto von seiner Familie mangels Besuchsmöglichkeit für so gut wie immer getrennt zu sein.

Derweil gehen die Vermutungen weiter, ob er tatsächlich, und in welchem Umfang, Staatsgeheimnisse weitergegeben hat, oder aber kurz davor stand.


THE AGE 15.2.2013

Was sich jedoch bereits jetzt herausstellt, ist wieder einmal die Verhöhnung des Rechtsstaats – gegenüber Palästinensern sowieso an der Tagesordnung, einschliesslich des Einsatzes von Todesschwadronen der Armee – auch gegenüber Israelis selbst, soweit sie als Verräter angesehen werden.

Mr. X – Der Mossad-Spion, der aus Australien kam

2 Gedanken zu “Der Fall des Mossad-Spions Ben Zygier weitet sich zum Skandal aus – auch in Australien

  1. Suizid? In allen Gazetten ist die Rede vom Selbstmord des Gefangenen X, aber welche Art von Suizid, darüber wird kein Wort verloren. Hat er sich erhängt? Dazu benötigte er etwas ähnliches wie einen Strick und einen Haken unter der Decke. Beides kann in einer solchen Sicherheitsverwahrung so gut wie ausgeschlossen werden.

    Hat er sich die Pulse geöffnet? Dazu wäre eine Klinge notwendig. In einer Zelle mit rund um die Uhr- Überwachung ein absurder Gedanke.

    Wurde er das Opfer ein Intoxikation? Hat sein Anwalt ihm vielleicht sogar die ‚finale Pille‘ zugeschmuggelt? Klingt auch nicht sehr wahrscheinlich, denn der wurde vorher natürlich durchsucht und sein Treffen mit Mr. X durch Kameras überwacht.

    Wie auch immer man es dreht und wendet, der unschöne Odeur bleibt.

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