SATIRE

Kretschmann 21 zur Bahnhofsfrage Stuttgart

Dr. Alexander von Paleske — 5.3. 2013 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Winfried Kretschmann
Obergrüner
Landesvater Baden-Württembergs
Bahnhofsstrasse 1
Stuttgart

Liebes Grünes Wahlvölkchen,

Stuttgart 21 ist heute – trotz Kostenexplosion – im Bahn-Aufsichtsrat durchgedrückt worden. Aber anstatt diese Leute nun anzugreifen, bringt das Wochenblättchen STERN in seiner Online Ausgabe heute eine Meldung, die sensationell aufgemacht, aber nichts anderes ist als eine alte Schote ist:

Ein übles Spiel mit grüner Beteiligung
Der neue Tiefbahnhof in Stuttgart wird nicht mehr Züge bewältigen als der alte. Dabei war das genau das Argument mit dem die Bürger geködert wurden. Die grüne Landesregierung wusste das und schwieg

Wir Grüne in der Landesregierung sollen die Wähler also über die Leistungsfähigkeit und die Baukosten von Stuttgart 21 getäuscht haben? So ein Quatsch!

Dazu erkläre ich
Dazu erkläre ich als obergrüner Landesvater:

Stuttgart 21 ist eine Realität, die wir nur kurzzeitig angezweifelt haben, weil wir dadurch das Wählerwasser auf unsere grüne Mühle leiten konnten.

Das hat ja auch fabelhaft geklappt, ich bin Ministerpäsident, was will man mehr.


Das bin ich: Kretschmann 21

Natürlich hatten wir Grüne uns längst innerlich mit dem Projekt abgefunden. Auch dass die anvisierten Kosten nichts als eine Fata Morgana waren.

Allerdings ist es lächerlich, wenn der STERN heute berichtet, die Endkosten würden schliesslich bis zum Eröffnungstage möglicherweise bis auf 20 Milliarden Euro steigen.

Maximale Obergrenze
Wir Grüne haben uns innerlich vielmehr auf eine maximal akzeptable Kostenobergrenze von 19,5 Milliarden Euro eingestellt.

Auch ist es lächerlich, wenn nun der STERN, davon redet, die Fertigstellung sei nach Ansicht von Fachleuten erst 2025 erwartbar.

Wir Grüne rechnen vielmehr erst mit einer Fertigstellung im Jahre 2030, weil wir, um den Volkszorn zu mindern, die Bauarbeiten einfach verlangsamen und so anfallenden Baukosten strecken.

Im übrigen möchte ich noch anmerken: der STERN hat bis heute nicht begriffen, dass durch Schweigen denknotwendig keine Lügen fabriziert werden können. Schweigen ist bekanntlich Gold, wenn es um so heikle Fragen geht, denen wir Grüne nur allzu gern ausweichen.

Wahlkampftaktik erforderlich
Natürlich wird meine Regierung sich auch weiter an den Baukosten beteiligen, aber bis zur Bundestagswahl werden wir uns wahlkampftaktisch zieren, und ordentlich Schaum schlagen.

Stuttgart 21 muss zum Waterloo für die Merkel werden. Mit ein paar grün-angehauchten Reformvorstellungen lassen sich nun einmal die Wahlen gegen Mutti nicht gewinnen.

Nach den Bundestagswahlen werden wir dann den schwäbischen Staatssäckel öffnen. Diesen Vorgang werden wir den Wählern als verantwortungsvolles Staatshandeln verkaufen. Grossartig.

Bahn muss sparen
Selbstverständlich muss auch die Bahn, neben dem Bund, ordentlich die Bahnhofs-Baugrube mit Dukaten füllen. Aber das lässt sich durch Lohnkürzungen bei den unteren Lohngruppen, Streckenstillegungen und Fahrpreiserhöhungen problemlos bewerkstelligen.

Natürlich widerspricht das prinzipiell einigen grünen Parolen, aber wir sind eine Mittelschichts-Partei, und keine Arbeitnehmerpartei oder gar Arbeitslosen-Partei, wie wir seinerzeit bei der Verabschiedung von Hartz IV und der Agenda 2010 des Gasprom-Schröder ja deutlich gezeigt haben.
Ich erinnere an die damalige Stellungnahme unserer theologisch (teil-)gebildeten Frontfrau Katrin Göring-Eckardt:

„Hartz 4 erfüllt wichtige grüne Forderungen, die das Arbeitslosengeld II zu einem Schritt in Richtung Grundsicherung machen. Mit der Zusammenlegung der Arbeitslosenhilfe und der Sozialhilfe wird eine aktivierende Grundsicherung geschaffen, die das soziokulturelle Existenzminimum sichert und die Aufnahme von Erwerbstätigkeit fördert.“

Nur gelegentlich – vor Wahlen – ziehen wir uns ein sozial gefärbtes Mäntelchen an.

Heimat von Opportunisten
Wir Grüne sind schliesslich auch noch Heimat für Opportunisten vom Schlage eines Joseph Martin (Joschka) Fischer, der vom gewalttätigen Putzgruppler und Radauparlamentarier über den GröDAAZ nun zum Industrie-Klinkenputzer mutierte, oder für den Obergrünen Trittin, der an der Demokratie-verhöhnenden Geheimkonferenz Bilderberg teilnahm, und für kritischen Investigativ-Journalismus die griffige Formulierung „Schweinejournalismus“ erfand.

Vielseitig und staatstragend
Wir Grüne sind eben vielseitig, staatragend, verantwortungsbewusst und hochflexibel.

An Prinzipien lassen wir uns jedoch nicht wie mit Pattex festkleben.

Grün hat Zukunft, und in Baden-Württemberg lässt sich heute schon sagen:

Grün macht Zukunft.

Deutschland, wir Grüne kommen, Stuttgart 25, äh ich meine 21, wird kommen.

Ich, der Winfried 21, bleibe was ich bin: Landesvater im Schwabenländle

Herzlichst
Gez. Winfried Kretschmann

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