SATIRE

BILD-Diekmann: Grüsse aus dem Silikon-Tal, und warum ich Minister Rösler so heftig umarmt habe

Dr. Alexander von Paleske — 24.5. 2013 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Kai Diekmann
Chefredakteur BILD-Zeitung
z.Zt. Sabbatical
Silicon Valley
Kalifornien
USA

Guten Morgen liebe BILD-Volksgemeinschaft,

ich melde mich heute vom Silikon-Tal, der Internet Talent- und StartUp-Schmiede wo ich gerade einen Sabbatical, eine Art Entziehungskur absolviere.

Nein, nicht vom Alkohol, sondern von der Druckerschwärze. Denn um die Printmedien des Hauses Springer (BILD, Welt, Welt am Sonntag, Hör Zu, Hamburger Abendblatt etc.)sieht es wirklich finster aus.

Insbesondere die Auflage des Revolverblättchens BILD fällt und fällt und fällt wegen des abnehmenden Suchtpotentials in der Deutschen Volksgemeinschaft.


Auflage von BILD und BILD am Sonntag

Ja, BILD muss süchtig, machen, wie ich seinerzeit erklärte, und das gelingt leider immer weniger.

Suchtkranke wandern ab
Stattdessen wandern die bisher BILD-Suchtkranken ins Internet ab. Da sind wir zwar bereits gut mit BILD.de vertreten, aber damit lässt sich bei weitem nicht so viel Geld verdienen, wie mit der Printausgabe.

Pläne, wie z.B. die BILD kostenlos abzugeben, wie der Evening Standard in London, haben wir verworfen. Das wäre nichts als eine unrentable Zwischenlösung. Denn letztlich hat es sich bei den Tageszeitungen ausgeprintet.

Mit Volldampf ins Netz
Wir marschieren deshalb mit Volldampf ins Netz. Ich habe mich bereits mit meinem Outfit darauf vorbereitet, indem ich mir die Visage eines Nerds zugelegt habe.


Bild-Kai

Im Internet entwickeln wir unsere Springer-Medien zu Suchtmaschinen wie BILD.de , aber in Zukunft nur gegen Bezahlung. Ausserdem haben wir uns dort bereits mit Anzeigen-Internetfirmen gut positioniert.
.
An der Kostenschranke vor dem Eintritt in die BILD.de-Erlebnis- und Aufmischwelt führt aber kein Weg vorbei.

Das ist mit der Deutschen Volksgemeinschaft nicht ganz einfach, weil die getreu dem Motto „Geiz ist geil“ alles zum Nulltarif haben will. Unsere Aufgabe wird es sein, der BILD-Volksgemeinschaft zu erklären, dass Geilheit, äh, ich meine die geile BILD und Geiz inkompatibel sind.

Strategie für die Springer-Medien
Deshalb haben wir folgende Strategie beschlossen:

1. Wir fangen mit Groschenbeträgen bei den Apps an, um, wie bei Suchtmitteln, erst einmal die Nutzer von diesem Stoff abhängig zu machen. Dann steigern wir den Sucht-Eintrittspreis

2. Wir bringen bereits vorgestern die Nachrichten von übermorgen. Dabei gehen wir zweigleisig vor: Einmal über die Millionen BILD-Späher mit ihren Vado-Cameras, und dann unsere 500 hochprofessionellen BILD-Reporter, denen journalistische Ethik ganz besonders am Herzen liegt..


500 BILD-Reporter – Ein Versprechen: Wir holen alles für Sie raus (ausser der Wahrheit)

Des weiteren über Maschinen, die aus wenigen Mosaikstückchen bereits ein Zukunfstbild erstellen können, ähnlich wie bei der Wettervorhersage, aber wesentlich genauer.

Wahrsager vom Schlage einer Ina Hetzel, von Böswilligen seinerzeit als „alte Vettel“ bezeichnet, die Axel Springer, unserem geliebten Gründungsvater und verstorbenem Ehemann der Elfriede Schalom, die Zukunft (falsch) voraussagte, brauchen wir hingegen nicht, selbst wenn EU-Kommissare wie diese Neelie Kroes gleich fünf an der Zahl konsultierte.

EU-Kommissarin Neelie Kroes…. bis zu fünf Wahrsager (Astrologen) konsultiert.

3. Dann gehen wir so vor, dass viele unserer Prophezeiungen sich dank unserer hochprofessionellen Meinungskampagnen von selbst bestätigen.

4. Ausserdem werden wir die Zahl der Meinungsaufzüge, mit denen wir Prominente herauf und herunter transportieren auf mindestens drei erhöhen.

5. Hauptsuchtmittel bleiben natürlich neben den Promigeschichtchen „SEX and Crime“.

Minister Rösler im BILD-Aufzug
Zur Zeit fahren wir den F.D.P.-Minister Rösler mit dem BILD-Aufzug nach oben. Ich habe ihn den „coolsten Politiker“ der Nation getauft, und ihn damit in der öffentlichen Meinung wieder etwas aufgepäppelt.

Als ich dann im Silikon-Tal – nicht ganz zufällig – auf ihn traf, habe ich ihn mit (geheuchelter) Freude wie einen alten Freund umarmt.


STERN vom 22.5. 2013

Ich, der BILD-Kai, habe aber keine echten Freunde unter den Politikern, meine wirklichen Freunde sind mein Schäferhund, und der „Kettenhund“ BILD.

Umarmungskritik lächerlich
Die Kritik an meiner Judas-Umarmung im STERN, ist einfach erbärmlich. Der Artikel ist auch noch von einer Laura Höllen- äh, ich meine Himmelreich verfasst, die seinerzeit die Tanzkarte des FDP-Brüderle zurückgewiesen, und das dann auch noch im STERN breitgetreten hatte.

Merkel muss Kanzlerin bleiben
Unser Ziel ist und bleibt: die Merkel, enge Freundin, unserer Grossaktionärin Elfriede Schalom, im Amt zu halten, koste es, was es wolle, und dazu muss die F.D.P über die 5% Hürde gehievt werden.

Nach den Wahlen wird dieser Rösler wieder mit dem BILD-Lift fahren – abwärts versteht sich.

Für die Wiederwahl von Merkel kämpft BILD auch mit Franz Josef Post von Wagner, unserem Chefkolumnisten, z.B. am 12.5. 2013


Angela Merkel wurde in ihrer Mädchenzeit so oft fotografiert, weil sie die Klassenbeste war. Abiturnote 1,0. Siegerin von Russisch- und Mathe-Olympiaden.
Angela ist auf den Fotos kein politisches Mädchen. Sie ist ein Mädchen mit einer Clique. Sie feiert Feten (auf Westdeutsch: Partys), sie trinken Kirsch-Whisky …. . Ich mag die Mädchen-Fotos von Angela Merkel. Ihre Schulkameraden sagen, dass sie alle abschreiben ließ.
Ich mag das Mädchen.

.
Ich sage erst einmal Tschüss für heute

Euer BILD-Kai

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