SATIRE

Wir Tiere wollen in den Bundestag

Dr. Alexander von Paleske 21.6. 2013 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Bello, HMdB
Berlin

Betr. Unterbringungsrecht für Hunde und andere Tiere im Bundestag

Guten Tag Deutsche Parlamentarier,

guten Tag Tierfreunde nah und fern,

guten Tag liebe Tiere,

mein Name ist Bello, ich bin ein Hund. Nicht irgendein Hund, sondern der Hund einer Bundestagsabgeordneten. Daher meine Bezeichnung „Hund eines Mitglieds des deutschen Bundestages“ (HMdB).


Bello, HMdB

Kämpfen für Anwesenheitsrecht
Mein Frauchen, ich, und eine ganze Reihe anderer Bundestagsabgeordneter der Grünen und der SPD kämpfen jetzt zusammen dafür, dass auch wir Hunde, aber auch Katzen, Wellensittiche, Kanarienvögel, Meerschweinchen, Hamster, Hasen und Papageien ihre Halter in den Bundestag begleiten dürfen.

Die Gründe dafür liegen klar auf der Hand, wie nicht nur mein Frauchen und ich finden:
Wir sind eine enorme emotionale Stütze, gerade dann wenn unseren Haltern wieder mal zum Heulen zu Mute ist, so wie neulich dieser Peer Fettnapf-Steinbrück, der seine Tränen nicht zurückhalten konnte.

Gegenseitige Stärkung
Und da die Bundestagssitzungen ja oftmals lang und langweilig sind, könnten nach meiner Bundestagszulassung wir uns zwischendurch sehen und uns gegenseitig emotional stärken.
.
Auch wären wir den ganzen Tag nicht alleine irgendwo in einer Wohnung oder Käfig eingesperrt, sondern könnten parteiübergreifende Freundschaften schliessen, die unsere Herrchen und Frauchen wegen des Fraktionszwanges oder schwerwiegender politischer Differenzen gar nicht schliessen können.

Verstoss gegen das Gleichheitsgebot
Bisher haben ja nur die Blindenhunde Zutritt zum Bundestag. Aber unter den Bundestagsabgeordneten gibt es so viele Teilblinde (Sozialblinde, Wirtschaftsblinde, Rechtsblinde, Verfassungsblinde), dass es ein grober Verstoss gegen das Gleichheitsgebot (Artikel 3 des Grundgesetzes) wäre, nur den Hunden Totalblinder Zugang zu gewähren.

Grenze fliessend
Ausserdem ist ja heute schon die Grenze zwischen uns Tieren und den Parlamentariern in ihrem Verhalten fliessend.

Ich brauche nur daran zu erinnern, wie viele Abgeordnete ihre Parteilinie wie Papageien nachplappern, oder sogar so laut schimpfen, dass man das glatt mit Hundebellen verwechseln könnte.
Einige führen sich regelrecht tierisch auf.

Oftmals werden wir Tiere auch noch auch noch von Tierblinden in den Dreck gezogen, wie es dieser Jürgen Trittin mit dem „Schweinejournalismus“ machte.

Nein, unsere Anwesenheit würde rundum zu einer enormen Bereicherung führen.
Die paar Tierpfleger, die für unsere Tieraufenthaltsräume bereitgestellt würden, fallen finanziell angesichts der Bankenrettungs-Milliarden überhaupt nicht ins Gewicht. Und wir Hunde und Katzen würden uns selbst mit den Essensresten aus der Abgeordnetenkantine zufrieden geben, also Bescheidenheit demonstrieren, die sich oft nicht bei den Abgeordneten finden lässt.

Insofern könnte sich da manch ein Parlamentarier ein Beispiel an uns nehmen.

Kurzum, wir gehören in den Bundestag.

Wau Wau

Bello, HMdB

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