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Überwacht: 600 Millionen „Communications“ – pro Tag

Dr. Alexander von Paleske —– 22.6. 2013 —–
Es ist nahezu unfassbar, was die britische Zeitung Guardian aufgrund von Informationen des Ex- US-National Security Agency (NSA) Mitarbeiters Edward Snowden heute berichtete:


Screenshot: Dr. v. Paleske

Das britische Government Communications Headquarter (GCHQ) scannte jeden Tag bis zu 600 Millionen Communications.


GCHQ ….. 600 Millionen Communications täglich
Screenshot: Dr. v. Paleske

Also von E-mails über SMS, Instant Messages, Telefon und Skype alles, was an Informationen über die nationalen und internationalen Glasfaserkabel lief.

Karte siehe hier

Und, wie praktisch, man sass ja an einer günstigen Stelle, denn viele dieser Unterwasserkabel gehen im Vereinigten Königreich „an Land“.Ein Knotenpunkt im internationalen Datenverkehr also.

Vorbei sind längst die Zeiten, wo ein Knacken in der Telefonleitung anzeigte, dass hier jemand mithörte, und wo man einen Beamten zum Abhören einer Telefonleitung brauchte.

Natürlich wurde mit freundlicher Unterstützung der US National Security Agency gescannt, und natürlich liess man diese Datenströme nicht nur an sich vorbeiziehen, man speicherte auch ordentlich.

Codename Tempora
Das Ganze lief unter dem Codenamen „Tempora“

Die gesetzlichen Grundlagen hatte die konservative Regierung des Vereinigten Königreichs im Jahre 2012 geschaffen.

Ein früherer Gesetzesvorstoss der Labour-Regierung war seinerzeit gescheitert – auch am Widerstand der Konservativen, die ihn wieder einbrachten.

Nicht nur Terroristen
Die Frage, die sich hier stellt, ist ganz einfach: Ging es hier um eine Überwachung, um mögliche Terroristen oder Schwerkriminelle herauszufischen, wie bei einer Rasterfahndung, oder ging und geht es weit darüber hinaus um massive Eingriffe in die Privatsphäre möglichst vieler Bürger des eigenen Landes, und weit darüber hinaus.

Angesichts der unvorstellbaren Datenmenge, gescannt aber auch gespeichert, geht es hier um letzteres: Um Totalüberwachung und mehr noch, um Profiling, um die Herstellung möglichst vieler Personen-Profile.

Der Zugang zu Google und sozialen Netzwerken wie Facebook ist zwar dafür sehr nützlich, aber keineswegs ausreichend für eine Totalerfassung, und vor allem auch Kategorisierung.

Jedermann
Über jeden Bürger, der sich irgendwie kommunikativ betätigt, und das tut ja eigentlich jeder, auch wenn er selbst nicht im Internet aktiv ist, lässt sich mit ausreichenden Daten nicht etwa nur ein Bewegungsprofil, also wo er sich jeweils aufhält, oder ein Netzprofil, also mit wem er in Kontakt tritt, sondern ein Persönlichkeitsprofil erstellen, dass tagtäglich angepasst, komplettiert und vertieft werden kann: Es ist der gläserne Mensch in einem bisher unvorstellbaren Ausmass.

Das ermöglicht natürlich auch weitergehend die Einordnung in bestimmte Kategorien, Gesellschafts-Schubladen. Eine unvorstellbare Karteikartensammlung, wenn man so will, die jederzeit für einen bestimmten Personenkreis zugänglich ist: Z.B. bei Bewerbungen, Rasterfahndungen, Razzien, darauf aufgebauten gezielten Überwachungen u.s.w.

Eine Gesamtbevölkerung wird unter Generalverdacht gestellt, und entsprechend „erkennungsdienstlich“ behandelt.

Man muss Edward Snowden dankbar sein, dass er dies publik gemacht hat, denn erst dieses Wissen ermöglicht es, den Kampf gegen diesen Regierungs- Daten-Kraken mit seinem täglichen Eindringen in die Privatsphäre der Bürger aufzunehmen.


Edward Snowden Screenshot: Dr. v. Paleske

Auch wenn die Politiker in Deutschland sich überrascht zeigen, von „Neuland“ schwafeln, wie die Bundeskanzlerin: es ist zu bezweifeln, dass sie nichts von alledem wussten, zumal die Abteilung Internetüberwachung des Bundesnachrichtendienstes gerade mit hohen Millionenbeträgen aufgerüstet wird.

Zum BND
Libyen: Rebellenkommandeur beschuldigt Bundesnachrichtendeinst (BND) an Folterbefragungen beteiligt gewesen zu sein

Mail an BND-Noch-Präsident Ernst Uhrlau
Brief an BND-Präsident Ernst Uhrlau: Klären Sie einen Skandal auf!
BND-Chef Ernst Uhrlau schreibt an Bundeskanzlerin Angela Merkel

Ein Gedanke zu “Überwacht: 600 Millionen „Communications“ – pro Tag

  1. Keine Verschwörungstheorien Auf den sogenannten Verschwörerseiten und bei Insidern, aber auch bei Sicherheitsorientierten in IT Kreisen längst ein Thema. Alles was machbar ist wir gemacht und taugt es für Mitlitärs um so besser. Auch die Verschlüsselungsfirmen, praktisch alles unter Mutters Wallholz und ihrer etwas doch gross geratenen Tochter.

    Auch Banken und anderer Finanzverkehr sind doch seit Jahren triffende Lecks. Und trotzdem werden Verwaltungsarbeiten von Kontendaten in günstigere Länder verlegt, ohne dass ich nun einen Namen erwähnte.

    Die oberste Stelle des Internet ist die ICANN sie untersteht dem US Wirtschaftdepartement. Rein theoretisch könnte sie einige der DNS Root Server derart manipulieren od. auch abstellen. Kaum auszudenken wie die Welt Morgen ohne Datenverbindungen dastehen würde.

    Der planetare Wahnsinn hat System, aber die Sensibilität der Erkennung und Wahrnehmung ist wohl eher eine Talenfrage.

    Liken

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