vermischtes

Vatikanbank: der nächste Skandal im „Rattennest“

Dr. Alexander von Paleske — 22.7. 2013 — Der neue Papst Franziskus I versprach bei seinem Amtsantritt aufzuräumen, gerade auch in der Vatikanbank.

Statt Aufräumen neue Skandale
Von Aufräumen kann bis jetzt jedoch keine Rede sein. Der Sumpf von Skandalen, in dem die Bank mit dem hochtrabenden Namen „Institut für religiöse Werke“ (IOR) versunken ist, und zu dem auch Morde, Unterstützung der kriminellen rechtsradikalen Loge P2, Geldwäsche für die Mafia und Grossbetrug gehörten, sollte nun endlich trockengelegt werden – nach Jahrzehnten.

Der erste Versuch bereits im Jahre 1978 schlug fehl, weil Papst Johannes Paul I schon nach 33 Tagen Amtszeit verstarb. An seinem Todestag hatte er noch verfügt, dass der Grossgangster in der Vatikanbank, Erzbischof Paul Casimir Marcinkus, sofort abgelöst werden müsse. Mit seinem Tod war die Anordnung hinfällig. Der Nachfolger, Papst Johannes Paul II, liess Marcinkus im Amt und damit alles beim Alten.


Vatikan ……..keinen guten Kaffee und keine Ehrlichkeit

Sein Nachfolger, Benedikt XVI, resignierte angesichts der mafiösen Zustande innerhalb und ausserhalb der Vatikanbank, insbesondere angesichts von Seilschaften, die sich jeder Änderung hartnäckig widersetzten.

Statt Reinemachen: Dreckwäsche
Nun versprach der neue Papst aus Argentinien erneut ein Grossreinemachen. Aber statt dem Reinemachen wurden zwei neue Pakete Dreckwäsche angespült.

Zunächst flog auf, dass der Prälat der päpstlichen Vermögensverwaltung, Monsignore Nunzio Scarano, 20 Millionen Euro in bar von einer schweizer Bank abheben lassen wollte, um sie vermutlich an die napolitanische Mafia weiterzuleiten, wir berichteten darüber.

Dann entpuppte sich der als Reiniger vom neuen Papst Franziskus am 15 Juni 2013 berufene Monsignore Battista Ricca als weiterer Skandalfall.

Battista Ricca (li) und Papst Franziskus (re) ….von Seilschaften geleimt?

Personeller Fehlgriff
Ricca, italienischer Priester und ehemaliger Diplomat des Vatikan, sollte die Oberaufsicht über das Direktorium der Vatikanbank, und über eine fünfköpfige Kardinalskommission führen, und als „Auge des Papstes“ ihm direkt berichten.

Ein schlimmer personeller Fehlgriff – jedenfalls aus der Denk- und Sichtweise der katholischen Kirche.
Battista Ricca trug ein nämlich einen für katholische Verhältnisse unerquicklichen Rucksack mit sich herum, dessen Inhalt entweder fahrlässig dem Papst nicht mitgeteilt worden war, oder vielmehr ganz bewusst unterschlagen wurde..

Der Reinigungs-Aufseher ist schwul, was gesellschaftlich gesehen, Gott sei Dank, in der aufgeklärten Zivilisation kein Problem mehr ist, wohl aber in der katholischen Kirche, die Homosexualität verdammt, allerdings ebenso deren Diskriminierung und Verfolgung.

Nicht nur ist Ricca schwul, er lebte dies auch offen aus. Gesellschaftlich gesehen jedermanns Privatangelegenheit, nicht jedoch für Amtsträger der katholischen Kirche.

Seilschaften in Aktion
Offenbar hatten aber im Vatikan bestimmte Seilschaften ein Interesse daran, diesen Herrn dorthin zu lotsen, denn nun war der Rucksackträger dank des Inhalts des Rucksacks erpressbar geworden. Wie schön. Und wenn nicht erpressbar, so doch in seinem Durchsetzungsvermögen behindert.

Das kann dann wieder zum Überlebensvorteil einiger Vatikanbediensteter führen, deren sich schon Benedikt der XVI vergeblich zu entledigen versucht hatte.

Ausserdem fällt die Fehl-Entscheidung für Ricca auf den Papst selbst zurück, und schwächst dessen Position, indem seine Urteilsfähigkeit bezweifelt wird.
Wie sagte doch schon der Reformpapst Johannes Paul I:

„Im Vatikan kann man alles bekommen, nur keine Ehrlichkeit und keine gute Tasse Kaffee“.

Er vergass offenbar hinzuzusetzen: Eine halbwegs anständige Vatikanbank und loyale Mitarbeiter.


Neuer Finanzskandal im Vatikan – oder: „Die ich rief die Geister, werd ich nun nicht los“


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