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Vom Freiheitskämpfer und bewunderten Staatsmann zum Staatsterroristen: Ruandas Präsident Paul Kagame lässt seine Opponenten ermorden

Dr. Alexander von Paleske— 5.1. 2014 —-
Ex US-Präsident Bill Clinton nannte ihn:

„One of he greatest leaders of our times”

Der britische Ex- Premier Tony Blair nannte ihn:

„A visionary leader“

und lieh sich von diesem „Visionär“ die äusserst komfortable Präsidentenmaschine gerne aus.

Auch deutsche Besucher willkommen
Der ehemalige deutsche Aussenminister Joseph Martin (Joschka) Fischer liess es sich nicht nehmen, auf dem Rückweg von Südafrika im Jahre 2004 dort Station zu machen, und mit dem Präsidenten Kagame Menschenaffen im Nationalpark zu besuchen, von denen ein Teil auch noch aus dem Virunga Nationalpark im Kongo stammte, gestohlen von ruandischen Truppen während des 2. Kongokrieges von 1998-2003.

Aber auch der ehemalige Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel besuchte ganz selbstverständlich diesen „Vorzeigestaat“ und dessen Präsidenten..

Nichts von alledem
Aber Paul Kagame ist nichts von alledem, weder Visionär noch Weltstaatsmann, war es auch nie, er ist vielmehr einer der schlimmsten Staatsterroristen Afrikas, der sich für lange Zeit erfolgreich das Mäntelchen eines Freiheitskämpfers umhängen konnte, weil er mit seiner Tutsi-Truppe im Jahre 2004 den furchtbaren Völkermord in Ruanda beendete.


Paul Kagame – Staatsterrorist und Darling des WestensScreenshot: Dr. v. Paleske

Kagame lässt vielmehr systematisch seine Opponenten, innerhalb und ausserhalb Ruandas ermorden.

Das vorläufig letzte Opfer ist der ehemalige Geheimdienstchef (1994-2004) Ruandas , Patrick Karegeya (53), der nach seiner Ablösung als Geheimdienstchef zunächst 2004 zum Armeesprecher degradiert, und 2006 von Kagame entlassen worden war.


Ermordet: Patrick Karegeya

Karegeya ging 2010 ins südafrikanische Exil. Am 2. Januar 2014 wurde er in einem Hotelzimmer in Johannesburg tot aufgefunden, erdrosselt. Er hatte in dem Michelangelo-Towers Hotel eingecheckt, um sich mit einem ruandischen Geschäftsmann und angeblichen Opponenten Kagames zu treffen. Stattdessen traf er – allen Umständen nach zu urteilen – auf einen Auftragsmörder Kagames.


STAR (Südafrika) vom 3.1. 2014

Einstmals Freunde
Karegeya und Kagame gingen zusammen zur Schule in Uganda, beide dienten in der ugandischen Armee, bevor sie zusammen den bewaffneten Kampf gegen die damalige Regierung Ruandas aufnahmen. Der blieb jedoch stecken, und kam erst richtig in Gang, als die Maschine mit den Präsidenten Ruandas und Burundis von einer Boden-Luft-Rakete beim Landeanflug auf Kigali abgeschossen worden war. Das Signal zum Massenmord, dem rund 800.000 Tutsis und gemässigte Hutus zum Opfer fielen.

Während es zunächst hiess, dieser Anschlag sei radikalen Hutus zuzuschreiben, gibt es mittlerweile angeblich Hinweise, dass die Präsidentenmaschine, die von zwei französischen Piloten gesteuert wurde, tatsächlich auf Befehl Kagames abgeschossen worden war.

Der französische Richter Marc Trevedic hat mittlerweile ein Ermittlungsverfahren eröffnet, und Karegeya hatte – unaufgefordert – sich als Zeuge zur Verfügung gestellt.

Mehr noch: er war angeblich im Besitz von Dokumenten, die seine Angaben unterfüttern sollten. Im Juli 2013 hatte er in einem Interview mit Radio France International die Anschuldigungen gegen Paul Kagame erhoben.

Karegeya müsste es gewusst haben, was sich 1994 wirklich abgespielt hatte, denn er war ja ruandischer Geheimdienstchef von 1994 – 2004.

Gründung einer Oppositionspartei als Straftatbestand
Im Jahre 2006 gründete er mit anderen hochrangigen Armeeoffizieren , darunter auch der ehemalige Generalstabschef Generalleutnant Kayumba Nyamwasa, die Oppositionspartei Ruandischer Nationalkongress.

Alle Parteigründer wurden daraufhin verhaftet und zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Im Jahre 2010 gingen Karegeya und Nyamwasa ins südafrikanische Exil, und erhielten dort politisches Asyl.

Im Jahre 2011 wurden beide in Abwesenheit wegen „Förderung ethnischer Auseinandersetzungen und Ungehorsam“ in Abwesenheit zu langen Gefängnisstrafen verurteilt..

Reichte nicht
Aber das reichte Kagame offensichtlich nicht:
Auf Nyamwasa wurden 2010 zwei Mordanschläge in Südafrika verübt, die er nur knapp überlebte. Die Polizei verhaftete 10 Verdächtige, darunter ruandische und tansanische Agenten.

Daraufhin begab sich im Jahre 2011 der damalige südafrikanische Geheimdienstchef Moe Shaik mehrere Male zu Gesprächen nach Ruanda, um die Regierung von weiteren Attentaten und Drohungen gegen Exil-Ruander abzuhalten – vergeblich wie sich jetzt wieder zeigt.

Lange Liste von Terrorakten
Aber die Liste des ruandischen Staatsterrorismus ist weit länger und reicht weiter zurück:

Der ehemalige Innenminister Seth Sedashonga, auch er ein Kritiker Kagames, ging ins Exil nach Kenia, wurde dort 1998 ermordet. Zwei Jahre zuvor war ein Mordanschlag gegen ihn gescheitert: Der Auftragsmörder wurde gefasst, es handelte sich um einen Angestellten der ruandischen Botschaft in Kenia.

Das gleiche Schicksal ereilte einen tansanischen Rechtsprofessor, der in einem Prozess wegen des Genozids sich engagiert hatte..

Die Ermordung des ruandischen regierungskritischen Journalisten Leonard Rugambage im Jahre 2011 in Kigali

Die Ermordung des Chefs der oppositionellen Green Party Andre Kagwa Rwisereka am 14.Juli . 2010. Er war mitt einer Machete hingerichtet worden..

Die versuchte Ermordung des Mitglieds der ruandischen Oppositionspartei Ruandischer Nationalkongress, Frank Ntwali in Südafrika, er wurde von einem Auftragsmörder, der sich als Polizist verkleidet hatte, mit 9 Messerstichen schwer verletzt.

Die Ermordung von Charles Ingabire, regimekritischer ruandischer Journalist, mit einem Kopfschuss getötet am 30.11. 2011 in Kampala / Uganda, nachdem er zuvor mehrfach bedroht und zum Schliessen seiner regierungskritischen Online-Plattform aufgefordert worden war.

Die Ermordung von Théogène Turatsinze, ehemaliger Chef der Ruandischen Entwicklungsbank , die offenbar von Mitgliedern der ruandischen Regierungspartei Rwandan Patriotic Front recht unpatriotisch geplündert worden war, und Turatsinze nicht nur davon wusste, sondern das offenbar öffentlich machen wollte. Er wurde im Oktober 2012 in Mozambique ermordet aufgefunden.

2011 förderte eine Untersuchung von Scotland Yard zutage, dass ein ruandischer Auftragsmörder versuchte, nach Grossbritannien einzureisen. Zwei in England lebende Exilruander erhielten daraufhin Warnungen von Scotland Yard, während britische Parlamentarier die britische Regierung aufforderten, die Beziehungen, und damit auch die reichlich fliessende Entwicklungshilfe für Ruanda zu überprüfen.

Schweden und Belgien wiesen 2012 ruandische Diplomaten aus, die Exilrunader ausspionierten, eine Tätigkeit unvereinbar mit ihrem diplomatischen Status.

Ehemalige Leibwächter Kagames berichteten, dass er bereits als Rebellenführer vor 1994 in seiner Rebellentruppe Kritiker an seinem Führungsstils bzw. seinen militärischen Entscheidungen ohne viel Federlesens einen Kopf kürzer machte

Hinzu kommen die Beteiligung Ruandas am zweiten Kongokrieg (1998-2003), der direkt und indirekt rund 5 Millionen Menschen das Leben kostete.

Dann die Aufstellung und logistische Unterstützung von Tutsi Guerillaarmeen, wie die CNDP unter Laurent Nkunda, und die M-23 unter Bosco Ntaganda und dann Sultani Makenga, die Hunderttausende im benachbarten Kongo zu Flüchtlingen machte, um das Ziel Kagames umzusetzen, die Demokratische Republik Kongo (DRC) zu zerschlagen, und den Ostkongo mit seinen reichen Bodenschätzen zu annektieren.

Erst die afrikanische Friedenstruppe mit robustem UN-Mandat und bestens ausgerüstet mit südafrikanischen Angriffs-Hubschaubern, bereitete dem M-23-Spuk kürzlich ein Ende.

Dass der ruandische Präsident nun seine Annexions-Pläne aufgegeben hat, das glauben wohl nur unverbesserliche Optimisten.

Kagame und eine deutsche Tageszeitung
Die deutsche Tageszeitung TAZ mit dem Chef der Auslandsredaktion Dominic Johnson und der Reporterin Schlindwein haben sich mittlerweile als ziemlich kritiklose Unterstützer Kagames entpuppt, insbesondere was die Berichterstattung über Kagames Terror im Ostkongo mit Hilfe seiner Proxy-Rebellentruppe M23 angeht.

Johnson und Schlindwein haben mit ihrer Berichterstattung insoweit keineswegs ein Beispiel für seriösen Journalismus abgeliefert.

Deutschland sollte dringend seine Zahlungen an Ruanda überprüfen.

Zu Ruanda
linkDemokratie bleibt ein Fremdwort in Ruanda.

Zum Ostkongo
Krieg im Ostkongo: Tutsi-Rebellengruppe verjagt – Schlappe für Ruandas Präsident Paul Kagame
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3 Gedanken zu “Vom Freiheitskämpfer und bewunderten Staatsmann zum Staatsterroristen: Ruandas Präsident Paul Kagame lässt seine Opponenten ermorden

  1. seriöse Berichterstattung? Es ist beeindruckend zu lesen, dass Sie schon einen Schuldigen haben, noch bevor die Ermittlungen abgeschlossen sind… Und Sie haben die Dreistigkeit, andere Journalisten unseriöse Berichterstattung vorzuwerfen? Nur weil sie nicht das schreiben, was Sie gerne hätten? Womit begründen Sie bitte IHRE Seriosität?

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    1. Schlindwein & Co Ich schlage vor, Sie lesen sich einmal die Kommentare und Berichte dieser Frau Schlindwein über den Vormarsch der Tutsi-Terrortruppe M-23 genau durch – Frau Schlindwein marschierte mit – , dann bleiben wohl keine Fragen mehr offen. Wenn Sie das als seriösen Journalismus bezeichnen ….nun ja.

      Zu dem letzten Mordfall: es ist das letzte Glied in einer langen Kette von Morden, auf Befehl Kagames ausgeführt. Lesen Sie sich doch bitte auch die Berichte in der englischen Presse durch, die fallen zum Teil noch deutlicher aus. Es ist bedauerlich, dass dies in der deutschen Presse nicht behandelt wird. Ich komme gerade aus Südafrika zurück, dort gibt es kaum noch Zweifel, wer hinter diesem Mord steckt.

      Genug ist genug. Es wird allerhöchste Zeit, dass diesem Präsidenten Kagame endlich die rote Karte gezeigt wird.

      MfG

      Dr. v. Paleske

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    2. Kagane „“ Frau Schlindwein über den Vormarsch der Tutsi-Terrortruppe M-23 genau durch““

      Damit ist dann Alles gesagt, denn etliche dieser Hormon gestörten Frauen trifft man schnell im Ausland, mit Kriminellen unterwegs, oder in der Entwicklungs Politik

      Das Kagane, Nichts mit einer Demokratie im Sinne hat und nur ein weiterer Schlächter von Gnaden des Bill Clinton und der Madeleine Allbright ist ja Nichts Neues

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