Krieg

Wunderbare Freunde in der Ukraine: Klepto-Oligarchen, Ultras und Faschisten

Dr. Alexander von Paleske —– 30.3. 2014 —-
Gestern hat der als „Schokoladenkönig“ titulierte Präsidentschaftskandidat der Ukraine, Petro Poroschenko seinen Hut in den Ring geworfen, Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko zog daraufhin zugunsten Poroschenko seine Kandidatur zurück. Den will Klitschko jetzt im Wahlkampf unterstützen.


Petro Poroschenko ………Hut im Ring

Die Kandidatur Poroschenkos, das ist so, als würde Steuerstraftäter Uli Hoeness seine Absicht bekunden, der nächste Präsident zu werden – nicht von Bayern München, sondern Bundespräsident.

Krimineller Waisenknabe

Hoeness ist dabei ein „krimineller Waisenknabe“, verglichen mit „Schoko-Poro“. Der gehört nämlich zu den fünf grossen ukrainischen Klepto-Oligarchen, die Anfang der 90er Jahre bei der Privatisierung von Staatseigentum in der Ukraine es mit Bestechung, Nötigung und Erpressung schafften, sich Staatseigentum für n‘ Appel und n´ Ei unter den Nagel zu reissen: Durch Bestechung von Staatsbediensteten, notfalls durch Erpressung.

Gleiches spielte sich mit anderen Akteuren darunter Michail Chodorkowski im benachbarten Russland unter Boris Jelzin ab.

Dann durch sanfte oder brutale Gewalt sich lästige Mitbewerber oder geschäftliche Konkurrenten vom Leibe zu halten, und dadurch steinreich zu werden. Genauer gesagt zu Milliardären – US Dollar-Milliardären versteht sich.

Auch die ukrainische Präsidentschaftskandidatin Julija Tymoschenko vediente im Zuge dieser „Raubzüge“ sich redlich- unredlich den Namen „Gasprinzessin“ .


Liste der Oligarchen

Folgende Klepto-Oligarchen sind es, die das wirtschaftliche und politische Leben in der Ukraine bestimmen, und mit ihrer geballten Medienmacht auch noch die öffentliche Meinung in ihrem Sinne versuchen zu beeinflussen.

1. Rinat Akhmetov geschätztes Vermögen aus den 90er „Raubzügen“: 12,6 Milliarden US Dollar, dazu gehören Bergwerke, Elektrizitätserzeugung und Medien.


Rinat Akhmetov

So nebenbei kaufte er sich mit seinem „gestohlenen“ Reichtum im Jahre 2011 auch gleich noch ein Appartement am Hyde Park in London gelegen, für schlappe 225 Millionen US Dollar. Dort traf sich am 7. Dezember 2013 die ukrainische Opposition vor dem Sturz des ukrainischen Präsidenten Viktor Yanukowitsch, um zu beraten, wie es in der Ukraine weitergehen sollte.

2. Dimytro Firtash, Tycoon in Sachen Handel mit Erdgas. Geschätztes („geraubtes“) Vermögen: 2,3 Milliarden US Dollar. Wohltätiger Sponsor der britischen Alt-Universität Cambridge.


Dimytro Firtash

3. Viktor Pinchuk geschätztes Vermögen: 3 Milliarden US Dollar, ebenfalls „Raubzug“-Teilnehmer. Hersteller von Röhren zum Gastransport und Medienbesitzer.


Viktor Pinchuk

4. Oleksandr Yaroslavskyi ebenfalls „Raubzugs“-Multimilliardär und in Gas, Chemie, Banken und Immobilien engagiert.


Oleksandr Yaroslavskyi

5. Schliesslich Schoko-Poro, Petro Poroschenko, Inhaber der Schokoladenfirma Roshen. Vermögen: Rund 1 Milliarde US Dollar.

Pferdewechsel der Oligarchen
Ergebnis des Treffens in der Privatwohnung Akhmetovs im vergangenen Dezember: Verlust der Rückendeckung für Yanukovitsch, dessen Wahlkampf 2010 noch von Akhmetov finanziert worden war.

Die Rückendeckung Poroschenkos hatte Yanukovitsch schon früher verloren.

Und die Oligarchen beliessen es nicht bei Lippenbekenntnissen: Geld floss, und das nicht zu knapp.

Mehr noch: Klepto-Milliardär Viktor Pinchuk stellte Journalisten, die über die Euro- Maydan Demonstrationen berichten wollten, über eines seiner Printmedien ein provisorisches Medien-Center zur Verfügung.

Poroschenko wiederum mischte sich unter die Demonstranten und wandte sich per Mikro an sie mit einer zündenden Rede.

Firtash wiederum unterstützte den Aufstand über seinen Fernsehsender.

Poroschenko will, wie andere Oligarchen auch, im Westen expandieren, und damit die Profite steigern. Schon jetzt kauft die EU von der Ukraine jährlich Waren im Werte von 14 Milliarden Euro. Und mit dem Anschluss an die EU soll es erst so richtig losgehen..

So hofft Schoko-Poro, der neuerdings auch in Ungarn eine Fabrik betreibt, auf eine Exportsteigerung von 40%. Da kann er die Schliessung seiner russischen Fabrik in der vergangenen Woche leicht verschmerzen. Die russische Regierung machte ihm zuvor schon aus politischen Gründen Schwierigkeiten beim Verkauf der Roshen-Schokolade.

So war Präsident Yanukovich mit seiner Weigerung, ein Assoziierungsabkommen mit der EU abzuschliessen, für die Profite der Oligarchen nur ein Hindernis, allerdings eines, das sich beseitigen liess.

Mehr noch: Neun Jahre nach der ersten (orangenen) Revolution, welche die Ukraine näher an Europa heranführte, fielen die Investitionen aus EU-Ländern unter Yanukovitch um die Hälfte, von 15 Milliarden Euro auf 7 Milliarden.

Und während die Oligarchen selbst unter anderem durch massisvste Korruption ihren Reichtum erlangt hatten, war dieses System zur Stabilisierung ihres „Raubes“ eher hinderlich.

Transparency International bezeichnete die Ukraine als eines der korruptesten Länder der Welt.

1000 deutsche Firmen
Und immerhin stehen rund 1000 deutsche Firmen in Geschäftsbeziehungen mit der Ukraine, auch die mögen diese unklaren Verhältnisse eher nicht.

Nun also soll ein Oligarch neuer Präsident werden. Dessen kriminelle Vergangenheit ist für EU-Politiker kein Hinderungsgrund, das zeigte sich schon im Fall des Michail Chodorkowski.

Problematisch könnte allerdings die offen faschistische Rechte werden, die durch die ins Auge gefassten Massenentlassungen im öffentlichen Dienst, die Abwertung der lokalen Währung, und die damit verbundene Inflation, und noch einige weitere „Grausamkeiten“, weiteren Zulauf erhalten dürfte.

Schon jetzt geniessen diese braunen Herrschaften wegen ihres „tapferen“ sprich: gewaltsamen Auftretens gegen die seinerzeitige Staatsmacht einiges Ansehen unter der westukrainischen Bevölkerung.


Gruppen faschistischer Kämpfer in Kiew – Screenshots: Dr. v. Paleske

Währenddessen erwägt Deutschland die Verlegung von Kampfjets in östliche NATO-Länder.

Die Ukraine muss in die EU – mitsamt seiner Oligarchen und Faschisten. Offenbar notfalls durch Ausgrabung des Kriegsbeils.

Geht’s noch?

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