Medizin

World Health Summit in Berlin – ein Kongress schafft sich ab

Dr. Alexander von Paleske —– 14.4. 2014 —-
Als im Oktober 2009 erstmals der mit grossem Getöse veranstalte World Health Summit, der Welt-Gesundheitsgipfel stattfand, da gab es Proteste und Gegenveranstaltungen organisiert von den Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen (NGO´s)

Name eine Anmassung
Schon der Name „World Health Summit“ war und ist eine einzige Anmassung, ein Gipfel der Anmassung sozusagen. Die globalen Probleme im Gesundheitswesen kamen bestenfalls am Rande vor, dafür nebensächliche Themen wie „Raumfahrtmedizin“, wir berichteten darüber.

Grosser Raum wurde den Pharma-Firmen eingeräumt, die auch zu den Hauptsponsoren gehörten.

Das Mantra der jährlichen Veranstaltungen, die letztes Jahr auch noch im Auswärtigen Amt stattfand: Verbesserte Gesundheitsversorgung weltweit durch Zusammenarbeit und offenen Dialog, Bestimmung der Agenda für die Forschung von morgen, und Gesundheitserziehung.

Denkmal für einen Emeritus
Es drängte sich der Eindruck auf, hier wollte der ehemalige Chef der Berliner Charite, Detlev Ganten, sich eine Art Denkmal setzen. Die Auswahl der Themen waren dann auch dementsprechend.

Motto: „Du, die Pharmabranche und die Gesundheit der Welt“.

Leider hatte der Chefredakteur der führenden Medizinzeitung Lancet , Richard Horton, sich für diese Veranstaltung stark gemacht, und durch seine Präsenz versucht, ihr nicht verdientes Gewicht und globale Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Ich habe ihn seinerzeit in einem offenen Brief dafür heftig kritisiert.

Nun musste Richard Horton in einer Stellungnahme in der jüngsten Ausgabe des Lancet vom 5.4. 2014 Seite 1195 einräumen, dass beim World Health Summit letztes Jahr die wissenschaftlichen Vorträge nur schwach besucht, und das Ganze mehr einer Art Betriebsausflug, denn einer ernsthaften wissenschaftlichen Veranstaltung glich.

Im Übrigen hätten die Kongresse nichts Bleibendes bewirkt – wie sollten sie auch.

Mit anderen Worten: der von vorneherein kranke Kongress in Berlin segelt offenbar ins Siechtum.

Die Regionalkongresse des World Health Summit – stark den Regionalveranstaltungen des World Economic Forum nachempfunden – vergangene Woche fand einer in Rio de Janeiro statt – werden wohl noch eine Weile weiterlaufen.

Aber auch sie tragen nichts zur Lösung der drängenden globalen Probleme im Gesundheitsbereich bei, wie wir schon vor einem Jahr anlässlich der Regionalveranstaltung in Singapur kritisierten.

Untaugliche Wiederbelebungsvorschläge
Die von Richard Horton gemachten Vorschläge zur Belebung der Health Summits in Berlin sind kaum geeignet, diesen nutzlosen Veranstaltungen neues Leben einzuhauchen.

Diese Veranstaltungen sind ein Ärgernis, nichts weiter.

Die Presse hatte schon früher bemerkt, dass es sich im Prinzip bestenfalls um heisse Luft handelte und schenkte dieser jährlichen Veranstaltung in Berlin kaum noch Aufmerksamkeit.

Sicherlich kein Fehler.

World Health Summit in Berlin: viel heisse Luft – ohne Bedeutung für die Lösung der globalen Gesundheitsprobleme
Regional World Health Summit Asia – Nichts als ein Etikettenschwindel
World Health Summit in Berlin: Heisse Luft als Antwort auf weltweite Herausforderungen
2. World Health Summit – Ein weiterer Heißluftballon steigt in den Berliner Kongress-Himmel

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