Katastrophen

Ebola in Westafrika – lässt sich die Epidemie überhaupt noch eindämmen?

Dr. Alexander von Paleske —- 8.10. 2014 — Längst ist die Ebola-Epidemie in den drei westafrikanischen Ländern Liberia, Guinea und Sierra Leone ausser Kontrolle, auch dank des Versagens der Weltgesundheitsorganisation WHO, die Lage richtig einzuschätzen und Alarm auszulösen, aber auch dank der bisher bestenfalls tröpfelnden Hilfe des Westens.

Woanders gerne Hilfe geleistet
Während der Westen unter dem Banner „Demokratieexport“ Milliarden in die mit rechtsradikalen Frontkämpfern gesegnete Klepto-Oligarchenkratenrepublik Ukraine schaufelte, und sofort Millionenbeträge für den Krieg im Nahen Osten, einschliesslich Waffenlieferungen, bereitstellte, ist er gleichzeitig unfähig oder unwillig oder beides, in dieser humanitären Katastrophe grosszügig Hilfe zu leisten.

Die Berichte, insbesondere aus Freetown (Sierra Leone) und Monrovia (Liberia) sind apokalyptisch:

– Menschen, die auf der Strasse sterben und liegenbleiben, bis sie schliesslich eingesammelt werden


Einsammeln von Leichen in Freetown – Screenshot: Dr. v. Paleske

– Schwerkranke Patienten, die von Ambulanzen zu Behandlungszentren gebracht werden, wo aber keine Betten mehr frei sind, sie deshalb am Eingang abgeladen und ihrem Schicksal überlassen werden.

Völlig unzureichende Bettenzahl
In allen drei Ländern zusammen standen bisher nur insgesamt 1200 Betten zur Verfügung – eine lächerliche Zahl schon ohne die Ebola-Epidemie, und das Resultat von jahrzehntelangen Bürgerkriegen in Sierra Leone und Liberia, mit einer nahezu totalen Zerstörung der Infrastruktur.

Die Länder befanden sich gerade auf dem Weg einer wirtschaftlichen Erholung, als die Ebola-Epidemie voll zuschlug.

Das medizinische Personal war völlig unzureichend ausgerüstet, um sich selbst zu schützen, selbst Einmalhandschuhe fehlten in vielen Krankenhäusern.

Das Resultat: 300 Personen des medizinischen Personals, also Krankenschwestern und Ärzte infizierten sich.

Ein Krankenpfleger aus Sierra Leone berichtete heute in der BBC, dass seit Mai dieses Jahres 60 Arbeitskollegen der Epidemie zum Opfer fielen.

WHO: Fehlprognosen aus sicherer Entfernung
Noch vor wenigen Wochen hatte die WHO prognostiziert, im Dezember sei die Epidemie unter Kontrolle und am Abflauen.
Nichts als Wunschdenken.

Die WHO hat mittlerweile ihr Koordinationszentrum in Ghana aufgemacht, dort, wo es bisher keine Ebola gibt. Sicher ist sicher.

Schlimmste Vorhersagen bald übertroffen
Während in den schlimmsten Szenarien seinerzeit von insgesamt 10.000 Toten gesprochen wurde, liegt die Zahl der Toten mittlerweile schon bei fast 4000 und die Zahl der Infizierten bei rund 8000. Von Abflauen der Epidemie kann also bisher keine Rede sein.

So sieht es auch die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF), die dort hervorragende Arbeit leistete, und zwar von Anfang an, und die auch versuchte, die Welt über die ausser Kontrolle geratene Epidemie aufzuklären, während der „Schnarchverein“ Weltgesundheitsorganisation (WHO) zunächst einmal gar nichts unternahm..


Christine Falcone, Leiterin der Ärzte ohne Grenzen (MSF)Gruppe in Sierra Leone, berichtet über die dramatische Lage.

Pessimisten rechnen, wenn es so weiterläuft wie bisher, mit schlimmstenfalls 1 Million Toten – jedenfalls dann, wenn nicht alsbald dringend benötigte Hilfe grosszügig bereitgestellt wird.

Nicht Deutschland
Davon kann auf Seiten Deutschlands bisher keine Rede sein. Nun also soll die Bundeswehr anrücken und Krankenstationen bauen, versorgt mit dem Versprechen der Ministerin von der Leyen, jedes Mitglied der deutschen Hilfstruppe, das an Ebola erkranke, werde ausgeflogen, und dabei glatt vergass, dass die Bundeswehr gar nicht die nötigen Transportkapazitäten hat.

Also wird jetzt überlegt, die deutschen Patienten vor Ort in einem Lazarett zu behandeln.

Es ist die Stunde der grossmäuligen Amateure.

In den betroffenen Ländern droht jetzt auch noch eine Hungersnot. Auch hier muss geholfen werden.

300.000 Unterschriften für einen Hund
Währenddessen wird aus Spanien gemeldet, dass eine Petition im Nu 300.000 Unterschriften gefunden hat – nicht zur Unterstützung des Kampfes gegen Ebola, sondern um zu verhindern, dass der Hund der an Ebola erkrankten Krankenschwester aus Sicherheitsgründen eingeschläfert werden soll .

Santa Maria.


Der mittlerweile eingeschläferte Hund der Krankenschwester. …………mehr als 300.000 Menschen sind auf den Hund gekommen. Screenshot: Dr. v. Paleske

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