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Fäkaliensprache, Aggressivität, Schmutzkampagne: Uber unter allem

Dr. Alexander von Paleske —– 19.11. 2014 —-
Vom „Arschloch Taxi“ in der Beschreibung der Konkurrenten, bis zur Erwägung einer Schmutzkampagne gegen Uber-kritische Journalisten und Blogger: Uber hat vieles zu bieten, aber kein wirklich innovatives Geschäftsmodell, das – abgesehen von Uber – der Gesellschaft nützt.


Uber ……..Fäkaliensprache und Schmutzkampagne

Vom Autobesitzer zum Kleinstunternehmer, dank Uber
Uber ist als sogenannte Start-up Firma aus den USA auch nach Europa geschwappt. Aber anders als mit vielen anderen Start-up Firmen, die eine Innovation zu bieten hatten, ist Uber einfach der Versuch, Autobesitzer zu Kleinstunternehmern zu machen, die im Personenbeförderungsgewerbe den Taxis und Mini-Cab-Unternehmern massive Konkurrenz machen. Unternehmen, die in Deutschland Steuern zahlen und den Angestellten die gesetzliche vorgeschriebenen Mindestlöhne zahlen.

Uber tritt bei diesem neuen Geschäftsmodell als Vermittler auf, ohne grösseres Unternehmerrisiko, und die Unternehmenszentrale für Europa ist in den Niederlanden angesiedelt, einem Steuersparparadies für Unternehmenssteuern, wie schön..

Das Geschäftsmodell, das bei Uber ordentlich die Ladenkasse klingeln lässt – 20% für jede Vermittlung – lebt von der Deregulierung, und von den Kleinstunternehmern, welche die gesamten Vorhaltekosten tragen. Ein Geschäftsmodell namens Selbstausbeutung, das von US-Multi-Level-Marketing Firmen wie Herbalife, Amway und anderen nur allzu bekannt ist.

Gleichzeitig versucht die Firma, die ihnen entgegenstehenden Gesetze, wie in Deutschland das Personenbeförderungsgesetz, als antiquiert, als überholungsbedürftig darzustellen, und sich und seinen Kleinstunternehmer eine Art „uneigennützigen Heiligenschein“ aufzusetzen.

Aussteigen ohne zu bezahlen
Motto: „Man kann aussteigen ohne zu bezahlen“, wie der Uber-Deutschland-Chef Fabien Nestmann in einem Interview mit ZEIT-online kürzlich erklärte.

Weiter führte er auf Vorhalt, es handele sich bei seinen Fahrern um nichts anderes als Personenbeförderungsgewerbe, folgendes aus:

In den vergangenen Jahren haben sich die Grenzen verschoben. Es gibt nicht nur Arbeit und Freizeit. Neue Technologien ermöglichen es uns, auch in unserer Freizeit und mit unseren Freizeitbeschäftigungen Geld zu verdienen. Ich erziele einen eigenen Nutzen, gebe anderen aber auch etwas. Wir stellen die notwendige Plattform bereit, damit beide Seiten zueinander finden“.

Natürlich wirft der Uber-Mann hier mit Nebelkerzen. Es handelt sich bei den Uber-Fahrern um Freizeit, die dank Uber in Arbeitszeit verwandelt werden kann, nichts anderes.

Personenbeförderung von A nach B, nicht zu vergessen die Wartezeiten, auch die lassen sich kaum als angenehme Freizeitbeschäftigung bezeichnen.

Die Uber Fahrer sind auch keineswegs betuchte Personen, die sich darauf freuen, mit dem Fahrgast ein nettes Erlebnis-Gespräch zu führen, sondern oft genug Personen, die auf diese Nebeneinkünfte dringend angewiesen sind. Nicht anders als beim Multi-Level-Marketing auch. Nebeneinkünfte, die – nach Abzug der Vorhaltekosten – nicht selten kaum an den Mindestlohn heranreichen.

Nach den Fäkalienworten die Schmutzkampagne?
Nachdem der Uber Chef die Fäkaliensprache zur ungerechtfertigten Diskreditierung seiner Taxi-Konkurrenten benutzte, hat nun der Uber-Top-Manager Emil Michael mit der Spitzelkelle nachgelangt. Er dachte laut darüber nach, Spezialisten anzuheuern, um das Privatleben missliebiger Kritiker, also Journalisten und Blogger, ausforschen zu lassen und dann mit Schmutz zu werfen.

Es zeigt sich mit aller Deutlichkeit: Diese Firma schreckt offenbar vor gar nichts zurück.

Nein, das Personenbeförderungsgesetz muss nicht an die hufescharrenden Uber-Tausendsassas angepasst werden, sondern das Gesetz sollte umgekehrt strikt eingehalten und voll angewendet werden. Mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen.

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