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Austrische Hypo-Alpe-Skandalbank, das knüppeldicke Ende, Deutsche Banken und internationale Geierfonds

Dr. Alexander von Paleske —- 17.3. 2015 — Das ruhmlose Ende der skandalträchtigen österreichischen Hypo-Alpe-Adria-Bank (Skandalpe) im Jahre 2014 bestand nicht nur darin, dass diese ihre Geschäftstätigkeit einstellen musste, sondern auch alle Miesen in eine finanzielle Abfalltonne, sprich Bad Bank namens Heta ausgelagert wurden .


Skandal-Bank Hypo-Alpe-Adria

Diese Heta sollte eigentlich als Abwicklungseinrichtung den von der Hypo-Alpe hinterlassen finanziellen Trümmerhaufen beseitigen, von Schuldnern eintreiben, was noch einzutreiben geht, und die Zinsen für die von der Hypo-Alpe begebenen Anleihen bezahlen – notfalls mit vom austrischen Staat bereitgestellten Steuergeldern.

Viele sollen bluten
Als sich vor vier Wochen zeigte: die Kapitallücke, die vom austrischen Staat zu schliessen gewesen wäre, liegt bei 7,6 Milliarden Euro, da entschied Österreichs Regierung angesichts dieser horrenden Summen anders: Die Abwicklungsbank Heta wird selbst abgewickelt. Also: Viele sollen bluten, nicht nur einer.

Wie ein Wechselgläubiger, der einfach den Wechsel platzen lässt, werden bis zum Jahre 2016 überhaupt keine Zahlungen vorgenommen, und danach kommt es zum „Haircut“: wie beim Barbier werden schipp-schnapp einfach die Verbindlichkeiten gekürzt – nicht nur um ein paar Prozentpunkte, sondern richtig.

Wenn die laufenden Anleihen nicht bedient werden, dann werden auch die Credit Default Swaps (CDS) fällig, die finanziellen Massenvernichtungswaffen, welche bereits zur internationalen Finanzkrise im Jahre 2008 beitrugen – und dies nicht zu knapp.

Folgen ausbleibender Zinszahlungen und drohenden Haircuts in Deutschland
Die Folgen sind bereits jetzt auch in Deutschland zu besichtigen: Offenbar hatten sich etliche Banken mit Skandalpe-Anleihen eingedeckt, und einige haben sich daran verschluckt: So die Düsseldorfer Hypo-Bank, die dank der in ihrem Besitz befindlichen Hypo-Alpe-Adria-Anleihen vergangene Woche vor dem Absturz stand, und am Freitag vom Banken-Feuerwehr-Fond (Einlagensicherungsfond) gerettet werden musste.

Jetzt ist das Geschrei gross. Offenbar hatte die kleine Bank zu viel – viel zu viel – auf die Hypo-Karte gesetzt, und die stach schon lange nicht mehr. Die Düsseldorfer Hypo-Bank Bank sollte besser Dussel-Bank-heissen.

Ein Skandalrückblick
Seit 2001 ist die austrische Bank Hypo-Alpe, mit Hauptsitz in Klagenfurt / Kärnten, und ihrem seinerzeitigen, mittlerweile mehrfach verurteilten Chef Wolfgang Kulterer, in die Schlagzeilen geraten – in die negativen versteht sich.

Bereits im Jahre 2007 , noch vor dem Verkauf der Kärntner Bank an die Bayerische Landesbank (Bayern LB), hatten wir in mehreren Artikeln auf die bereits bis dato dort angelaufenen Skandale hingewiesen, und Ende 2008 eine Skandal-Zusammenfassung gebracht, in die auch Informationen einflossen, die in den Medien gerne ausgespart wurden. Eine keineswegs vollständige Auswahl:

– Die dreistelligen Millionenverluste durch riskante Swap-Geschäfte bereits im Jahre 2004 und die anschliessenden Vertuschungsversuche samt Bilanzfälschung.

– Die Beziehungen zur General Commerce Bank in der Wiener Schlickgasse, ein Zentrum internationalen Finanzbetrugs, wo internationale Finanzartisten wie der Waffenhändler Adnan Khashoggi, der vorbestrafte Raoul Berthamieu, der mehrfach vorbestrafte ehemalige US-Rechtsanwalt Regis Possino, und die internationalen Finanzverbrecher Amador Pastrana und Rakesh Saxena, das Sagen hatten.

– Die Geldwäsche für kroatische Gangster, Mafiosi, Drogenhändler
wie Darko Saric und bestechliche Politiker unter Zwischenschaltung der Niederlassung in Liechtenstein.

– Der Rauswurf der Niederlassung Liechtenstein aus der Börse von Vancouver/Kanada wegen undurchsichtiger Transaktionen.

– Die Schein-Kapitalerhöhung im Karussell

– Insbesondere aber die Übernahme der Hypo-Skandalbank durch die BayernLB, mit Einschaltung des austrischen Rechtsaussen Jörg Haider, und den Manipulationen, die sich offenbar Umfeld der Übernahme abspielten.

– Der Skandal um das Grundstück Three Tobacco Leaves in Belgrad

– Schliesslich: Die Förderung von Sportlern und Künstlern, die durch offen faschistische Bemerkungen bzw. Darbietungen auf sich aufmerksam gemacht hatten.

Keine Alarmglocke bimmelte
All das hätte bei jedem vernünftigen Banker alle Alarmglocken zum Bimmeln bringen müssen.
Mehr noch: als die Hypo-Skandal- und Fass-ohne-Boden-Bank vor dem Absturz stand, übernahm sie der austrische Staat für einen Euro von der BayernLB. Aber angesichts der finanziellen Eskapaden mit Balkan-Verbrechern, Drogenbaronen, korrupten Politikern und Geldwäsche im Grossmasstab, konnte es eigentlich nur ein Ende geben: eines mit Schrecken, was wir kontinuierlich auch seit 5 Jahren prognostiziert haben.

Keine Hausaufgaben gemacht

Was sind denn das für deutsche Banken, die offenbar noch nicht einmal ihre Hausaufgaben machen können, sich von ein paar Prozentpunkten blenden lassen, und auf die Garantie eines Bundeslandes namens Kärnten vertrauen, dessen Gesamthaushalt weniger als ein Drittel der aufgelaufenen 11 Milliarden Euro Verbindlichkeiten der Hypo-Alpe ausmacht??

Kaum überraschend allerdings, dass auch die skandalgeschüttelte HSH-Nordbank zu den Grossgläubigern – Verlustgläubigern gehört. Auch die HELABA durfte nicht fehlen, Die fiel bereits in den 70er Jahren skandalmässig auf.

Weitere Gläubiger siehe hier.

Und neben diesen müssen selbst die Münchner Rück (Munich Re) und die Allianz mit zweistelligen Millionen-Euro-Verlusten aus diesen Anleihegeschäften rechnen.

Am schärfsten aber dürfte es noch die BayernLB treffen, die bereits den ersten ihrer multiplen Prozesse verloren hat, mit dem sie eine Rückabwicklung des Kaufs der Hypo-Skandalpe im Jahre 2007 erreichen wollte.

Mittlerweile klagen sowohl der österreichische Staat, wie auch die Bayern LB gleich mehrfach in Bayern und in der Alpenrepublik gegeneinander. Es geht um Euro-Milliardenbeträge. Schön für die beauftragten Anwälte. Ein Ende dieser Prozesslawine ist noch gar nicht absehbar.


Bayern LB …..Prozesslawine ohne Ende

Gleichzeitig hat die Abwicklungsgesellschaft Heta auf Druck der Finanzmarktaufsicht (FMA) verkündet, dass keine weiteren Verfahren mehr gegen Schuldner eingeleitet werden, und an denen bestand wahrlich kein Mangel: von ukrainischen Hühnerstallbesitzern, bis zu Eigentümern betagter Küstenschiffe, die mit Hypo-Alpe Millionengeldern in Kreuzfahrtschiffchen umlackiert wurden. Dann jede Menge Yachten in der Adria etc etc.

Die Geier kommen
Dort, wo Aas ist, kreuzen die Geier auf, so auch bei den Anleihen der Hypo. Geierfonds aus den USA und von anderswo kaufen jetzt die Hypo-Anleihen zum Schäppchenpreis, beteiligen sich natürlich nicht an einem (teilweisen) Forderungsverzicht, und setzten eine Armada von Anwaltsfirmen in Gang, die den vollen Betrag eintreiben sollen – mittels Prozessen.

Das hat vielfach bei Dritte Welt- bzw. Schwellenländern wunderbar funktioniert, so zuletzt im Falle Argentiniens, gegen welche die Geierfonds vor zwei Wochen einen weiteren Sieg vor Gericht feiern konnten.

Bald könnte es auch für Österreich heissen: Zuerst müssen die Geier gefüttert werden.

Gute Nacht Österreich, es ist noch lang noch nicht Schluss in Sachen Hypo-Alpe-Skandalpe.

Zentraler Artikel für alle bereits bis Dezember 2008 angelaufenen Hypo-Alpe Skandale
linkBayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria – Reicht mir die Hand, meine Skandale


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