SATIRE

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erläutert seinen Gesundheitsfahrplan für Deutschland: „Weniger ist mehr“

Dr. Alexander von Paleske —– 1.5. 2015 ——Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Hermann Gröhe
Bundesgesundheitsminister
Im Regierungsviertel 5
Berlin

Guten Morgen Deutschland,

In dieser Woche wurde der Entwurf eines Krankenhaus-Strukturgesetzes vorgestellt. Mit Hilfe eines milliardenschweren Euro-Strukturfonds wollen wir die Krankenhauslandschaft in Deutschland völlig umkrempeln.

Getreu unserer Erkenntnis:

Wo ein Bett ist, ist auch ein Kranker“
,
die auf unseren seinerzeitigen CDU-Minister Norbert Blüm zurückgeht, wird es durch massive Bettenstreichungen zu einer erheblichen Gesundung der deutschen Volksgemeinschaft kommen.

Auf dem Weg dorthin sind wir schon bisher ein ganzes Stück vorangekommen:

– Die Verweildauer z.B. in Berliner Krankenhäusern konnte von durchschnittlich 20 Tagen (1990) auf acht Tage (2013) gedrückt werden (Patienten teilweise halbkrank entlassen).

– Die Zahl der Betten konnte von 116 Betten per 10.000 Einwohner im Jahre 1990 auf nunmehr 60 Betten reduziert werden.

– Gleichzeitig nahmen die Behandlungsfälle von 1800 per 10.000 Einwohner auf 2300 zu, Tendenz: weiter steigend.

Aber das reicht mir noch lange nicht! Damit ist noch lang noch nicht Schluss. Nein, da ist noch viel, viel mehr Sparpotential drinnen.


Das bin ich

Geld wird wieder reingeholt
Der neue Strukturfond bekommt einmalig 500 Millionen Euro aus dem Gesundheitsfond, gleichzeitig sparen wir an anderen Ecken und Enden des Gesundheitsfonds.

Das Geld ist keineswegs verloren, vielmehr winkt ein Einsparpotential in dreistelliger Millionenhöhe, das wir durch folgende Massnahmen erreichen:

– Eine Krankenhauseinweisung – von akut lebensbedrohlichen Zuständen einmal abgesehen – beginnt in der Hausarztpraxis, die überweist dann ggf. an ein Facharztzentrum.

– Für alte Multimorbide geht von dort dann ggf. nicht etwa ins Krankenhaus, sondern in ein Pflegeheim oder ein Hospiz, wo die Pflegekosten deutlich geringer sind, als in einem Krankenhaus.

– Erst danach kommt – wenn überhaupt und auch nur in Ausnahmefällen – eine Krankenhauseinweisung in Frage.

Dieser Zirkus mit den Krankenhauseinweisungen von Alten, die längere Behandlung und Pflege brauchen, und damit nur unnötige Kosten verursachen, das muss aufhören, das wird aufhören!.

Alte losgeworden
Damit werden wir die multimorbiden Alten aus den Krankenhäusern grösstenteils los, ein riesiges Einsparpotential, gerade auch angesichts der Vergreisung unserer Bevölkerung.

Jeder, der alt wird, muss in Zukunft wissen:

Wenn du alt bist musst du billiger und schneller sterben.


Ich und die Alten …….Ihr müsst in Zukunft wissen…..

Umwidmung als Kostenkiller
Die Pflege- Hospizeinrichtungen schaffen wir nicht etwa neu, sondern wir schliessen ganz einfach viele bürgernahe Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung, und machen sie als Pflege- und Hospizzentren wieder auf.
Kostengünstige Umwidmung, wie wir das auch nennen.

Ulla Schmidt’s Schrittmacherdienste
Die sozialdemokratische Dienstwagen-Affäre-Ministerin und jetzige SPD-Vizepräsidentin des Bundestages, Ulla Schmidt, hatte ja bereits kostensenkend Schrittmacherdienste mit der Einführung der Fallpauschale geleistet.


Ulla Schmidt ……Mutter der Fallpauschale

Regelmässig müssen als Folge davon die Kinikchefs sich gegenüber den Flanellmännchen der Verwaltung rechtfertigen, warum sie noch nicht genügend Geld durch lukrative Eingriffe für das Krankenhaus reingescheffelt haben.
Gehirnwäsche, wie dieser unverschämte Medizinethiker Prof. Giovanni Maio das auf dem Internistenkongress im April in Mannheim bezeichnete.

Die Schlechterbezahlung der Behandlung von alten multimorbiden Patienten mit langer Liegedauer, dank der Fallpauschale, musste Hunderte bürgernaher Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung in den finanziellen Ruin treiben, während gleichzeitig die Krankenhäuser der Maximalversorgung profitierten.

Mehr noch: Die Honorierung bestimmter Eingriffe, wie Operationen an der Wirbelsäule, führte zu dem unerwünschten Effekt, dass schliessungsbedrohte Kliniken durch exponentielle Ausweitung bestimmter Eingriffe versuchten, sich am Leben zu erhalten. Sich oftmals auch an risikoreiche Operationen wagten, die sie zuvor an Spezialzentren verlegt hatten.


Findet ein Ende

Das wird jetzt durch die Schliessung von Hunderten von Krankenhäusern – teilweise – ein Ende finden.

Dass damit auch die Entfernung zu den (Gross-)Krankenhäusern für viele Patienten länger wird, ist ein Kollateralschaden, den wir in Kauf nehmen.

Dann eben mit Warteliste
Auch dass diese Krankenhäuser nicht die nötige Bettenkapazität haben, wird positiv in Kaufgenommen, dann muss eben gewartet werden, eine Warteliste eröffnet werden, so wie das in anderen Ländern wie Grossbritannien längst der Fall ist.

Verabschieden vor Behandlung
Nicht wenige werden sich schon vor Erreichen der Spitze der Warteliste aus dieser Welt verabschieden, das muss ebenfalls in Kauf genommen werden.

Mit unserem Investitionsprogramm ist auch der Kelch an den Ländern vorbeigegangen, für Investitionen im Krankenhausbereich zu sorgen. Dort gibt es mittlerweile einen Investitionsrückstau von rund 5,5, Milliarden Euro.

Diesen Stau lösen wir zum Teil durch die bereits genannte Umwidmung. Pflegeeinrichtungen brauchen ja nur Betten und ein paar Pfleger, keine OP-Säle, keine Röntgenabteilung, keine dauerangestellten Ärzte, keinen Hygienebeauftragten etc.

Unser Programm ähnelt in gewisser Weise dem Bahnbetrieb. Auch dort konnte ja durch umfangreiche Streckenstillegungen der Investitionsrückstau verkleinert werden.

Überwachung wird verschärft
Gleichzeitig verschärfen wir unter Beibehaltung der Krankheitspauschale die Überwachung und Bewertung durch Inspektoren der Krankenkassen.

Nur Krankenhäuser, die bei diesem Wettlauf ohne grössere Zwischenfälle mithalten können, werden besser honoriert.

Kliniken am unteren Ende der Bewertungsskala werden schlechter honoriert, die bekommen nicht etwa einen besseren Personalschlüssel, oder bessere Einrichtungen, sondern die machen wir ebenfalls dicht.

Die deutsche Krankenhausgesellschaft DKG, Interessenvertretung der Krankenhäuser, bewertet unsere hervorragenden Pläne in unverschämter Weise als „Mogelpackung“. Bei mir gibt es keine Mogelei, sondern nur die knallharte Kostensenkung, komme was da wolle.

Deutschland, Du wirst in Zukunft noch wesentlich gesünder werden – finanziell jedenfalls.

Gute Nacht Deutschland

Hermann Gröhe
Gesundheitsminister


Kürzen und Schliessen – das Programm der Gross(artig)en Koalition im Gesundheitswesen

Siehe auch die informativen ZEIT-Artikel:

Klappe halten und wegsehen ZEIT vom 20.9. 2012 S. 32

Das Ende der Schweigepflicht ZEIT vom 15.5. 2012

Zu Ulla Schmidt
Ministerin Ulla Schmidt: Nie wieder unter Hartz IV- Bedingungen leben
linkSPD-Ulla Schmidt schreibt an SPD-Hoffnungsträger Peer Steinbrück

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