SATIRE

Jack Austin Warner, Ex-FIFA-Vizepräsident: Deutschland, jetzt rede ich – auch über die märchenhafte Sommerkorruption 2006

Dr. Alexander von Paleske — 9.6. 2015 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox

Jack Warner
Ex-FIFA Vizepräsident
Ex Minister
Anti-Corruption Street 1
Trinidad

Guten Morgen Deutschland.
Ich bin Jack Warner,

komme aus dem Karibik-Staat Trinidad und Tobago, bin Politiker, millionenschwerer Geschäftsmann, Fussball-Funktionär, und Hans Dampf in allen Gassen.


Trinidad und Tobago – Meine Heimat

Ich habe es bis zum Vizepräsidenten der FIFA geschafft, von 1997 bis 2011. Eine – keineswegs nur für mich – äusserst lukrative Zeit.


Jack Warner ….lukrative FIFA-Zeit Screenshot: Dr. v. Paleske

Schon seit Jahren
Ich habe bereits vor einer Woche erklärt, dass ich im Besitze von Material bin, welches den Sumpf aus Bestechung, Betrug, Geldschieberei und Geldwäsche beim Weltfussballverband FIFA offenlegen kann – ausgenommen natürlich meinen eigenen Anteil daran.
Ich kann dokumentieren, wie der Laden bei der FIFA lief: Wie geschmiert. Nein: nicht wie geschmiert sondern geschmiert.

Deutschlands Sommermärchen 2006
Seit Jahren kommt der Zuschlag zur Ausrichtung der Fussball-Weltmeisterschaft nur nach Zahlung von Geldbeträgen an die FIFA bzw. an die Wahlmänner zustande.

Bestes Beispiel: Deutschland und das Sommermärchen von 2006.
Eigentlich stand die Austragung der Fussball-WM Jahre 2006 Südafrika zu:

– Afrika war noch nie Austragungsort gewesen, und Fussball ist Afrikas Sport Nr. 1

– der Weltstaatsmann und ehemalige Präsident Südafrikas, Nelson Mandela, hatte sich persönlich eingesetzt

– Südafrika unter Nelson Mandela hatte es geschafft, den friedlichen Wandel von einem Apartheid-Terrorstaat zu einer Demokratie zu vollziehen

– Südafrika war und ist die stärkste Wirtschaftsmacht Afrikas, die daher diese WM stemmen konnte

Deutschland Sieger durch Abwesenheit einer Stimme
Es herrschte im Beschlusskomitee Stimmengleichheit zwischen den Befürwortern Deutschlands und denen Südafrikas, da hätte Sepp Blatter dann per Stichentscheid den Austragungsort festlegen müssen – und der hätte für Mandela und Südafrika gestimmt.

Gute Vorarbeit
Dass es überhaupt zu einem derartigen Patt kommen konnte, lag daran, dass Deutschland schon gute Vorarbeit für seine Bewerbung geleistet hatte:

Panzerfäuste für Saudi-Arabien – gegen den Geist des Kriegswaffenkontrollgesetzes

– Eine ungewöhnliche Serie von drei Testländerspielen in fünf Tagen kurz vor Weihnachten 2004 zugesagt: in Japan, Südkorea und Thailand. Kritiker sahen zu Recht in ihnen weiterhin eine Gefälligkeit für den WM-Zuschlag.

– schliesslich dann offenbar die Spende für den Komitee- Umfaller Charles Dempsey aus Neuseeland: Der hatte klare Anweisung der von ihm vertretenen Verbände für Südafrika zu stimmen. Dieser Verpflichtung entzog er sich elegant, indem idem er einfach vor der entscheidenden Abstimmung verschwand – so ging die Abstimmung zugunsten Deutschlands aus.

Ein Narr würde wohl meinen, dies sei nicht durch Geld beeinflusst gewesen

Ein Sommermärchen wurde wahr
Ein deutsches Sommermärchen konnte wahr werden – nicht jedoch für Südafrika – und mit einem Märchen über die Abstimmung, dank diesem mittlerweile verstorbenen Charles Dempsey – Gott hab ihn seelig..

Sepp Blatter: Das war Bestechung
FIFA- Präsident Sepp Blatter, nachdem er von Deutschland, sechs Jahre nach der Sommermärchen-WM, provoziert worden war, erklärte 2012 in einem Interview mit der Schweizer Zeitung Blick:

Sepp Blatter:
Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand (Dempsey) den Raum verliess. Und man so statt 10 zu 10 bei der Abstimmung ein 10 zu 9 für Deutschland hatte. Ich bin froh, musste ich keinen Stichentscheid fällen. Aber, na ja, es steht plötzlich einer auf und geht. Vielleicht war ich da auch zu gutmütig und zu naiv.

Blick

Sie vermuten, die WM 2006 in Deutschland sei gekauft gewesen?

Blatter
Nein, ich vermute nichts. Ich stelle fest.

Streiten alles ab
Natürlich haben die Verantwortlichen in Deutschland abgestritten, hier sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen. Der damalige Innenminister Otto Schily, Herausgeber des Law and Order-scharfen „Otto-Katalogs“, behauptete gar kürzlich, es habe keine Unregelmässigkeiten bei der Vergabe gegeben.

„Dieser Narr“, dachte ich nur.

Ich fand es im übrigen komisch, dass nun Russland und Katar die WM-Ausrichtung ausgerechnet wegen angeblicher Korruption abgenommen werden soll.

Überraschend allerdings nicht, dass sofort England und Australien, die am schärfsten gegen Blatter auftraten und seinen Rücktritt forderten, sich anboten, stattdessen die WM auszurichten. Die wittern jetzt das grosse Geschäft, zumal die Stadien von der Ausrichtung anderer Weltmeisterschaften bereits vorhanden sind.

Südafrika 2010 am Zug
Auch die WM 2010 sollte eigentlich ohne Probleme dann nach Südafrika gehen, sollte man meinen.
Aber zunächst sah das keineswegs gut aus für Südafrika, denn Marokko trat als scharfer Konkurrent auf den Plan, und Leute wie der Steuerbetrüger und Bayern München-Boss Uli Hoeness hatten für Südafrika nur Verachtung übrig.

Da sprang ich hilfreich ein, und offerierte Südafrika meine Stimme gegen einen kleinen Unbequemlichkeitszuschlag in Höhe von 10 Millionen US Dollar.

Thabo Mbeki, dem damaligen Präsidenten Südafrikas, fiel ein Stein vom Herzen, und gerne sandte er der FIFA 10 Millionen US Dollar für den Zuschlag, die ich – wie ein Pirat – für Sportförderung in der Karibik kaperte.
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Ich habe dann dafür gesorgt, dass diese Gelder auf Umwegen auf meinen Konten landeten, um erst einmal die Wirtschaft Trinidads anzukurbeln.

Nicht nur ich: Bestechung und Geldwäsche, das fand auf allen Ebenen statt, da hiess es: Zugreifen.

Schöner Ticketverkauf
Natürlich verdiente ich auch etwas an der Sommermärchen WM 2006 in Deutschland, indem ich tausende von Tickets, die ich über die den DFB-Ticketmanager Willi Behr vom deutschen Fussballbund erhielt, auf dem Schwarzmarkt absetzte.

Darüber sollte sich gerade in Deutschland niemand beschweren, denn der Willi hat insgesamt 12 Millionen Euro an illegalem Ticketverkauf verdient, da war ich mit meiner lumpigen 1 Million ein ganz kleiner Fisch

Schöne Investments mit FIFA-Money
Im einzelnen investierte ich FIFA- Geld in folgende mir gehörende Unternehmen:

– Scarlet Ibis Hotel in Saint Augustine (6 Millionen) und als Emerald Plaza wiedereröffnet.Mein Sohn Daryl übernahm die Leitung des Hotels.


Mein EmeraldPlaza Hotel

– Kantac Plaza in Arouca

– Die Verwaltungsgebäude der TTFF und CONCACAF in Trinidad und Tobago

– und noch ein paar Investitionen in den USA und Costa Rica

Nichts Verwerfliches
Ich sehe in meinen Handlungen nichts Verwerfliches. Auch nicht in der Einbehaltung einer FIFA-Spende in Höhe von 800.000 US Dollar für die Erdbebenopfer in Haiti im Jahre 2010. Dieses Geld wollte ich zunächst investieren, um dann eine erheblich grössere Summe nach einiger Zeit zur Verfügung stellen zu können.

Das hätte auch alles geklappt, wenn dieser US-FIFA-Mann Chuck Blazer nicht beim FBI wie eine Nachtigall gesungen hätte, und so der FIFA und dem internationalen Fussball einen grossen Schaden zugefügt hat.
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Ich darf abschliessend noch mitteilen, dass ich weiter als Politiker segensreich für mein Heimatland tätig sein werde, wie auch bisher schon.

Es lebe der Fussball. Viva FIFA.

Jack Austin Warner

Bundespräsident Gauck an FIFA-Präsident Sepp Blatter: Danke, danke für die Schmiergeld-Steilvorlage

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