SATIRE

Joseph Martin (Joschka) Fischer: Meine Polizeiakte, oder: Von hier aus bis unendlich (weit weg)

Dr. Alexander von Paleske —– 12.9. 2015 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Joseph Martin (Joschka) Fischer
Industrie-Klinkenputzer und Ex-GröDAAZ
Prominentenallee 68
Villenviertel Grunewald
Berlin

Guten Morgen Deutschland,

ich bin‘s wieder, der Industrie-Klinkenputzer und Ex-Grösste Deutsche Aussenminister aller Zeiten (GröDAAZ).

Wieder in der BILD
Gestern war ich wieder in den Schlagzeilen: In einem angeblich herrenlosen Koffer wurde auf dem Frankfurter Flughafen meine Polizeiakte aus dem Jahre 1976 gefunden. Die BILD wünschte eine „Erklärung“ von mir. Die wimmelte ich erst einmal ab, und sagte denen:

„Danke für die Information, dass die Akte wieder da ist. Aber was soll ich dazu sagen? Erinnerung? Das ist ja alles so unendlich weit weg?…“

Will Geheimnis lüften
Ich will jetzt das Geheimnis lüften: Ich habe den Koffer selbst dort stehenlassen, samt meiner Akte.
Die Akte wurde vor 39 Jahren angelegt, als ich noch schlanker, ranker, und auf dem linken Spektrum anzutreffen war, wo ich die Rolle des Vorzeige-Proletariers spielte.


Das bin ich …damals schlanker und ranker

Die Studenten hatten ja damals einen Heidenrespekt vor der einzigen fortschrittlichen Klasse, dem Proletariat. Und da so gut wie keine Arbeiter bei den Spontis zu finden waren, habe ich diese Rolle als Einzelkämpfer stellvertretend für das gesamte deutsche Proletariat ausgeübt.

Hilfreiche Reibeisenstimme
Hilfreich war mir dabei meine Reibeisenstimme, mein schnoddriger Ton, und meine jederzeitige Bereitschaft zum Faustkampf, nicht nur mit der Polizei. So wie die Studenten sich damals das Proletariat vorstellten.

Gelegentlich im Blaumann

Selbst heute trete ich gelegentlich noch im Blaumann auf Bitten der Industrie-Bosse auf Betriebsversammlungen auf, um zu zeigen:


“ Ich war mal einer von Euch, und selbst mit abgebrochener Schulausbildung kann man es in Deutschland bis ganz nach oben schaffen.“

Nach dem Tode Ulrike Meinhofs
Meine Polizeiakte war 1976, nach der gewalttätigen Demonstration aus Anlass der Selbsttötung von Ulrike Meinhof, bei der auch ein Polizist schwer verletzt wurde, angelegt worden.

Damals verbrachte ich zwei Tage im Knast, konnte aber nach meiner Entlassung sofort wieder die Wortführerschaft gegen die repressive Clique der BRD übernehmen, deren Mitglied ich einst werden sollte.

Ausserdem die Freiheit von unserem Gerard (Gerhard Strecker) fordern, der damals ebenfalls zu Unrecht verhaftet worden war.

Dunkler Fleck
Diese Polizeiakte, die nach meiner Ernennung zum hessischen Minister spurlos verschwand, war immer noch ein dunkler Fleck in meiner Vergangenheit.

Damals, als ich Umweltminister Hessens wurde, wäre der Inhalt bei meiner Aufnahme in den Staatsdienst eher hinderlich gewesen, weil sie belegen könnte, dass ich nicht 150%ig auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stand – damals.

Heute belanglos
Heute spielt das alles keine Rolle mehr, weil ich ja mittlerweile Staatspensionär bin, und ausserdem noch ein schönes Zubrot als Industrie-Klinkenputzer und Vortragsredner verdiene.

Ich habe deshalb jetzt die Akte wieder auftauchen lassen, in einem Koffer, mit dem ich seinerzeit von WG zu WG umgezogen bin.

Die Akte wird belegen, dass ich nur halb so schlimm war, wie es von der Springer-Presse immer behauptet wurde.

Noch wichtiger: dass ich in meinem opportunistischen Drang mittlerweile mental alles entsorgt habe, was ich damals lauthals vertrat.

Der Flughafen als Ablageort bot sich an, weil dort niemand herrenlose Koffer stiehlt , es könnte sich ja auch eine Bombe darin befinden. So war ich sicher, dass sie in den Händen der Polizei landet.

So viel für heute.

Gute Nacht Deutschland

Joseph Martin Fischer
Industrie-Klinkenputzer
Ex- Sponti-Putzgruppler,
Ex-professioneller Steinewerfer,
Ex-Taxifahrer
Ex-Turnschuhminister,
Ex- Radauparlamentarier,
Ex-Grösster Deutscher Aussenminister aller Zeiten (GröDAAZ)


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