terror

Auf einem Auge blind? – Der Terror der Radikalislamisten fordert Tausende von Todesopfern in Afrika – seit Jahren

Dr. Alexander von Paleske 28.11. 2012

Die Welt schaut auf die Attentate in Paris, auf Syrien, die Terrortruppe Islamischer Staat, nicht jedoch auf den islamistischen Terror in Afrika.

Vergessen wird gerne, dass -. allein im Jahre 2014 – mehr als 25.000 Terroropfer in Afrika und Asien zu beklagen sind :

– 7512 Menschen in Nigeria durch die Terrorgruppe Boko Haram

– 1760 Menschen in Pakistan durch die Taliban-Terroristen

– 9929 Menschen durch Anschläge des Isis im Irak

– 4505 durch die Taliban in Afghanistan

– Hunderte durch die Terrorgruppe Al Shabab in Somalia
und durch Al Qaida im Yemen

getötet wurden

Die Täter: Allesamt radikalislamistische Sunniten

Gerne wird auch vergessen, dass der Terror in Nigeria bereits seit über eine Dekade tobt, gleiches gilt für Al Shabab in Somalia.

Brandstifter in Saudi-Arabien
Ebenfalls gerne vergessen bzw. ignoriert wird, wer die Wegbereiter der radikalislamistischen Terrorideologie sind – aus durchsichtigen Gründen: diese Herrschaften gehören zu unseren besten Handelspartnern: Die Rede ist von Saudi-Arabien.

Nicht nur dass die Mehrzahl der Attentäter vom 11. September 2001 aus Saudi-Arabien kam, nein, der in Saudi Arabien praktizierte mittelalterliche Radikalislamismus – gerade stehen wieder einmal Scharia-Massenexekutionen an – ist geradezu das Vorbild für diese radikalislamistischen Terror-Kalifat-Vorkämpfer.

Allerdings kämpfen sie nicht für ein Königshaus mit hochparasitärer Prinzenclique a la Saudi-Arabien, sondern für ein Kalifat, über dem ein erwählter – nicht gewählter – religiöser Führer (Kalif) thront.

Eifrige Missionare – dank Petrodollars
Das radikalislamische saudi-arabische Königreich, und die Scheichtümer am Golf, vom Westen als Abnehmer von Waren aller Art – einschliesslich Unmengen von Kriegswaffen – und wegen ihrer Öl- und Gasexporte hoch geschätzt, haben in den vergangenen Jahrzehnten mit Petrodollars dafür gesorgt, dass nicht nur Moscheen gebaut, sondern von radikalislamischen Ideen besessene Imame den Wahabismus in alle moslemische Welt trugen,

Folgen zu besichtigen
Die Folgen dieser eifrigen Missionierung lassen sich jetzt besichtigen.Natürlich haben das saudische Königshaus und die Scheichs in den Golfstaaten nicht weniger Angst vor dem IS (Daesh), als sie vor dem arabischen Frühling hatten, als der noch demokratischer Frühling, und noch nicht radikalislamistischer Herbst war, aber nicht wegen dessen mittelalterlichen Radikalislamismus – den praktizieren sie ja selber – sondern weil sie allesamt Thron-Bonzen sind: weder gewählte noch erwählte.

Was natürlich keineswegs ausschliesst, dass diese Kalifat-Vorkämpfer nicht gelegentlich und zwischendrin mit finanzieller Unterstützung rechnen können: sei es staatlicher, sei es privater Art, so wie seinerzeit im Irak. Denn natürlich handelt es sich nach deren Auffassung um sunnitisch-arabische Glaubensbrüder, wenn auch etwas zu radikal, ein wenig fehlgeleitet, ein wenig vom Wege abgekommen, aber eben doch um Glaubensbrüder, „Brothers in Faith“, und keineswegs nur um gewalttätige Psychopathen, wie sie der Westen bezeichnet

Der sunnitische Hass richtet sich vor allem gegen die schiitischen Glaubensabtrünnigen, die sie als Gotteslästerer ansehen, nach der Scharia ein Verbrechen.

Das geht so weit, dass selbst stillschweigende Bündnisse mit dem „Satan“ Israel geschlossen, und Überflugrechte für den Fall des Falles eingeräumt werden, sollte der Israel den schiitischen Erzfeind Iran angreifen.

Auch eine offizielle Vertretung darf Israel jetzt im Golf-Scheichtum Abu Dhabi eröffnen – vor Jahren noch undenkbar.


Militärische Hilfe für bedrängte Sunnis

Selbstverständlich hilft Saudi-Arabien mit Truppen der sunnitischen Minderheits-Dynastie in Bahrein gegen schiitische Demonstranten, die Demokratie fordern.


Bahrein

Auch wird militärisch durch pausenlose Luftangriffe seit 7 Monaten im Yemen eingegriffen, nachdem Schiiten (Houthis) im Yemen putschten.


Yemen

Luftangriffe, die vor allem die Zivilbevölkerung treffen und das ohnehin arme Land in Schutt und Asche legen. Der Westen schaut weg.

Die Lage dort ist mittlerweile so verzweifelt, zumal auch vor der Bombardierung von Krankenhäusern nicht zurüchgeschreckt wird, dass selbst die Medizinzeitung LANCET am 7.11. 2015 auf diese menschliche Katastrophe aufmerksam macht.

„We Need to talk about Yemen“

– 15 Millionen der 25 Millionen-Bevölkerung des Yemen haben keine ausreichende medizinische Versorgung mehr

– 537.000 Kindern droht Unterernährung

– 21 Millionen Menschen brauchen Hilfe

Nicht das erste Mal.
Es ist nicht das erste Mal, dass Saudi-Arabien im Yemen interveniert damals wie jetzt mit ausdrücklicher .Billigung durch die USA.
Im Jahre 1965 ging es gegen die panarabischen Nasseristen, auch diese stellten eine enorme Bedrohung für das saudische Königshaus dar: Gamal Abdel Nasser hatte ja seinerzeit auch den ägyptischen König verjagt .

Golfstaaten paktieren mit Al Qaida
Die Golfstaaten, Teil des Bündnisses gegen die aufständischen schiitischen Houthi, paktieren offen oder versteckt mit der sunnitischen Terrorgruppe Al Qaida auf der arabischen Halbinsel. Gleich was die Differenzen sind, „gegen die Schiiten muss man geschlossen auftreten“.

Nicht anders auch die sunnitische Regierung der Türkei unter Erdogan. Deren Geheimdienst lieferte offenbar Waffen an den IS. Journalisten, die das aufdeckten wurden vorgestern verhaftet.


Demonstration gegen die Verhaftungen

Der radikalislamistische Terror wird weitergehen, solange das Übel nicht bei der Wurzel gepackt wird – auch nach dem vorhersehbaren Ende des IS.

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