Entwicklungshilfe

Weltbank fördert Niedergang des Gesundheitswesens in Lesotho

Dr. Alexander von Paleske 8.2. 2016 —– Lesotho, eines der ärmsten Länder der Welt mit einer Bevölkerung von 2 Millionen und einer der höchsten HIV-Inzidenz hat ein brandneues Hospital, errichtet mit Hilfe der Weltbank.


Lesotho

Wunderbar möchte man denken. Aber wenn die Weltbank Kredite vergibt, um Projekte zu fördern, dann lohnt es sich oft genug, genauer hinzusehen, ob diese Projekte wirklich zur Entwicklung des Landes bzw. zur Verbesserung des Gesundheitswesens beitragen, oder nur dieTaschen Weniger füllen.

,Ein Krankenhaus namens Mamohato Memorial
Von aussen sieht das Krankenhaus wunderbar aus, es könnte sich um eines der modernen privaten Krankenhäuser in Südafrika handeln. Und da es mit Unterstützung der Weltbank gebaut wurde, dürfte es den Staatssäckel Lesothos kaum belasten. Sollte man meinen

2011 war das Krankenhaus fertiggestellt.


Mamohato Memorial Hospital

Die Ärzte, die dort arbeiten, sind voll des Lobes. Arbeiten wie in entwicklelten Ländern, „State of he Art“ wie sich das so schön nennt

Der Betreiber ist nicht etwa der Staat Lesotho, sondern Netcare, die grösste private Krankenhauskette in Südafrikas, auch in Grossbritannien vertreten. Netcare bekommt Jahr für Jahr 32,5 Millionen US Dollar für maximal 20.000 sationäre und 300.000 ambulante Patienten. Jeder weitere Patient kostet extra.
.Mittlerweile haben sich so die Kosten um 80% erhöht.

Eine Fehlkonstruktion namens PPP
Das ganze nennt sich Public Private Partnership (PPP), eine Konstruktion, die von der Weltbank nachhaltig gefördert wird.
Der Private Sektor investiert zusammen mit der Regierung oder übernimmt gleich Krankenhäuser, modernisiert sie, und darf dann damit ordentlich Geld verdienen. Von der Weltbank als Win-Win Programm verkauft, es gibt nur Gewinner, aber keine Verlierer.
Stimmt das?

Gewinner und Verlierer
Da lohnt es sich, genauer in die Bücher zu schauen, und da lugen an jder Ecke Pferdefüsse heraus.
40 % der Baukosten trug die Regierung Lesothos, die restlichen 60% als Kredit von der Development Bank of Southern Africa, also letztlich ebenfalls die Regierung Lesothos. Lächerliche 4 % steuerte der private Betreiber Netcare bei. 100 Millionen US Dollar kostete das Krankenhaus.

Die Weltbank, die über ihren Finanzarm International Finance Corporation an der Verhandlung über die Bürgschaften führend mittgewirkt hatte, will das jetzt als vorbillich für die Dritte Welt verkaufen, und weitere Projekte dieser Art fördern. Public Private Partnertship: Erste Welt in der Dritten Welt.
Und gleich haben Kanada, die Niederlande und Japan beschlossen, ihre Entwicklunghilfepolitik auf derartige Projekte zu konzentrieren.

Die nackten Tatsachen
Das Krankenhaus frisst mittlerweile 50 % des nationalen Health Budgets auf. Und das, obwohl der grösste Teil der Bevölkerung in ländlichen Gebieten, und nicht inder Hauptstadt Maseru lebt.
.
Mit anderen Worten: Das Krankenhaus bekommt den grössten Teil des Kuchens ab, für die Basis-Medizinversorgung bleibt viel zu wenig übrig.

Das lässt sich in Zahlen fassen: Eine verbesserte Gesundheitsversorgung sollte zu einer gesteigerten Lebenserwartung führen, in Lesotho ist die Lebenserwartung jedoch im Zeitraum von 1990-2011 von 59 auf 49 Jahre gefallen. Das zeigt, dass bereits vor der Eröffnung des neuen Krankenhausse massive Unterversorgung bestand, die mit dem neuen Krankenhaus nur für wenige besser, insgesamt aber eindeutig schlechter werden muss.

Hier gibt es nur einen Gewinner, und der heisst Netcare. Die Verlierer sind die Masse der Bevölkerung Lesothos, die zwar auf der einen Seite jetzt ein wenig Cape Canaveral, vorwiegend aber meistens noch mehr Lambarene haben.

Was Lesotho braucht ist eine wesentlich verbesserte Basisversorgung. Wie weit Hochleistungsmedizin praktiziert werden kann, muss sich danach richten, , wieviel sich das Land nach Befriedigung der Basisversorgung noch leisten leisten kann, nicht jedoch umgekehrt.

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