vermischtes

10 Jahre Bloggen – Warum und für wen? (6)

Dr. Alexander von Paleske —– 27.11. 2016 — Die Bundeanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) entstand 2002 . Mit deren Gründung wuchs die Hoffnung auf Schlagkraft gegen Betrug und windige Finanzgeschäfte, und damit ein Schutz gerade auch von Kleinanlegern vor den Machenschaften der Finanzgauner.

Ein Tiger ohne Zähne
Ausgestattet mit rund 1600 Beschäftigten hätte die staatliche Aufsichts-Behörde eigentlich sehr effizient sein müssen. Der frischgebackene Präsident, Jochen Sanio erklärte:

„Diese Institution wird beissen, solange ich hier Präsident bin“

Aber bereits nach sechs Jahren sah die Bilanz grottenschlecht aus. Statt Beissen schälte sich das Bild eines „zahnlosen Tigers“ heraus, dessen Präsident in der Presse als „Dampfplauderer“ bezeichnet wurde, und der offenbar noch nicht einmal sein eigenes Haus in Ordnung bringen konnte:

– Millionenbetrug durch einen Regierungsdirektor, der nicht einmal die mittlere Reife besass,

– Konflikte mit dem Personalrat,

– schlechtes Betriebsklima

Vor allem aber das nahezu ungehinderte Wirken von Finanzgaunern, die Zehntausende von Kleinsparern um ihr Vermögen brachten. Genannt seien die Skandale um Phoenix, die Göttinger Gruppe, die Wohnungsbaugesellschaft Leipzig West, die Amis, „Ulrich Engler“ Betrugsfall Berliner Vermögens Garant AG und Betrugsfall „DM-Beteiligungen“ um nur einige der grossen Fische zu nennen.

Skandal IKB
Vollends aber wurde Sanios Stellungnahme zur Lachnummer, als er die Deutsche Industriekreditbank (IKB) als unproblematisch bezeichnete, obgleich die mit Schrottpapieren, welche die Deutsche Bank an sie losgeschlagen hatte, reichlichst gesegnet war. Das war kurz bevor diese Bank wegen Milliardenverlusten erst von der staatseigenen Konzernmutter Kreditanstalt für Wiederaufbau von den Schrottpapieren entsorgt, und dann an einen Investor losgeschlagen werden musste.

Anschliessend durfte der Bund noch Milliardenbeträge zuschustern, damit die Bank wieder als Mittelstandsbank funktionsfähig werden konnte.

Auch die Tatsache, dass ich mit diesem Jochen Sanio einige Zeit im Lüneburger Johanneum zusammen die Schulbank drückte, rettete ihn nicht vor vernichtenden Artikeln meinerseits über ihn und die BaFin.

Nun ist dieser Aufsichtsherr längst in Pension, und darf sich über seine Ruhestandsbezüge – ohne Abzüge versteht sich – freuen. Wie schön. Das dürfte für viele der von Finanzgaunern Hereingelegten ganz anders aussehen.

Deutsche Bank und ihre Skandale
Aber IKB war nicht der einzige Skandal, in den auch die Deutsche Bank involviert war. Auch an die österreichischen Bundesbahnen und die Hypo Alpe Adria-Skandalbank hatte die Deutsche Bank Collateral Debt Obligations (CDO’s) losgeschlagen, als diese offenbar bankintern längst als Schrottpapiere eingestuft waren.

Am übelsten aber waren die Swap-Geschäfte der Banken mit Städten und Gemeinden, denen das Wasser oft genug bis zum Halse stand. Vorneweg: Die Deutsche Bank. Devise offenbar: Kleinvieh macht auch Mist.

Blindlings in die Krise
Unsere Warnung vor der Finanz-und Wirtschaftskrise kam nur wenige Monate vor deren Ausbruch im September 2008. Die Berliner Politiker blickten jedoch sorgenfrei in die Zukunft. Erst als die Hypo Real Estate 100 Milliarden Euro brauchte, um nicht in die Pleite zu rutschen, da dämmerste es Frau Merkel und Co, dass diese Krise – anders als gedacht und getönt – nicht nur auf die USA begrenzt sei.
Ihr Finanzberater in diesen turbulenten Tagen und Wochen, man glaubt es kaum: der Chef der Deutschen (Skandal-) Bank, Josef Ackermann.

Keinen Spass vertragen
Spass versteht fast jeder – aber viele können Spass, wenn es um die eigene Person geht, nicht vertragen. Dazu gehört auch Josef Joffe, Herausgeber er ZEIT , der mit seinem ZEIT-Verlag anwaltlich gegen uns wegen eines satirischen Artikel vorging, der einen fiktiven Brief des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu an den ZEIT-Herausgeber enthielt. Darin enthalten: Israels üble Besatzungs- und Landwegnahme-Politik in der besetzten Westbank.
Joffes Anwälte verlangten die Löschung des Artikel mit Fristsetzung. Wir lehnten dieses Ansinnen dankend ab, und erteilten ihnen stattdessen Nachhilfeunterricht in Sachen Satire und Kunstfreiheit. Dann gaben sie endlich Ruhe.

Gleiches galt für das Gesundheitsministerium, dessen Chef Hermann Gröhe wir satirisch durch den Kakao zogen. Ein dienstbarer Ministeriums-Geist namens Christian Pump wollte den Artikel weghaben, weil er nicht von seinem Chef Gröhe stammen würde. Wir lehnten dankend ab und drohten, bei Einschaltung der Gerichte, diesen Prozess notfalls durch alle Instanzen laufen zu lassen. Danach war Ruhe.

Fortsetzung folgt
Tuberkulose, Antibiotikaresistenz, WHO und Global Fund

Zur Finanzaufsicht BaFin
Finanzkrise, Bankenkrisen, Kleinanlegerbetrug – Hat die Finanzaufsicht BaFin versagt?
Finanzgauner, ihre Opfer und die BaFin
linkDie Grossbanken und der Staatsanwalt


Zur IKB

Noch mehr Milliarden Euro Bürgschaften oder: Vorwärts mit der IKB
Der IKB-Prozess in Düsseldorf – oder: hat die Staatsanwaltschaft kapituliert ?

zu Zinsswaps
Deutsche Bank, Anlagemüll und die Zinswetten mit hochverschuldeten Kommunen

Zum Abladen von Anlageschrott
Deutsche Bank und CDO’s oder: wie man Schrottpapiere losschlägt und dabei noch einen Riesen-Reibach macht. Drei Beispiele

Zur Deutschen Bank mit weiteren Nachweisen
Deutsche (Skandal-)Bank vor der Verstaatlichung?
Deutsche Bank: „Raubtierkapitalismus“, Staatsknete und rechtswidriges Vorgehen als Geschäftsidee?

Zu Josef Joffe
Israels Premier Benjamin Netanjahu schreibt an ZEIT-Herausgeber Josef Joffe

…. und die Antwort von Josef Joffe und der ZEIT
Deutschlands liberale Wochenzeitung “Die ZEIT” verlangt Löschung einer Satire

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