Krieg

Der SPIEGEL, die Religions-Terroristen, und wie sie bekämpft werden sollten

Dr. Alexander von Paleske —– 27.12. 2016 ——-
Nach dem Anschlag in Berlin setzte die SPIEGEL– Reporterin Susanne Koelbl einen Kommentar online, der vorgibt, Orientierungshilfe und praktische Vorschläge in der Auseinandersetzung mit den Religionsterroristen zu liefern

Da der Kommentar im SPIEGEL und nicht etwa in der BILD Zeitung erschien, sollte man meinen, Hintergrundinformationen und eine substantielle Analyse zu finden.

Autorin Koelbl schreibt:

Viele Argumente spielen den PR-Agenten der Terrorplaner in die Hände. In sozialen Foren zeigen sie die Armut und Ungerechtigkeit in muslimischen Ländern, die Kriege und die Zerstörung in Syrien, Irak, Afghanistan, das Leid der Palästinenser. Schuld daran ist demnach natürlich der Westen, der sich angeblich gegen die Muslime verschworen hat.
Intellektuellere Extremistenkreise wollen angeblich Rache üben für die Kolonialgeschichte, die ihren Ländern eigene Entwicklungschancen raubte.
Dass die Terrorstrategen selbst nichts anzubieten haben, keinen Frieden, keinen Staat, keine Menschenrechte, keinen Fortschritt, geht dabei unter

Anders als die Redakteurin uns glauben machen will, ist der Westen allerdings – neben Saudi-Arabien – Hauptverantwortlicher für diese Brut, die es ohne die Kriege im Irak, Syrien, Libyen Afghanistan, und ohne die Duldung der Ausbreitung des sunnitischen Radikalislamismus durch die Missionierungsarbeit der saudischen Wahabisten (Salafisten) eben nicht geben würde.

Vor allem aber: Ohne den Einmarsch der USA samt seiner willigen Koalitionäre in den Irak , ohne die Anheizung des Bürgerkriegs in Syrien, in dem Irrglauben, Assad in wenigen Wochen vertreiben zu können, und ohne die Unterstützung der Rebellen in Libyen wäre der Terror in dieser globalen Form nicht denkbar gewesen.

Millionen für Terroristen
Millionen wurden in Waffenlieferungen an die sogenannten gemässigten Syrien-Rebellen gesteckt, die grösstenteils schliesslich bei den Radikal-Islamisten der Al- Nusra Froint und den Religionsfaschisten des Islamischen Staates ( IS) landeten.

Gemeinsam ist allen diesen Oppositionellen, dass sie die Scharia – und nicht etwa Religionsfreiheit und Demokratie – wollen. Zwar ist auch Syriens Herrscher Assad kein Demokrat, aber in seinem Land gab und gibt es keine Scharia, wohl aber Freiheit der Religionsausübung.

Ohne diese von Westen initiierten oder massiv unterstützten Kriege gäbe es diese Flüchtlingswelle aus Syrien, dem Irak und Libyen nicht. Mehr noch: Gaddafis Küstenwache unterband das Schleuserunwesen und das Übersetzen von Booten von Libyen nach Europa.

Folgen des Wegschauens
Ohne die Duldung der salafistischen Missionierungsarbeit Saudi -Arabiens in sunnitischen Ländern dank Petrodollars, damit der Propagierung eines mittelalterlichen Lebensstils samt Unterdrückung der Frauen, dem Schalten und Walten der Religionspolizei hätte es die salafistische Bewegung in diesem Ausmass ebenfalls nicht gegeben.

Saudi-Arabien und sein mittelalterlicher Lebensstil ist das Vorbild für die Salafisten – ohne König und rund 8000 parasitäre Prinzen, die den Staat beherrschen, versteht sich.

Statt der Monarchie: einen religiösen Führer, einen Kalifen vom Schlage des Al Bagdadi.

Das saudische Königshaus also – keineswegs aber die strenge Praktizierung der des Islam mit der mittelalterlichen Scharia und deren Durchsetzung bzw. Einhaltung durch die Religionspolizei – ist unter vielen Sunniten verhasst: ausserhalb aber auch innerhalb Saudi Arabiens. Das ist auch die Erklärung dafür, warum sich viele Saudis als Kämpfer in den Reihen von IS, Al Nusra und alQaida wiederfinden, und eine Reihe wohlhabender Saudis diesen Sunni-Terroristen finanzielle Unterstützung gewähren.

Boden bereitet
Nicht nur geduldet wurde die radikalislamische Missionierungsarbeit Saudi-Arabiens, die den Boden für die Islamfaschisten bereitete, sondern diesem Staat, für den Demokratie ein absolutes Fremdwort und die Ausbreitung des Salafismus (Wahabismus) oberste Pflicht ist, sozusagen alles, was der europäische und US-amerikanische Waren-Basar zu bieten hat, von hochmodernen Waffen bis zum Kühlschrank frei Haus geliefert. Milliardengeschäfte gegen Öl.

Ein Staat, dessen Herrscher nun den Yemen, eines der ärmsten Länder der Welt mit Bombardements terrorisieren, und durch Blockadepolitik und Zerstörung der Verbindungswege das Land in eine Hungerkatastrophe treiben – mit Unterstützung des Westens.

Anders als gedacht
Die Terrorstrategen haben also, anders als die SPIEGEL-Redakteurin Koelbl uns glauben machen will, sehr wohl etwas zu bieten – neben dem Himmelreich samt einem Dutzend Jungfrauen nach dem Märtyrertod – ein Kalifat mit Scharia und Religionspolizei, Vollverschleierung der Frauen, und Umdeutung der Vergewaltigung als Ehebruch seitens der Vergewaltigten inbegriffen.

Koelbls Vorschläge
Was schlägt Frau Koelbl nun vor?

Am dringendsten aber brauchen wir eine politische Führung, die nicht weicht vor dem Terror, die Entschlossenheit zeigt und Zuversicht, die weiß, was jetzt zu tun ist, und dies den Bürgern auch erklärt. Eine Kanzlerin, die den Staat mit der ihr zur Verfügung stehenden Macht verteidigt. Und wir Bürger sollten uns weigern zu hassen und den Fehdehandschuh nicht aufheben, den die Strategen des Terrors uns hingeworfen haben.“.

Das packt wohl kaum das Übel an der Wurzel.
Wer den Radikalislamismus bekämpfen will,

– muss mit Saudi-Arabien anfangen, statt westlicher Minister einschliesslich Sigmar Gabriel sich dort die Klinke in die Hand drücken.

– Muss mithelfen, den IS auch aus Syrien und seiner „Kalifat-Hauptstadt“ Raqqa so rasch wie möglich zu vertreiben, also der Schlange den Kopf abhacken.

– Muss akzeptieren, dass Assad allemal die bessere Alternative zu den Islamfaschisten ist. Das Verschwinden von Assad hingegen sofort ein Machtvakuum kreiert hätte, das die Radikalislamisten und Islamfaschisten unverzüglich gefüllt hätten, bevor sie sich gegenseitig an die Gurgel gefahren wären.

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