USA

US-Präsident Donald Trump, Republikaner und MLM’s

Dr. Alexander von Paleske —- 23.1. 2017 —— Der frischgebackene US-Präsident ist dabei, nicht nur sein „America First“ durchzupauken, nebenbei noch neue Worte kreieren zu lassen wie „alternative Fakten“, was früher als „glatte Unwahrheit“ bzw. als „Lüge“ bezeichnet wurde – es ging um die Zahlen der Zuschauer bei der Amtseinführung am 20.1.- da fanden bereits Massenproteste gegen Trump am Tag 1 nach seiner Amtseinführung in aller Welt statt-

MLM und die Republikaner
Hier soll jedoch ein Blick auf die US-MLM (Multi Level Marketing-) Firmen geworfen werden, und deren Querverbindungen zu Trump und seinen Republikanern.
Die Geschäftspraktiken dieser Firmen hatten wir schon mehrfach einer heftigen Kritik unterzogen.

MLM, das sind Firmen wie Amway, Herbalife und die chinesische Firma Tiens, die ihre Produkte im Direktverkauf absetzen.

Vertriebsleute, oftmals Arbeitslose oder Menschen mit Niedrigeinkommen, die zwei oder sogar drei Jobs benötigen, um durchzukommen, werden mit phantastischen Einkommenschancen geködert.

Die brutale Realität
Ein unermüdlicher Streiter gegen die Verkäufer-Rekrutierung-MLM’s, Robert L. Fitzpatrick, schreibt dazu:

– Die Rekrutierung von Netzwerkern in diesen Firmen
ähnele einem Pyramiden-Schema (Schneeballsystem)

– 99% der Netzwerker verdienten netto weniger als 10
US Dollar pro Woche

– Die Totalverluste der „Fusssoldaten“ beziffert er auf
rund 5 Milliarden US Dollar pro Jahr

-84% der Kommissionsgelder gingen an 1% der
Netzwerker

-60% aller Netzwerker seien neu rekrutiert, was auf
einen hohen „Turnover“ schliessen lasse

– 60-90% der Netzwerker gäben früher oder später auf

Besser mit Trump
Immer wieder hatte es im Ursprungsland der MLM’s, den USA, Versuche gegeben, diese Firmen, mit Strafzahlungen zu überziehen, bzw. zu verbieten, jedoch das Geschäft lief weiter: Money go.

Das kann unter Präsident Donald Trump nur noch besser werden, denn der besass in seinem unstillbaren Drang, Multimilliardär zu werden, selbst eine MLM Firma namens Trump Network, die allerdings kollabierte.

Macht nichts, es gibt ja noch andere Möglichkeiten aus diesem MLM Geschäft Geld rauszuschlagen: So wurde Trump Pitchman für die MLM Firma ACN in North Carolina. 1 Million US Dollar bekam er dafür.

Kleines Zubrot
Ein kleines Zubrot neben den Einnahmen aus seiner Schein-Universität (Trump University), deren Diplome mangels staatlicher Anerkennung, wertlos waren.
20 Millionen US Dollar müsste er schliesslich im Rahmen eines Vergleichs für diesen Betrug bezahlen. Gerade noch rechtzeitig vor seiner Amtseinführung.

Insofern ähnlich wie die MLM Firma Herbalife, die ebenfalls eine derartige Schein-Uni namens Universidad del Exito betrieb, , mit der Latinos in den USA aufs Kreuz gelegt wurden.

200 Millionen Dollar musste Herbalife für diesen dreisten Betrug schliesslich hinlegen – da kam der twitternde Donald noch relativ billig davon..

Ein Börsenspekulant, eine Ministerin und ein Arzt
Auch der Börsenspekulant Carl Icahn, der in Herbalife investiert hatte, gehört zum engen Kreis des neuen US-Präsidenten, und war sogar in die engere Wahl für einen Ministerposten gekommen-.

Aber damit noch nicht genug, denn Betsy Devos, Trumps neue Bildungsministerin, deren Plan es ist, noch mehr Kinder,.insbesondere aus der Mittelschicht, auf Privatschulen zu schicken, also den Schulbetrieb weiter zu privatisieren, ist die Ehefrau des Chefs der grössten MLM-Firma, Amway.

Frau Devos ist ausserdem die Schwester eines Herrn, der uns im Zusammenhang mit Söldnerarmeen bereit mehrfach begegnet ist: Erik Prince, Gründer der Söldnerfirma Blackwater (jetzt Academi), die insbesondere durch das brutale Erschiessen von Zivilisten im Irakkrieg Schlagzeilen machte. Eine schrecklich nette Familie sozusagen.

Aber auch der pensionierte Neurochirurg Dr. Ben Carson, als Wohnungsbauminister im Kabinett Trump, hatte die Werbetrommel für eine MLM gerührt: Die Firma Mannatech , eine Firma, die behauptete, mit ihrem Diaetkram, Downs Syndrom, zystische Fibrose und andere Krankheiten heilen zu können. Der Arzt Carson wusste natürlich, dass dies alles Hokuspokus ist, aber Geld stinkt eben nicht, und davon kann man offenbar ohnehin nie genug haben.

Neues Gesetz stützt
Mit so vielen Republikanern im MLM-Geschäft, dürfte die Gesetzesvorlage HR 5230, die MLM Firmen, die auch in Deutschland aktiv sind, schützt, und die von allen MLM Firmen natürlich nachhaltig unterstützt wird, problemlos im Kongress verabschiedet werden.

Zu den MLM’s
Netzwerk-Multi-Level-Marketing: (K)ein Ausweg aus Arbeitslosigkeit und Finanznot?
MLM-Firma Herbalife und eine Schlammschlacht zwischen Wallstreet-Spekulanten
Chinesische Firmen springen auf den MLM-Zug

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