USA

US-Präsident Trump gegen den Rest der Welt (ausgenommen Grossbritannien und Israel)

Dr. Alexander von Paleske —- 21.1.2017 ——–
Mit Pomp und Frank Sinatras Song „My Way“ feierte der neue US Präsident Donald J. Trump seine Amtsübernahme – und mit einer Antrittsrede:

Alles werde jetzt anders werden, der 20. Januar 2017 werde eine Zäsur in der Geschichte der USA. Vor allem kämen jetzt die bisher Vernachlässigten zu Wort, die Macht werde wieder an das Volk zurückgegeben.

Wortgeklingel
Nichts als Wortgeklingel, genau so wie sein Versprechen, den politischen Sumpf von Washington trockenzulegen, und den Einfluss er Banken zu beseitigen. Die Berufung von gleich sechs Bankern der US-Grossbank Goldman Sachs in sein Kabinett bzw. seine Administration spricht eine andere Sprache.

Neben der mit seinem armen Wortschatz staffierten Rede, in der vor allem die Vokabeln „America“ „Great“ „Good People“, immer wieder auftauchten verlor er keine Zeit, der US-Politik seinen Stempel aufzudrücken: Pünktlich um 12 Uhr mit seiner Amtsübernahme verschwanden von der Website des Weissen Hauses die Seiten über den Klimawandel und die Folgen. Sie wurden ersetzt durch Energieindustrie-Seiten.

Natürlich taucht auch die geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko auf, und es verschwand die LGBT- Seite.

Raubtierkapitalismus als Politik
Trump hat nicht nur den allseits spürbaren Klimawandel zu einem „Hoax“ einem Phantasiegebilde degradiert. Er bläst auch zu einer Beseitigung von Umweltauflagen, und damit zu ungehinderter Umweltverseuchung und Raubbau an Ressourcen innerhalb, aber natürlich auch ausserhalb er USA.

Neben dem Versuch der rücksichtslosen Reindustrialisierung, sind das in Wirklichkeit – neben den Einfuhrzöllen – die Hebel, mit denen er glaubt, Amerika wieder gross machen zu können.

Trump propagiert den Raubtierkapitalismus, er spielt den Dompteur, der allerdings, anders als im Zirkus, das Raubtier auf das Volk loslässt. Dazu gehört auch die Beseitigung von Obamas Gesundheitsreform, „Obamacare“, die 20 Millionen US-Bürgern erstmalig gegen Krankheit versicherte. Den ersten Schritt dazu vollzog Trump bereits am Tage der Amtsübernahme.

Dreckige Renaissance
Kohle soll wieder Hauptenergieträger werden. Ein dringend notwendiger Ausbau erneuerbarer Energien stehen nicht auf seinem Politik-Speisezettel.

Trump hat all das bereits im Wahlkampf angekündigt, und seine Rede zur Amtseinführung hat gezeigt: Das war kein Wahlkampfgeklingel.

Panik in den Korridoren
In den Korridoren er Regierungen in Europa breitet sich langsam Panik aus.
Trumpisten in Europa, von Marie Le Pen bis zu Geert Wilders und Frauke Petry wittern hingegen Morgenluft. Sie trafen sich heute in Koblenz, um auf dem Rücken des Trump-Tigers mit populistischen Parolen und Ausländerfeindlichkeit auch in Europa die Macht zu übernehmen und aus der EU auszutreten.

Enttäuschte Erwartungen
Alle, die sich der Illusion hingegeben hatten,Trump würde versöhnlichere Töne finden, sahen sich bitter enttäuscht.

„Amerika first“ – das ist nicht nur eine Floskel, sondern von Trump sehr ernst gemeint. Er unterliess es hinzuzufügen, dass er dies notfalls mit Brachialgewalt durchsetzen werde – gegenüber anderen Staaten.


America First – For the rest of the world the fist (die Faust)

Multinationale Organisationen, wie EU, UNO, Weltbank, IMF, WTO und NATO sind für ihn überflüssige Einrichtungen. Er will alleine entscheiden, wohin die US Soldaten marschieren, wer Geld bekommt, und nur mit einzelnen Staaten verhandeln, nicht jedoch mit Staatengemeinschaften , so lassen sich die Amerika First-Ziele effektiver durchsetzen.

Lächerliche grüne Ansichten
Geradezu lächerlich, was der Obergrüne und Pseudolinke Jürgen Trittin zum Amtsantritt Trumps und dessen Rede zu sagen hatte:

Trump will Amerika einmauern. Er macht Amerika nicht groß, sondern klein. Protektionismus wird Programm. Amerika ist unter Trump als weniger verlässlicher Partner. Angesichts dieses Rückzuges der Amerikaner muss Europa zusammenstehen und einstehen für unsere multilaterale Weltordnung. Die USA zögen sich nun von der Weltbühne zurück. Donald Trump richtet den Blick nach innen, Trumps Wahlkampfmotto „America First“ werde zum Motto seiner Präsidentschaft. Er zeichnet ein düsteres, völlig verzerrtes Bild von einem Amerika am Boden.“

Harmloses Gerede von einem Politiker, der auf der Bilderberg-Geheimkonferenz 2012 das Schulterreiben mit Militärs, Industriebossen und westlichen Politikern suchte, und der offenbar noch nicht begriffen hat, dass der neue US-Präsident der Welt den Trump-Stempel aufdrücken will: Die Importe sollen drastisch zurückgefahren werden, die Firmen sollen so gezwungen werden, in den USA zu produzieren, ansonsten mit höheren Zöllen bzw. Strafzöllen belegt, gleichzeitig sollen natürlich die US-Exporte hochgefahren werden.

Sollten die betroffenen Länder ebenfalls die Importzölle für US-Waren erhöhen, dürften sie mit drastischen Aktionen Trumps rechnen. Ein Handelskrieg mit China, aber auch der EU steht so auf der Tagesordnung.

Da derartige Aktionen gegen die Grundsätze der WTO, der Welthandelsorganisation, verstossen, muss mit dem Austritt der USA gerechnet werden.Das ganze Welthandelsgefüge dürfte so aus den Fugen geraten.

Hinzu kommt Trumps aggressive Politik gegenüber China in der Taiwan-Frage und den Inseln im südchinesischen Meer.

Profitieren von den Fehlern Obamas
Natürlich wird Trump nicht gleich seine Provokationstour beginnen, sondern zunächst in Zusammenarbeit mit Russland sein Versprechen wahr machen, die Terrorhöhle der Radikalislamisten in Raqqa/Syrien auszuräuchern. Syriens Staatschef Assad und sein Verbleiben im Amt sind kein Thema.

Dass Trump hier punkten kann und wird, ist das Resultat einer völlig fehlgeleiteten Politik des Ex-US-Präsidenten Obama und seiner westlichen Verbündeten.

Trump wird Russland zuvor einige Zugeständnisse machen, wie die Anerkennung der Krim als Teil Russlands, die Nichtaufnahme Georgiens und der Ukraine in die NATO, und die Lockerung und dann Aufhebung der Sanktionen. Bei diesen Entscheidungen haben die Europäer sicherlich nichts mitzureden, das werden höchstpersönliche Abmachungen zwischen Putin und Trump.

Jetzt rächt sich die ganze – auch von den Grünen frenetisch applaudierte – fehlgeleitete Politik gegenüber Russland und der Ukraine, einschliesslich der Sanktionen, die bereits der verstorbene ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt als „dummes Zeug“ bezeichnet hatte.
Dass Russland die jetzt bestehende Gefahr der Desintegration der EU freudig begrüsst, ist nur allzu verständlich.
Die ganze Ostpolitik er Merkel/Gabriel-Koalition liegt in Trümmern, und wird von Putin und Trump mit einem Handschlag entsorgt werden.


Von kurzer Dauer

Diese „Freundschaft“ dürfte allerdings von kurzer Dauer sein, denn im Palästinakonflikt, und im Konflikt mit dem Iran, wo Trump bedingungslos die aggressive Politik Israels unterstützt, werden die gegensätzlichen unvereinbaren Interessen brutal aufeinanderstossen, und das Ende des politischen Honeymoons zur Folge haben.

Europa – aber nicht nur Europa – stehen harte Zeiten bevor.

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