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Südafrika nach Mandela: Kein Glück mit seinen Nachfolgern

Dr. Alexander von Paleske —– 6.8. 2017——-Übermorgen wird über einen Misstrauensantrag der Opposition gegen Südafrikas Präsident Jacob Zuma im Parlament abgestimmt


Jacob Zuma
.
Nur bei geheimer Abstimmung
Chancen hat der Antrag jedoch nur, wenn geheim abgestimmt wird, denn nur dann würden auch eine Reihe von ANC Mitgliedern gegen ihren Parteivorsitzenden und Präsidenten stimmen.

Die Angst, sich öffentlich, also in nicht geheimer Abstimmung gegen ihn zu wenden ist gross, zu gross..
Eine Parlametsabgeordnete des ANC, Makhosi Khosa, die das ankündigte, bekommt seitdem Todesdrohungen.


Makhosi Khosa ….Morddrohungen erhalten

Zustimmungswerte auf Talfahrt
Die Zustimmungswerte Zumas, selbst in einer eigenen Partei dem Afrikanischen Nationalkongress, (ANC), bröckeln.

Eine Korruptionslawine überzieht das Land. An erster Stelle steht der Präsident selbst, der sich in die Fänge einer indischen Familie namens Gupta begab. Die hatten rechtzeitig auf das richtige Pferd gesetzt, und Zuma unterstützt, als der sich gegen Vorwürfe der Vergewaltigung vor Gericht verantworten musste, und in seinem Kampf um den Vorsitz des ANC begann..

Die Guptas nutzten die Beziehung, nachdem Zuma Präsident geworden war, weidlich aus, aus, bestachen den Präsidenten, bekamen wiederum Infos, wer demnächst seinen Ministerposten zu räumen hatte, und gaben die Infos an Interessierte weiter. Sie demonstrierten damit gleichzeitig, welchen Einfluss sie auf den Präsidenten hatten, was ihnen wiederum Tür und Tor für weitere lukrative Geschäfte öffnete.


Zuma-Gupta-Netzwerk

Guptagate 2013
Im Jahre 2013 durfte die Hochzeitsgesellschaft der Guptas, aus Indien angereist, auf dem Militärflughafen Waterkloof landen, und dann mit einer Blaulichtkolonne zum Zielort Sun City. zu fahren. Als das aufflog, wurde der Skandal zum Guptagate, die korrupte Beziehung war damit jedoch nicht am Ende.

Rassenkonflikte anheizen
Als die Presse immer neue Skandalverflechtungen zwischen den Guptas und Zuma aufdeckte, und in den Besitz von kompromittierenden E-Mails kam, verfiel der Gupta Clan auf den teuflischen Plan, mit Hilfe der britischen PR Agentur Bell Pottinger eine kleine schwarze linke Gruppierung aufzupäppeln, und gegen weisse Journalisten aufzuhetzen. Ebenso eine Kampagne in den sozialen Netzwerken mit Anstachelung zum Rassenhass zu starten.
Und das in einem Land, wo der Konflikt zwischen Schwarz und Weiss weiter schwelt.

Dass der Konflikt nicht zum offenen Gewaltausbruch kam,, das Land in Flammen aufging, ist einzig der Versöhnungspolitik Nelson Mandelas seinerzeit zu danken.

Die Sache flog auf, die PR-Agentur Bell Pottinger zog sich zurück.

Verflechtungen ohne Ende
Aber die Verflechtungen des Gupta-Clans mit Zuma gingen noch wesentlich weiter. Zuma, für den Polygamie eine Selbstverständlichkeit ist, konnte als Resultat stolz auf 22 Kinder blicken. Einen Teil davon nahmen die Guptas in ihr Wirtschaftsimperium auf, das Kohle, Eisenerz und noch einiges mehr umfasst, und auf 700 Millionen US-Dollar geschätzt wird.

Aber Zumas Korruptionsaffären begannen weit früher. Bereits bei Amtsantritt wurde ihm Korruption in mehr als 700 Fällen vorgeworfen. Natürlich alles abgestritten

Kein Glück mit Mandelas Nachfolgern
Nein, Südafrika hat kein Glück mit den Mandela-Nachfolgern gehabt.
Zunächst war es Thabo Mbeki, der 300.00 Menschenleben auf dem Gewissen hat, weil er, gestützt auf den Unfug der HIV-AIDS Leugner, darunter auch der deutsche Arzt Claus Köhnlein, es unterliess, den HIV-Kranken die nötigen antiretroviralen Medikamente zur Verfügung zu stellen.
Mbeki behauptete, die HIV-Infektion würde nur bei Armut und Hunger zu AIDS führen. An diesem tödlichen Aberglauben hält er bis heute fest.

Ausserdem fädelte Mbeki den Korruptions-Waffendeal ein, an dem auch die deutsche Firma Ferrostaal in unerquicklicher Weise beteiligt war, wir berichteten ausführlich darüber.

Griff in die Ladenkasse
Während die Regierung Zuma, nach einer kurzen Interimsregierung unter Kgalema Motlanthe endlich mit dem Mbeki-HIV-Unfug aufräumte, zeigte sich der Präsident Zuma weiter sehr empfänglich für finanzielle Zuwendungen: sei es, dass er selbst in die Staats-Ladenkasse griff, um seinen Alterssitz in Nkandla, in der Provinz KwaZulu Natal, richtig stattlich einzurichten, was das Verfassungsgericht des Landes schliesslich verbot,und ihn zur Rückzahlung verurteilte. Sei es, dass er weiter korrupte Beziehungen pflegte.

Kommunalwahlen haben dem ANC als Resultat massive Verluste beschert, die Gewerkschaft der Minenarbeiter NUM, und die kommunistische Partei haben ihm das Vertrauen entzogen

Aber der ANC hält letztlich – trotz Zuma – zusammen. Darauf baut der Präsident, und so wird aller Voraussicht nach die Parlamentspräsidentin Mbete eine öffentliche Abstimmung über den Misstrauensantrag ansetzen, womit Zuma gerettet wäre –
vorerst jedenfalls.

Neuer ANC-Präsident
Im Dezember soll ein neuer ANC- Vorsitzender gewählt werden. Aussichtsreichster Kandidat ist Cyril Ramaphosa. Aber auch eine Ex-Ehefrau von Zuma hat ihren Hut in den Ring geworfen: Nkosana Dlamini-Zuma-

Zumas reguläre Amtszeit als Präsident Südafrikas läuft erst im üebernächsten Jahr ab, aber vielleicht ergeht es ihm so, wie seinem Vorgänger Thabo Mbeki: Der trat vorzeitig ab, als der ANC nicht Mbeki sondern Zuma zum Präsidenten gewählt hatte.

Pleitegeier über Fluggesellschaft
Wie katastrophal sich die ganze Patronage-Politik der Regierung auswirkt, das lässt sich am desolaten Zustand der Staatsluftlinie South African Airways beobachten.
Einst Platzhirsch in den südlichen Lüften, ist die Luftlinie jetzt technisch bankrott, und muss mit Milliardenbeträgen vor dem Konkurs gerettet werden. Gelder, die zur Armutsbekämpfung dringend woanders gebraucht werden. Das Resultat der Berufung inkompetenter Manager .

Derweil scharren die Radikalinskis der EFF (Economic Freedom Fighters) mit den Hufen, angeführt von ihrem Vorsitzenden Julius Malema, für den Drang nach Reichtum durch korrupte Geschäfte, als er noch die Jugendliga des ANC anführte, kein Fremdwort war.. Die EFF Kämpfer hoffen, mit Radikalparolen aus der politischen Mottenkiste die Wähler für sich gewinnen zu können.

Südafrika geht unruhigen Zeiten entgegen.

NACHTRAG 7.8.2017
Soeben wird gemeldet, die Stimmabgabe morgen wird geheim sein

NACHTRAG 8.8.2017
Präsident Zuma hat sein 8. Misstrauensvotum überstanden. Der Misstrauensantrag wurde mit 198 gegen 177 Stimme abgewiesen.

Von den 177 Ja-Stimmen kommen 26 von Zumas Partei, dem ANC.

Auch die 9 Stimmenthaltungen dürften aus Zumas Partei stammen

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