SATIRE

SPD-MdB Ulla Schmidt: Warum ich noch einmal richtig zulange

Dr. Alexander von Paleske —- 1.3. 2018 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Ulla Schmidt, MdB
SPD-Fraktion
Arbeitskreis soziale Gesundheitspolitik
Bundestag
Berlin

Guten Tag Deutschland,
guten Tag liebe SPD-Genossinnen und Genossen,

Ich bin’s, die Genossin Ulla, Bundestags-Abgeordnete der SPD.

Im letzten Bundestag noch Vizepräsidentin, jetzt einfache Abgeordnete.

Grossartige politische Karriere
Ich habe eine grosse politische Karriere hingelegt:

– Zunächst als Kommunistin in der Massenorganisation “Gesellschaft zur Unterstützung der Volkskämpfe (GUV). des Kommunistischen Bundes Westdeutschlands (KBW) “

Mein Ziel war es, aktiv mitzuhelfen, die proletarische Revolution zu verwirklichen und die Kapitalisten zum Teufel zu jagen.


Das bin ich, die Ulla

Auf Demonstrationen rief ich

“Vorwärts im Kampf für die Rechte der Arbeiterklasse und des Volkes, Vorwärts im Kampf für den Sieg des Sozialismus”

So glaubte ich, mich auch selbst aus meinem sozial unerträglichen Hartz IV-ähnlichem Dasein befreien zu können.

0,1 % bei Wahlen
Ich kandidierte – allerdings ziemlich erfolglos – für den KBW bei der Bundestagswahl 1976, und erhielt in meiner Heimatstadt Aachen lediglich 0,1% der Stimmen.

– Dann, nachdem ich erkannt hatte, so lässt sich keine politische Karriere machen, schloss ich mich der SPD an, wurde unter der Obhut des dortigen SPD-Vorsitzenden Dieter Schinzel Ratsfrau in Aachen.

– Schliesslich schaffte ich es in den Bundestag . Dort fühlte ich mich bei der rechten Kanalarbeiter-Genossen-Riege, die sich auch Seeheimer Kreis nennt, am besten aufgehoben.

– Dann ein weiterer Karrieresprung: Bundeskanzler Schröder holte mich 2001 in sein Kabinett als Ministerin für Volksgesundheit und sonstiges Soziale.
Es war mein Karrieregipfel. In dieser Funktion konnte ich erfolgreich viele sehr soziale Massnahmen auf den Weg bringen; die ich hier im einzelnen noch einmal darstellen möchte:

– Die Einführung der Praxisgebühr, welche die Arbeitgeber entlastet und die Patienten ermutigt, sich solidarisch an den Gesundheitskosten zu beteiligen. Gleichzeitig weniger den Arzt aufzusuchen und somit die Gesundheitsvorsorge fördert.

– Der volle Beitrag zur Krankenkasse bei den Betriebsrenten, was wiederum die Arbeitgeber entlastet

– Schliesslich mein grosses Projekt zur drastischen Reduzierung der Krankenhausbetten: Die Einführung der Fallpauschale, die sicherstellte, dass vielen kleineren bürgernahem Krankenhäusern finanziell die Luft ausging. Mit chronisch kranken multimorbiden Patienten können dank der Fallpauschale die Kosten nicht mehr gedeckt werden.

Flanellmännchen am Drücker

In den Schwerpunktkrankenhäusern hatten von nun an die Flanellmännchen, sprich: Betriebswirtschaftler, das Sagen und sorgten dafür dass auch völlig überflüssige Operationen und Behandlungen selbst bei Todkranken durchgeführt wurden, damit die Krankenhaus-Ladenkasse ordentlich klingelte.

Ärzte, die sich aus medizinisch-ethischen Gründen dieser Ökonomistendiktatur nicht beugen wollten, wurden abgegangen ,. Weg ohne Schaden

Stehe bis heute dazu

Ich stehe bis heute zu diesen und anderen segensreichen Massnahmen, die der Verbesserung der Volksgesundheit dienen. Dazu zählt auch die Abschaffung der vielen kleineren Krankenkassen. Die dort Versicherten mussten sich eben eine andere Kasse suchen.

Enorme Bezahlung für enorme Leistung
Bei diesen enormen Leistungen für die Volksgemeinschaft ist es doch klar, dass dies nicht mit einem einfachen Abgeordnetengehalt (Diät) abgegolten ist, also läppischen 9542 Euro plus der völlig unzureichenden steuerfreien Aufwandspauschale von 4340 Euro pro Monat.

Niemand kann von einem Leistungsträger wie mir verlangen, bei Ikea, Aldi oder Penny einzukaufen

Lukrativer Dienst für Kapitalisten

Da lag es nahe, mich bei den früheren Feinden, den Kapitalisten, erfolgreich anzudienen.

So bekomme ich ein nettes Zubrot in variabler Höhe zwischen 3500 und 7000 Euro pro Monat, sodass ich auch im Spanienurlaub mir einen Daimler-Mietwagen leisten leisten kann:

– Ich bin Verwaltungsrätin für die schweizer Pharmafirma Siegfried Holding AG dank meiner profunden Kenntnisse im Gesundheitsbereich, obwohl ich eigentlich gelernte Lehrerein bin.
Die Firma war auch so liebenswürdig, mir ein Zusatzhonorar in Höhe von 70.000 Euro zukommen zu lassen.

– Ich sitze im Verwaltungsrat der Firma K+S Sozialbau, die Altersheime baut,

– und schliesslich auch noch bei der Firma Philips GmbH.

Welch ein schöner warmer Geld-Regen sich da aus allen Himmelsrichtungen über mich ergiesst.
So habe ich es dank harter Arbeit geschafft, zur
Abgeordneten mit den höchsten Nebeneinnahmen aufzusteigen.

Meine Entscheidung, mich vom Kapitalistenfeind zu deren Freund weiterzuentwickeln, hat sich also pekuniär sehr gelohnt.

Heute kann ich sagen: nichts ist schöner und lukrativer als sich in die Dienste von Kapitalisten zu stellen.

Will nicht warten
Anders als Gasprom-Schröder und der ehemalige Grösste Deutsche Aussenminister aller Zeiten (GröDAAZ), der Joseph Martin (er nennt sich Joschka) Fischer, sah nicht ein, dass ich warten sollte, bis ich meine Politikerkarriere an den Nagel gehängt habe. Nein: Ich habe gelernt: Vom Geld kann man nie genug haben, und die Firmen wollen ja, dass ich politisch einflussreich bleibe, um so manches unerquickliche Gesetzesvorhaben zu entschärfen.

Mit sozialistischen Grüssen

SPD-Ulla (Schmidt), MdB

Zu Ulla Schmidt
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linkSPD-Ulla Schmidt schreibt an SPD-Hoffnungsträger Peer Steinbrück


Zu J.M. Fischer

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