spionage

US-Militärorden für BND-Agent

Harald Haack – Hat nun auch Deutschland seinen Geheimdienst-Skandal? Laut eines „Panorama“-Informanten halfen BND-Agenten den ehemaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein während seiner Flucht zu lokalisieren.

Die vom Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder oft beteuerte Friedensliebe half ihm 2002 die Bundestagswahl zu gewinnen. Doch seine BND-Agenten dachten nicht nur anders, sie handelten auch anders – entgegen der damaligen Haltung der rot-grünen Bundesregierung. Gegenüber dem US-Militär entschuldigten sie sich für ihre Arbeitgeber und spionierten auf Bitte der Amerikaner. Dies brachte zumindest einem BND-Agenten einen US-Militärorden ein, wie das Hamburger Politmagazin „Panorama“ voraussichtlich heute Abend im Ersten deutschen Fernsehen (ARD) berichten wird. Aber so ganz sicher ist die Ausstrahlung der Reportage offenbar noch nicht, denn Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der damals als Kanzleramtschef für den BND verantwortlich und mutmaßlich über das regierungsfeindliche Verhalten einiger im Irak tätiger BND-Agenten informiert war, wollte sich laut der Nachrichtenagentur Reuters nicht dazu äußern. Er begründete sein Schweigen damit, man werde die zuständigen Parlamentarischen Gremien informieren.

Diese Information kommt zwar spät, doch offenbar rechtzeitig als Unterstützung für Kanzlerin Merkels bevorstehendem Kriechgang zu Bush ins Weiße Haus.

PANORAMA im Ersten (ARD)
Donnerstag, 12. Januar 2006 – 21:45

spionage

Eingelullte Schweizer Presse?

Stephan Fuchs – Das als „Geheim“ klassifizierte Faxschreiben über CIA-Verhörzentren und dessen Veröffentlichung im «SonntagsBlick» wirft hohe Wellen in der Schweiz. Gestern verurteilte der Bundesrat die Weiterleitung dieses Dokumentes an die Presse ebenso wie dessen Veröffentlichung im „SonntagsBlick“. Wer so handle, schädige Ansehen und Glaubwürdigkeit unseres Landes und mache sich ausserdem strafbar, meinte der Bundesrat. Kein Wort zum Inhalt des Fax.


„Über solche Dokumente spricht man nicht „

Der Justizminister Christoph Blocher sagte zu dem Faxschreiben: „Über solche Dokumente spricht man nicht – und auch nicht darüber, wer zu welchem Zeitpunkt in sie Einblick hat.“ Auf Journalistenfragen gaben sich Christoph Blocher und der ehemalige Informationschef des Militärdepartaments und jetzige Bundesratssprecher Oswald Sigg äusserst zugeknöpft. Die Frage, welche Stellen denn zuständig seien, überging Sigg. Aber, so sagte Sigg vor den Medien im Bundeshaus klar, dass sich die Verantwortlichen strafbar gemacht hätten. Kein Wort zum Inhalt des Fax.

Dafür wurde der Strategische Nachrichtendienst kategorisch in Schutz genommen und der Bundesrat attestierte ihm vorschrift- und gesetzesmässiges Vorgehen. Die aufgefangene Meldung sei analysiert und den zuständigen Stellen zur Verfügung gestellt worden. Welche Stellen, wollte Sigg nicht erwähnen, obwohl das ein Kern der Antwort und vielleicht zum Loch wäre.

Der Bundesrat hielt fest, dass das fragliche Dokument Informationen enthält, die bereits öffentlich bekannt sind, aber nach wie vor nicht verifiziert werden konnten. Im Rahmen der parlamentarischen Kontrolle würde der Bundesrat die Geschäftsprüfungsdelegation des Parlaments ausführlich über den Vorfall informieren. Somit bleibt das Rätsel intern. Auch die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gegen den «SonntagsBlick» sowie das vom Oberauditor eingeleitete militärgerichtliche Verfahren gegen den Chefredaktor und zwei Journalisten der Zeitung habe der Bundesrat zur Kenntnis genommen. Und das war es dann auch schon.

Die Schweizer Presse – ausser die Boulevard Zeitung Blick, die Zeitung die den Stein ins Rollen brachte, stellt sich in ihrer Berichterstattung fast ausnahmslos hinter den Bundesrat. Einhellig berichten sie, dass das Ansehen der Schweiz bei befreundeten Diensten massiv gelitten habe. Ein Vertrauensverlust sondergleichen sei eingetreten, obwohl die wichtigen Geheiminformationen der anderen Dienste für die Schweiz „Lebensnotwendig“ seien. „Grossen Schaden zugefügt“ titelt die Süddostschweiz, „Publikation Fatal“ titulieren andere. Der Bund schrieb, „Fax bringt kaum Neues.“

Dadurch wird dem Sonntagsblick die mediale Unterstützung und die Rückendeckung der Journalistengilde entzogen und liefert den Chefreaktor und die zwei Journalisten ans Messer der Militärbehörden aus. So gesehen haben die Bundeshaussprecher in der heissen ersten Phase grandios gearbeitet und haben die Tageszeitungen auf Bundestreuen Kurs gebracht. Die im Bundeshaus „embedded“ Journalisten haben sich wohl von den Recherchen und der Verantwortung gegenüber einer enormen Tragik verabschieden müssen.

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terror

Bombendrohung gegen Westschweizer Fernsehen

Das Hauptgebäude des Westschweizer Fernsehens (TSR) in Genf ist heute Mittag wegen einer Bombendrohung evakuiert worden.

Die telefonische Bombendrohung ging nach 14 Uhr bei der Genfer Polizei ein. Eine männliche Stimme kündigte an, dass sich eine Bombe im Fernseh-Gebäude befinde. Die Polizei beschloss um 14.30 Uhr, das Hochhaus mit 500 Beschäftigten am Quai Ernest-Ansermet zu evakuieren. Die Umgebung wurde abgesperrt.


Erste Bombendrohung seit dem Geheimdienstskandal

Die Polizei begann das Gebäude mit Hunden zu durchsuchen. Sie konzentrierte sich dabei auf das Sendezentrum und jenen Teil des Gebäudes, in dem die Aktualitätssendungen produziert werden. Um 16.30 Uhr gab die Polizei Endalarm.

Die rund 500 Beschäftigten wurden nach der Evakuierung aus dem TV-Turm zur Eishalle von Les Vernets gebracht. Nicht das gesamte TSR-Personal war betroffen. Denn etwa die Hälfte der Beschäftigten arbeitet wegen Renovationsarbeiten im Fernseh-Turm zurzeit im Charmilles-Quartier in einem Provisorium, wie eine TSR-Sprecherin sagte. Die Programme des TSR wurden dank der automatischen Sendesteuerung durch die Evakuierung nicht beeinträchtigt.

Das Westschweizer Fernsehen war bereits vor anderthalb Jahren Ziel einer Bombendrohung gewesen. Damals handelte es sich um eine schriftliche Drohung, die von der Polizei als nicht ernst zu nehmend eingestuft wurde.

Telefonnummer führte zum Verdächtigten
Gegen Abend wurde der mutmassliche Anrufer dingfest gemacht. Nach Polizeiangaben handelt es sich um einen etwa 30-jährigen Kongolesen. Die bei der Notrufzentrale angezeigte Telefonnummer habe die Polizei auf seine Spur geführt, sagte ein Sprecher.

Über das Tatmotiv des Mannes wusste die Polizei am Abend noch nichts. Er muss sich wegen Schreckung der Bevölkerung verantworten.

Ihm drohen bis zu drei Jahre Zuchthaus.

Wie die TSR-Sprecherin Barbara Balmer auf Anfrage sagte, wurde der Sendebetrieb wegen der Bombendrohung und der Evakuierung nicht gestört. Die Sendungen seien bis 18 Uhr dank einem «Autopiloten» über den Kanal gegangen.

zeitgeschichte

LSD Entdecker feiert 100. Geburtstag

Stephan Fuchs – Heute wird der Entdecker der Hippie-Droge LSD, Albert Hoffmann, 100-jährig. 1943 entdeckte der in der Nähe von Basel lebende Schweizer, damals als Chemiker bei der Basler Sandoz tätig, LSD. Dass er als „Mr. LSD“ in die Geschichte eingeht, überrascht ihn nicht sonderlich. LSD sei schon etwas Besonderes, da es das Bewusstsein verändere, und diese Fähigkeit unterscheide ja den Menschen vom Tier.


Massenhaft LSD getränkte Löschpapierstreifen als Eintrittskarten ins Land magischer Visionen

Während Hofmanns Experimenten gelangt zufällig eine Spur LSD in seinen Körper. Drei Tage später macht der damals 37-jährige einen Selbstversuch mit 250 Millionstelgramm Lysergsäure-Diäthylamid und erlebt dabei den ersten LSD-Trip der Menschheitsgeschichte. Die Erfahrung ging als „Bicycle-Day“ in die Geschichte ein, da er auf dem Fahrrad unterwegs war. Man sehe, höre und fühle unter LSD-Einfluss anders als sonst: sehr intensiv – und das bei äusserst niedriger Dosierung.

Kreativitäts- und CIA Droge
Die Bicycle-Day-Erfahrung wollte von einer ganzen Generation nachvollzogen werden und so wurde LSD in den 60er Jahren zu einer der wichtigsten Drogen der Hippiekultur. Nicht von ungefähr, die CIA half mit: Der Stoff kam nach Amerika, bis die Bewegung der Blumenkinder auf ihrer Suche nach Bewusstseinserweiterung massenhaft LSD getränkte Löschpapierstreifen als Eintrittskarten ins Land magischer Visionen benutzte. Die Eintrittkarten wurden rege verteilt, und in Eintrittskarten in die psychiatrischen Kliniken umgetauscht. Die Flower-Power-Generation wurde zum Trip. Sicher, das war lustig! Welch fantastische Bücher wurden geschrieben, welch fantastische Platten aufgenommen, welche wahnsinnigen Ideen und Phantastereien wurden geboren. Ohne LSD keine Subkultur.

Die Schattenseite jedoch war ein Drama sondergleichen, denn viele der Versuchsmenschen wussten nicht, dass sie auf den Trip geschickt wurden. Viele waren Teil des vom CIA gesponserten MK-ULTRA-Projekts. Psychisch Kranke, Gefangene, Soldaten, Zivilisten. Sie sprangen aus den Fenstern, haben sich umgebracht, endeten in immerwährende Psychosen, als zerrüttete zweigeteilte Wesen im Schatten ihrer Angst. LSD hat genau so viel Kunst erschaffen wie es Leben zerstörte.

MK ULTRA
Mit dem verheerenden Projekt MK ULTRA wurde auf Befehl des CIA-Direktors Allen Dulles im April 1953 begonnen. Dulles Rede vom 10. April 1953 war, wie Thomas Barth im TP treffend schreibt „die berühmte Brain-Warfare-Rede“ des frischgebackenen CIA-Direktors. „Kriegsführung mittels des Bewusstseins“ beschrieb Dulles diese neu aufkommende Phase im Kalten Krieg. In diesem öffentlichen Bericht erklärte Dulles, dass die Russen „jetzt Gehirn verändernde Techniken anwendeten, […] so subtil und bezüglich unseres Lebens so verabscheuungswürdig, dass wir davor zurückschrecken, dem ins Auge zu sehen. […] Der Verstand der ausgewählten Einzelpersonen, die solcher Behandlung unterworfen werden, […] wird der Fähigkeit zu eigenen Gedanken beraubt, […] neue Techniken waschen das Gehirn rein […] und neue Gedanken [werden gelegt], die das Opfer papageienartig wiederholt. […] Solcherart konditionierte Individuen können nur noch die Gedanken wiederholen, die in ihrem Verstand durch Vorgaben von außen eingepflanzt worden sind. In Wirklichkeit wird das Gehirn […] ein Plattenspieler, der eine Platte spielt, die von einem Geist von außerhalb aufgelegt wurde, über den es keine Kontrolle mehr hat.“ Dies die Worte von Allan Dulles.

MK ULTRA war offensichtlich eine Reaktion auf Gedankenkontrolltechniken, die angeblich von Sowjets, Chinesen und Nordkoreanern gegen US-Kriegsgefangene im Koreakrieg eingesetzt wurden. Neben dem Willen, ähnliche Methoden auf die eigenen Gefangenen anzuwenden, hatte die CIA auch Interesse daran, fremde Herrscher mit derartigen Techniken manipulieren zu können. Später soll es auch mehrere Pläne gegeben haben, Fidel Castro zu beeinflussen.

MK ULTRA aufgedeckt
Im Wilson Health Care Center in Gaithersburg im Staate Maryland verstarb am 27. Mai 2005 John K. Vance. Jener Mann, der das Projekt CIA intern aufgedeckt hat und dem es sehr wahrscheinlich zu verdanken ist, dass MK ULTRA gestoppt wurde. Vance doktorierte während des zweiten Weltkrieges an der Harvard University und arbeitete im Nachkriegsdeutschland für das Nürnberger Tribunal. 1947 trat er in den Dienst der CIA, von 1960 – 1963 war er in der Gruppe des Generalinspektors der CIA. John K. Vance stolperte bei einer Generaluntersuchung der Technical Service Division im Frühling 1963 über unhaltbare Vorgänge im Geheimdienst. Dabei entdeckte er, dass LSD und andere bewusstseinsverändernde Drogen an unfreiwilligen Versuchspersonen im Test stehen. Einer der berühmteren Testpersonen unter ihnen war der US-Schriftsteller Ken Kesey, der Autor des Wunderwerkes „Einer flog übers Kuckucksnest“.

Vance’s Report schrieb: „The concepts involved in manipulating human behavior are found by many people both within and outside the agency to be distasteful and unethical.“ Trotzdem gehen viele Nachforscher davon aus, dass das Programm in Kult-Gruppen weiterlief und womöglich mit neueren Designerdrogen wie GHB und MDMA in Gang bleibt. Das Applied Research Laboratory Team verlangt zum Beispiel die Realisation waffenfähiger psychiatrischer und betäubender Pharmazeutika, wie auch illegaler „Club-Drogen“, so zum Beispiel MDMA ähnliche Substanzen oder die „date rape drug“ GHB.

Das Comeback von LSD
Hofmann weist auch auf therapeutische Erfolge mit LSD in der Psychoanalyse vor dem Verbot hin. Inzwischen haben sich führende Wissenschafter aus den USA und Europa dafür ausgesprochen, dass das weltweite LSD-Verbot für Forschung und Therapie gelockert werden sollte. Während diese wissenschaftlichen Liberalisierungs-Bestrebungen noch harzen, hat LSD als Droge bereits ein Comeback hinter sich: In den 1990er-Jahren kam es mit der Techno-Szene wieder kurz in Mode.

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Ex-Geheimdienstchef vermutet gezielte Aktion

Der ehemalige Geheimdienstchef Peter Regli mutmasst, die Veröffentlichung des geheimen Fax zu CIA-Gefängnissen in Osteuropa könnte erwünscht gewesen sein.


Erstaundlich, dass das fax nicht chiffriert war

«Es ist möglich, dass das eine gezielte Operation war in der Hoffnung, dass das der eine oder andere publik macht, damit man den Amerikanern einmal mehr an den Karren fahren kann», sagte Regli gestern in einem Interview von «Radio 24».

Es sei nämlich erstaunlich, dass das Fax nicht chiffriert gewesen sei, wie sonst bei wichtigen Angelegenheiten üblich. Er hoffe, dass im Zuge der Untersuchung der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin, die den Fax weitergegeben hat, gefunden und bestraft werde.

Als Täter kämen nicht nur Leute des Nachrichtendiensts in Frage. «Die Bundesverwaltung ist gross, das Leck kann irgendwo sein», sagte er. Die Veröffentlichung des Fax durch den «Sonntagsblick» halte er im Übrigen für gleich schlimm wie den Verrat des Mitarbeiters.

Brigade 41 – Sie liefern perfekte Leistungen ab
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Brigade 41 – Sie liefern perfekte Leistungen ab

Stephan Fuchs – Noch im Oktober 2005 lobte der Chef der Schweizer Armee, Korpskommandant Christophe Keckeis anlässlich des Rapports 2005 im Kulturcasino Bern die Führungsunterstützungsbrigade 41, kurz FU Br 41 mit den Worten: „Sie liefern perfekte Leistungen ab. Er gab der Brigade ein dickes Lob mit auf den Weg.


Dass die vier Schwestern Interesse daran haben sich mit dem grossen Bruder in Amerika anzulegen darf bezweifelt werden.

Was die Brigade 41 an perfekten Leistungen abliefert sind unter anderem Nachrichten. Nachrichten aus dem All, Funkverkehr, Botschaftsfunk. Sie betreiben die Führungsanlagen HQ der Landesregierung und der Armee und die Systeme für die Elektronische Kriegsführung. Sie stellen die Dienstleistungen und Systeme für besondere Aufgaben wie Informatik, Kryptologie und Sprachspezialisten für Übersetzungen bereit. Die Brigade verfügt über 15 aktive Bataillone und zwei Reserve-Bataillone. In der FU Br 41 leisten 14’000 Angehörige der Armee ihren Militärdienst, 950 davon sind Offiziere.

Der Begriff Führungsunterstützung (FU) umfasst sämtliche zur Führung von Einsätzen benötigten Infrastrukturen, Hilfsmittel und Dienstleistungen. Den Verantwortlichen wird eine sichere und geschützte Arbeitsumgebung mit den notwendigen Kommunikations- und Informationssystemen bereitgestellt. Dabei kann es sich um rein militärische Einsätze in Krisen und Konflikten handeln, aber auch um Einsätze zur Unterstützung von zivilen Behörden in Katastrophen oder zur Sicherung von Grossveranstaltungen, zum Beispiel dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos WEF.

Der Brigade 41 ist das EKF Bataillon 46 mit zwei Kompanien unterstellt. Das Battalion mit seinen rund 450 Angehörigen der Armee (AdA) ist verantwortlich für die Schweizer Hauptstadt der Kryptologen in Zimmerwald, etwas südlich von Bern und den Betrieb des Superlauschers ONYX… Ein junges Kind der Schweizer Armee, dessen Vollbetrieb erst ende 2005 aufgenommen wurde. Das Projekt ONYX war Geheim. So Geheim, dass die Schweiz und viele Politiker erst Jahre nach dem Aufbau der Geheimbasis davon erfuhr. Im April 2000 nahm ONYX zum ersten Mal seinen Betrieb auf, ging ab April 2001 in einen „operationellen Probebetrieb“ über und ab 2004 folgte der „operationelle Betrieb“. Ab Ende 2005 / Anfang 2006 soll ONYX den Vollbetrieb aufnehmen. Offensichtlich funktioniert das Ding.

Denn unter dem EKF Bat 46 wurde das Fax aus Kairo nach London abgefangen. Ein Fax das die amerikanischen Geheimgefängnisse der CIA zu bestätigen scheint. In welchem Auftrag das EKF Battalion das Fax abgefangen hat, will von den Behörden noch Untersucht werden. Mit grosser Sicherheit kam die Indiskretion, das weiterleiten der Geheimnachricht an die Presse, nicht aus den Reihen der 450 AdA, die 365 Tage und rund um die Uhr in rund 12 Kleindetachementen das strat. COMINT System (Communications Intelligence) betreiben. Die in den zwei Kompanien 46/I und 46/II eingesetzten AdA durchlaufen ein strenges (teilweise vordienstliches) Selektionsverfahren insbesondere in der Morsetelegrafie und im Bereich Datenbankmanagement.

Was vom strat COMINT rausgeht, durchwandert in der Regel die hierarchische Leiter, bis sie die Auftraggeber erreichen. Den Inlandgeheimdienst „Dienst für Analyse und Prävention“ (DAP) der Auslandgeheimdienst „Strategischer Geheimdienst“ (SND) der militärische Geheimdienst „Militärische Nachrichtendienst“ (MND) und der „Luftwaffennachrichtendienst“ (LWND). Dass die vier Schwestern aber Interesse daran haben sich mit dem grossen Bruder in Amerika anzulegen darf bezweifelt werden. Möglich ist, dass das Geheimdokument auf dem Schreibtisch von dreien der sieben Bundesräte landete und sich von dort aus den Weg in die Presse suchte.

Meisterleistung oder tückische List?
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Meisterleistung oder tückische List?

Stephan Fuchs – Die ONYX Anlagen im bernischen Zimmerwald, Heimenschwand und wallisischen Leuk saugen Handy Gespräche, E-Mails, Informatikdaten und Faxmitteilungen aus dem All. Die Anlagen stehen offiziell seit Anfang 2006 im Vollbetrieb und haben bereits einen Knüller gelandet: Die abgesfischte ägyptischen Nachricht über die Geheimgefängnisse des amerikanischen Geheimdienstes CIA.


Meisterleistung der Kryptologie oder tükische List?

Offiziell darf das System nur zu Abhörungen ausserhalb der Schweiz verwendet werden. Trotzdem ist einer der Nutzniesser auch der Inlandgeheimdienst. Wichtigster Nutzer ist der Strategische Nachrichtendienst SND des Militärdepartaments VBS. ONYX soll Kommunikation in Zusammenhang mit Terrorismus, Extremismus, organisiertem Verbrechen, Spionage, Waffenprofilation und ähnliche sicherheitspolitisch relevante Informationen auffangen. Dazu bedient es sich bestimmter Schlagworte, oder belauscht gezielt bestimmte, definierte Adressen.

365 Tage, rund um die Uhr ist ONYX in Betrieb. In Zimmerwald etwas südlich von Bern, ist die „Hauptstadt“ geheimdienstlicher Spionagespezialisten, dort sitzen rund 40 Spezialisten im COMINT, werten die Daten aus und schreiben die Berichte für die verschiedenen Auftraggeber: Inlandgeheimdienst DAP, Auslandgeheimdienst SND, militärischer Geheimdienst MND und der Luftwaffennachrichtendienst LWND. Jene erstellen den Auftrag an die Abhörspezialisten.

Brisant ist, dass einer der Schweizer Geheimdienste offensichtlich einen befreundeten Staat – Ägypten – abhört. Ob es sich bei dem Fax des ägyptischen Aussenministers an seine Botschaft in London um einen Auftragsdienst handelt oder einen Zufallsfund, ist nicht geklärt. Ebenso brisant ist, dass die Ägypter sehr wahrscheinlich nicht verschlüsselt kommunizierten. Das wäre äusserst merkwürdig: In der Regel wird die Kommunikation zwischen Botschaften und ihren Regierungen, wie im Fall der angeblich vom schweizerischen Geheimdienst abgehörten ägyptischen Geheimnachricht, verschlüsselt abgewickelt. So wird fremden Nachrichtendiensten das Lesen der Daten verunmöglicht, oder zumindest erheblich erschwert.

Ob das Fax von Kairo aus London verschlüsselt war ist nicht klar, gibt aber zu denken. Wurde er nicht verschlüsselt, dann könnte er bewusst gesendet worden sein mit dem Wissen, dass er von den Schweizern abgeholt wird und neuen Zündstoff in die Diskussion um die Geheimgefängnisse bringt. Nicht zu vergessen: Der Schweizer Ex- Mafia Jäger Dick Marty ist der Ermittler des Europarates in der Affäre um die CIA Geheimgefängnisse. Wenn die Schweizer eine verschlüsselte Nachricht aus dem Weltraum geholt und entschlüsselt hätten, dann wäre ihr wohl eine Meisterleistung gelungen die seinesgleichen sucht.

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Hunde müssen gechipt werden

Stephan Fuchs – Die Kennzeichnung der Schweizer Hunde mittels Chip Implantation beginnt nun definitiv: Hunde die nach dem 1. Januar 2006 geboren wurden, müssen nun innerhalb von drei Monaten einen Mikrochip bekommen. Bis Ende 2006 müssen sämtliche Hunde der Schweiz gekennzeichnet sein.

Ab 2007 müssen alle Hunde in der Schweiz eindeutig und fälschungssicher markiert und in der Datenbank von Animal Identify Service ANIS registriert sein. Als Betreiber der Datenbank zur Erfassung der mit der Kennzeichnung der Hunde erhobenen Daten ist die Animal Identity Service AG in Bern vorgesehen. Diese führt bereits seit mehreren Jahren eine entsprechende Tierdatenbank, unter anderem auch für zahlreiche Kantone.

Ende 2006 wird die Hundepopulation der Schweiz bekannt sein. Sämtliche Hunde müssen bis dann mit einem Mikrochip oder einer Tätowierung gekennzeichnet und in der Datenbank ANIS eingetragen sein.

Die Kennzeichnung soll den Behörden helfen, Massnahmen bei Hunden zu vollziehen. Einerseits lassen sich so an der Grenze etwa Tollwut-Impfungen zuverlässig kontrollieren. Andererseits unterstützt die Kennzeichnung auch die Massnahmen gegen gefährliche Hunde.

Die Kennzeichnung der Hunde hat allerdings schon längst begonnen. In einigen Kantonen müssen bereits heute alle Hunde gekennzeichnet sein. Auch wer in die Europäische Union oder in ein Land mit „urbaner Tollwut“ reist, muss bereits jetzt sein Tier gekennzeichnet haben.

Immer beliebter wird der Human Implantierbare Chip für Menschen eingesetzt die gerne Schwofen, im Knast einsitzen oder Behindert sind

Chips für Behinderte
Deutschland kommt in den Genuss implantierbarer Chips
Schwofen bis der Chip qualmt
Chipen bis die Leiche qualmt
Phönix aus Rassenhygiene und Selektion
Aktion T4

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Schweizer Militär am kuschen?

Stephan Fuchs – Der vom Schweizer Geheimdienst abgefischte Fax über mutmassliche CIA-Gefängnisse in Osteuropa wird zum Fall für die Militärjustiz. Der Oberauditor der Schweizer Armee hat gegen den Chefredaktor Christoph Grenacher sowie gegen zwei Redaktoren der Zeitung «SonntagsBlick» eine Untersuchung eingeleitet.


Armeechef Christophe Keckeis (m) hat Verfahren eingeleitet

Sie werden verdächtigt, militärische Geheimnisse veröffentlicht zu haben. Das auf Antrag von Armeechef Christophe Keckeis eingeleitete Verfahren wird vom Untersuchungsrichter des Militärgerichts 6 geleitet. In einem zweiten Verfahren soll ermittelt werden, wie das als geheim klassifizierte Dokument an den «SonntagsBlick» gelangte. Der Oberauditor hat deshalb eine vorläufige Beweisaufnahme gegen unbekannte Täterschaft angeordnet. Die Verletzung militärischer Geheimnisse wird gemäss dem Militärstrafgesetz mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren, Gefängnis oder Busse bestraft. Die rechtsgerichtete SVP (Schweizerische Volkspartei) sieht darin sogar Landesverrat.

Ablenkungsmanöver
Es ist beschämend, dass sich die Schweizerbehörden nicht über den Inhalt des Abhörrapports aufregen, sondern darüber, dass der Abhörrapport in die Öffentlichkeit gelangte. Kann es Landesverrat sein ein Dokument zu veröffentlichen welches menschenrechtswidrige Machenschaften eines anderen Landes zu bestätigen scheint? Machenschaften die sämtliche Gesetzte umgehen, Gastrechte verletzen und Humanitäre Grundsätze über den Haufen werfen? Offensichtlich schon. Das Verhalten der Schweizer Militärs und der Bundesräte kommt einem kuschen gleich und da zeigt sich wer der eigentliche Boss ist. Die CIA.

Das sieht der Zürcher Ständerat Hans Hofmann von der Schweizerischen Volkspartei (SVP) anders. Hofmann präsidiert die Geschäftsprüfungs-Delegation (GPDel) des Parlaments welche die die Geheimdienste beaufsichtigt. Ihm ist es wichtig, dass der Täter überführt wird. „Dieses Informations-Leck könnte dem guten Ruf der Schweiz und seinem Geheimdienst starken Schaden zufügen“, sagte Hofmann gegenüber swissinfo. Das habe gravierende Folgen. Schweigt die Schweiz, immerhin Depositärstaat der Menschenrechtskonventionen, aus Angst vor dem Zorn der USA, einem wichtigen Handels- und Geschäftspartner?

Abrechnung?
Der Blick, die Boulevardzeitung die das Geheimfax veröffentlichte stellt auch die Vermutung an, es könne sich um eine Abrechnung unter den rivalisierenden Schweizer Geheimdiensten handeln. Eine politische Abrechnung mit Schmid und seinem Geheimdienst? Oder eine Intrige ausländischer Dienste zum Schaden der Schweiz? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Auch da wäre die Meinung von Schmid gefragt.

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vermischtes

Die Luft war wie aus Feststoffen

Harald Haack – Die Welt kennt die Fotos der weißbestäubten New Yorker. Mehr als 3000 Menschen kamen bei dem Terrorangriff auf New York um. Als nach den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 in N.Y. die beiden Zwillingstürme fielen, war es, als hätte man gigantische Zementsäcke in die Luft geworfen. Viele Menschen fühlten, als bestünde die Luft nur noch aus Feststoffen. Kurz zuvor waren zwei Passagierflugzeuge, gesteuert von Terroristen in die Türme gerast, hatten schwarze Rauchwolken der Kerosinfeuer die Straße verdunkelt.


N.Y. 11. September 2001. Der Staub der kollabierten WTC-Türme konnte nicht gesundheitsförderlich sein.

Obwohl für alle Augenzeugen, egal ob nun direkt in N.Y. oder daheim vor den TV-Bildschirmen, klar war, dass das was da in die Luft geschleudert wurde, nicht gesundheitsförderlich sein könne, hatten Sprecher der Stadt versucht, die Gefahren herunter zu spielen. Man beruhigte mit dem Hinweis, der weiße Staub stamme aus den Gipskartonwänden der Gebäude. Doch als dann darüber debattiert wurde, weshalb die Türme kollabiert waren und heraus kam, wie die Stahlverstrebungen mit Asbest überzogen waren, kam die Wahrheit ans Licht der Öffentlichkeit. Die Luft war nicht nur voller Feststoffe gewesen, sondern voller Schadstoffe – darunter das bei Verbrennungen entstehende Dioxin und auch Asbest.

Nun, am Donnerstag vergangener Woche, ist der New Yorker Polizist James Zadroga, der am Ort des Grauens, am Ground Zero, bei den Bergungsarbeiten half, an einem Lungenleiden gestorben. Er wurde nur 34 Jahre alt.

Laut der Gewerkschaft, in der er organisiert war, kam James Zadroga als einer der ersten Retter am Morgen des 11. September 2001 am WTC an. Er überlebte zwar die Angriffe, starb aber an den Folgen. Wie viele andere Helfer auch, hatte er sich in den ersten vier Wochen nach dem Anschlag bis zu 16 Stunden am Tag an den harten Bergungs- und Aufräumarbeiten beteiligt. Sein Lungenleiden setzte unmittelbar danach ein und führte 2004, nach 13 Jahren Dienst, in die Frühpensionierung. Mediziner hatten bei ihm gefunden, was als „schwarze Lunge“ umschrieben wird. Bei der Obduktion seiner Leiche fand man außerdem Ablagerungen des giftigen Schwermetalls Quecksilber.

Zadroga hinterlässt eine vierjährige Tochter, die jetzt Vollwaise ist, da die Mutter des Mädchens 2004 an Krebs starb, und gilt als das erste Opfer der dichten Staub- und Asbestwolke, die sich nach dem Einsturz über Manhattan ausgebreitet hatte. Michael Palladino, Vertreter von Zadrogas Gewerkschaft, befürchtet, weil zahlreiche Rettungshelfer und Anwohner seit den Terrorangriffen unter teilweise erheblichen Atemwegsbeschwerden leiden, dass James Zadroga nicht das erste Opfer bleiben wird.