kultur

Wenn reden langweilig wird…

Lukas Vogelsang – Sie kommen in den leeren Raum und innerhalb von 5 Minuten organisieren sie ihre Instrumente und beginnen zu spielen – ohne grosse Worte zu verlieren. Welche und wozu auch? Jeder weiss was zu tun ist. Seit 1983 treten «I Salonisti» als Ensemble auf und zum 21-x-sten Mal proben sie für das jährlich neue Stück im Stadttheater Bern. Es gibt also ein weitaus farbigeres Leben – auch nach dem Titanic-Filmerfolg – für das fantastische Berner Quintett.


Sie spielen die Vorstadt von «Buenos Aires» und eine Pause riecht nach einer Träne und nicht nach Taktstrich.

«Japidi-pada» – noch ist alles technisch. Das neue Programm «RadioTango» wird geprobt, Abläufe werden durchgespielt, geübt im Zusammenspiel – der gemeinsame Rhythmus wird gesucht. Aufwärmen für den Tango. Der ist noch weit weg, aber die Bewegung mit jeder Minute klarer erkennbar. Im Proberaum im Zingghaus in Köniz wird gearbeitet. Es ist ungefähr die dritte Probe für dieses Stück in der ich beisitzen darf, und ich verzweifle schon beim Gedanken, Worte über die Musik suchen zu müssen. Nach einer halben Stunde sind in meinem Notizbuch so viele Seiten verkritzelt, mit Gedanken und Bilder, dass ich mich eher frage, was ich nicht schreibe… Die Entstehungsarbeit dieser Musiker hat eine faszinierende Form: Sichtbar und spürbar entsteht eine Geschichte, die Dramaturgie, und davon verstehen diese Profis wirklich etwas. Mühelos wird gestaltet und man hat den Eindruck, dass sie mit Pinseln und Farben, als mit Tönen arbeiten. Die Präsenz und Wachheit im Klang zusammen ist betörend – und dabei ist es nur ein normaler Probeabend. Viele Details werden noch schnell angepasst, locker die Stimmung. Doch die «I Salonisti» spielen definitiv keine Noten. Sie spielen die Vorstadt von «Buenos Aires» aus der Sicht eines Taxis und eine Pause riecht nach einer Träne und nicht nach Taktstrich. Auf diesem kreativen Niveau zu spielen ist ein Geschenk.

RadioTango – Juan und Juana, ein Paar aus «Buenos Aires», sind die Hauptprotagonisten. Es geht um Liebe – um den Tango. Es geht um Weltliches, im Alltag einer Grossstadt. Zwischen Realität und Traum. RadioTango ist ein täglich ausgestrahltes Radio-Feuilleton und dieses porträtiert die zwei Liebenden aus der Vorstadt. Gekonnt ist die Geschichte selber zwischen Welten, vermischen sich Realitäten und werden wir ZuhörerInnen mit dem warmen und weichen Zauber umhüllt. Eigentlich ist RadioTango ein langes Abschiednehmen, doch durch so viel Leben bleibt die Erinnerung ein realgewordener Traum.

Die vier Episoden wurden von Jorge Zulueta (Musik), Jacobo Romano und Marcia Romano (Szenario und Worte) geschrieben. Die Regie führte Jacobo Romano. Für den Gesang wurde Susanna Moncayo (Teatro Colón, Buenos Aires) als Juana und Armando Noguera (Opéra Bastille, Paris) als Juan engagiert. Leider waren die Zwei bei der Probe nicht mitdabei – doch es wird für sie unschwer sein, auf diesem schon bestehenden Klangteppich, wie Alchemisten, Gold zu gewinnen.

«Lasst es uns noch einmal versuchen» Die «I Salonisti » sind unermüdlich in der Radiosendung eingetaucht. Lorenz Hasler leitet das Quintett, spielt die Violine und ist gleichzeitig der Erzähler des Stückes. Alle zusammen bewegen sich zwischen dem Radiosprecher, dem Disc-Jockey (DJ), den Werbern, Mister Horoskop, der Wetteransage… und aber auch der Stimme der Hörer. Und dies ist das grosse Geheimnis: «I Salonisti»
beherrschen die Kunst, die Musik in unseren Knochen klingen zu lassen. Die HörerInnen werden zum erweiterten Instrument – nicht nur in der Geschichte. So sind die rund 70 erbaulichen Minuten ein guter Grund das Stadttheater bis an die Decke zu füllen und lassen uns für einmal versöhnlich dankbar sein dafür… «Japidi-pada, Japidi-pada, Japidi-pada…»…

I Salonisti live zum (Er)Leben:

  • 1. Juli 2005 / 10:30 und 13:30 Uhr
    Zentrum Paul Klee
    Programm: klingende Zeitfenster

Informationen zum Ensemble:
Die fünf Musiker treten seit 1983 als Ensemble auf. In den vergangenen 20 Jahren hat das Quintett die vielfältigsten Programme mit viel Erfolg im In- und Ausland gespielt. Ihre Konzertauftritte sind von der grossen Spielfreude des Ensembles geprägt, eine Folge des lustvollen Sich-Bewegens in den verschiedensten musikalischen Welten.
Für den Film Titanic wurden I SALONISTI von James Cameron als Bordorchester verpflichtet. Als tragende Darsteller ist das Ensemble in diesem Jahrhundert- film zu hören und zu sehen.

Foto: Lukas Vogelsang

terror

Schweizer Verfahren wegen Terrorfinanzierung

BERN – Erstmals soll in der Schweiz ein Fall von Terrorismusfinanzierung gerichtlich beurteilt werden. Das Verfahren wegen mutmasslicher Terrorismus-Finanzierung durch die Stiftung „Muwafaq“ wird fortgesetzt. Die Bundesanwaltschaft (BA) hat das Dossier an das Eidg. Untersuchungsrichteramt weitergeleitet.

Es handelt sich um einen saudischen Geschäftsmann, der das Terrornetzwerk von Osama bin Laden finanziell unterstützt haben soll. Die Bundesanwaltschaft (BA) überwies den Fall dem eidgenössischen Untersuchungsrichteramt. Das Verfahren sei vor einem Jahr durch die BA eingeleitet worden, bestätigte BA-Sprecher Hansjürg Mark Wiedmer eine Meldung der Nachrichtenagentur AP.

Der saudi-arabischer Geschäftsmann soll über ein Konto der Wohltätigkeitsstiftung in Genf Vermögenswerte in Millionenhöhe an Personen überwiesen haben, die mit dem Terrornetzwerk Al Kaida liiert seien. Ausgelöst wurden die BA-Ermittlungen, weil die Bank in Genf ihren Verdacht der Meldestelle für Geldwäscherei mitgeteilt hatte.

Die Eidg. Untersuchungsrichter müssten nun entscheiden, ob der Fall zur Berurteilung an das Bundesstrafgericht gehe, sagte Wiedmer. Wie lange dies dauert, konnte er nicht sagen, dies hänge von der Komplexität der Sache ab.

Das Verfahren geht auf die Strafuntersuchung zurück, die die BA im Gefolge der Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA zunächst gegen unbekannt eröffnet hatte. Noch im gleichen Herbst wurde das Verfahren auf zwei Verantwortliche der Tessiner Finanzgesellschaft Nada/Al Taqwa sowie auf den saudischen Geschäftsmann ausgedehnt. Während die Bundesanwaltschaft das erste Verfahren Ende Mai dieses Jahres mangels Beweisen eingestellt hatte, wird im zweiten grossen Verfahren wegen Terrorismusfinanzierung nun eine gerichtliche Beurteilung angestrebt. Die Voruntersuchung muss nun zeigen, ob es zur Anklage vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona kommt.

Über Schweizer Bankkonten
Der saudische Staatsbürger, dessen Namen Wiedmer auf Anfrage nicht bekannt geben wollte, unterhält gemäss Bundesanwaltschaft von Saudi-Arabien aus Geschäftsverbindungen in die Schweiz und in die USA. Er stehe unter dem Verdacht, als ehemaliger Vorsitzender einer Wohltätigkeitsstiftung namens Muwafaq Vermögenswerte in Millionenhöhe über Schweizer Bankkonten an Personen überwiesen zu haben, die eng mit dem Terrornetzwerk al-Kaida verbunden seien. Laut einem Urteil des Bundesstrafgerichts vom vergangenen 5. April geht es insbesondere um einen im Jahr 1998 überwiesenen Betrag von 1,25 Millionen Dollar.

Aus dem Urteil geht weiter hervor, dass der stellvertretende Bundesanwalt Claude Nicati den Beschuldigten am 1. Juli 2003 in der Schweizer Botschaft in Saudi-Arabien einvernommen hatte. Der saudische Geschäftsmann wies dabei die Beschuldigungen zurück und sagte, das Geld sei zur Finanzierung eines Studentenheims in Jemen bestimmt gewesen. Die Bundesanwaltschaft ist aber überzeugt, in den über dreieinhalbjährigen Ermittlungen genügend Elemente zusammengetragen zu haben, um den Tatverdacht später auch vor dem Bundesstrafgericht untermauern zu können, wie Nicati Anfang Juni in einem AP-Interview gesagt hatte. Zu der Wohltätigkeitsstiftung Muwafaq schreibt der amerikanische Journalist Kevin Coogan:

Meanwhile the Saudi businessman Yassim al-Qadi, who American and Israeli secret services had identified as a top sponsor of Hamas and who, along with his Muwafaq Foundation, was put on Washington’s list of terror sponsors, denounced attacks on him in an interview with the Wall Street Journal, saying these charges would lead to America losing „more and more of its true friends.“

Instead of complaining, Yassim al-Qadi should spend more time better controlling his Muwafaq Foundation. As documents in a London court case show, the Muwafaq Foundation is active in Afghanistan, Albania, Ethiopia, Bosnia, England, Austria, Pakistan, Saudi Arabia and the USA. All these activities were financed by a branch of the foundation, the Tamaam Trustees, based in the tax haven of the Isle of Jersey where there is minimal supervision and which is essentially a post office box for the Muwafaq Foundation.

The director of the Bosnian Muwafaq operation was the Tunisian-born businessman Shafiq Ayadi who carries a Bosnian passport. Shafiq Ayadi was placed on the U.S. terrorism list after 9/11. Islamic NGOs in the war years were frequently searched and again and again weapons and other materials were discovered meant for the Mujahadin in Bosnia. It is certain that both the Croat buro of both the Muwafaq Foundation and the Saudi High Commission for Relief served as a step on the way to the Bosnian front for many Mujahadin. Many of them were from the non-Bosnian Islamist El Mudzahid Brigade who treated Serbian POW’s horribly. It also turned out that a Saudi citizen named Abdul Hadi al-Gahtani, who in the city of Zenica in 1994 killed the British aid worker Paul Goodall because he had shown too much interest in the activities of the Islamists, had identity papers (ein Ausweis) from the Saudi High Relief Commission. A Bosnian court that had sentenced al-Gathani in abstentia to a long jail term described him as „director of the Saudi High Commission in Zenica.“ Al-Gathani, however, never served his sentence because he escaped from detention.

Zweistelliger Millionenbetrag gesperrt
Auf einer Bank in Genf ist nach wie vor ein zweistelliger Millionenbetrag in US-Dollar gesperrt, wie Wiedmer sagte. Es handelt sich dabei eine strafrechtliche Blockierung. Weil der Geschäftsmann seit Oktober 2001 auf der Liste der Personen und Firmen steht, die der Unterstützung des Terrorismus verdächtigt werden, sind seine Vermögenswerte aber auch unter dem Regime der Uno-Sanktionen gesperrt. Die BA hatte bei ihren Ermittlungen auch Rechtshilfegesuche an Saudi-Arabien, die USA, die Türkei und Albanien gestellt.

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Militärgericht: 6 Monate Haft für Journalist

Sechs Monate Gefängnis bedingt: So lautet das Urteil gegen einen Journalisten des «SonntagsBlick», der einen Bericht über eine Kavernenanlage in Buochs NW veröffentlicht hatte. Das teilte das Oberauditorat am Dienstagabend mit. Damit geht das Militärappellationsgericht weit über das Urteil des Militärgerichts hinaus. In der ersten Verhandlung hatte das Militärgericht 6 am 3. Dezember 2004 den Journalisten wegen Verletzung militärischer Geheimnisse zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 10 Tagen verurteilt. Beide Parteien hatten das erstinstanzliche Urteil angefochten.

Auch in der zweiten Instanz hatte der Ankläger bloss 45 Tage Gefängnis bedingt gefordert, der Angeklagte hatte auf Freispruch plädiert. Der angeklagte Redaktor wird beschuldigt, militärische Geheimnisse veröffentlicht zu haben, weil er in der SoBli-Ausgabe vom 6. Juli 2003 Bilder und Informationen über eine unterirdische klassifizierte Anlage der Luftwaffe bei Buochs publiziert hatte. Die Militärkaverne in Buochs ist in der Schutzzone 2 eingeteilt und unterliegt demnach der militärischen Geheimhaltung. Dabei hat er nach Ansicht des Gerichts militärische Geheimnisse verletzt – im Wissen, aber ohne Ermächtigung. Die Verhandlung fand vom 2. bis zum 7. Juni vor dem Militärappellationsgericht 2 in Schwarzenburg BE unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Comedia kritisiert Militärappellationsgericht scharf

Die Schweizerische Mediengewerkschaft Comedia hält es laut einem Communiqué vom Montag für «höchst bedenklich, dass anscheinend in militärischen Belangen das öffentliche Interesse an transparenter Berichterstattung geringer eingestuft wird als das Interesse des Militärs an Geheimhaltung – obwohl doch gerade hier Öffentlichkeit und demokratische Kontrolle besonders notwendig wären». Die Tendenz zur versuchten Disziplinierung der Medienschaffenden sei aus Sicht von Comedia mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu stoppen.

Im vergangenen August war ein «Weltwoche»-Journalist wegen der Enttarnung des Bunkers der Berner Kantonsregierung freigesprochen, aber mit einer Disziplinarbusse von 400 Franken belegt worden. Auch bei diesem Bunker hatte es sich um eine klassifizierte Anlage gehandelt. Das Gericht urteilte aber, es handle sich um einen leichten Fall, der Journalist habe mit der Enttarnung lediglich seine Sorgfaltspflicht verletzt. Im letzten Mai hatte Armeechef Christophe Keckeis eine Aargauer Kantonsparlamentarierin mit einem Verweis belegt, weil diese in einer Ratssitzung den Standort des Aargauer Regierungsbunkers genannt hatte.

Relikt aus dem Kalten Krieg

Wo die Bunker und militärischen Anlagen stehen, weiss jedes in der Schweiz lebende Kind. Nicht verwunderlich, denn deren Väter gehen jährlich oder zweijährlich in die so genannten Wiederholungskurse. Jene dauern zwei bis drei Wochen. Dabei erhalten viele Feriensoldaten auch Einblick in die Verteidigungs- und Bunkeranlagen der Schweizer Armee. Wer gerne wandert, der stolpert hier und da über Bunkereingänge und verwechselt Gemshörner mit Schiessscharten. Selbst ausländische Ferien Gäste, unter ihnen auch britische Soldaten die im Berner Oberland regelmässig Gebirgskurse abhalten, wissen über die Bunker Bescheid. Kein Wunder – nicht selten sind die Bunkereingänge mit besonders hübschen Geranien und mit besonders breiten Gebirgsstrassen über besonders auffällig stark befestigte Brücken erreichbar. Oder ein Sägewerk… ohne Holz. Bei so geschickten Tarnungen ist es fast schwierig nicht zum Landesverräter zu werden. Selbst für nicht Wanderer ist es relativ einfach über öffentlich zugängliche Medien und mit Hilfe von Satelliten Bilder einige Geheimnisse zu entlocken, zum teil mit Ergebnissen, die wirklich bedenklich sind. Wir alle wissen wo sie sind, wir dürfen aber nicht darüber schreiben.

Verurteilung eines Weltwoche Journalisten
Weil er den Standort eines «geheimen» Bunkers in Utzingen bei Bern bekannt gemacht hatte, ist der «Weltwoche»-Journalist Urs Paul Engeler vom Militärgericht 4 einerseits freigesprochen, trotzdem aber zu einer Busse verurteilt worden. Das eigentümliche Urteil hat den Autor eines kritischen Artikels über den Kanton Bern mit dem Standort des Berner Regierungsbunkers vom Vorwurf der kriminellen Verletzung militärischer Geheimnisse entlastet, ihn aber der Verletzung der Sorgfaltspflicht für schuldig erachtet. Das hat Engeler 400 Franken Busse gekostet. Das Urteil bedeutet aber auch, dass die überholten Vorschriften vorerst weiter gelten. Eine Absicht seines Einspruchs gegen sein erstes Urteil (500 Franken Busse) sei es gewesen, den Anstoss für eine politische Diskussion zu geben.

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China Connection krabbelt aus der Röhre

„Schauen sie mal da hinein in diese alte Flimmerkiste“. Der Mann aus China fuchtelt mich wild zum Fernsehen. Sitzen wir nun da auf dem Ledersofa und stumm flimmert ein beruhigendes blaues Grün vor sich hin. Wir sind im PROGR, dritter Stock. “Haben sie gesehen? Da!“ Ich sehe zwei Körper, Nadine Fuchs und Marco Delgado, die zwei Hoffnungsträger der freien Berner Tanzszene. Bizarr anzuschauen, perfekt im Tanz, dann abrupt unterbrochen. Stummel, Fragmente und noch mal das selbe. Delgado am Boden, Fuchs den Tränen nahe.


Ist spannend die da drin schwitzen zu sehen.

„Streiten die?“ „Weiss nicht…“ erwidert der Chinese. „…ich weiss es nicht, ich dachte eher sie lieben sich.“ „Ach was!“ klingt es von hinten. Zimoun der Musiker setzt sich zu uns. „Ich schau denen jeden Tag von hier draussen zu, ich verbringe hier vor der Röhre meine Pausen. Ist spannend die da drin schwitzen zu sehen.“ Zimoun, begnadeter Klangkünstler, wird an der Produktion China Connection Teil von Delgado-Fuchs sein. „Wissen sie meine Herren,“ sagt der Mann aus China, „wir werden durch ein Labyrinth geführt, ohne den Ausweg zu kennen. Ich bin nun schon seit Beginn der Proben hier, was ich da sehe verändert sich immer.“ Ich schau ihn fragend an. „ Sie sehen Geschichten ohne Anfang, ohne Höhepunkt, ohne Ende und Logik, aber doch auch immer wieder das selbe, es scheint eine Logik zu haben.“ Wir schauen gebannt wieder auf den Bildschirm, Nadine Fuchs scheint sich gefasst zu haben. Nein sie lacht, grinst breit in die Kamera. Sie bewegen sich in ästhetischer Klarheit. Für die beiden kein Problem, ihre tänzerische Perfektion haben sie Jahre lang unter Beweis gestellt. Unerwartet hält das Duo wieder inne und fährt an einem komplett aus dem Kontext gerissen Ort weiter.

„Diese Brüche faszinieren mich“, meint der Herr aus China, sie sind wohl ganz gezielt eingesetzt, richten sich direkt ans Publikum und evozieren Fragen.“ „Ja“, beantwortet Zimoun, „welches ist die Rolle des Interpreten, welche die des Publikums? Wer tanzt überhaupt, wer urteilt? Was machen sie als Zuschauer damit? Sind wir überhaupt zuschauende oder nicht doch verantwortliche?“ „Sie haben recht Zimoun, aber wollen sie mir weismachen, dass Delgado & Fuchs sämtliche Proben quasi öffentlich übertragen?“ Ja, nicht nur das, die Flimmerkiste läuft Tag und Nacht. Jedes Detail kann von allen mitverfolgt werden. Es gibt Leute, die kommen bewusst hierhin, setzten sich vor den Schirm und sehen sich die Show an. Die machen eine Art Big Brother hier.“ „Ich denke das ist zu einfach,“ fügt der unbekannte Mann aus dem fernen Osten bei, „ es geht auch um Transparenz, um Partizipation. Die beiden haben sich die letzten Jahre eingebunkert, haben hart und in der stillen Kammer an sich gearbeitet. Jetzt ist es Zeit die Öffentlichkeit mit einzuschliessen. Sie involvieren das Publikum in ihren Prozess. Ich habe gehört, dass die Proben sogar über Internet zugänglich sein werden.“


„Ich würde sie gerne begleiten wenn sie erlauben.“

„Verzeihen sie, dass ich mich in ihr Gespräch einmische. Mein Name ist Roberto Garieri, ich bin der Schauspieler der China Connection. Haben sie Herr Fuchs, nicht einen Termin mit den Tänzern? „Ja den hab ich, ich wurde hier vor den Fernseher gefuchtelt und hab mich kurz mit den Herren unerhalten. Ist es Zeit zu gehen?“ „ Ich denke schon. Wenn sie wollen, können sie ihren Freund aus China gerne mitnehmen.“ Mein unbekannter „Freund“ springt begeistert auf. „Ich würde sie gerne begleiten wenn sie erlauben.“ Einen kurzen Moment schauen wir noch gebannt auf den Bildschirm. Die tänzerische Fertigkeit fesselt mich. Es ist die Körpersprache, dieser Wille, diese ungebrochene Energie die mich an den beiden Tänzern schon immer faszinierte. Es ist spannend ihnen zuzusehen, sie zu beobachten. Was mich wirklich begeistert ist ihre Leidenschaft, doch der Mann aus China zerrt mich zur Türe… Wir verabschieden uns von Zimoun und Roberto Garieri, öffnen die Tür und treten ein. Der Raum ist leer. „Wissen sie was Herr Fuchs, ich will mit ihnen Tanzen!“ „Der spinnt!“ schiesst es mir durch den Kopf.


„Ob die wohl Streit haben?“ „…ich weiss nicht Nadine, ich denke die Lieben sich.“

Draussen vor der Tür sitzen sie; Delgado, Fuchs, Zimoun und Garieri und schauen gebannt auf den Bildschirm. „Weisst du Nadine, ich bin mir nicht ganz sicher was die da drin machen: Ich komme jeden Tag in meiner Pause hierhin, setz mich auf das Sofa und schaue diesen komischen Typen da drin zu.“ „ Ich weiss Marco. Stummel, Fragmente sind das einzige was wir hier sehen. Der Chinese tanzend, der andere schaut blöd in die Kamera. Und nochmals das selbe. Der eine, der immerzu tanzt und sich am Boden windet und der andere den Tränen nahe. Ob die wohl Streit haben?“ „…ich weiss nicht Nadine, ich denke die Lieben sich.“ „Ach was!“ klingt es von hinten. Zimoun der Musiker setzt sich zu ihnen. „Ich schau denen jeden Tag von hier draussen zu, ich verbringe hier vor der Röhre meine Pausen. Ist spannend die da drin schwitzen zu sehen. Ich denke wir werden durch ein Labyrinth geführt, ohne den Ausweg zu kennen.“

spionage

Schweizer Geheimdienst soll straffer organisiert werden

Mehrere Nationalräte zeichneten von der Arbeit der Schweizer Geheimdienstler in der gestrigen Debatte ein düsteres Bild. «Die einzelnen Dienste wissen nicht immer, was die anderen tun, befassen sich oft mit denselben Dingen, wenn sie sich nicht konkurrenzieren oder sogar behindern», sagte Claude Janiak (sp, BL). Zudem fehle eine zentrale Führung. Einziges Aufsichtsorgan auf Stufe Verwaltung sei der bundesrätliche Sicherheitsausschuss, der aber nur eine beratende Funktion habe. Dies führe dazu, dass die Zusammenarbeit der einzelnen Dienste locker und ungenügend sei, sagte Janiak weiter. Weil eine klare Auftragslage fehle, würden sich die einzelnen Nachrichtendienste oft selber Aufträge zuschanzen, kritisierten im Namen der Sicherheitspolitischen Kommission (SIK) auch Barbara Haering (sp, ZH) und René Vaudroz (fdp, VD). Auch sie bemängelten die zu large Aufsicht des Bundesrates und der Departemente.

Parlamentarische Aufsicht soll verstärkt werden
Zur Behebung der vom Parlament diagnostizierten Mängel schlug die SIK in einer Motion drei konkrete Massnahmen vor. Der Bundesrat soll die Aufsicht und Kontrolle der Nachrichtendienste verstärken. Mit einer Aufstockung der Ressourcen soll zudem die parlamentarische Aufsicht durch die Geschäftsprüfungsdelegation verstärkt werden. Auf eine Nachrichtendienstkommission soll stattdessen verzichtet werden. Als dritte Grundlage schlug die SIK vor, die Arbeit der Nachrichtendienste in einem Rahmengesetz anstatt wie heute in Weisungen zu regeln.

Die Arbeit der Nachrichtendienste wecke offenbar enorme Phantasien, konterte Verteidigungsminister Samuel Schmid die verschiedenen Vorwürfe. Was bei der Debatte alles behauptet worden sei, stimme nur zum Teil. Seit einigen Jahren würden die Nachrichtendienste sehr straff geführt. Mit seiner Argumentation drang Schmid nicht durch. Selbst von einer Umwandlung in ein Postulat wollte der Nationalrat nicht wissen. Die SIK-Motion wurde mit 96 zu 49 Stimmen angenommen und dem Ständerat zugeleitet.

Zähne zeigen?
Es brauche nun endlich einen Koordinationsauftrag mit Zähnen, sagte Josef Leu (cvp., Luzern). Und Edi Engelberger (fdp., Nidwalden) wollte von weiteren Vertröstungen schlicht gar nichts mehr wissen. Die Motion, die nun auch noch vom Ständerat beraten werden muss und dort womöglich auf Antrag des Bundesrats noch einmal abgeändert und in einen unverbindlicheren Prüfungsauftrag umgewandelt werden soll, umfasst acht Forderungen.

Verweis auf Affären Bellasi und Regli
Sie reichen von einer als dringend erachteten Verbesserung bei Beschaffung und Analyse von Nachrichten bis hin zu klareren Definitionen der Kontrolle und der Kooperation mit Partnerdiensten. Das heutige System sei in der Sackgasse, sagte Kommissionssprecherin Haering. Andere Fraktionsvertreter verwiesen auf Affären wie jene um den früheren Geheimdienstbuchhalter Dino Bellasi oder Ex-Geheimdienstchef Peter Regli. Allein dies zeige, dass es eine klare politische Führungsverantwortung brauche und die Kompetenz bei der Kontrolle der Nachrichtendienste dringend erhöht werden müsse, hiess es praktisch über das ganze politische Spektrum hinweg.

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kultur

Marilyn Manson; des Teufels Sekretärin liebster Kerl

Rock Oz’ Arènes, das kleine Festival im schweizerisch –keltischen Dorf Avenches zelebriert am 17. August mit Schockrocker Marilyn Manson. Mit Marilyn Manson kommen auch die ganz wüsten, bizarren Geschichten, die sich in den Medien immer gruslig gut verkaufen. Kaum einer der sich mehr Todeswünsche auf den Hals jagt als „Es“. Kaum einer den die Medien und die Öffentlichkeit mehr zu spalten vermag als „Es“. „Es“ wird verantwortlich gemacht, wenn sich Massentötungen an Schulen und rituelle Bluttaten ereignen.


Inbegriff des Schreckens und des Bösen schlechthin halb Biest, halb Engel

„Es“ ist schuld am Zerfall der Normen. Fernsehprediger halten beschwörend die Bibel hoch, vor den Stadien verteilt die Christenheit Flugblätter. „Es“ gilt als die androgyne Missgeburt Satans, als Inbegriff des Schreckens und des Bösen schlechthin halb Biest, halb Engel. Der erste Jugendverderber der Nation, der Lieblingsfeind – das ist die Paraderolle des Mannes, der den Vornamen eines Starlets und den Nachnamen eines Mörders führt. Helter Skelter findet aber nicht statt.

Kunstblut, Lederstrapse, Auftritte im speckigen Stützkorsett – nach Antichrist Superstar, dem Großwerk von 1996, das ihm den Durchbruch in den Mainstream bescherte und schwer überbietbare Maßstäbe in punkto satanischen Stadion-Glamour setzte, wirkt Manson manchmal wie des ewigen Provozierens müde. Sein Job ist schwer und er wird immer dann ans Tageslicht gezerrt, wenn bessere Erklärungen Mangelware sind: zuletzt nach dem Highschool-Massaker von Columbine, als Eric Harris und Dylan Klebold 1999 elf Mitschüler und einen Lehrer erschossen und 23 verletzten. Harris und Klebold waren keine Nazis, aber sie bewunderten sie. Ein Paar Wochen vor dem Massaker schrien sie in ihrer Bowlingklasse „Sieg Heil!“ und „Heil Hitler“ und hoben dazu ihre Arme zum Nazigruß. Sie hörten sich die gleiche Musik an: Dunklen, düsteren Industrial Metal von Bands wie Rammstein und KMFDM. Offensichtlich sind diese „Bösartigkeiten“ Faktum genug um elegant mit dem Finger auf Manson und ähnliche Bands zeigen zu können. Die Gesellschaft kann sich retten, schuld sind die anderen. Dann rüstet ihn die Plattenindustrie großherzig wieder auf und lechzt auf das neue Blutbad und das erneute Klingeln der Kasse. Auch wir, die Journalisten freuen uns auf das nächste Blutbad, denn auch bei uns klingeln die Kassen, ohne allzu tief in die Trickkiste gucken zu müssen. So kriegt der Liebling des Teufels Sekretärin was er dringend braucht: Publicity.

Des Teufels Liebling weiss was „Es“ tut

Auch Manson weiss was er tut – und macht sich seinen Reim auf die Sachverhalte. Man muss ihn in Bowling for Columbine gesehen haben, Michael Moores Oscargekrönte Dokumentation über eine Nation unter Waffen. Wie er in voller Montur, mit Leichenschminke und milchiger Lieblingskontaktlinse im linken Auge entschieden weniger verrückt wirkt als die anderen Irren die diesen Film, den Präsidenten der Vereinigten Staaten inbegriffen, bevölkern. Wie er in klaren, wohlgesetzten Worten das Böse als Schatten des Guten beschreibt und die Abwehr als Funktion der Angst.


So spricht nicht der Teufel, als vielmehr einer, der die Mechanismen des „teuflischen“ verstanden hat.

„Nicht Musik sondern Angst und Konsum sind Ursachen der Gewalt“, meint Manson. So spricht nicht der Teufel, als vielmehr einer, der die Mechanismen des „teuflischen“ verstanden hat. Einen posterboy of fear nennt er sich vor laufender Kamera und rät seinen Kritikern, der Jugend von heute lieber zuzuhören, statt sie zu verurteilen.
Wer die Botschaft ernst nimmt und den Aufklärer unter der Teufelsfratze erkennt, kann aus seinen Werken manches lernen. Über Kreuzzüge und Gegenkreuzzüge. Über den latenten Fundamentalismus eines Landes, das seine Missionen mit Feuer und Schwert verfolgt. Darüber, dass eine Nation seine Feinde braucht, um sich selbst als Nation zu fühlen. Wie Moore, wenn auch mit drastischeren Mitteln, hält Manson seinen Landsleuten einen Spiegel vor, in den die moral majority ungern schaut, weil das Zerrbild der eigenen Kultur darin zu sehen ist. Er singt von der Verkommenheit der Gesellschaft im Allgemeinen und der weißen Mittelstandsgesellschaft im Besonderen, von toten Göttern, toten Gefühlen, toten Präsidenten und einem Himmel, der so blau ist „wie eine Schusswunde“. In immer neuen, grandios eitrigen Farben malt er die Apokalypse an die Wand – und bleibt als Gefürchteter den Werten verpflichtet, die er bekämpft. Manson und der amerikanische Traum: eine Zwangsgemeinschaft zum wechselseitigen Profit. Freilich hat er auch diesen Zusammenhang längst durchschaut und in einen Aphorismus gegossen: „America needs Marilyn Manson as much as Marilyn Manson needs America.“ Die Plattenindustrie freuts.

Manson Runen schockieren nicht mal Europa

Ob die Plattenindustrie mit der Manson Attacke auf Europa ihre Erwartungen erfüllt und die Wellen der Empörung auch hier Kreise ziehen und Millionen von neuen Käufern dem Bösen in Popstar-Gestalt verfallen, kann bezweifelt werden. Auch mit Nazi Outfit, SS Runen und anderem nationalsozialistischem Klimbim. Von den richtigen Neo-Nazis wird er verspottet, von den wirklichen Satanisten bemitleidet. Europa ist, im vergleich zu Amerika zu aufgeschlossen und vielschichtig.


So hat seine Tournee eine durchaus positive Botschaft

Vor allem aber fehlt in Europa die Macht des Tabus das der Provokateur braucht, um es zu brechen: Ohne eine konservative Umgebung wirkt der Verstoß halb so schockierend. Die letzte Lektion aus Marilyn Mansons kleiner Horrorschau besteht darin, dass Europa, nach einem halben Jahrhundert Demokratisierung durch amerikanischen Pop, liberaler geworden ist als das Ursprungsland. Versteht man auch dies als Spiegel, so hat seine Tournee eine durchaus positive Botschaft: Unter aufgeklärten Bedingungen ist auch der Teufel nur so ernst, wie man ihn nimmt.

Dieser Artikel ist eine textliche Zusammenstellung

Weiterführender Artikel:


http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=journalnachri-21&o=3&p=8&l=as1&asins=B000001Y2U&fc1=000000&=1&lc1=0000ff&bc1=000000&lt1=_blank&IS2=1&bg1=ffffff&f=ifr

medien

Was ist in Guantánamo wirklich passiert?

Klaus Bonanomi – Es war nur eine kleine Meldung, aber sie hatte ungeahnte Folgen: Das US-Nachrichtenmagazin Newsweek berichtete in seiner Ausgabe vom 9. Mai über Koranschändungen im Straflager Guantánamo. Amerikanische Aufseher hätten muslimische Häftlinge gedemütigt, indem sie einen Koran die Toilette hinuntergespült hätten. Die Notiz unter dem Titel «SouthCom Showdown » löste in mehreren islamischen Ländern schwere anti-amerikanische Ausschreitungen und Unruhen aus, 17 Menschen kamen ums Leben.


«eine gesellschaftliche und ideologische Kriegsführung, die wir in den Vereinigten Staaten seit dem Bürgerkrieg nicht mehr erlebt haben.»

Wäre die Meldung im Gürbetaler Volksblatt erschienen, dann wäre wohl nichts passiert – aber wenn ein renommiertes und weltweit beachtetes Magazin wie Newsweek so etwas schreibt, dann hat dies Folgen. Aufgeschreckt durch die anti-amerikanischen Proteste, hakte die US-Regierung bei Newsweek nach – und der Chefredaktor des Blattes musste die Story zurückziehen, weil der anonyme Informant im Pentagon, der die Quelle für die Newsweek-Reporter war, nicht mehr zu seiner ursprünglichen Aussage stehen wollte. Und damit stand Newsweek im Regen: «Der Rückzug einer Story ist nicht nur das Eingeständnis einer peinlichen Fehlleistung, sondern kann auch die Glaubwürdigkeit der betreffenden Zeitung und der Medien insgesamt schädigen», sagte mir in einem Gespräch dazu der ehemalige US-Korrespondent und heutige Präsident des Schweizer Presserates, Peter Studer.

Studer war in den Siebziger Jahren in den USA tätig, als der Watergate-Skandal aufflog – für Spätgeborene: Zwei Reporter der Washington Post fanden damals heraus, dass die Republikaner von US-Präsident Nixon das Wahlkampf-Hauptquartier der Demokraten im Watergate- Hotel ausspioniert hatten. Der Skandal führte zum Rücktritt von Präsident Nixon und gilt heute als Sternstunde des investigativen Journalismus. «Die beiden Reporter stützten sich dabei ebenfalls auf einen anonymen Informanten – aber sie verifizierten jede Aussage durch zusätzliche Befragungen und Recherchen», so Studer. «Seither gilt diese sogenannte «Zwei-Quellen- Regel» als journalistischer Standard für den Umgang mit Aussagen aus anonymer oder ungesicherter Herkunft. Und die Newsweek-Story über die Koranschändungen hat diesen Standard nicht erfüllt.»


Das Buch einem Hund zum Frass vorgeworfen!

Hat also Newsweek einfach geschlampt? So einfach ist es auch wieder nicht. «Newsweek hat einen Fehler gemacht, und dieser Fehler wird analysiert werden», sagte der Journalist und Pulitzer-Preisträger Carl Bernstein, einer der beiden Watergate Reporter, kürzlich an einer Veranstaltung in Hamburg. Doch der Fehler werde nun von der Regierung Bush aufgebauscht und zu einer allgemeinen Kampagne gegen unabhängige Medien in den USA ausgeweitet. Es herrsche zurzeit, so Bernstein, «eine gesellschaftliche und ideologische Kriegsführung, die wir in den Vereinigten Staaten seit dem Bürgerkrieg nicht mehr erlebt haben.»

Und auch andere namhafte Journalisten in den USA beklagen, dass die Regierung Bush in den letzten Jahren den Druck auf die unabhängigen Medien verschärft habe, unter dem Vorwand «Kampf gegen den Terrorismus». So würden vom Weissen Haus viel mehr Dokumente als früher geheim gehalten; in Zusammenarbeit mit PR Agenturen würden regierungsfreundliche Videos für die Nachrichtensender verbreitet, anstatt neutral zu informieren. Und die Bush-Administration gehe gar so weit, kritische Journalisten zu manipulieren oder zu kaufen, wie das Medienmagazin Klartext im April berichtete: «In den vergangenen Wochen wurde bekannt, dass gleich drei JournalistInnen, die als unabhängige KommentatorInnen galten, von der Administration fette Honorare bekamen, um die Bush-Politik in ihren Artikeln zu loben.»

Die Neue Zürcher Zeitung machte im Mai darauf aufmerksam, dass die von den Republikanern dominierte amerikanische Radio-Aufsichtsbehörde versuche, das unabhängige National Public Radio auf konservativen Kurs zu trimmen. So wie dies bereits bei den unzähligen Radio-Talkshows auf den Privatsendern geschieht, wo reaktionäre Talkmaster à la Rush Limbaugh gegen Liberale und Linke hetzen.


Drei JournalistInnen, die als unabhängige KommentatorInnen galten, haben von der Administration fette Honorare bekommen.

In diesem Klima kommt dem Weissen Haus natürlich eine Falschmeldung bei Newsweek wohl zupass. Newsweek hat unterdessen aber auch reagiert – und unter dem Titel « What really happened at Guantánamo?» die Geschichte mit dem Koran im Straflager minuziös recherchiert. Dabei kam heraus, dass ein muslimischer Gefangener selber seinen Koran neben das Klo gelegt hatte – und dass daraufhin in dem Straflager das Gerücht die Runde machte, ein Aufseher habe das Heilige Buch hinuntergespült. Der Vorfall ereignete sich bereits 2002; das Gerücht war dann auch dem Pentagon zu Ohren gekommen und von dort aus zu Newsweek gelangt. Auch das IKRK hat unterdessen mitgeteilt, mehrere Häftlinge hätten über Koranschändungen und andere Demütigungen in US-Straflagern berichtet; und die Los Angeles Times hat gestützt auf Informationen von US Militärpersonal, ehemaligen Gefangenen und aus offiziellen Vernehmungsprotokollen ähnliche Vorwürfe erhoben. So habe ein Wärter einem Koran mit den Füssen getreten, in einem anderen Fall habe man das Buch gar einem Hund zum Frass vorgeworfen! Die ursprüngliche Falschmeldung von Newsweek hat also doch einiges an richtiger Information ausgelöst…

  • Dieser Artikel erschien im Berner ensuite kulturmagazin Ausgabe 30, 2005.


terror

Verfahren gegen Al-Taqwa eingestellt

Stephan Fuchs – Nach über drei Jahren Ermittlung wurde das Verfahren gegen die in Lugano domizilierte Finanzfirma Al-Taqwa eingestellt. Die Firma wurde im Nachgang zu den Terroranschlägen in den USA der Terrorismus-Finanzierung verdächtigt. Einige Stunden vor der offiziellen Ankündigung von Washington stürmten Polizeibeamte die Al-Taqwa Büros in der Schweiz und in Liechtenstein sowie die Wohnsitze von Yusuf Nada und Ali Ghalib Himmat, zwei Direktoren der Firma Al-Taqwa. Die beiden Verantwortlichen, Youssef Nada und Ali Ghaleb Himmat kommen ungeschoren davon, ihre Konten bleiben weiterhin blockiert. Die Zweifel bleiben.

Mit Entscheid vom Dienstag stellte die Schweizer Bundesanwaltschaft das Strafverfahren wegen Verdachts auf Beteiligung und/oder Unterstützung einer kriminellen Organisation ein. Der gebürtige Ägypter Nada, der in der italienischen Exklave Campione bei Lugano lebt, und der aus Syrien stammende Himmat waren seit dem 24. Oktober 2001 im Visier der Bundesanwaltschaft. Die beiden standen ebenfalls auf der berüchtigten U. S. Terror Liste. Einige Wochen später, am 29. November, schlossen italienische Ermittler ein in Mailand basierendes islamisches kulturelles Zentrum, das verdächtigt wurde, al-Qai’dahs logistisches Zentrum europäischer Zellen zu sein. Ahmad Idris Nasr Al-Dill, ein wohlhabender Geschäftsmann und ehemaliger Konsul Kuwaits in Mailand, war kräftiger finanzieller Unterstützer des Zentrums und ebenfalls Direktor der Firma Al-Taqwa. Die Transaktionen sollen über die auf den Bahamas ansässige Al-Taqwa-Bank abgewickelt worden sein.

Dem deutschen Wochenmagazin „Der Spiegel“ zufolge ist Ghaleb Himmat auch Präsident der in Bayern basierenden Islamischen Gesellschaft Deutschlands IGD, eine Organisation, die von der muslimischen Bruderschaft gegründet wurde. Deutsche Behörden gehen davon aus, dass es sich um eine ideologische Brutstätte für islamische Extremisten handelt. Himmat dient auch als Direktor des Genfer Zweiges der Internationalen Islamischen Wohltätigkeitsorganisation (IICO), deren Hauptsitz in Kuwait liegt. Ein anderer IICO-Direktor, der in Quatar lebende Yusuf al-Qardawi ist Al-Taqwas Präsident des religiösen Beraterstabes, der sicherstellt, dass die Bank die Lehre des Qur’an nicht verletzt. Qardawi, ein feuriger Sprecher, der als einer der höchsten geistigen Führer der muslimischen Bruderschaft betrachtet wird ist auch ein offener Anhänger der palästinensischen Terrorgruppe Hamas. Er gab sogar eine fatwah heraus, die Hamas Selbstmordbomber für Märtyrer erklärt und ihre Taten zur „höchsten Form des jihad“ erhob. Al Taqwas finanzielle Beziehung zu Hamas wurde 1997 nach einem Skandal bekannt, bei welchem das Verschwinden eines großen Teiles des Hamas Schatzes von Bestand war. Dieser Skandal führte zu einer internen Untersuchung, die eine vorsichtige Prüfung der Rolle der Al Taqwa in dieser Angelegenheit mit sich brachte. Himmat arbeitete eng mit dem in Genf ansässig gewesenen Ägypter Said Ramadhan zusammen, der 1954 in das Attentat auf Ägyptens Präsident Nasser verwickelt war. Youssef Nada wiederum war in der italienischen Denkfabrik Pio Manzu, einer renommierten Denkfabrik der auch Henry Kissinger sowie Strategieexperten und Zukunftsforscher angehören, als Mitglied verzeichnet.

Bundesanwaltschaft unter erschwerten Recherchen

Der stellvertretende Schweizer Bundesanwalt Claude Nicati sagte in einem Interview der Nachrichtenagentur AP: „Selbst wenn sehr ernsthafte Zweifel bezüglich der beiden Beschuldigten bestehen, sind die Elemente nicht ausreichend, um das Bundesstrafgericht zu überzeugen.“ Ganz konkret hätten es die umfangreichen Ermittlungen nicht erlaubt, an die Buchhaltung der Bank Al Taqwa heranzukommen. Die Bahamas haben gemäss Nicati nie eine brauchbare Antwort auf die Rechtshilfe-Ersuchen aus der Schweiz gegeben. Die Buchhaltung selber befinde sich nach Aussagen eines der beiden Beschuldigten inzwischen in der saudiarabischen Hauptstadt Riad. Trotz zweier Besuche Nicatis in Saudi-Arabien sei es nicht gelungen, sie ausfindig zu machen. Nicati verteidigte die lange Dauer des Verfahrens und gab sich überzeugt, dass die Schweiz international glaubwürdiger dastehe, als wenn sie das Verfahren rasch eingestellt hätte. „Ich sehe das Verfahren deshalb absolut nicht als Misserfolg“, sagte er. Druck der USA habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben.

Betroffene zufrieden

„Natürlich bin ich glücklich“, sagte der 74-jährige Youssef Nada gegenüber der Nachrichtenagentur AP, wollte die Verfügung der Bundesanwaltschaft aber nicht weiter kommentieren. Der 66-jährige Ali Ghaleb Himmat zeigte sich ebenfalls hoch erfreut: „Ich habe immer gewusst, dass ich nichts Falsches getan habe.“ Er sei auch zuversichtlich gewesen, dass die Schweizer Behörden zum gleichen Schluss kämen. Der Anwalt von Nada zeigte sich erleichtert über die Einstellungsverfügung und bezeichnete sie als logische Konsequenz des Bundesstrafgerichts-Urteils. Er will nun eine Entschädigungsforderung prüfen.

Bank mit islamischen Grundsätzen

Ein leitendes Mitglied der ägyptische Moslembruderschaft, der Nada und Himmat angehören sollen, sagte in Kairo, Al Taqwa sei aufgebaut worden, um Bankdienstleistungen nach islamischen Grundsätzen in Europa anzubieten. Die Al-Taqwa-Verantwortlichen hatten schon früher jede Verbindung zum Terrorismus bestritten und der Schweiz vorgeworfen, sie lasse sich in eine von den USA geführte Kampagne gegen Muslime einspannen. Die Bundesanwaltschaft führt noch ein zweites Verfahren wegen Terrorismus-Finanzierung. Es betrifft einen saudiarabischen Geschäftsmann, der verdächtigt wird, 1998 die Terrororganisation Al Kaida mit einer Zahlung von 1,25 Mio. Dollar unterstützt zu haben. Die Bundesanwaltschaft hob nun die Kontenblockierungen gegen Nada und Himmat und gegen ihre inzwischen liquidierte Tessiner Firma auf. Unter dem Sanktionenregime der UNO bleiben die Konten aber blockiert, weil die Betroffenen nach wie vor auf der US-Liste mit terrorverdächtigen Personen stehen.

Weiterführende Artikel:


Update

kultur

The Fuckadies – you are the Bunny, I’m the beast

Ja Hallo! Nach der zerbrechlichen Gustav CD ist das dann doch deftig. Ratzingers päpstliche Hauskapelle wird Fuckadies wohl nicht sein. Fuckahä, Fuckaho, Fuck-D und Fuckchap ficken sich mit brachialem Sound und Gentlemen like gekonnt durch den heissen Dschungel der Schweizer Rockclubs.


Eine Spur schneller um des Teufels Sekretärin rollen

Die Berner Herren zelebrieren noch die Musik für Kerle und Ladies, die eine Spur schneller um des Teufels Sekretärin rollen als andere. Die Combo ist scharf, präzis, schnell und nur gut wenn saulaut. Fuckadies sind im internationalen Vergleich nicht nur in der Vorhölle, sondern direkt am Lagerfeuer wo es am schönsten ist. The Bucks freilich, hört sich ein bisschen raus, das liess sich wohl nicht vermeiden.

Das merken aber auch nur die alten Knacker und macht weiter nichts, denn selbst die Kollegen vom Star Wars Epos haben bei ihren Kumpels abgeguckt. Die härteste Band Berns ist mit Sicherheit aus der Schweizer Chorknaben Szene nicht mehr wegzudenken. Sie verbinden echten Rock’n’Roll und die Indie/Punkrock Szene zu einem echten Feuerwerk in Ratzingers Albträumen. Gentlem, es wird Zeit, dass ihr bald mehr im Ausland tüchtig für gute Musik sorgt.

Diese CD Kritik erschien in der ensuite kulturmagazin Printausgabe Nr. 30, Juni 2005. Die PDF Datei finden sie im PDF Archiv unter: Gustav – Fuckadies

Band Link: Fuckadies

MP3 Audio Kiss Me Goodbye

zeitgeschichte

Deep Throat outet sich

Es war eines der am besten gehüteten Geheimnisse: Wer war „Deep Throat“, jener ominöse, an den Mafia Porno-Film erinnernden Informant der Watergate-Enthüller Bob Woodward und Carl Bernstein? Über dreißig Jahre nach der Affäre, die US-Präsident Richard Nixon zu Fall brachte, soll sich der große Unbekannte jetzt geoutet haben.

Begleitend zu diesem Bericht:

  • Im Mp3 Format: Die Smoking Gun Sequenz zwischen Nixon & Haldeman
  • Im Printformat: Das Transkript der Smoking Gun Sequenz und diesen Artikel

Das Magazin „Vanity Fair“ berichtet jetzt, bei „Deep Throat“ habe es sich um einen FBI-Beamten namens Mark Felt gehandelt. Der heute 91-jährige Pensionär habe nach mehr als 30 Jahren sein Schweigen gerochen. „Ich bin der Typ, den sie Deep Throat nannten“, sagte Felt der Zeitschrift nach deren Angaben. Er lebt heute mit seiner Tochter Joan in Santa Rosa in Kalifornien. Die Familie habe alte Fotos zur Verfügung gestellt, die in der neuen Ausgabe am 8. Juni veröffentlicht werden.

Er, „Deep Throat“, ist die geheimnisvolle Regierungsquelle der USA, die vor über 30 Jahren die Watergate Affäre auffliegen ließ und so den amerikanischen Präsidenten Richard Nixon zu Fall brachte. Deep Throat ist schlechthin das bestgehütete Geheimnis des Journalismus. Dank ihm wurden die beiden Washington Post Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein zu den unangefochtenen Stars des Investigativen Journalismus, sie gelten gar als Begründer dieses Genres.

Watergate: Die Affäre
In der Nacht des 17. Juni 1972 wurde eine Gruppe von fünf Männern verhaftet, nachdem sie in das Hauptquartier der demokratischen Partei im Watergate-Gebäude in Washington, D.C. eingebrochen waren und dort Abhörgeräte installierten. Offensichtlich war es der zweite Einbruch, die ersten Mikrofone funktionierten nicht richtig. Diese Männer waren Bernard Baker, Virgilio Gonzalez, Eugenio Martinez, James W. McCord, Jr. und Frank Sturgis. Die Beteiligung McCords, der mit dem Komitee zur Wiederwahl des Präsidenten in Verbindung stand, sorgte für Spekulationen über eine Verstrickung des Weißen Hauses in dieses Verbrechen. Und tatsächlich, selbst Nixon wusste von der kriminellen Tat.


CIA eingeschaltet um Ermittlungen des FBI zu verschleppen

Präsident Nixons Sekretär Ron Ziegler jedoch dementierte dies, und bezeichnete den Einbruch als „drittrangig“. Bei der Verlesung der Anklage identifizierte sich McCord als ehemaliges Mitglied des Geheimdienstes CIA, was das Interesse zweier Journalisten der Washington Post erregte, die bei der Verhandlung anwesend waren. Diese beiden Journalisten waren Bob Woodward und Carl Bernstein. Sie begannen, mit Rückendeckung ihres Chefredakteurs Ben Bradlee, unermüdlich die Fakten zu den verhafteten Männern freizulegen. Deep Throat half ihnen dabei indem er die jeweiligen Recherche-Ergebnisse bestätigte oder ihnen sagte, wenn sie auf der falschen Fährte waren. Der Präsident schaltete inzwischen die CIA ein, um die Ermittlungen der Bundespolizei FBI zu verschleppen, indem nationale Sicherheitsinteressen geltend gemacht werden sollten. Am 30. April war Nixon gezwungen, zwei seiner mächtigsten Berater zum Rücktritt zu bewegen: H. R. „Bob“ Haldeman (Stabschef im Weißen Haus) und John Ehrlichman (Berater für innere Angelegenheiten). Beide wurden kurze Zeit später zu Gefängnisstrafen verurteilt. Nixon entließ ebenfalls den Rechtsberater des Weißen Hauses John W. Dean, der kurz zuvor vor dem Senat ausgesagt hatte, und später zu einem Schlüsselzeugen gegen Nixon selbst werden sollte. Am selben Tag benannte Nixon mit Elliot Richardson einen neuen Justizminister und gab ihm die Autorität, einen speziellen Ermittler für die wachsenden Ermittlungen in der Watergate-Affäre einzusetzen. Um seine Unabhängigkeit zu gewährleisten, war dieser Ermittler nicht dem Justizministerium unterstellt.

Die Tonbänder
Die Anhörungen, die vom Watergate-Komitee des US-Senats durchgeführt wurden und in denen Dean als Starzeuge neben vielen anderen ehemaligen Schlüsselpersonen der Nixon-Administration ein verheerendes Zeugnis ablegte, wurden fast während des gesamten Sommers 1973 im Fernsehen übertragen und verursachten einen katastrophalen politischen Schaden für Nixon. Die Ermittler des Senats entdeckten am 16. Juli eine ausschlaggebende Tatsache: Alexander Butterfield sagte, dass ein Tonbandsystem im Weißen Haus automatisch alles aufzeichnete, was im Oval Office gesprochen wurde. Diese Tonbandaufnahmen könnten zeigen, ob Nixon oder Dean die Wahrheit über die Schlüsseltreffen im Weißen Haus aussagten. Die Bänder wurden daraufhin sowohl von Cox als auch vom Senat zur Beschlagnahme verlangt. Im Januar 1974 verweigerte Nixon jedoch die Aushändigung der verlangten Materialien. Während Nixon weiterhin die Übergabe der Bänder verweigerte, stimmte er der Übergabe von Abschriften einer großen Zahl von Bändern zu.


Plan zur Blockierung der Ermittlungen durch fiktive Gründe der nationalen Sicherheit schmieden: Nixon & Haldeman

Sie bestätigten zum größten Teil die Aussagen Deans und führten zu weiterer Erschütterung, als entdeckt wurde, dass ein entscheidender Teil eines Tonbandes, das niemals den Gewahrsam des Weißen Hauses verlassen hatte, gelöscht worden war. Im August wurde ein zuvor unbekanntes Tonband vom 23. Juni 1972, also nur wenige Tage nach dem Watergate-Einbruch, publik, worin Nixon und sein Stabschef Haldeman den Plan zur Blockierung der Ermittlungen durch fiktive Gründe der nationalen Sicherheit schmiedeten. Dieses Band wurde als „Smoking Gun“, also als rauchender Colt, bezeichnet. Aufgrund der Last dieses letzten Beweisstücks wurde Nixon nun auch von seinen letzten verbleibenden Anhängern im Stich gelassen. Die 10 Kongressabgeordneten, die zuvor gegen den Amtsenthebungsartikel im Ausschuss gestimmt hatten, kündigten nun an, dass sie die Amtsenthebung unterstützen würden. Nachdem die republikanischen Senatoren Nixon mitgeteilt hatten, dass eine Mehrheit für eine Verurteilung stand, entschied sich Nixon zurückzutreten. Am 9. August 1974 trat Richard Milhous Nixon als 37. Präsident der Vereinigten Staaten zurück.

Smoking Gun Transkript

TRANSCRIPT OF A RECORDING OF A MEETING BETWEEN THE PRESIDENT ND H.R. ALDEMAN IN THE OVAL OFFICE ON JUNE 23, 1972 FROM 10:04 TO 11:39 AM
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HALDEMAN: okay -that’s fine. Now, on the investigation, you know, the Democratic break-in thing, we’re back to the-in the, the problem area because the FBI is not under control, because Gray doesn’t exactly know how to control them, and they have, their investigation is now leading into some productive areas, because they’ve been able to trace the money, not through the money itself, but through the bank, you know, sources – the banker himself. And, and it goes in some directions we don’t want it to go. Ah, also there have been some things, like an informant came in off the street to the FBI in Miami, who was a photographer or has a friend who is a photographer who developed some films through this guy, Barker, and the films had pictures of Democratic National Committee letter head documents and things. So I guess, so it’s things like that that are gonna, that are filtering in. Mitchell came up with yesterday, and John Dean analyzed very carefully last night and concludes, concurs now with Mitchell’s recommendation that the only way to solve this, and we’re set up beautifully to do it, ah, in that and that…the only network that paid any attention to it last night was NBC…they did a massive story on the Cuban…

PRESIDENT: That’s right.

HALDEMAN: thing.

PRESIDENT: Right.

HALDEMAN: That the way to handle this now is for us to have Walters call Pat Gray and just say, „Stay the hell out of this…this is ah, business here we don’t want you to go any further on it.“ That’s not an unusual development,…

PRESIDENT: Um huh.

JUNE 23, 1972 FROM 10:04 TO 11:39 AM
**********

HALDEMAN: …and, uh, that would take care of it.

PRESIDENT: What about Pat Gray, ah, you mean he doesn’t want to?

HALDEMAN: Pat does want to. He doesn’t know how to, and he doesn’t have, he doesn’t have any basis for doing it. Given this, he will then have the basis. He’ll call Mark Felt in, and the two of them …and Mark Felt wants to cooperate because…

PRESIDENT: Yeah.

HALDEMAN: he’s ambitious…

PRESIDENT: Yeah.

HALDEMAN: Ah, he’ll call him in and say, „We’ve got the signal from across the river to, to put the hold on this.“ And that will fit rather well because the FBI agents who are working the case, at this point, feel that’s what it is. This is CIA.

PRESIDENT: But they’ve traced the money to ‚em.

HALDEMAN: Well they have, they’ve traced to a name, but they haven’t gotten to the guy yet. PRESIDENT: Would it be somebody here?

HALDEMAN: Ken Dahlberg.

PRESIDENT: Who the hell is Ken Dahlberg?

HALDEMAN: He’s ah, he gave $25,000 in Minnesota and ah, the check went directly in to this, to this guy Barker.

PRESIDENT: Maybe he’s a …bum.

JUNE 23, 1972 FROM 10:04 TO 11:39 AM
**********

PRESIDENT: He didn’t get this from the committee though, from Stans.

HALDEMAN: Yeah. It is. It is. It’s directly traceable and there’s some more through some Texas people in–that went to the Mexican bank which they can also trace to the Mexican bank…they’ll get their names today. And pause)

PRESIDENT: Well, I mean, ah, there’s no way… I’m just thinking if they don’t cooperate, what do they say? They they, they were approached by the Cubans. That’s what Dahlberg has to say, the Texans too. Is that the idea?

HALDEMAN: Well, if they will. But then we’re relying on more and more people all the time. That’s the problem. And ah, they’ll stop if we could, if we take this other step.

PRESIDENT: All right. Fine.

HALDEMAN: And, and they seem to feel the thing to do is get them to stop?

PRESIDENT: Right, fine.

HALDEMAN: They say the only way to do that is from White House instructions. And it’s got to be to Helms and, ah, what’s his name…? Walters.

PRESIDENT: Walters.

HALDEMAN: And the proposal would be that Ehrlichman (coughs) and I call them in

PRESIDENT: All right, fine.

HALDEMAN: and say, ah…

JUNE 23, 1972 FROM 10:04 TO 11:39 AM
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PRESIDENT: How do you call him in, I mean you just, well, we protected Helms from one hell of a lot of things.

HALDEMAN: That’s what Ehrlichman says.

PRESIDENT: Of course, this is a, this is a Hunt, you will-that will uncover a lot of things. You open that scab there’s a hell of a lot of things and that we just feel that it would be very detrimental to have this thing go any further. This involves these Cubans, Hunt, and a lot of hanky-panky that we have nothing to do with ourselves. Well what the hell, did Mitchell know about this thing to any much of a degree?

HALDEMAN: I think so. I don ‚t think he knew the details, but I think he knew.

PRESIDENT: He didn’t know how it was going to be handled though, with Dahlberg and the Texans and so forth? Well who was the asshole that did? (Unintelligible) Is it Liddy? Is that the fellow? He must be a little nuts.

HALDEMAN: He is.

PRESIDENT: I mean he just isn’t well screwed on is he? Isn’t that the problem?

HALDEMAN: No, but he was under pressure, apparently, to get more information, and as he got more pressure, he pushed the people harder to move harder on…

PRESIDENT: Pressure from Mitchell?

HALDEMAN: Apparently.

PRESIDENT: Oh, Mitchell, Mitchell was at the point that you made on this, that exactly what I need from you is on the–

HALDEMAN: Gemstone, yeah.

JUNE 23, 1972 FROM 10:04 TO 11:39 AM
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PRESIDENT: All right, fine, I understand it all. We won’t second-guess Mitchell and the rest. Thank God it wasn’t Colson.

HALDEMAN: The FBI interviewed Colson yesterday. They determined that would be a good thing to do.

PRESIDENT: Um hum.

HALDEMAN: Ah, to have him take a…

PRESIDENT: Um hum.

HALDEMAN: An interrogation, which he did, and that, the FBI guys working the case had concluded that there were one or two possibilities, one, that this was a White House, they don’t think that there is anything at the Election Committee, they think it was either a White House operation and they had some obscure reasons for it, non political,…

PRESIDENT: Uh huh.

HALDEMAN: or it was a…

PRESIDENT: Cuban thing-

HALDEMAN: Cubans and the CIA. And after their interrogation of, of…

PRESIDENT: Colson.

HALDEMAN: Colson, yesterday, they concluded it was not the White House, but are now convinced it is a CIA thing, so the CIA turn off would…

PRESIDENT: Well, not sure of their analysis, I’m not going to get that involved. I’m (unintelligible).

HALDEMAN: No, sir. We don’t want you to.

JUNE 23, 1972 FROM 10:04 to 11:39 AM
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PRESIDENT: You call them in.

PRESIDENT: Good. Good deal! Play it tough. That’s the way they play it and that’s the way we are going to play it.

HALDEMAN: O.K. We’ll do it.

PRESIDENT: Yeah, when I saw that news summary item, I of course knew it was a bunch of crap, but I thought ah, well it’s good to have them off on this wild hair thing because when they start bugging us, which they have, we’ll know our little boys will not know how to handle it. I hope they will though. You never know. Maybe, you think about it. Good!

HALDEMAN: Mosbacher has resigned.

PRESIDENT: Oh yeah?

HALDEMAN: As we expected he would.

PRESIDENT: Yeah.

HALDEMAN: He’s going back to private life (unintelligible) Do you want to sign this or should I send it to Rose?

PRESIDENT: Ah, yeah (scratching noise)

HALDEMAN: Do you want to release it?

PRESIDENT: O.K. Great. Good job, Bob.

HALDEMAN: Kissinger?

PRESIDENT: Huh? That’s a joke.

HALDEMAN: Is it? Ah, O.K.

JUNE 23, 1972 FROM 10:04 TO 11:39 AM
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PRESIDENT: I don’t know, maybe it isn’t worth going out and talking (unintelligible) Maybe it is.

HALDEMAN: Well, it’s a close call. Ah, Ehrlichman though you’d, you probably, he, he…

PRESIDENT: What?

HALDEMAN: Well, he said you probably didn’t need it. He didn’t think you should, now at all. He said he felt fine doing it.

PRESIDENT: He did? The question, the point is, does he think everybody is going to understand about the bussing?

HALDEMAN: That’s right.

PRESIDENT: And, ah, well Lonzo says no.

HALDEMAN: Well, this, the fact is somewhere in between, I think, because I think that is
missing some…

PRESIDENT: Well, if the fact is somewhere in between,
we better do it.

HALDEMAN: Yeah, I think Mitchell says, „Hell yes. Anything we can hit on at anytime we get the chance…and we’ve got a reason for doing it… do it.“

PRESIDENT: When you get in these people when you…get these people in, say: „Look, the problem is that this will open the whole, the whole Bay of Pigs thing, and the President just feels that“ ah, without going into the details… don’t, don’t lie to them to the extent to say there is no involvement, but just say this is sort of a comedy of errors, bizarre, without getting into it, „the President believes that it is going to open the whole Bay of Pigs thing up again. And, ah because these people are plugging for, for keeps and that they should call the FBI in and say that we wish for the country, don’t go any further into this case“, period!

JUNE 23, 1972 FROM 10 04 TO 11:39 AM
**********

HALDEMAN: OK

PRESIDENT: That’s the way to put it, do it straight (Unintelligible)

HALDEMAN: Get more done for our cause by the opposition than by us at this point.

PRESIDENT: You think so?

HALDEMAN: I think so, yeah.

PRESIDENT: Still (unintelligible) moves (unintelligible)very close election (unintelligible) he keeps saying if he moves a little-

HALDEMAN: They’re all… that’s the whole thing. The Washington Post said it in it’s lead editorial today. Another „McGovern’s got to change his position,“ and that that would be a good thing, that’s constructive. Ah, the white wash for change.

PRESIDENT: Post prints the news so they’ll say that is perfectly all right.

HALDEMAN: Cause then they are saying…on the other hand… that maybe we’re not so smart. We have to admire the progress he’s made on the basis of the position he’s taken and maybe he’s right and we’re wrong.

PRESIDENT: To be very (unintelligible) (laughs).

HALDEMAN: Sitting in Miami played into our hand a little bit.

PRESIDENT: No.

HALDEMAN: They, ah eliminated their law prohibiting male homosexuals from wearing female clothing, now the boys can all put on their dresses… so the gay lib is going to turn out 6,000 fags to (laughs). I hope they (unintelligible) them.

PRESIDENT: How did they(unintelligible)

// End of Transcript