kultur

Gustav – Rettet die Wale

Stephan FuchsEigentlich ist Gustavs Musik furchtbar, stimmt mich melancholisch und macht mich mürbe. Brabbeln find ich das. Denn sind wir ehrlich; irgendwie ist das Cover ja auch komplett schräg mit diesem Wal im Herzen des Heidilandes. Sorry, eine kurze Gustav Kritik für das Berner Kulturmagazin Ensuite möchte ich lieber nicht machen.


Sticht, sobald sie singt, in mein Herz still und tief

Schräg find ich aber spannend, hör mir die CD doch an. Gustav, die Multiinstrumentalistin aus Wien sticht, sobald sie singt in mein Herz still und tief, dass mir die Tränen kommen! Ihrer Zerbrechlichkeit der Stimme nicht genug, sie scheint den innersten Nerv berührt zu haben. Die Österreicherin Eva Jantschitsch ist wohl des Landes interessantester Kulturexport und dafür muss ich mich bei ihr bedanken! Soviel Brisanz, Qualität und politische clevere Subversivität ist kaum ertragbar. Oder eben doch, sie ist vielen aus dem revolutionären Kuchen ein gutes Stück voraus, macht Mut da weiter zu gehen, wo sich die eigenen Träume zur Errettung der Wale im Heidiland schon tief begraben haben.

Gustavs Musik ist gar nicht so übel, sie ist wohl genau so subversiv wie ihre Texte. Feingliedrig, punktiert eingesetzt und erschütternd, gräbt sie sich tief in die Seele. Der Schrei, der sich nicht entfalten darf. Danke Gustav, du bringst die Träume zurück.

MP3 Audio Gustav in Genua hören

Gustav – rettet die Wale: Mosz Records

Gustav Artist page: Gustav

Vertrieb Schweiz: Karbon Distribution

Siehe auch: The Fuckadies – you are the Bunny, I’m the beast

Diese CD Kritik erschien in der ensuite kulturmagazin Printausgabe Nr. 30, Juni 2005. Die PDF Datei finden sie im PDF Archiv unter: Gustav – Fuckadies

kriminalitaet

Tato: Undercover Agent ohne Cover

Stephan Fuchs – Ein Mann in ständiger Gefahr: Fausto Cattaneo, bis Anfang der 90-Jahre einer der weltweit erfolgreichsten Undercoveragenten, fürchtet um sein Leben. Der Polizist aus der schweizerischen Sonnenstube im Tessin, hat unter dem Decknamen „Tato“ mit den größten Drogenbossen Geschäfte abgewickelt – und sie auch hinter Gitter gebracht.

Fausto Cattaneo kennt sich aus im Untergrund, in den Kreisen von Mördern, Drogenhändlern und Drahtziehern des organisierten Verbrechens wie kein anderer. 1970 trat er der Polizei bei, 1972 übernahm er die Leitung der Rauschgift-Abteilung in Locarno und seit 1984 leitete er die Sonderabteilung gegen organisierte Kriminalität bei der Kantonpolizei Tessin. Als Vertreter der Schweiz wurde er seit 1989 bei internationalen Undercover-Fahndungen eingesetzt. Die vorläufige Bilanz eines ereignisreichen Lebens – Commisareo Cattaneo war einer der weltweit erfolgreichsten Undercoveragenten bei internationalen Drogenoperationen und erhielt für seine Arbeit zahlreiche Auszeichnungen, auch von der amerikanischen DEA.

Wegen seiner großen Erfolge wurde er von Antidrogenbehörden in aller Welt unterstützt und erlangte fast legendären Ruf. Er ließ ganze Schiffsladungen mit Kokain und Heroin beschlagnahmen, komplette Rauschgiftringe flogen auf. Mächtige Gangster schworen Rache – Tato steht auf ihren Todeslisten.

Seine größten Coups waren die Verhaftung des kolumbianischen Drogenbarons Pablo Escobar Junior, die Zerschlagung der Libanon-Connection der Brüder Magarlan und die Festnahme des türkischen Drogenchefs Haci Mirza. Alle waren große Fische – und doch, glaubt Cattaneo, sind die wirklichen Drahtzieher unantastbar: „Wir sind nur Ameisenjäger“, sagt Cattaneo, „die Elefanten laufen frei herum.“ Und sie tun’s noch heute.

Mato Grosso
Dann die Operation Mato Grosso: Tato war einem weltweiten Drogen- und Geldwäscherring auf der Spur. Als er bei seinen Ermittlungen entdeckte, dass einige seiner Schweizer Kollegen Drogengelder kassierten, bekam er Druck von ganz oben. Zu viele Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft hatte er als Helfershelfer der Drogenkartelle entlarvt. Die Aktionen und Verhaftungen wurden abrupt gestoppt – von der zuständigen Staatsanwältin im Tessin, Carla del Ponte, der heutigen Chefanklägerin des Den Haager Tribunals. Unter dem Vorwand von Korruption und Spionage ließ sie den Agenten suspendieren und liess ihn im Stich. Er wurde von der Drogenmafia enttarnt – für Cattaneo ein Todesurteil.

Freiwild…
Cattaneo wurde vom Jäger zum Gejagten. Doch er gab nicht auf, sondern fuhr fort, in eigener Sache weiter zu ermitteln. Schließlich konnte er aufdecken, dass man ihn loswerden wollte, weil er zu viele Fragen provozierte – auch hinsichtlich der dubiosen Polizeimethoden. In diesem Zusammenhang erhebt der Ex-Agent schwere Vorwürfe gegenüber ehemaligen Kollegen und der heutigen Chefanklägerin des UN-Menschenrechtstribunals und damaligen Tessiner Staatsanwältin, Carla del Ponte: „Als ich herausbekam, dass Leute meiner Abteilung bei großen illegalen Drogengeschäften direkt beteiligt gewesen waren, habe ich auch herausgefunden, dass Frau del Ponte das alles ganz genau wusste“, erklärt Cattaneo. „Frau del Ponte wusste das also alles, zog es aber vor, darüber zu schweigen.“

…in der Falle
Der ehemalige Undercoveragent Tato saß in der Falle, dachte an Selbstmord. Aber er lebt, wurde rehabilitiert. Trotz aller Bedrohung, der er nach wie vor ausgesetzt ist: Cattaneo schweigt nicht. Er warnt vor den Verstrickungen von Drogenschmuggel und Geldwäsche mit amerikanischen Banken, italienischer Mafia und Schweizer Finanzfirmen. Er ist sicher: Auch in Deutschland gibt es Verbindungen zwischen Politik und organisierter Kriminalität.“

Fausto Cattaneo, geboren 1943 in Roveredo, Graubünden. Ursprünglich Polizeiinspektor und Verantwortlicher des Informationsdienstes Drogen der Schweizer Bundespolizei, war bis 1992 als Undercoveragent bei internationalen Anti-Drogen-Operationen tätig. Sein Einsatz ermöglichte große Fahndungserfolge. Cattaneo erhielt mehrere Auszeichnungen. Er lebt heute im Tessin.

MP3 Audio File bei [Stephanfuchs.ch] Interview mit Fausto Cattaneo

Weiterführender Artikel:

zeitgeschichte

Irakische Sunniten gründen Allianz

Bagdad – Stammesführer, Politiker und Religionsgelehrte der sunnitischen Minderheit im Irak haben am Wochenende eine Allianz gegründet. Diese soll künftig als Sprachrohr für die arabischen Sunniten fungieren.

Damit reagierten sie auf die wachsenden Spannungen zwischen dem sunnitischen Rat der Religionsgelehrten und der Schiiten-Partei SCIRI. Die Teilnehmer der Versammlung forderten am Samstag den Rücktritt von Innenminister Bayan Bakir Solagh, den sie für die Tötung sunnitischer Geistliche durch Angehörige der SCIRI- Parteimiliz verantwortlich machen. SCIRI-Sprecher Reda Dschawad bestritt die Vorwürfe und erklärte, er selbst habe an dem Sunniten-Treffen teilgenommen. Schiiten-Prediger Muktada al-Sadr bot sich als Vermittler in dem Konflikt an.

Grossrazzia mit Toten
Bei einer Grossrazzia im so genannten Todesdreieck wurden fünf Aufständische getötet und elf weitere verletzt. Wie aus irakischen Militärkreisen bekannt wurde, nahmen die Soldaten 16 Verdächtige fest.

An der Razzia nahmen 850 amerikanische und irakische Soldaten teil. Ziel von Angriffen der Aufständischen waren auch am Wochenende wieder irakische und amerikanische Soldaten sowie Regierungsmitarbeiter. Insgesamt starben bei Anschlägen und Gefechten am Samstag und Sonntag mindestens 17 Menschen. Unter den Opfern ist auch der Generaldirektor des Handelsministeriums. Er starb zusammen mit seinem Fahrer bei einem Attentat in Bagdad. In den vergangenen Monaten sind mehr als ein Dutzend ranghohe irakische Regierungsmitarbeiter bei Attentaten ums Leben gekommen.

zeitgeschichte

Kuba lässt Treffen von Dissidenten in Havanna zu

HAVANNA – Die kommunistische Regierung Kubas hat am Freitag in Havanna ein beispielloses Treffen von Regimekritikern zugelassen. Rund 200 Dissidenten kamen in einer Obstplantage am Rande der Hauptstadt zusammen.

Sie forderten einen demokratischen Wandel sowie die Freilassung politischer Gefangener. Es war die erste Versammlung des von den USA unterstützten Verbandes. Beim bis dahin letzten Anlauf im Jahr 1996 waren die meisten führenden Dissidenten festgenommen worden.

Der Organisatorin des diesjährigen Treffens, Martha Beatriz Roque, zufolge wurden auch diesmal Teilnehmer von der Polizei drangsaliert.

US-Präsident George W. Bush lobte den Mut der Regimekritiker. Sie seien aus dem „Schatten der Unterdrückung“ getreten, sagte er in einer Video-Botschaft. Er kündigte an, den politischen Wechsel auf der Karibikinsel beschleunigen zu wollen.

Das Treffen belegte gleichzeitig aber auch die Zerstrittenheit der geschwächten kubanischen Opposition. Viele Oppositionsgruppen blieben ihm fern, weil sie die engen Verbindungen Roques zu Exil-Kubanern in Miami sowie deren Finanzierung durch die USA kritisieren.

„Diese Versammlung vertritt nicht die Mehrheit der Opposition“, sagte Kubas bekanntester Dissident Oswaldo Paya, der mit dem Menschenrechtspreis der Europäischen Union – dem Sacharow-Preis – ausgezeichnet worden ist. Auch eine kleine Zahl europäischer und amerikanischer Diplomaten durfte an der Versammlung teilnehmen.

Einigen EU-Parlamentariern wurde die Einreise anlässlich des Treffens jedoch verweigert. Dies sei nicht akzeptabel, sagte ein EU-Sprecher. In Berlin und Rom und Madrid wurden deshalb die kubanischen Botschafter in die Aussenministerien einbestellt.

siehe auch:

medien

Nachrichten im visuellen Griff

backstage.bbc.co.uk ist die neue und innovative Plattform der British Broadcasting Corporation BBC. Das im Blog aufgezogene Pilotprojekt richtet sich vor allem an die passionierten, hoch – ausgebildeten & sich im Publikums hype befindlichen Entwickler und Grafiker. BBC, alte Schule und Vorbild des Journalismus, tat sich lange Zeit schwer mit den New-Kids und den nicht der Garde entsprechenden Journalisten und Techniken. Backstage.bbc ändert das nun wohl rasant. Das Projekt lädt all die Cracks und Nachrichten Spezialisten ein, am offenen Produkt – Entwicklungsdialog teilzunehmen. Das verspricht einige superheisse neue Spielereien, die sich vor allem auch für Journalisten eignen:

Stellen sie sich vor sie sitzen am Online Bildschirm vor der Weltkarte und die von ihnen eingelesenen Nachrichten popen sich da auf wo sich das Thema ereignet. Hintergrundinformationen über Lokalgegebenheiten könnten sie sich über direktes anklicken auf die Stadt holen. Durch den Zoom Modus hätten sie nun die Möglichkeit näher an das Geschehen heranzugehen und sich „Lokalreporter“, also BlogerInnen auf den Bildschirm zu holen. Dadurch erhalten sie innert kürzester Zeit interessante und zum Teil fundierte Informationen an den Brennpunkten der Welt.

Solche Spielereien sind noch in der Entwicklung, funktionieren aber bereits im Grundansatz. Die Entwicklung brachte world66 mit Mapsonomy bei backstage.bbc auf den Tisch. Auf dem Journalisten Blog von Stephan Fuchs, findet sich unter „NEWSMAPPING“ eine kleine Anfangsvariante mit einer solchen virtuellen Nachrichtenbeschaffung. Eine Variante zeigt den RSS Feed der BBC – und auf der anderen Weltkarte den RSS Feed des Blogs. Das ganze funktioniert noch nicht optimal, die versinnbildlicht aber die sich öffnenden Möglichkeiten für Journalisten und Online Leser.

kriminalitaet

6 Jahre Haft für Schweizer Botschafter?

Mitglied einer kriminellen Organisation ist der ehemalige Schweizer Diplomat nicht. Der Ex-Botschafter bestritt letzte Woche, wissentlich Geld gewaschen zu haben. Trotzdem gibt es wohl 6 Jahre Zuchthaus. Er habe die Beträge eingesackt, um sie an der Börse anzulegen, rechtfertigte sich Friedrich damals.


Wo sind die anderen schuldigen?

Der stellvertretende Bundesanwalt Claude Nicati mochte das nicht so richtig glauben. Gestern vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona hielt er sein Plädoyer und der ehemalige Schweizer Botschafter in Luxemburg kam dabei gar nicht gut weg. Der heute 63-jährige Peter Friedrich habe stets gelogen und damit das Verfahren erschwert. Er sei völlig unseinsichtig gewesen, habe keinen einzigen Fehler zugegeben. Nicati bezeichnet den ehemaligen Diplomaten als Egoisten der ohne Skrupel gehandelt habe. Es wäre ihm nicht im Entferntesten in den Sinn gekommen, den Schaden wieder gutzumachen. Hinzu komme, dass es sich um einen besonders hohen Deliktbetrag handle und dass der Angeklagte seine krummen Geschäfte nicht weniger als vier Jahre lang machte. Friedrichs Schuld wiege deshalb schwer, fasste Nicati zusammen.

Geldwäscherei?

Der Staatsanwalt hält es für erwiesen, dass sich Friederich der qualifizierten Geldwäscherei schuldig gemacht hat. Zwischen Juni und Dezember 2001 habe der Diplomat mehrere Bankoperationen mit Geld in kleiner Stückelung vollzogen. Das Geld hat er auf Parkplätzen, in Plastiktüten ohne Quittungen erhalten. Das Geld sei ihm von Menschen ohne erkennbare Einkommensquelle übergeben worden – von Drogenhändlern, sagt Nicati. Das hätten Telefonabhörungen erbracht. Die Spur des von Friederich überwiesenen Geldes führt zu Konten in der Schweiz, in Spanien und in den USA. Darunter zwei Konten, denen amerikanische Drogenfahnder im verlauf einer über zehn Jahre dauernden verdeckten Ermittlung immer wieder begegneten: Die Konten bei der Union Planters Bank in Miami und der Bank of America in Tampa erklärte ein Special Agent der US – Zollbehörde im Zeugenstand. „Wir sind sicher, dass das Geld aus Drogenverkäufen stammte. Unsere eingeschleusten verdeckten Ermittler haben es an Strassenecken und in Restaurants bei Dealern abgeholt und zur Bank gebracht.“
Die Bank of Amrica. Tampa. Immer wieder in den verschiedensten Untersuchungen über Terrorismus, Waffen- und Drogenhandel tauchen diese Bank und /oder dieser Ort in Florida wieder auf. Die Bank of America besaß bis 1980 45% der BCCI- Bank, die dann abgestoßen wurden. Doch auch nach diesem Zeitpunkt pflegten die Banken enge Geschäftsbeziehungen. Die Frau von CIA Boss Porter Goss, besitzt unter anderem grosse Anteile an der Bank of America.

Seltsam: welcher Diplomat oder Kurier hat die restlichen Jahre der zehn jährigen Ermittlung auf Parkplätzen in Amsterdam und anderswo herumgelauert und Plastiktüten mit englischen und schottischen Pfund von dubiosen Leuten entgegengenommen? Diese Frage interessiert offensichtlich niemand, es gibt keine weiteren Angeklagten, ausser Antonio Florido Sosa, einem Spanier, der den spanischen Behörden unter dem Decknamen „Radio Jaen“ bekannt war und der des Drogenhandels und der Geldwäsche verdächtigt wurde. Gemäss den spanischen Untersuchungsbehörden handelt es sich beim Spanier um einen „auf Geldtransfers spezialisierten Mittelsmann, der im Dienste mehrerer kolumbianischer Drogenkartelle stand“.

spionage

Krieg mit allen Mitteln – Terror inbegriffen

Stephan Fuchs – Dokumente vom 31. Mai 1954 illustrieren, wie die CIA durch Terror, Propaganda und Provokationen eine Nation windelweich prügelte mit dem Ziel, den demokratisch gewählten Präsidenten von Guatemala, Jacobo Arbenz Guzmán zu stürzen. Parallelen zum Irak?


Wollen Sie die Banane links gekrümmt oder rechts gekrümmt haben?

Auf Intervention der United Fruit Company, die in Guatemala ihre größten Plantagen hatte und zudem noch Eignerin der International Railway of Centralamerica und des einzigen Seehafens des Landes war, initiiert das US-amerikanische Außenministerium eine Hetzkampagne gegen Guatemala. Der damalige Außenminister der USA, John Foster Dulles (welcher früher als Anwalt bei UFC arbeitete) sowie sein Bruder Walter Bedell Smith, Chef der CIA, leiteten dann am 16. Juni 1954 mittels einer Söldnertruppe von nur 400 Mann um den Exil-Guatemalteken Castillo Armas den Sturz der guatemaltekischen Regierung ein.


Bombenterror um die Banane weich zu klopfen

Die CIA interveniert in Zusammenarbeit mit oppositionellen guatemaltekischen Militärs und startete so die Operation PBSUCCESS. Am 27. Juni brach Arbenz unter dem Druck zusammen, tritt zurück und Castillo Armas wird Diktator. Innerhalb kürzester Zeit macht dieser sämtliche sozialen Reformen einschließlich der Agrarreform rückgängig. Der Coup kennzeichnete den Beginn von vier Jahrzehnten repressiver Gewaltherrschaft und Bürgerkrieg. In dieser Zeit „verschwanden“ etwa 140.000 Guatemalteken. 1984 wurde United Fruit Comppany nach mehreren Umstrukturierungen und Fusionen in Chiquita Brands International umbenannt.


Nerventerror um die Banane in die andere Richtung zu biegen

Ähnlicher Terror wurde unter John Dimitri Negroponte aufgrund seiner Beteiligung an der verdeckten Finanzierung der Contras (Iran-Contra-Affäre) und der Vertuschung von Menschenrechtsverletzungen der honduranischen Todesschwadronen, die von der CIA ausgebildet wurden, vorgeworfen. Er soll unter der Präsidentschaft von Ronald Reagan Berichte über Entführungen, Folter und Morde durch vom US-Nachrichtendienst CIA ausgebildete Todesschwadronen unterschlagen haben, um die US-Militärhilfe für die Machthaber nicht zu gefährden.

Ferner soll Negroponte als Botschafter in Tegucigalpa geheime Regierungsaufträge umgesetzt und die illegale Finanzierung der Contra-Milizen über Honduras mit eingefädelt haben. Zwischen 1979 und 1989 verschwanden im Zuge der CIA-Operationen zahlreiche Menschen in Honduras. Negroponte überwachte unter anderem die Errichtung der Luftwaffenbasis „El Aguacate“, auf der Contras ausgebildet wurden. Im August 2001 wurden auf dem Gelände des Stützpunkts 185 Leichen ausgegraben. Nach den Worten des Menschenrechtsbeauftragten der Regierung von Honduras, Ramon Custodio, wurden Gefangene mit Kapuzen, Elektroschocks und Schlägen traktiert. Die britische Zeitung „The Guardian“ berichtete, die im Irak angewandten Foltermethoden stammten aus einem alten Handbuch der CIA für Honduras. Zwischen Juni 2004 und Februar 2005 war er der US-Botschafter im Irak.


Kinder von Amerikanern entführen

Am 17. Februar 2005 wurde Negroponte von US-Präsident George W. Bush für das Amt des Director of National Intelligence (Direktor aller 15 US-amerikanischen Nachrichtendienste) nominiert. Die Welt dankt.

  • Die erwähnten PDF Dokumente finden sie im [AUDITORIUM]
vermischtes

Freunde im Gruselkabinett

Höchstwahrscheinlich dürfte er der nächste Staatspräsident Irans werden: Akbar Hashemi Rafsanjani. Er ist Milliardär, ist einer der mächtigsten Männer des schiitischen Staates und galt bei den Waffenkäufen der Iran Contra Affäre als einer der wichtigsten Partner Washingtons.


Verbindung zum grünen Orchester, aber toller Geschäftsmann

Nur: Beim Volk ist er nicht beliebt. Viele politische Morde seien, so die vorherrschende Meinung im Volk, in Rafsanjanis Auftrag ausgeführt worden. Der Mullah ist der Einzige aus dem engsten Kreis um den verstorbenen Revolutionsführer Ayatollah Chomeini, der alle Bedrohungen und Machtkämpfe überstanden hat. 1980 kamen bei einem Sprengstoffanschlag auf eine Versammlung der Islamischen Republikpartei fast neunzig Personen ums leben, unter ihnen zahlreiche Parlamentabgeordnete und Minister. Rafsanjani, damals Mitglied des Parteivorstands, verliess wenige Minuten vor der Detonation das Gebäude, ohne später dafür einen Plausiblen Grund angeben zu können. Interessantes Detail; durch den Anschlag wurden seine grössten Rivalen liquidiert.

Verbindung zum grünen Orchester. Damals, am 17. September 1992, wurden im Berliner Restaurant Mykonos vier Mitglieder der Demokratischen Partei Kurdistans Dr. Sadegh Sharafkandi, Fattah Abdoli, Homayoun Ardalan und Nouri Dehkordi, von VEVAK – Geheimdienstangehörigen, dem grünen Orchester mit Maschinengewehren erschossen. Das grüne Orchester, damals auch in Genf aktiv, erhielt den Auftrag unter anderem von Rafsanjani. Nach dreieinhalbjährigem Prozess verurteilte das Berliner Kammergericht im April 1997 vier Beteiligte wegen Mordes und Beihilfe zum Mord. Im Urteilsspruch wurde deutlich klargestellt, dass der Mordauftrag von staatliche Stellen im Iran erteilt wurde und Rafsanjani über das Attentat vorab informiert war.

Machtmonopol. Rafsanjanis Zöglinge sitzen an den wichtigsten Schaltzentern der Macht. Das Ölministerium sowie das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen werden von den engsten Verbündetetn kontrolliert. Der Gottesmann besitzt ein Vermögen, das auf mehr als eine Millirade $US Dollar geschätzt wird. Ihm und seiner Familie gehören mehrere Touristenzentren im In und Ausland. Sein ältester Sohn baute die Teheraner Metro, sein zweiter macht Geschäfte mit Erdgas und Öl, sein dritter und jüngster besitzt grosse Farmen. Seine Neffen, Nichten, Vettern und Kusinen, besitzen grosse Anteile der inländischen Automobilbranche, kontrollieren den Export von Pistazien und Safran. Seine Töchter sind im Immobilen Handel im In und Ausland tätig. Schwarzmarkt? Wird vom Rafsanjani Clan kontrolliert.

Alte Freunde. Kontrolliert hat Rafsanjani auch die Waffenkäufe mit Amerika. Die Iran Contra Affäre. Damals wurden von der Reagan-Regierung Einnahmen aus geheimen Waffenverkäufen an den Iran an die rechtsgerichteten Contras in Nicaragua weitergeleitet, um sie bei ihrem Kampf gegen die sandinistische Regierung zu unterstützen. Das zentrale Regiepult, von dem aus die Contra – Finanzierung gesteuert wurde, stand bei der Genfer Firma Compagnies de Services Fiduciaires SA (CSF). Die Southern Air Transport, welche für die antisandinistischen Freischärler Versorgungsflüge ausführte, wurden über die CSF finanziert. Eine andere wichtige Genfer Firma war die TRADECO. Die Operation war Illegal. Diese Unterstützung war ein klarer Verstoß gegen einen Kongressbeschluss, zum anderen war das Geld zum Freikauf amerikanischer Geiseln im Libanon vorgesehen. Donald Rumsfeld war zu Zeiten der Affäre spezieller Beauftragter für den Nahen Osten. Nicht nur er, sondern das Bushkabinett gleicht einem Zombie Kabinett, die Geister sind zurück und mit Rafsanjani sind sie definitiv auch im Iran zurück. Das wird die amerikanischen Geschäftsmänner freuen, denn mit Iran will man an den geschäftlichen Tisch zurückkehren. Beobachter meinen, dass Rafsanjani nicht zu den Anfängen der islamischen Revolution zurückkehren wird, als vielmehr die Wirtschaft ankurbeln und das Land für ausländisches Kapital öffnen und die Beziehungen zu Amerika regeln wird. Er sei, so trösten sie sich, zwar ein brutaler und korrupter Politiker, aber, und das ist natürlich viel wichtiger, ein guter Geschäftsmann.

Bombenträume. Wie lange gejubelt wird, bleibt dahingestellt. Rafsandschani ist einer der Befürworter einer iranischen Atombombe. Dies hat er anlässlich des Al-Quds-Tages in Teheran am 14. Dezember 2001 folgendermaßen begründet:

„Die Anwendung einer einzigen Atombombe würde Israel völlig zerstören, während sie der islamischen Welt nur begrenzte Schäden zufügen würde. Die Unterstützung des Westens für Israel ist geeignet, den Dritten Weltkrieg hervorzubringen, zwischen den Gläubigen, die den Märtyrertod suchen, und jenen, die der Inbegriff der Arroganz sind.“

Das wird auch die Revisionisten freuen, die im Iran Zuflucht und Unterstützung gefunden haben. Iran hat Jürgen Graf, einem Exponenten der Holocaustleugnern und seinen Kameraden Zuflucht geboten und Radio Teheran sendet regelmäßig Interviews mit den Revisionisten, unter anderem mit Achmed Huber.

  • Dieser Artikel erschien erstmalig in Telepolis

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Weiterführende Artikel:


vermischtes

Review of The People v. Harvard Law

By Rachel AlexanderAndrew Peyton Thomas, the district attorney for Maricopa County, Arizona, and a graduate of Harvard Law School, has put together a well-written, intriguing expose on the state of free speech at his alma mater, providing an insider’s perspective of the top law professors in the country. Oddly enough, the friction over free speech is not between the political “left” and the “right,” because there are practically no conservatives in the administration or on the law faculty, and the majority of students offered admission are also of the leftist persuasion. The battle over free speech is between the “left” and the “far left.” (p. 170) Conservatives are rarely mentioned in the book; the major players consist of traditional leftists like Alan Dershowitz versus the new leftists, known as “Crits.”


The battle over free speech is between the “left” and the “far left.”

“Crits” is the abbreviation for proponents of Critical Legal Studies, the legal offshoot of postmodernism. The underlying goal of Crit theory is that current societal structure and laws should be torn down because they were created by sexist white males. While every other aspect of society is „critically“ assumed to bear this stigmata, the assumption itself is a matter of sacred belief and cannot be questioned. Crit legal classes generally consist of initiations into feminism, homosexual studies, race, and class conflict. Critical discussions of these beliefs are not welcome.

Old left opponents of Crit theory contend that it lacks any plan for improving the current societal structure, instead only focusing on criticism, which comes from the perspective of the left’s latest favorite oppressed interest-group. (p. 13) While the „Crits“ are quick to point out that they are defending the oppressed, the interests of these oppressed coincides all too often with the interests of the elites at Harvard Law. The Crits’ philosophy lacks any serious epistemology, consisting mainly of emotional rhetoric. The lack of intellectual rigor in postmodernism theory was embarrassingly revealed in 1996 and again in 2005, when academics submitted nonsensical papers written in postmodern style with pretentious rhetorical slogans as a prank to academic conferences, which were accepted without question.

Peyton Thomas relays a long list of disturbing events that have taken place at Harvard Law as a result of the “Critsizing” of Harvard Law. The Crits insisted that Harvard Law Review publish articles like “A Postmodern Feminist Legal Manifesto” by Crit Mary Joe Frug, which cited Madonna as authority and included profanity: “We are raped at work or on route to work because of our sex, because we are **** .” (p. 79) Torts Professor Jon Hanson told his students that “we should hold a chainsaw manufacturer liable if someone misuses it.” (p. 130) Not to be out-Crited, Professor Charles Ogletree became a leader in the movement to pay reparations to descendants of African slaves. (p. 72)

Without any conservatives to attack, the Crits focused their hostilities on the traditional leftists on the faculty and administration who did not conform to all of their radical views. When one of the old style leftists, Professor David Rosenberg, criticized Crit theory by stating that feminism, Marxism, and black race theory have contributed nothing to tort law, the Crits convinced the administration to punish him. The administration announced that attending his class was optional, a move which seriously harmed his career. (p. 95)

The Crits sought to silence or remove anyone who spoke up with a viewpoint contrary to theirs, and loudly complained that there were not enough Crits on the faculty. However, they were only interested in Crits whose physical characteristics fit their special categories, e.g. women, minorities, and homosexuals. It should be noted that there is not a single conservative on the law faculty (there is one moderate Republican), yet there are several Crits. (p. 127) The candidates for tenure proposed by the Crits were under qualified and lacked the academic rigor necessary to teach law. Thomas discusses several of these candidates and how Crits the administration was pressured into hiring, like Derrick Bell, ended up as an embarrassment to Harvard Law. Bell freely acknowledged that he lacked the qualifications of the other professors. (p. 34) He stated that the articles he wrote were just story telling and did not contain the academic rigor of law review articles. (p. 35) He had his students grade each other’s papers. (p. 34) He declared that liberal black professors who didn’t share his far left views “look black but think white.” (p. 37) At one point, Harvard Law assigned another professor to teach Bell’s classes for him since he was frequently absent. (p. 35) Yet in spite of the poor performance of professors like Bell, Harvard Law was becoming increasingly dominated by professors of his ideology.

What aided the Crits in their squelching of free speech at Harvard Law was the lack of constitutional protection for free speech at Harvard. Since Harvard is a private school, most First Amendment protections granted to speech at public institutions do not apply. Consequently, the Crits have had considerable success prohibiting non-Crit viewpoints. Recently they attempted to stifle criticism by creating speech codes. The purpose of the speech codes would be to prohibit anyone at Harvard Law from criticizing anyone within one of their special categories or pointing out anything that might be viewed as critical of those categories. Thomas relays the showdown in 2002-2003 between famous Harvard Law professor Lawrence Tribe, who supported the speech codes, and Alan Dershowitz, who successfully (so far) fought them off.

Andrew Thomas has painted a grim picture of free speech at Harvard Law School. At the end of the book one is left wondering whether conservatives, fair-minded people in the legal profession and those considering going to law school should bother with Harvard. Has Harvard Law departed so far from its former intellectually rigorous high standard by caving into sub-standard Crit vagaries that it should be avoided altogether? There is certainly a growing niche for a conservative law school to compete academically with Harvard Law. Just as Fox News grew out of the descent of the major news networks as they slid too far to the left, perhaps it is time for a truly fair and balanced yet erudite law school to replace Harvard Law’s reign as the heavyweight law school. As Thomas concluded, “What remained to be seen was whether America’s leading law school would reclaim its tradition of celebrating dissent, or continue to thwart the very constitutional liberties that once gave the school life and purpose.” (p. 196)

Andrew Peyton Thomas
is the author of „Crime and the Sacking of America: The Roots of Chaos“ and „Clarence Thomas: A Biography.“ He has written for publications including the Wall Street Journal, Weekly Standard, and National Review, was a legal assistant for the Boston NAACP, and is a graduate of Harvard Law School. He lives in Phoenix, Arizona.

Rachel Alexander

ist praktizierende Anwältin für die Regierung in Phönix im U.S. Staat Arizona. Als ehemaliges Redaktionsmitglied und Kolumnistin des Arizona Daily Wildcat, gewann sie für ihre journalistischen Arbeiten drei Auszeichnungen und schreibt Kolumnen für IntellectualConservative.com und oraclesyndicate.org

kultur

Von Königen, Rittern & anderen Helden

Nebel wird aufziehen und das schnauben der Streitrosse wird zu vernehmen sein. Unbehaglichkeit, Untertänigkeit, vielleicht gar Furcht wird sich verbreiten dann, wenn sich von den Rossen die Mannen in ihren schweren Rüstungen vom Sattel stemmen um sich schweren Schrittes in die Gewölbe zu begeben und ausgerechnet auf den Bänken neben ihnen Platz zu nehmen.


Strenger Geruch nach alter Suppe

Heldenhafte Ritter, Kämpfer und Abenteurer, vielleicht gar König Ludowich wird sich zu ihnen gesellen. Ein strenger Geruch nach alter Suppe, Urin und Schweiss, gepaart mit Pferdescheisse und altem Moder wird ihr Näschen brüskiert sein lassen. Von weit her werden die schwarzen Horden mit ihren Burschen, Fahnen und Schwertern gekommen sein, einige flüstern sich auch die unverhoffte Ankunft der Ritterschaft Otto des III. von Grandson zu, sie seien unweit vor den Toren des Berner ONO an der Kramgasse 6 gesehen worden.

Ob die Melder dies anhand der ranzigen Burgsuppe von Grandson gerochen haben, die an den Rittern klebt wie das Blut auf den Schlachtfeldern, ist noch nicht klar.

An zwei Tagen wird die Streitschar und ihr Gefolge die Suppenkessel im ONO aufstellen und den alten Balladen von Angelo Nef und Luzi Rohner lauschen. «Von Königen, Rittern und anderen Helden» berichten die beiden. Die klassischen Erzählgedichte stellen bald eindringliche Dramen, bald satirische Grotesken dar. Kunde aus fernen Schlachten, fernen Landen und Herren wird zu vernehmen sein, Balladen von Lenau, Uhland, Schiller, Heine, Mörike und dazu Klavierstücke von Prokoreff, Zimmermann, Diestel und Schubert, gespielt von Andreas Wittner. Liederabende wie diese, man hörte einiges aus fremden Burgen, arten auch schon mal wüst aus. Dann, wenn die Ritterschaft, oder gar Otto der III, nicht mehr recht wissen wie die Ballade nun eigentlich gemeint ist.

Nehmen sie sich in Acht, die Burschen verstehen manchmal keinen Spaß außer, derjenige handle über den Thurgauer Walter von Klingen. Mutig sind die beiden Lyriker, erzählen sie doch über das Drama des problematischen König- und Kaiserseins und um die Sehnsucht nach Heldentum. Herrscher tauchen in den Geschichten auf, die sich den niedrigsten Machttrieben hingeben, gar mancher wird sich dabei ertappt fühlen um wutentbrannt aufzustehen. Die Balladen sprechen auch von jenen ruhmsüchtigen Abenteuern, die der Glorie der Mächtigen blind nacheifern und dabei werden mittelalterliche Hahnenkämpfe gleichermaßen vorgeführt wie halsbrecherische Mutproben.

Aus weiter ferner Lande berichtet die Ballade «Schlachtfeld bei Hastings» von Heinrich Heine, in der es um die Suche des gefallenen Königs auf dem Schlachtfeld geht. Dabei nimmt ein Botenbericht zweier Mönche die vom Überfall der Normannen auf Britannien berich- ten, seinen skurrilen Lauf. Dies, ein tragisch – bizarres Szenario, eines typisch mittelalterlichen Dramas, denn auf dem Schlachtfeld der Männer, bleibt es danach den Frauen vorbehalten die geschundenen Leiber zu bergen. Von Kunde aus irischer Erde weiß die «Traurige Krönung» zu berichten. Ein Machtbesessener hat in Irland die Krone an sich gerissen, dabei hat er nicht vor Mord zurückgeschreckt! Ein raunen wird wohl durch den ONO Keller gehen, die Bänke werden näher herangezogen, die letzten Helmvisiere werden aufgeklappt. Angelo Nef und Luzi Rohner erzählen, was einige Ritter lieber nicht hören wollen: Offensichtlich dringt ein Geisterchor in einer der nächsten Nächte in die Gemächer des irischen Meuchelkönigs und hält ihm den Spiegel seines Gewissens vor Augen! Einige Visiere im ONO Keller schnappen sicher unweigerlich wieder zu und es wird leise mit den tapferen Streitern.

Doch damit noch nicht genug der Wunder; die Balladen berichten noch von anderen Ungeheuerlichkeiten. Bischoff Kletus fordert den vor Reichtum strotzende Kaiser auf, sein rücksichtsloses Ausbeuten des Volkes niederzulegen. Jetzt stehen sie aber auf, die nach Burgsuppe stinkenden Ritter. Genug ist genug schreien einige, doch sie werden flugs wieder zur Raison gebracht, denn was wahr ist, ist wahr: Bischof Kletus bewies dem König nämlich, dass sein Vermögen auf Blut und Tränen aufgebaut ist. Unter uns EnsuitlerInnen, die Kriegermänner müssen ja nicht wissen, dass der gute Kletus eine kleine Wundertat gewirkt hat… oder war es doch anders?

Weich geworden von den Darbietungen, kommt es den Rittern wohl auch nicht mehr darauf an, dass die beiden Lyriker die Dreistigkeit besitzen, den Willen zum Widerstand zu stärken und offen plädieren für die Freiheit der Unterdrückten zu kämpfen. Kein Wort, kein Faustschwert das sich in den steinernen Boden rammt um das Treiben der beiden Vortragenden zu unterbinden, denn zu wahr ist deren Kunde. Geschichten von gestern – für Ohren von heute! Die Ritter aus dunklen Zeiten sind nicht ausgestorben, sie sind unter uns! Die teilweise schaurig – gruseligen Erzählgedichte von machtgierigen Herrschern und ritterlich– heldenhaften Kämpfern gemahnen an gegenwärtige Ereignisse, die uns in ihrem Anachronismus, in ihrer Mittelalterlichkeit, erschrecken… noch werden Machtkämpfe mit rüden Methoden durchgeführt, noch sind fanatische «Helden» und «Kämpfer für das Ehere und Grosse» wie die Rattenfänger unterwegs. Das Mittelalter will kein Ende nehmen.

Dieser Artikel erschien im Berner ensuite – Kulturmagazin. Die PDF Datei der Printausgabe finden sie unter: Von Königen, Rittern & anderen Helden