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Der Fall Uwe Barschel als Deutsches „Loch Ness“?

Dr. Alexander von Paleske — 14.6. 2011 —
Pünktlich zur Sommerzeit, wenn der Fluss an Nachrichten in Stocken geriet, wurden in der Vergangenheit Nachrichten „erfunden“. Als besonderer Dauerbrenner erwies sich dabei das Ungeheuer von Loch Ness in Schottland.

So ähnlich scheint es nun mit dem Fall des am 11.10. 1987 in Genf tot aufgefundenen ehemaligen Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins, Uwe Barschel, zu laufen.
Der Fall ging im November vergangenen Jahres erneut durch die Medien. Der renommierte Schweizer Toxikologe Prof. Hans Brandenberger hatte die These aufgestellt, dass Barschel vom israelischen Geheimdienst Mossad ermordet worden war.

Brandenberger stützte seine These darauf, dass die toxikologischen Untersuchungen mit der Darstellung des Mossad-Abtrünnigen Victor Ostrovsky haargenau übereinstimmten.

DNA-Test soll Klarheit schaffen
Nun also soll ein DNA-Test weitere Aufschlüsse erbringen. Es soll mit anderen Worten geprüft werden, ob sich genetische Fingerabdrücke von anderen Personen an den Kleidungsstücken des Toten befinden.

Unterstellt, es findet sich genetisches Material von anderen Personen, ist das höchstens ein Indiz, dass Barschel in näheren Kontakt mit einer oder mehreren Personen gekommen ist, einen Mord beweist das herzlich wenig. Da sind die Erkenntnisse des Schweizer Toxikologen wesentlich aufschlussreicher.

Wie wir bereits im vergangenen Jahr schrieben, Mord unterstellt, dann sollte zunächst einmal abgeklärt werden, ob die von Ostrovsky gemachten Sachverhaltsdarstellungen zutreffend waren: also Ausbildung iranischer Piloten auf einem Flugplatz in Schleswig Holstein und die Waffenlieferungen Israels an den Iran, ebenfalls über dieses Bundesland.

Gleichzeitig müsste die Rolle des Waffenhändlers Moll aufgeklärt werden.

BND könnte Klarheit schaffen
Licht in dieses Dunkel könnte umfassend nur der Bundesnachrichtendienst bringen, sofern seitens der Politiker der Wille beteht, endlich diesen Fall einer Aufklärung zuzuführen. Doch daran fehlt es, an dem Aufklärungswillen. Es könnte sich nämlich dann eine Pandorabüchse öffnen.

Merkwürdigkeiten
So bleibt es – mit oder ohne DNA-Test – weiter bei Vermutungen und Merkwürdigkeiten:

– dass der damalige CIA Mann und jetzige US-Verteidigungsminister Robert Gates in der gleichen Lufthansa Maschine wie Barschel am 6.10. 1987 nach Genf flog.

– dass der Lufthansa Pilot, nachdem er dies publik machte, Drohanrufe bekam, und er daraufhin seinen Mund hielt.

– dass der BND Agent Mauss sich zur gleichen Zeit in Genf aufhielt.

Weitere Ungereimtheiten und Merkwürdigkeiten siehe hier

Es gibt gute Gründe zu vermuten, dass sich hinter dem Fall Barschel in Wirklichkeit ein riesiger Politskandal verbirgt, der auch heute noch, 23 Jahre danach, zu massiven Erschütterungen führen könnte, so denn die Wahrheit ans Licht käme.

Der Fall Barschel ist daher kein Sommertheater, kein Deutsches „Loch Ness“. Es handelt sich ja nicht um ein Hirngespinst, oder um absurde Verschwörungstheorien, sondern es gibt Indizien, die darauf hindeuten, dass Barschel ermordet wurde.

Die DNA-Untersuchungen werden zur Aufklärung, vor allem wer dahinter gesteckt haben könnte, allerdings wenig bzw. gar nichts beitragen.

Der Fall Barschel, der Mossad und die Waffenlieferungen in den Iran

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