SATIRE

SPD-Ulla Schmidt schreibt an SPD-Hoffnungsträger Peer Steinbrück

Dr. Alexander von Paleske— 15.6. 2011 —
Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Ulla Schmidt, MdB
Ex SPD-Gesundheitsministerin
Barbarinastrasse 6 / Ecke Schinzelplatz
Aachen

An
Peer Steinbrück, MdB
SPD-Ex-Finanzminister, Bilderberger und
Partei-Hoffnungsträger
Willy Brandt Memorial Haus
Berlin Mitte

Lieber Genosse Peer

Ich hoffe, dass Du eine gute Rückreise hattest von dieser hochwichtigen Bilderberg-Konferenz in St. Moritz, zu der Du die außergewöhnliche Ehre hattest, eingeladen zu werden.

Ganz zu Recht versuchen diese Bilderberg-Organisatoren wie Deutschbanker Josef „Feldherr“ Ackermann und Top Journalismus-Ethik-Spezialist und ZEIT-Chefreporter Matthias Nass Dich in dieses Weltverschwörer-Gremium zu integrieren.

Bilderberg weit besser als Nationalsouveränität
Wie der US-Milliardär und professionelle Wohltäter cum Bilderberger Rockefeller bereits 1991 feststellte, ist eine supranationale Souveränität, bestehend und angeführt von einer intellektuellen Elite und Weltbankern (wie Bilderberg), der nationalen Souveränität, wie sie in den vergangenen Jahrhunderten praktiziert wurde, eindeutig vorzuziehen.


Peer Steinbrück – Frischgebackener Bilderberger & SPD-Hoffnungsträger

Dieser Meinung schließe ich mich voll und ganz an. Ich hoffe, dass auch ich zu einer der nächsten Konferenzen eingeladen werde. Vielleicht kannst Du ein gutes Wort bei Chefbilderberger Matthias Nass für mich einlegen.

Ich schreibe Dir aber hauptsächlich, um Dich auf die außerordentlich positive Entwicklung im Krankenkassenwesen aufmerksam machen, die ich, als Gesundheitsministerin (und als ehemaliges Mitglied der Massenorganisation des Kommunistischen Bundes Westdeutschland, KBW) seinerzeit in die Wege geleitet hatte, und deren positive Auswirkungen jetzt deutlich zu spüren sind.

Der KBW hatte ja seinerzeit zu Recht gefordert, die Vielfalt der Krankenkassen abzuschaffen und stattdessen eine Einheitsversicherung anzustreben, sowie die Ärzte zu Angestellten dieser Einheitskasse zu machen.


Ja, das bin ich – SPD-Fachfrau für durchschlagende Reformen im Gesundheitsbereich

Good bye Vielfalt
Dank meiner Maßnahmen sind schon eine ganze Reihe von Krankenkassen verschwunden.
Hier die Meilensteine unseres Erfolgs:

1990: 1147 Krankenkassen

1998: 600 Krankenkassen

2011: 155 Krankenkassen

Und der Zusammenschluss von AOK Rheinland-Pfalz, AOK Saarland und IKK Südwest steht zum 1. Oktober 2011 an.
Sehr erfreulich. Ich bin stolz darauf.

Gerade hat die City BKK dichtgemacht und 20 weitere Krankenkassen befinden sich in grossen finanziellen Schwierigkeiten.

Zutreffend heisst es dazu heute in der Ärztezeitung:

Von Ulla Schmidt (SPD) über Philipp Rösler bis Daniel Bahr (beide FDP) haben die Gesundheitsminister in jüngerer Zeit Kassenschließungen und -fusionen bis hin zur Pleite als Folge des „politisch gewollten Wettbewerbs“ bezeichnet.

Dass vor allem ältere und oftmals kranke Mitglieder Schwierigkeiten haben, eine neue Kasse zu finden sehe ich nicht als grosses Problem an, da diese ja meist berentet sind, und daher nicht unter Zeitdruck stehen, sich also in aller Ruhe nach einer Ersatzkasse umschauen können.

Nach Auskunft des Bundesversicherungs-Aufsichtsamts stehen von insgesamt 150 Krankenkassen mittlerweile bereits 93 unter Beobachtung , weil ihr Gebäude finanzielle Risse aufweist.

Letztlich brauchen wir natürlich eine Einheitsversicherung, damit wir die Gesundheitskosten, also die Lohnnebenkosten, weiter senken können, um so noch besser auf dem Weltmarkt mit Deutschen Produkten auftreten zu können, da bin ich mit meinen rechten Kanalarbeitergenossen vom Seeheimer Kreis der SPD absolut einer Meinung.

Erfreuliche Diktatur
Diese Einheitskasse kann so zukünftig die Bedingungen diktieren. Denen sind dann die raffgierigen Ärzte hilflos ausgeliefert, mit oder ohne Frankieboy Montgomery.

Da die schwarz-gelbe Koalition völlig abgewirtschaftet hat, versucht die CDU jetzt nach dem Bündnis 90 / Die Grünen –Strohhalm zu greifen. Aber die zieren sich natürlich, weil sie nach dem Atommeiler hin-und her den Merkel-Schwarzen nicht mehr trauen.

Wir werden also alsbald wieder Koalitionspartner in einer Bundesregierung sein, und ich stehe als einer der erfahrensten Gesundheitspolitiker bereit, weiter segensreich im Gesundheitsbereich politisch tätig zu sein.

Mit Sozialistischem Gruss

Deine Genossin
Ulla (Schmidt)

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