SATIRE

Deutschbanker Ackermann schreibt an Angela Merkel Thema: Griechenlandkrise

Dr Alexander von Paleske 16.6. 2011 Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Josef „Feldherr“ Ackermann
Vorstandsetage
Deutsche Bank
Am Teufelsrad 1
Frankfurt (M) O.T. Krankfurt

An
Angela Merkel
Bundeskanzlerin
Im Regierungsviertel 1
Berlin

EILT, SOFORT AUF DEN TISCH

Liebe Angela,

für die morgigen Gespräche mit dem Napoleon-Franzosen Sarkozy über die Griechenlandkrise wollte ich Dir noch einmal frischen Mut zusprechen, und Dir ein paar Tipps mit auf den Weg geben:

In meinem letzten Privatseminar „Bankbetriebslehre“ hatte ich Dir ja noch einmal die verschiedenen Möglichkeiten, das Problem Griechenland zu lösen, aufgezeigt, und das am Beispiel des Wechsels erklärt.

Problem-Zusammenfassung
Fassen wir noch einmal zusammen:

– Griechenland ist de facto pleite, die Schulden betragen 150% des jährlichen griechischen Bruttosozialprodukts

– Die bisherigen Kredite an Griechenland haben nur dazu gedient, die laufenden Kreditzinsen an uns Banken zu bedienen, nicht mehr.

– Die für uns wunderbar hohen Kreditzinsen, noch getrieben durch die Kreditversicherungen (und finanzielle Massenvernichtungswaffen) Credit Default Swaps, CDS’s hatten natürlich verhindert, dass es je zu einer wirtschaftlichen Gesundung kommen konnte.

– Aber wir Banker haben uns da genau so verhalten, wie wir es auch gegenüber den de facto bankrotten Kommunen in Deutschland getan haben: Selbst unter solchen Umständen lassen sich noch segensreiche Geschäfte machen, z.B. mit Zinswetten.

– Die von dem Sozi Papandreou eingeleiteten Maßnahmen sind nicht nur ungenügend, sondern bestenfalls ein Tropfen auf dem heißen Stein.


Mit dem Rücken zur Wand: Griechischer Premier Papandreou – Screenshot: Dr. v. Paleske

– Wenn die offizielle Zahlungsunfähigkeit durch Ratingagenturen wie Standard & Poor’s, Fitch, Moody’s und andere festgestellt wird, dann werden die Credit Default Swaps (CDS) fällig. Auf etliche Banken rollen dann Zahlungsverpflichtungen in Milliardenhöhe zu, die zu einer Lehman-Pleitebank-ähnlichen Katastrophe führen würden.

– Wir, die grundsolide Deutsche Bank, haben natürlich vor diesem Szenario keine große Angst, weil wir die maroden Griechenlandanleihen längst paketweise aus den Tresoren geworfen, und an die europäische Zentralbank (EZB) losgeschlagen haben. Zwar hatten wir Euch Politikern bei Ausbruch der Krise Gegenteiliges versprochen, aber Ihr Politiker haltet Euch ja auch nicht an das, was Ihr den Wählern versprecht. Das haben wir uns bei Euch abgeguckt.

Gleichzeitig haben wir mit den Wetten auf den finanziellen Niedergang Griechenlands riesige Beträge über unsere Casino-Abteilung Investmentbanking eingesackt. Sehr erfreulich!

– Unsere Finanzanalysten hatten uns schon rechtzeitig auf diese Gefahr hingewiesen, und nun haben auch noch mit ihren Streiks und Demonstrationen die Griechen die letzten Touristen, eine der Haupteinnahmequellen des Landes, verjagt..


Demonstraten gestern vor dem Parlament in Athen – ´Screenshot: Dr. v. Paleske

Die Abwärtsspirale wird sich daher sich immer schneller drehen.

Wie stoppen?
Du fragst, wie das drohende finanzielle Debakel, die rasende Abwärtsspirale, zum endgültigen Stillstand gebracht werden kann.

Ich will noch einmal die Möglichkeiten mit einfachen Beispielen darstellen.

– Wenn im Geschäftsleben ein Schuldner pleite ist, dass kann er den Konkurs (vorübergehend) vermeiden, wenn er die Gläubiger mit der Ausstellung eines neuen Wechsels oder der Aufnahme eines neuen Kredits (vorübergehend) ruhigstellt. meistens gegen einen höheren Zinssatz.

Das schafft aber nur eine sehr begrenzte Zeit zum Luftholen. Da die Geschäfte weiter schlecht laufen, käme als nächster Schritt dann doch nur der Konkurs, modern Insolvenz genannt, in Frage.

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: den ordnungsgemäßen Konkurs und den betrügerischen Bankrott.

Ersterer würde bedeuten, dass mit dem Bankrott alle Kredite seitens der Gläubiger abgeschrieben werden müssen.

Hier wehrt sich nun der kleine Napoleon Sarkozy, weil seine französischen Banken wie BNP Paribas etc. ihre Bankenhütte voll mit diesen Schrottpapieren haben.

Das wäre also ein richtiger, jedoch völlig ungeplanter Bankenstresstest, der zum Zusammenbruch des einen oder anderen Bankhauses führen würde.

Volle Keller bei der EZB
Hinzu kommt noch, dass die EZB auf Anweisung der Regierungen der Eurozone diesen griechischen Anlageschrott aufgekauft hat, sobald er auf dem Markt erschien.

Deren Keller in Frankfurt sind also ebenfalls gut gefüllt, und diese Papiere könnten dann nur noch zum Heizen benutzt werden. Deshalb das laute Gebrülle auf Deinen Vorschlag hin, auch die Privatwirtschaft an der Griechenlandrettung zu beteiligen. Was zumindest zur Teilabschreibung, Laufzeitverlängerung oder Zinsstundung führen würde.

Wir von der grundsoliden Deutschen Bank horten natürlich sehr wenig von diesem Schrott,, anders als die verstaatlichte deutsche Pleite-Bank Hypo-Real Estate (HRE) bzw. die Anlage-„Müllhalde“ Bad Bank .
Wir sind im Interesse unserer Aktionäre, und in tiefer Sorge um das Gemeinwohl, keineswegs bereit, weiteren Schafskäseschrott bei uns einzulagern.


Griechenland-Anleihen im Besitz Deutscher Banken. Screenshot: Dr. v. Paleske

Welcher Bankrott?
Käme also die nächste Variante, welche die Franzosen favorisieren: der betrügerische Bankrott: einfach Griechenland weiterwursteln lassen, obwohl pleite..

Die Banken müssten also, wie bei der Wechselreiterei, einen alten Wechsel gegen einen neuen tauschen.
In der Zwischenzeit sollen dann Gebete helfen, Griechenland wieder auf die Beine zu bringen.

Damit kannst Du dich vielleicht noch bis zu den nächsten Wahlen retten, mehr aber auch nicht.

Damit bleibt dann doch nur die allerletzte Möglichkeit offen: dem griechischen Staat im Wege einer Gnadenschenkung alle Schulden zu erlassen, die Banken und die EZB zu entschädigen. Der deutsche Steuerzahler packt die Geschenkpakete.

Dies kann auf zwei Wegen geschehen. Entweder die Mehrwertsteuer auf 25-30% zu erhöhen oder die Gelddruckmaschinen Tag und Nacht laufen zu lassen, was zur galoppierenden Inflation führen würde.

Nach der Schenkung müsste aber dann Griechenland aus dem Euroverbund geworfen werden, weil mittlerweile durch die ganzen Maßnahmen der griechischen Regierung auf Befehl aus Brüssel, die Wirtschaft Griechenlands abgewürgt, und der griechische Mittelstand in den Abgrund gejagt sein wird.

Aber die sollen dann sehen, wie sie alleine damit fertig werden. Notfalls muss der Konflikt mit der Türkei wieder angeheizt werden.

So, und nun ran ans Verhandeln

Sei ganz herzlich gegrüßt von

Deinem Banklehrer Josef (Ackermann)


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