SATIRE

Bundespräsident Graf Schnorr von Wulff zu Münchhausen: Deutschland ist (noch) keine Bananenrepublik

Dr. Alexander von Paleske — 14.12. 2011 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Christian Graf Schnorr von Wulff zu Münchhausen
Bundespräsident
Schloss Schöne Aussicht
Berlin

Liebe Deutsche Volksgemeinschaft,

der notwendige Respekt vor meinem Amt gebietet es, dass ich mich mit dem Dreck, der jetzt gegen mich und mein hohes Amt geworfen wird, beschäftigen muss, obgleich ich noch auf einer offiziellen Auslandsreise mich befinde, und dort nun wahrhaftig Besseres zu tun habe.

Spiegel-Scheinskandal
Dieser Scheinskandal im Zusammenhang mit der Beantwortung einer hämischen Abgeordnetenanfrage im niedersächsischen Landtag vor mehr als einem Jahr wurde leider wieder einmal vom SPIEGEL inszeniert, der offenbar glaubt, von dem Dach seines neuen Domizils in der Hamburger Hafencity, auch Palazzo Prozzi genannt, noch besser mit Schmutz auf geachtete Personen werfen zu können.

Diese Tintenkulis versuchen Deutschland als Bananenrepublik zu potraitieren, dabei wachsen in Deutschland gar keine Bananenstauden.

Ich bin zwar nur Dritte Wahl in der Präsidenschaftswahl 2010 gewesen, äh ich meine im dritten Wahlgang, aber ich hatte mich in der Vergangenheit als Landes-Politiker bestens bewährt. vor allem durch drastische Haushaltskürzungen zu Lasten sozial Schwacher..

Im einzelnen:

– Ich schaffte die Lernmittelfreiheit in den Schulen ab, schliesslich kann im Gegenzug dann am Essen gespart werden, ein Beitrag gegen die nur zu häufige Fettsucht.

– Ich schaffte die Blindenhilfe ab, Blinde können sich ja schliesslich einen Blindenhund besorgen.

– ich exerzierte bei mir selbst Sparsamkeit, indem ich für einen Urlaubsflug mit meiner Familie nach Florida Touristenklasse buchte, und kostenlose Upgrades in die Businessclass der Air Berlin nur akzeptierte, nachdem mir von der Fluggesellschaft die Pistole auf die Brust gesetzt worden war, ein klassischer Fall von Politikernötigung

– Ich habe, nachdem der Spiegel mir vorhielt , ich hätte mich doch gegen die Nötigung der Fluggesellschaft zur Wehr setzen müssen, das Upgrade nachträglich aus meiner eigenen Tasche bezahlt.

– Ich habe, um den Staatshaushalt zu schonen, die Sommerfeste in meiner Berliner Landesvertretung nicht etwa aus Steuermitteln bezahlt, sondern von befreundeten Sponsoren finanzieren lassen .

– Ich habe die Kritik an extrem hohen Managergehältern – völlig zu Recht – als das Erzeugen einer Pogromstimmung gegen gesellschaftliche Verantwortungs- und Leistungsträger bezeichnet, und um Verständnis für derartige krasse aber gleichwohl absolut naturgesetzliche Ungleichheiten geworben.

– Ich stellte, zu Lasten des Sozialetats, mehr Polizisten ein. Mein Motto war damals wie heute: Sicherheit geht vor Wohlleben.

Total unterbezahlt
Allerdings bin ich entschieden der Meinung, dass Führungskräfte im Politikbereich völlig unterbezahlt, und so gezwungen sind, Freundschaften mit Reichen zu schliessen, nur um gelegentlich etwas Geld zugesteckt zu bekommen, zu einem teuren Restaurantbesuch eingeladen zu werden, oder Ferien in deren Luxuswohnungen zu machen.

So war auch ich gezwungen, meinem väterlichen Freund, den erfolgreichen Osnabrücker Geschäftsmann Egon „Bubi“ Geerkens anzuhauen, besser: anzubetteln, mir bei meinem Hauskauf finanziell unter die Arme zu greifen.

Bei leistungsgerechter Bezahlung hätte ich unser schnuckeliges Haus im Werte von 500.000 Euro spielend vom laufenden Einkommen bezahlt, selbst unter Berücksichtigung von Unterhaltszahlungen an meine geschiedene Ehefrau.

Onkel Bubi, der aus steuerlichen Gründen seinen Wohnsitz in die Schweiz verlegt hat, war natürlich sofort bereit mir zu helfen, und seine Frau verlangte als Absicherung für den 500.000 Euro-Kredit noch nicht einmal eine Grundschuld. Super.

Für Onkel Bubi und mich reicht ein Handschlag aus, wir vertrauen einander.

Später vermittelte mir Geerkens einen Bankkredit , mit dem ich seinen Kredit ablösen konnte. Das nenne ich wahre Freundschaft.

Natürlich handelte es sich dabei um ein Geschäft, denn, wie Bubi der Presse sagte, wollte er sein Geld anlegen. Aber es war ein reines Privatgeschäft, mehr im Bereich der Gefälligkeiten angesiedelt. Eine Gefälligkeit, welche die Mitglieder des niedersächsischen Landtags überhaupt nichts angeht.

Parlament nicht belogen
Die Behauptung, ich hätte seinerzeit das Parlament belogen, ist geradezu lächerlich.

Erstens heisse ich nicht Franz Josef Strauss, und zweitens wurde ich ja nicht speziell nach Privatgeschäften im Bereich der Gefälligkeiten gefragt.

Allgemeine Geschäftsbeziehungen unterhielt ich natürlich nicht mit meinem Onkel Bubi. Insofern war meine Auskunft absolut korrekt

Bubi Geerkens habe ich auch gerne auf meine dienstlichen Urlaubs- äh ich meine Ministerpräsidenten-Auslandsreisen als Teil der Wirtschaftsdelegation mitgenommen, obgleich er ja nur noch sein Vermögen verwaltet. Aber ich wollte auf die Anwesenheit eines so guten Freundes im Ausland nicht verzichten.

Onkel Bubi hatte seinerzeit seinen Reichtum mit Schrott, Juwelen, Diamanten und Immobilien gemacht, und stellt seine diversen Wohnungen wie z.B. in Florida oder seine Penthousewohnung samt güldener Badewanne in Osnabrück gerne auch sehr engen Freunden wie mir zur Verfügung.

Sehr sozial und anständig.

Drohender Verlust politischer Kultur
Wie ich bereits am 12. Juni 2010 zum Besten gab, sehe ich einen bedrohlichen Verlust der politischen Kultur.

Damals sagte ich:

Für mich sind Stil und Inhalt der Politik gleichermassen wichtig. Nicht nur Inhalte sind wichtig, sondern auch die Form. Da sehe ich einen bedrohlichen Verlust der politischen Kultur.
Es gibt eine verhängnisvolle Tendenz zur Vereinfachung, Emotionalisierung und Skandalisierung.“

Weiter forderte ich Ehrlichkeit von Politikern und sagte:

„Ich bin davon überzeugt, dass die Wahrheit den Menschen zumutbar ist, sie sehnen sich danach, reinen Wein eingeschenkt zu bekommen“.

Dies gilt selbstverständlich auch für mich, jedenfalls soweit es sich um die Äusserungen von anderen Politikern handelt.

Schliessen möchte ich mit einem abgewandelten Zitat des seinerzeitigen ersten Nachkriegsbürgermeisters von Berlin, Ernst Reuter:

Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Afrika, in Asien und in Südamerika, schaut auf dieses Deutschland und erkennt, dass ihr uns wegen unserer Ehrlichkeit , Wahrheitsliebe und Unbestechlichkeit nicht verurteilen könnt, nicht verurteilen dürft.

Gute Nacht Deutschland

Christian Graf Schnorr von Wulff zu Münchhausen
Bundespräsident

Nachtrag 15.12. 21.00h
Ich möchte mich an dieser Stelle ganz, ganz herzlich bedanken für die Stellungnahme des obergrünen 68er Opportunisten Jürgen Flaschenpfand-Trittin, der in der Anne Will’schen Fernsehshow gestern sagte, dass in den Landesparlamenten schon mal an der Wahrheit vorbeigeredet werde, mit anderen Worten man diesen Provinzparlamentarismus nicht allzu ernst nehmen sollte.

Eine Entschuldigung meinerseits würde deshalb voll ausreichen.

Tausend Dank Herr Ex-Arbeiterkampf-KB-Nord-Trittin für Ihren erfrischenden Zynismus, mit dem Sie sich dieser Ungeheuerlichkeiten mittlerweile annehmen, sie verharmlosen und mir auch noch einen wunderbaren Notausgang gewiesen haben, den ich natürlich sofort benutzt habe.

Da merkt man doch gleich, wie besorgt Sie waren, diese Krise nicht ausufern zu lassen.

So, und jetzt Schwamm drüber.

Christian Graf Schnorr von Wulff zu Münchhausen

Neues SPIEGEL-Domizil in Hamburgs Hafencity, oder: Umzug in den „Palazzo Prozzi“

Glückwunsch Frau Merkel! Christian Wulff – Der richtige Mann zur richtigen Zeit

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