SATIRE

BILD-Diekmann: Boris Becker muss ab sofort in den Fahrstuhl

Dr. Alexander von Paleske — 18.7. 2012 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Kai Diekmann
BILD-Chefredakteur
Axel Springer Verlag
Axel Springer Gedächtnisplatz 1
Hamburg

An alle Bild-Regionalredaktionen

Guten Morgen hochkompetente BILD-Tintenkulis,

auf unserer gestrigen Sitzung der Abteilung „Prominentenfahrstuhl“ haben wir beschlossen:
Boris „Bum Bum“ Becker kommt jetzt in den Fahrstuhl – nach unten versteht sich. Freundschaft hin, Freundschaft her. Das sind wir unseren Lesern schuldig.


Neuer BILD- Becker-Fahrstuhl-Artikel

Allerdings werden wir nicht so weit gehen, wie diese sensationslüsternen Blätter in Grossbritannien, der Wahlheimat von Boris. In der Daily Mail musste ich am Wochenende diese Schlagzeile lesen:
Is bonking Boris going bust?


Daily Mail 14.7. 2012

Natürlich steckt Boris – offenbar selbstverschuldet – finanziell in der Klemme, pleite ist er wohl (noch) nicht.

Aber dass er dann auch noch die angeblich überhöhte Rechnung des ihn und seine Lilly trauenden Pfaffen nicht gleich begleichen wollte, das ist empörend, zumal gerade er innige Gebete für eine langdauernde glückliche Ehe sicherlich gut gebrauchen kann, und da sollte man auch als Becker nicht den Pfennig, Pardon, Rappen herumdrehen..

Handwerker nicht bezahlt
Empörend auch, dass er offenbar Handwerkerrechnungen, die von anständigen Leuten immer sofort beglichen werden, einfach nicht bezahlte, obgleich die professionelle Arbeit auf seiner Finca verrichtet hatten.

Schliesslich soll er auch die Steuern an den klammen spanischen Staat nicht abgeführt haben, womit er ein miserables Beispiel für die deutsche und spanische Volksgemeinschaft gesetzt hat.

BILD deckt auf, nicht zu
All dies darf insbesondere gegenüber der deutschen Volksgemeinschaft, wo ja gerade auch viele Handwerker treue BILD-Leser sind, nicht unter den Teppich gekehrt werden, nein, da muss BILD-mässig die Empörung geschürt werden.

Nicht völlig in den Keller
Andererseits lassen wir ihn nicht völlig in den Keller sausen, wie wir das mit vielen anderen gemacht haben, nachdem sie den BILD- Fahrstuhl nach oben benutzten, und glaubten, der würde dort ewig stehenbleiben. Denn bei der BILD ist der Fahrstuhl immer in Bewegung, mal rauf, mal runter.

Zukünftige Becker-Berichterstattung
Für uns sieht die Berichterstattung über Boris in der Zukunft so aus: Wie auf einer Achterbahn.

Auch wir von der BILD können nicht ignorieren, dass Boris immer noch einige Sympathien unter der deutschen Volksgemeinschaft geniesst. Er ist zwar kein Nationalheiliger, aber so eine Art Nationalsymbol, ähnlich der Deutschen Eiche.

Deshalb hatte er ja nicht zu Unrecht den Beinamen „Bum Bum“, auch wenn der sich nach einem heftigen Besuch in der Besenkammer einer Londoner Gastwirtschaft namens Nobu in „Bum-Bums“ änderte.

Meine Anweisung für die BILD-Deutschland lautet daher:

1. Für Fototermine zahlen wir nichts mehr. Die Zeiten, wo wir für Erstbilder vom jeweiligen neuen Nachwuchs 1 Million Deutsche Mark, später Euros, auf den Becker-Tisch blätterten, sind ein- für allemal vorbei.

2. Besenkammergeschichten und andere triebmässige Entgleisungen werden grundsätzlich nicht unterschlagen, sondern sie dienen vielmehr als Aufmacher, und werden ggf. graphisch dargestellt.

3. Wenn der Becker Rechnungen nicht bezahlt, dann muss das sofort in der Weise ausgeschlachtet werden, dass grundsätzliche Zweifel an seiner Ehrlichkeit BILD-mässig geweckt werden.

4. Poker, die neue Sportart des gealterten Tennisstars, werden wir eher der Lächerlichkeit preisgeben, als sie heuchlerisch bewundern

5. Es ist BILD-Qualitätsjournalisten ausdrücklich untersagt, zu Spenden für Boris Becker aufzurufen, oder an Spendensammlungen für ihn teilzunehmen. Das gleiche gilt für evtl. zu seinen Gunsten stattfindende Benefizkonzerte oder Benefiz-Tennismatche.

Auch ein abstürzender Becker kann sich durchaus positiv auf die Auflage unserer BILD auswirken.

So und nun ran an die BILD-typische journalistische Qualitätsarbeit.

Tschüss

Euer BILD-Kai

NACHTRAG
Leider gibt es noch keinen neuen Franz Josef Post von Wagner Kommentar zum Thema.
Ich bitte daher auf einen Kommentar aus dem Jahre 2009 zurückzugreifen:

Lieber Boris Becker,

03.11.2009 — 16:42 Uhr nach dem Wäschekammer-Baby (ins Museum als „Samenraub“ eingegangen), nach der Scheidung von Babs und den vielen flüchtigen Affären danach, war das einzig solide an Dir Dein Vaterherz. Du warst so, wie ich Dich kannte. Voller Sorge, pflichtbewusst.
http://www.bild.de/news/standards/boris-becker/post-von-wagner-5439284.bild.html

Mehr zu Franz Josef Post von Wagner hier

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