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Irak-Krieg 2003: Eine Entschuldigung reicht nicht – Tony Blair versucht sich als Opfer von Geheimdienst-Irrtümern darzustellen

Dr. Alexander von Paleske — 25.10. 2015 —- Fareed Zakaria interviewte den ehemaligen britischen Premier Tony Blair, der das Land 2003 in den Irak-Krieg geführt hatte. Das Interview wurde heute von CNN ausgestrahlt.

Faule Entschuldigung
Darin entschuldigt sich der Ex-Premier dafür, dass Geheimdienstinformationen, die zum Angriff auf den Irak und den Sturz Saddam Husseins unter britischer Beteiligung geführt hatten, falsch gewesen seien.

Wörtlich sagte er:

I aplogise fort he fact that the intelligence we received was wrong. I also apologise by the way for some of the mistakes in our understanding of what would happen, once you removed the regime. But I find it hard do apologise for removing Saddam Hussein.

Tony Blair lügt – nicht zum ersten Mal. Ein Rückblick auf die damaligen Ereignisse zeigt das:


Tony Blair …..Lügen, nichts als Lügen

Der Fall Dr. Kelly
Dr. David Kelly war ein vom britischen Staat angestellter Mikrobiologe, hoch angesehen, dessen Rat von vielen staatlichen Dienststellen in Grossbritannien im Zusammenhang mit biologischer Kriegführung und biologischen Kriegswaffen gesucht wurde.

Dr. Kelly war nicht nur seinerzeit einer der Spezialisten, die in den 80er Jahren klären sollten,ob die damalige Sowjetunion gegen das Abkommen zur Vernichtung biologischer Kriegswaffen verstossen hatte, sondern er war auch einer der Waffeninspektoren nach dem ersten Golfkrieg (1990/1991).


Dr. David Kelly ……..in die Enge getrieben

Kelly deckte Saddam Husseins geheimes Programm zur biologischen Kriegsführung auf, dessen Einrichtungen anschliessend zerstört werden konnten.

Falsches Vertrauen in britische Politiker
Dr. Kelly war fest davon überzeugt, dass der Irak im Jahre 2003 nur angegriffen würde, wenn es handfeste Beweise für Massenvernichtungswaffen gäbe, und in diesem Sinne hatte er sich auch mehrfach gegenüber irakischen Gesprächspartnern geäussert. Ein unberechtigtes Vertrauen in die Politiker und ein gewaltiger Irrtum, wie sich herausstellen sollte.

Zweifel am Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen
Dr. Kelly bezweifelte, dass es im Irak im Jahre 2003 noch Massenvernichtungswaffen gab. Er hielt den Bericht über das angebliche Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen im Irak für hochgespielt („Sexed up“). Insbesondere dass sich in dem Bericht einige Formulierungen fanden, die übertrieben seien, so z.B. dass der Irak innerhalb von 48 Stunden Raketen mit derartigen Massenvernichtungswaffen hätte bestücken und losschiessen können.

Nicht nur das, Kelly ging auf eigene Faust nach Kriegsbeginn in den Irak und besichtigte eines der angeblichen mobilen Laboratorien Saddam Husseins zur Herstellung von biologischen Waffen, nur um festszustellen, dass davon keine Rede sein konnte. Es handelte sich um Gasflaschen mit Helium zum Aufpumpen von Ballons.

Dr. Kellys Weg in die Oeffentlichkeit
Kelly teilte alle seine Zweifel in einem vertraulichen Interview dem BBC-Journalisten Andrew Gilligan mit, der diese brisanten Informationen in einer Rundfunksendung öffentlich machte, allerdings ohne den Informanten zu nennen.

Tony Blair und seine Mannschaft suchten nun hektisch nach der undichten Stelle, durch die sie letztlich als Lügner entlarvt worden wären.
Es war aber Kelly selbst, der schliesslich seine Vorgesetzten über dieses vertrauliche Gespräch mit dem BBC Reporter informierte..

Dr. Kelly geriet unter Beschuss, die Regierung Blair veröffentlichte seinen Namen als Informant, und Kelly, in die Enge getrieben, nahm sich schliesslich am 17. Juli 2003 das Leben.

Andere vermuten, dass er umgebracht wurde. Diese Vermutung basierend auf einer Reihe von Widersprüchlichkeiten (geringer Blutverlust, keine tödliche Tabletteneinnahme etc).

Heute ist erwiesen, dass Blairs Berater Alistair Campbell damals das Parlament mehrfach, und auch die Hutton-Commission – aber nicht nur er allein – belogen hatte. Er hatte an einem Bericht über die angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak herumgedoktert.

Mehr noch: Der britische Auslands-Geheimdienst Mi6, dessen Chef damals Sir Richard Dearlove war, hatte Tony Blair, gestützt auf Geheimdienstinformationen, mitgeteilt, der Irak besitze keine Massenvernichtungswaffen.


Sir Richard Dearlove …..hatte die Fakten, wurde ignoriert

Das Downing Street Memo
Zunächst war nur bekannt, dass Dearlove im Jahre 2002 Tony Blair in dem sogenannten „Downing Street Memo“, nach einem Zusammentreffen mit Geheimdienstleuten in den USA, gewarnt habe, die Fakten über Iraks angebliche Massenvernichtungswaffen würden von der Bush-Regierung zurechtgebogen, um einen Einmarsch in den Irak zu rechtfertigen.

Der Mi6 hatte aber ausserdem den hochrangigen Mitarbeiter, Michael Shipster wenige Wochen vor dem Beginn des Einmarsches nach Jordanien geschickt, um dort mit dem irakischen Geheimdienstchef Tahir Jalil Habbush zusammenzutreffen.

Habbush war gleichzeitig ein Agent der westlichen Geheimdienste und wurde nach dem Einmarsch in den Irak von den USA mit 5 Millionen US Dollar für seine Dienste belohnt..

Aus verlässlicher Quelle: Keine Massenvernichtungswaffen im Irak
Habbush machte Shipster klar, dass der Irak keine chemischen oder biologischen Massenvernichtungswaffen besitze.

Der Mi6 glaubte ihm und reichte die Informationen an die Regierung Blair weiter. Die USA erhielten ebenfalls die Informationen, waren aber an ihnen ganz offensichtlich nicht interessiert, sondern verlangten „Beweise“, die der irakische Geheimdienstchef nicht liefern konnte. Wie sollte er auch Beweise für etwas liefern, was nicht vorhanden war.

Die USA waren zum Irakkrieg entschlossen, komme an Erkenntnissen was da wolle. Und schliesslich ging es ja ums Öl, wie der ehemalige US-Notenbankchef Greenspan 2009 bemerkte, nicht um angebliche Massenvernichtungswaffen.

Um nachträglich sich eine erbärmliche Rechtfertigung zu verschaffen, verlangte der US- Geheimdienst von Habbush, auf Anweisung der Bush-Regierung , ein gefälschtes Schreiben zu unterzeichnen, zurückdatiert auf das Jahr 2001, wonach Mohamed Atta, einer der Attentäter des 11. September 2001 im Irak für seine Mission ausgebildet worden sei.

Dieses gefälschte Schreiben wurde dann an die Zeitung „Sunday Telegraph“ „geleaked“ und die Nachricht von weiteren Zeitungen seinerzeit weiterverbreitet. Eine Desinformationskampagne widerlichen Zuschnitts.

Chilcot Kommission auf Wahrheitssuche
Im Jahre 2009 nahm die Chilcot-Commission ihre Arbeit auf, die Umstände zu klären, die zum Irak-Krieg geführt hatten. Dutzende von Zeugen wurden vernommen.

Der Bericht der Kommission wird in den nächsten Wochen erwartet. Er wird vermutlich vernichtend für die damalige Blair Regierung ausfallen.

Britische Medien berichteten bereits, der Bericht würde noch weit mehr Personen belasten, als nur den innersten Zirkel von Blairs „Küchenkabinett“

Die bis dato aufgetretenen Zeugen, darunter hohe Militärs und Berater Tony Blairs haben einiges Licht in die Ereignisse bis zum Beginn des Irak-Kriegs geworfen, ,insbesondere:

– dass man sich völlig den USA unterworfen hatte, was die Planung und Durchführung des Angriffskriegs anging.

– dass man sich seitens der Blair Regierung keinerlei Gedanken über die Zeit nach dem Kriege machte, abgesehen davon, dass man ans Öl wollte.

– dass man glaubte oder Glauben machen wollte, die Iraker würden die Invasionstruppen mit offenen Armen begrüssen.

Flucht nach vorne

Nun tritt Tony Blair die Flucht nach vorne an: Er sieht sich als Opfer, nicht als Täter. Damit dürfte er jedoch kaum durchkommen.

Blair gehört vor ein Gericht wegen Planung und Durchführung eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges.

Damit ist jedoch nicht zu rechnen.

Kürzlich empfahl er vielmehr noch einen Angriff auf den Iran.

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2 Gedanken zu “Irak-Krieg 2003: Eine Entschuldigung reicht nicht – Tony Blair versucht sich als Opfer von Geheimdienst-Irrtümern darzustellen

  1. file:///C:/Users/user/Desktop/Privat/Kuala%20Lumpur%20War%20Crimes%20Commission (KLWCC)%20%20%20topperspective.html

    hier wurden GW Bush und T.Blair wegen Kriegsverbrechens v e r u r t e i l t.

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