SATIRE

Wladimir Putin im Interview: Wir haben die Panama-Papers erbeutet und freigegeben

Dr. Alexander von Paleske — 9.4. 2016 —- Folgendes Interview landete heute in meiner Mailbox:

Interviewer
Dobroje utro Gospodin President

Wladimir Putin
Zdravstvujte

Interviewer
In dieser Woche wurden die Inhalte der Panama-Papiere veröffentlicht, sie haben bereits ein politisches Erdbeben ausgelöst: der isländische Premier musste abtreten, der britische Premier kämpft um sein Überleben, ebenso der argentinische Präsident. Multibillionen US-Dollars wurden offenbar über die Kanzlei Mossack Fonseca in Panama verschoben, und vor der jeweiligen nationalen Steuer verheimlicht. Auch Sie werden in diesen Papieren zwar nicht genannt, wohl aber ihr enger Freund der St. Petersburg House of Music Direktor Sergei Roldugin, der soll ebenfalls dort Geld gebunkert haben, angeblich Ihr Geld.
Nun tauchen auch noch Gerüchte auf ein russischer Regierungs-Hacker sei der Einbrecher bei der Firma Mossack Fonseca gewesen. Das behauptet jedenfalls die Washington Post, unter Berufung auf den Mitarbeiter der hoch angesehenen Brookings Institution, Clifford Gaddy. Was sagen Sie dazu?

Wladimir Putin
Ja, das ist zutreffend, ein russischer Regierungs-Hacker ist dort eingebrochen, und hat das wertvolle Material gesichert, und ich persönlich habe es freigegeben.

Was war Ihr Motiv dafür?

Seit Jahren werden wir verteufelt, und wegen unserer vaterländischen Politik mit Sanktionen belegt.
Da haben wir uns entschlossen, es diesen Herrschaften zu zeigen: Um was für eine korrupte Gesellschaft es sich bei denen handelt, und die politische Falschmünzerei bei denen Tagesgeschäft ist., Wein trinken und den Massen predigen, Wasser zu trinken.

Aber sie werden ja nun selbst in diesen Panama-Papieren indirekt genannt, das spricht doch gegen diese Theorie

Überhaupt nicht, hier handelt es sich darum, Spuren zu verwischen: es soll der Eindruck vermieden werden, wir stünden hinter dieser Aktion. Denn das hätte einen neuen Cyberkrieg ausgelöst, daran haben wir kein Interesse.

Warum gerade jetzt?

Es stand das Referendum in den Niederlanden an, ein ganz wichtiger Akt des niederländischen Volkes, zu zeigen: wir machen diese Expansionspolitik von NATO und EU nicht mehr mit. Schon gar nicht mit diesem ukrainischen Klepto-Oligarchen Petro Poroschenko, der natürlich auch knüppeldick in diesen Papieren auftaucht.
Der und seine Mitstreiter waren sogar persönlich in die Niederlande gereist, um für ein Ja zu werben. Rechtzeitig zogen wir ihm die Heuchlerkleidung vom Leib und zeigten, was für einem korrupten Oligarchen und Steuerhinterzieher sie ihre Zustimmung geben sollten. Und das haben diese aufrechten Holländer dann natürlich abgelehnt.

Und der isländische Regierungschef?

Den hatten wir eigentlich gar nicht auf dem Radar, der interessierte uns nicht weiter. Der ist sozusagen ein Kollateralschaden Wir hatten unser Augenmerk auf diesen britischen Scharfmacher David Cameron geworfen, und der ist nun massiv angeschlagen. Wenn der im Amt bleibt, dann geht das Votum für die EU und gegen den BREXIT für ihn in die Hose, Europa wird weiter geschwächt. Gut für uns.

Aber Frau Merkel ist doch der Haupttreiber für die Sanktionen gegen uns

Diese Kanzlerin konnten wir mit den Enthüllungen nicht treffen, das wussten wir, wohl aber viele deutsche Wirtschaftskapitäne. Damit treffen wir sie natürlich auch indirekt.

Wie stehen Sie überhaupt zu Frau Merkels Politik zur Türkei

Damit hat diese Kanzlerin gezeigt, was für ein Ausbund an Heuchelei sie in Wirklichkeit ist. Das Schicksal der Flüchtlinge interessierte sie überhaupt nicht wirklich, und die Türkei ist kein demokratischer Staat, sondern eine Erdogan-Diktatur. Solch ein Land hätte Deutschland vor wenigen Jahren noch mit Sanktionen belegt. Heute kann sie gar nicht aufhören diesem Türken auf die Schulter zu klopfen und mit ihm Geschäfte über Flüchtlinge zu machen. Erbärmlich.

Spassibo, vielen Dank für dieses Interview

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