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Simbabwe: Das Politische Ende des Präsidenten Robert G. Mugabe und seiner Ehefrau „Dr.“ Grace

Dr. Alexander von Paleske —– 15.11. 2017 –


Es hätte alles so schön laufen können: Im Dezember sollte die Ehefrau des 93-jährigen ehemaligen Freiheitskämpfers und Präsidenten seit 37 Jahren, Robert G. Mugabe, auf einem ausserordentlichen Kongress der Regierungspartei ZANU/PF zur Vizepräsidentin gewählt werden, nachdem durch Ehemann Robert vorher alle innerparteilichen Widersacher von Rang politisch aus dem Wege geräumt waren.


Robert G. Mugabe

Schliesslich Präsidentin
Diese Wahl zur Vizepräsidentin sollte ein weiterer Schritt hin zur Nachfolge ihres Gatten im Amt des Präsidenten und Chefin der Regierungspartei sein.

Bei den mit Lügen gespickten Vorwürfen gegen kaltzustellende Personen war als erste vor drei Jahren die damalige Vizepräsidentin Joyce Mujuru an der Reihe. Auf dem Partei-Kongress, wo dies eingefädelt wurde, erklomm „Dr.“ Grace Mugabe den Chef-Posten der Women´s League (der Frauenorganisation der Regierungspartei). Sie betrat damit erstmals als Funktionsträger die politische Bühne, nachdem sie zuvor vor allem durch extrem teure Shopping Trips nach London und später nach Honkong und Singapur in die Schlagzeilen geraten war.

Präsidentenstuhl im Blick
Dann wurde sie vom Gatten ins Politbüro gehievt, das oberste Entscheidungsgremium der Regierungspartei ZANU/PF .

Aber damit waren ihre Ambitionen keineswegs gestillt, denn nun hatte sie die Nachfolge ihres Ehemannes Robert fest im Blick Zu diesem Zweck verbündete sie sich mit Minister Professor Jonathan Moyo, der sich rühmte, vor 15 Jahren als Informationsminister den Auftrag gegeben zu haben, die Druckmaschinen der Oppositionszeitung Daily News durch einen Bombenanschlag zu zerstören.
Im Bunde ein weiterer Minister, namens Saviour Kasukuwere, der sich mit Korruption und wirtschaftlicher Erpressung die Taschen gefüllt, und damit ein 40-Zimmer-Haus gebaut hatte, wir berichteten darüber.


Grace Mugabe (52) …aus der Traum

Persönliche Angriffe
Kasukuwere und Professor Moyo starteten nun die Angriffe auf den Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa, der nach ihren Vorstellungen auf keinen Fall die Nachfolge Mugabes antreten sollte: eine Beleidigung jagte die nächste. Präsidentengattin Grace liess keine Gelegenheit aus, um Mnangawa öffentlich zu demütigen bzw.zu diskreditieren.
Mit der ZANU/PF- Jugend, wollte sie vor den nächsten Wahlen im Jahre 2018 einen Terrorwahlkampf entfachen.

Präsident Mugabe war das nur recht. Die letzten Jahre seiner Regierungszeit, die das Land in den wirtschaftlichen Abgrund führten, mit 90% Arbeitslosigkeit, waren von seinem „sich-an-die-Macht- klammern“ gekennzeichnet, koste es was es wolle, und da half es, wenn die Personen, die ihm politisch hätten gefährlich werden können, sich gegenseitig bekämpften.

Finaler Hosenschlag
Nun sollte zum entscheidenden Schlag ausgeholt werden, den potentiellen Widersacher und Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa politisch ebenfalls kaltzustellen, nachdem Mugabe auf Anraten von Grace und Moyo schon eine ganze Reihe von politischen Freunden Mnangagwa´s aus der Partei geworfen hatte.
Und das ging gründlich in die Hose.


Emmerson Mnangagwa ……..zurück in Harare

Vergangene Woche war es dann soweit: Mnangagwa wurde abgesetzt und sollte am nächsten Tag verhaftet werden. Er konnte sich jedoch durch Flucht nach Südafrika via Mozambique der Verhaftung entziehen.

Viele Freunde in der Armee
Mnangawa, ein alter Freiheitskämpfer, hatte viele Freunde in der Armee, die es satt hatten, wie Grace, die zuletzt mit einer Prügelorgie in Südafrika international Schlagzeilen machte, wir berichteten, Stück um Stück sich auf den Thron vorrobbte.

Zur Aufhübschung, sie hatte noch nicht einmal Mittlere Reife, legte sie sich noch einen Doktotitel zu, Die Doktorarbeit wird von der Universität Harare unter Verschluss gehalten. – wohl aus guten Gründen.

Armeechef betritt die Bühne
Der Chef der Armee, Constantino Chiwenga, der den letzten Zirkusakt des Präsidenten und seiner Gattin von Beijing aus verfolgte, wo er sich zu einem Armeebesuch aufhielt, sollte nach seiner Rückkehr am Wochenende verhaftet werden: die Polizei wartete bereits am Flughafen auf Anordnung Mugabes, allerdings vergeblich, denn Chiwenga hatte in Erwartung einer Verhaftung bereits eine Armeeeinheit bestellt, die ihn abholte.

Eile geboten
Der 93 jährige Mugabe, der an Prostatakrebs seit Jahren leidet, und regelmässig nach Singapur zur Behandlung reist, befindet sich in einem deutlich reduzierten Zustand, auf internationalen und lokalen Konferenzen schläft er regelmässig rasch ein, so dass für seine Ehefrau Eile geboten war. Er war aber immer noch vital genug, um die letzten seiner Befreiungskampf- Weggefährten, wie die Minister Chinamasa, Made, Mohadi und andere aus dem Amt zu jagen und schliesslich sollten sie auch aus der Partei fliegen, die sie mitgegründet hatten.

Armeechef handelt
Darauf beschloss General Chiwenga zu handeln. Am Montag warnte er Mugabe und dessen Parteifreunde auf einer Pressekonferenz, bei der noch 90 hochrangige Offiziere aller Waffengattungen anwesend waren, dieses Rauswerf-Treiben sofort zu beenden.
Mugabe versuchte daraufhin, Chiwenga zu entlassen, und nun schlug die Armee gestern zu, verhaftete den inneren Kreis von „Dr“. Grace und setzte sie und ihren Mann unter Hausarrest.
Mittlerweile hat angeblich Grace das Land verlassen und ist auf dem Weg nach Namibia.

Mugabe will heute noch auf Druck der Militärs zurücktreten nachdem er Emmerson Mnangagwa ans Vizepräsident wieder eingesetzt hat.
Der soll dann amtierend Staatspräsident werden, bis er von seiner Partei, und dann vom Parlament, als Mugabes Nachfolger im Amt des Staatspräsidenten bestätigt wird.

Mnangagwa, der heute aus dem Exil in Südafrika nach Zimbabwe zurückgekehrt ist, will eine Regierung der Nationalen Einheit mit der Opposition bilden, um den festgefahrenen Karren wieder flottzumachen, denn der Niedergang unter der Misswirtschaft und Korruption Mugabes ist unbeschreiblich, das kann der Verfasser aus eigener Erfahrung nach 30 Jahren in Zimbabwe – mit achtjähriger Unterbrechung in Botswana – bezeugen.

Seit langer Zeit gibt es erstmals wieder Hoffnung auf Besserung.

NACHTRAG 16.11 2017 . 8.15
Mugabe spielt offenbar seine letzte Karte aus: er verweigert die Wiedereinsetzung von Emmerson Mnangagwa als Vizepräsident. Damit will er die Armee zwingen, es offiziell zu einem Militärcoup zu machen, den die afrikanische Staatengemeinschaft dann verurteilen soll.
Die Karte sticht jedoch nicht, denn so oder so wird eine neue Regierung in den nächsten Tagen die Amtsgeschäfte übernehmen, und damit vollendete Tatsachen schaffen – und die Soldaten zurück in die Kasernen schicken.

Übersichtsartikel
linkSimbabwe: Mugabes Umzug ins Paradies
linkDie Hexenaustreibung der Präsidentengattin

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