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999 Tore – Das Phänomen Romário

Karl Weiss – 999 Tore hat er in seiner Fussballerlaufbahn geschossen, er ist bald 42 Jahre alt und spielt weiterhin aktiv in der ersten brasilianischen Liga Fussball – Romário, mit vollem Namen Romário de Souza Faria. Er ist wieder zurückgekehrt zu dem Club, der ihn Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts herausgebracht hat – Vasco da Gama Rio de Janeiro. Mit dem Tor Nummer 1000, das er demnächst zu schiessen gedenkt, würde er in eine extrem kleine Gruppe von Genies des Fussballs aufsteigen. Dort befinden sich bisher nur sein Landsmann Pelé und der letztes Jahr verstorbene Ungar Puskas.


Romário de Souza Faria im Gespräch mit Parreira beim Abschiedsspiel 2005

Das Phänomen, so wird eigentlich Ronaldo genannt, ein anderer Landsmann Romários, auch ein Torjäger, aber der hat heute, noch nicht einmal dreissig, schon Probleme, überhaupt wieder in die brasilianische Nationalelf zurückzukommen – der Nationaltrainer Dunga hat ihn nicht für das demnächst anstehende Turnier der Südamerika-Nationalmannschafts-Meisterschaft berufen. Das wirkliche Phänomen ist Romário.

In Europa war Romário vielen ein Begriff, denn er spielte Jahre beim PSV Eindhoven (1988 bis 1992) und später beim F.C. Barcelona (1992 – 1994). In Eindhoven sorgte er wesentlich mit für drei niederländische Meisterschaften hintereinander und war vier Jahre hintereinander Torschützenkönig. Dort hat er das Wunderwerk geschafft, im Schnitt mehr als ein Tor pro Spiel zu erzielen – 165 Tore in 163 Spielen! Mit Barcelona hat er 1994 die spanische Meisterschaft gewonnen und war Torschützenkönig der spanischen Liga. Er ist bis heute ein Idol in Barcelona. Er hat für praktisch alle Vereine, bei denen er spielte, entscheidende Tore geschossen.

Sein damaliger Trainer beim F.C. Barcelona, Johann Cruyff, selbst einer der besten Spieler aller Zeiten, hat über ihn gesagt: „Er ist das Genie des Strafraums.“

1987 wurde er zum ersten Mal in die brasilianische Auswahl berufen und erzielte auch schon im gleichen Jahr sein erstes von 71 Toren (in 85 Spielen) für die „Seleção“. Diese prozentuale Ausbeute von etwa 84% ist die höchste aller brasilianischen Nationalspieler, noch höher als die Pelés, und wahrscheinlich sogar die höchste überhaupt (wenn man nicht vergleichbare Rekorde früherer Zeiten und jene „kleiner“ Nationalmannschaften unberücksichtigt lässt). Allerdings darf man natürlich auch nicht offensive Mittelfeldspieler wie Pelé mit reinen Stürmern vergleichen.

Es lässt sich kaum zählen, wieviele Torjägerkanonen er eingeheimst hat. Genau gesagt, sind es 28, darunter allerdings einige in kurzen Turnieren. Herausragend, dass er zweimal Torschützenkönig der Champions Leage war, obwohl seine Mannschaft es nicht bis ins Endspiel geschafft hat, einmal mit Eindhoven (1990 mit 6 Toren), einmal mit Barcelona (1993 mit 7 Toren). Auch war es eine bis dahin unbekannte Leistung, als er mit bereits fast 40 Jahren im Jahr 2005 Torschützenkönig der brasilianischen ersten Liga wurde, bereits wieder für Vasco Rio.

Gott des Balles
Der Höhepunkt seiner Karriere war die Kampagne zur Fussballweltmeisterschaft Brasiliens im Jahr 1994, das Jahr, in dem er auch zum „Besten Fussballer des Jahres“ gewählt wurde (nachdem er 1993 bereits den zweiten Platz belegt hatte). Der damalige Trainer Parreira – der auch im Jahr 2006 wieder Trainer der brasilianischen Elf war – hatte ihn wegen disziplinarischer Mängel während der Qualifikationsspiele aus der Auswahl verbannt, musste ihn aber in einer verzweifelten Situation vor dem letzten Spiel gegen Uruguay auf den Druck der Öffentlichkeit wieder ins Team holen. Romario schoss die zwei Tore zum Sieg gegen den brasilianischen Angstgegner und sorgte für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft in den USA. Dort wurde er zum dominierenden Spieler und zu einem der Hauptverantwortlichen für den Gewinn der Weltmeisterschaft, der vierten Brasiliens.

Danach spielte er nur noch gelegentlich in der Nationalmannschaft. Am 27. April 2005 wurde ein Abschiedspiel der Nationalmannschaft für Romário gegen Guatemala gespielt, bei dem er selbstverständlich auch wieder ein Tor schoss.

Frauengeschichten und Eskapaden
Romário kann am ehesten mit Gerd Müller verglichen werden, von der Statur her, von der Spielweise und der extremen Schnelligkeit der Bewegungen, wenn er den Ball bekommt. Allerdings war Gerd Müllers Karriere weit kürzer als die Romários, so dass er nie der Zahl von tausend Toren auch nur nahekam. Was beide aber am meisten vergleichbar macht, ist ihr Torinstinkt. Im richtigen Moment an der richtigen Stelle zu sein, um das Tor zu erzielen, das war immer das Markenzeichen in der Karriere von beiden.

Romário ist kein Musterathlet. Er fiel oft durch mangelnde Disziplin auf. Fehlen im Training, nächtliche Eskapaden, Alkoholkonsum, Frauengeschichten, heimliches Verschwinden aus Trainingcamps, Romário hatte alles im Repertoire. Ein böses Gerücht sagte ihm nach, er habe einmal gesagt: „Wozu trainieren, ich kann schon Fussball spielen.“

Umso mehr ist zu bewundern, was er jetzt leistet. Zwar gab es schon andere Spieler, die noch mit 42 Jahren aktiv waren, zum Beispiel der legendäre Kapitän der deutschen Weltmeistermannschaft von 1954, Fritz Walter, aber das waren Mittelfeldspieler, keine Stürmer. Für den Stürmer ist Schnelligkeit ein unabdingbares Attribut und das ist genau, was rapide nachlässt, wenn man die 35 überschreitet.

Zwar gab es auch schon Stürmer, die mit ihrem Instinkt die nachlassende Schnelligkeit überspielen konnten, mit 37 noch, aber nie gab es einen Stürmer, der mit 41, annähernd 42 Jahren, noch die Leistung (und die Tore) gebracht hätte, die in einer Spitzenliga erforderlich ist. Dies macht Romário zum herausragenden Stürmer aller Zeiten. Er wird nämlich keineswegs aus Nostalgie aufgestellt, sondern ist weiter torgefährlich. In der gerade zu Ende gehenden Staatsmeisterschaft von Rio de Janeiro (Vasco ist schon ausgeschieden), die als Turnier ausgetragen wird, hat er die zweitmeisten Tore geschossen, nämlich 8. Wären ihm 9 gelungen, hätte es zur Zahl Tausend gereicht.

1000 Tore: Ticket in den Fussballhimmel

Vor zwei Wochen konnte man eines der Halbfinale des zweiten Teils des Rio-Turniers zwischen Botafogo Rio und Vasco abends nach zehn am Fernsehen sehen, was sich der Berichterstatter nicht entgehen lassen wollte, obwohl er anderntags früh raus musste, denn es hätte das Tor 1000 von Romário fallen können. Das mitreissende Spiel ging 3 : 3 unentschieden aus und Botafogo gewann im Elfmeterschiessen. Fast, fast, wäre Romário das tausendste Tor gelungen. Einer seiner Mitspieler hatte sich rechts durchgespielt und stand in extrem spitzen Winkel allein rechts kurz vor der Auslinie vor dem Tor. Er hob den Ball mit Gefühl über den Torwart und er senkte sich unter die Latte, als Romário dort heranflog, um den Ball mit dem Kopf endgültig im Tor unterzubringen. Aber, wie die Zeitlupe klar zeigte, hatte der Ball die Linie schon überschritten, bevor Romário ihn erreichte.

Nächste Woche beginnt die Runde der 1. Liga Brasiliens (die bis Dezember dauert) und Romário wird bei Vasco auflaufen. Zwar sind solche Tore immer die verzwicktesten, die einfach nicht fallen wollen, aber man kann sicher sein, es wird nicht lange dauern, bis die Kunde von Romários tausendstem Tor um die Welt gehen wird.

„Wir verhindern die Tore der anderen und vorne hilft der liebe Gott (oder Romário)“
Es gibt bisher erst 2 Spieler auf der Welt, die mehr als tausend Tore in ihrer Karriere geschossen haben, der eine ist Pelé, der über 1 200 erreicht hat, was wohl einen ewigen Rekord bedeutet, der andere ist der Ungar Puskas, der letztes Jahr gestorben ist.

Bei beiden wurden allerdings nur die Tore der erwachsenen Laufbahn und bei Pflichtspielen gezählt, während Romário auch seine Jugend-Tore und jene in einigen Demonstrationsbegegnungen zählt.

Andererseits kann man aber auch nicht den Fussball zu Zeiten von Puskas mit dem heutigen vergleichen. Damals wurde gespielt nach dem Motto: „Wir machen die Tore und hinten hilft der liebe Gott.“, heute ist das Motto: „Wir verhindern die Tore der anderen und vorne hilft der liebe Gott (oder Romário)“. Mit anderen Worten, es war zu jenen Zeiten weit leichter, auf tausend Tore zu kommen als heute. Den Vergleich mit Pelé strebt Romário sowieso nicht an.

Hier sind die Spiele und Tore von Romário bis jetzt:

Jugend- und Amateurzeit:
Verein Olaria (Vorortclub von Rio de Janeiro): 6 Spiele , 7 Tore
Verein Vasco da Gama: 110 Spiele, 59 Tore

Auswahl „unter 17“ von Brasilien: 11 Spiele, 11 Tore

Profi-Spiele:
Verein Vasco: 407 Spiele, 323 Tore
Verein PSV Eindhoven: 163 Spiele, 165 Tore
Verein F.C. Barcelona: 84 Spiele, 53 Tore
Verein Flamengo Rio de Janeiro: 240 Spiele, 204 Tore
Verein F.C. Valencia: 21 Spiele, 14 Tore
Verein Fluminense Rio de Janeiro: 77 Spiele, 48 Tore
Verein Al-Sadd (Emirate): 3 Spiele, kein Tor
Verein Miami: 29 Spiele, 22 Tore
Verein Adelaide United (Australien): 4 Spiele, 1 Tor

Seleção (Nationalmannschaft): 85 Spiele, 71 Tore

Sonstige
Auswahl von Rio de Janeiro: 2 Spiele, 2 Tore
Spiele zu festlichen Anlässen: 11 Spiele, 19 Tore

Summe über alles:
1253 Spiele, 999 Tore, im Schnitt fast genau 0,8 Tore pro Spiel, das dürfte absolut unerreicht sein.

vermischtes

Frankreichs Präsidentenwahl – und die Lunte glimmt

onlineredaktion – Wenige Tage vor der französischen Präsidentenwahl wurden vor einem Pariser Kommissariat dilettantisch gebastelte Sprengsätze entdeckt. Ein Zusammenhang mit der Wahl oder, um es genauer zu sagen, mit Monsieur Nicolas Sarkozy, falls dieser gewählt wird, scheint offensichtlich. Denn: Autos wurden von den durch hämische Äußerungen Sarkozys ausgelösten Tumulten in einem Pariser Vorort bevorzugt in Brand gesteckt, und diese Sprengsätze wurden nun unter einem Abschleppwagen der Polizei nahe dem Kommissariat des Touristenviertels Montmartre am Mittwochmorgen gefunden. Es soll sich dabei um Flaschen mit entzündbarer Flüssigkeit und einer Zündschnur handeln. Die Pariser Polizei befürchtet deshalb massive Ausschreitungen von Jugendlichen am kommenden Wahlsonntag.

Sollte Nicolas Sarkozy als Sieger aus der Wahl hervorgehen, so ist aufgrund der bisherigen Ereignisse sowie anderer diverser Ankündigungen damit zu rechnen, dass Paris zu einem Schlachtfeld werden wird. Etliche arabische Jugendliche aus den Armenvierteln der französischen Regierungshauptstadt sollen mit einer „Revolution“ gedroht und den Kopf von Nicolas Sarkozy gefordert haben. Mit diesen Terrordrohungen stellen sie sich gegen die demokratischen Bemühungen der „Royalisten“, der jugendlichen und erwachsenen Anhänger von Madame Ségolène Royal, die sich intensiv für die Interessen der Jugendlichen einsetzt.

Frankreich

L’élection de président de la France – et la corde d’allumage s’allume

Harald Haack
Peu de jours avant le choix de président français ont été découverts devant un commissariat de Paris taux de dynamitage bricolés d’amateur. Un lien avec le choix ou, pour le dire plus précisément, Nicolas semble évident à Sarkozy, si celui-ci est choisi. Car : Des voitures ont été étées contenues à des Tumulte déclenchés par par des expressions hämische les Sarkozys dans un faubourg de Paris de préférence dans le feu, et ces taux de dynamitage ont maintenant été trouvés étroitement sous une dépanneuse de la police le commissariat du quart de touriste Montmartre le matin actuel. Il doit s’agir avec cela de bouteilles avec le liquide combustible et une corde d’allumage. La police de Paris craint par conséquent des excès massifs des jeunes le prochain dimanche de choix.

Quelques jeunes arabes des quarts de bras de la capitale de gouvernement française, doivent avoir menacé à révolution « avec un „et avoir exigé la tête de Nicolas Sarkozy. Ils se placent avec ces menaces de terreur contre les efforts démocratiques „des Royalisten « , au jeune et la remorque adulte des Ségolène Royal qui soutient intensivement les intérêts des jeunes.

spionage

Dusty Abroad

Ken Silverstein – A CIA spokeswoman said Friday that a federal investigation of Kyle “Dusty” Foggo, the CIA’s former number-three official, had “absolutely nothing, zero” to do with Porter’s Goss’s recent announcement to retire. That’s a bit hard to swallow at this point, especially as her emphatic statement came as FBI agents were raiding Foggo’s home and office.

Foggo is a long-time associate of Brent Wilkes, the defense contractor who is accused of bribing disgraced former Representative Duke Cunningham and allegedly providing him with prostitutes as well. The San Diego Union-Tribune has previously reported that Wilkes and Foggo “were college roommates at San Diego State, best men at each other’s weddings, and each named a son after the other.” Foggo recently acknowledged that he attended Wilkes-sponsored poker parties at Washington-area hotels and sometimes hosted the parties at his home.


FBI agents raiding Foggo’s home and office

Even before the raid it was known that Foggo’s ties to Wilkes were being examined internally at the CIA and by federal law enforcement authorities. One question being asked is if Foggo steered contracts to Wilkes, whose companies have received tens of millions of dollars worth of government money in recent years.

I called and emailed Foggo’s lawyer, William G. Hundley, on Friday and Saturday, but was unable to reach him. He has previously denied any wrongdoing on Foggo’s part and said his client is “really more of a victim here.”

Foggo worked as a logistics expert for the CIA for several decades and has been based in Tegucigalpa, Honduras, as well as Vienna and Frankfurt. In addition to supporting CIA covert and overt operations abroad, Foggo often made arrangements for and escorted visiting congressional delegations. In the fall of 2004, Goss mysteriously “plucked him from obscurity,” in the words of the New York Times, and named Foggo to be the CIA’s executive director—the number-three position at the agency.

Over the past few days, I’ve spoken to six former CIA officials—all of whom spoke on condition of anonymity—who know Foggo or are well acquainted with his work at the agency. They provided a number of previously unreported revelations about Foggo’s career, particularly regarding his years in Honduras in the early 1980s, when the agency was using the country as a base both to support the Nicaraguan contras and for a variety of other covert programs in Central America.

During this period, Wilkes accompanied several congressional delegations to the region, “where they met with Foggo and contra leaders,” the Union-Tribune reported this weekend. “Three of Wilkes’ former friends say he told them he was involved in assignations between some of the legislators and prostitutes in Central America.” (Wilkes denied the allegations.)

My sources said that Foggo was a regular at the Maya Hotel’s casino in Tegucigalpa; in 1993, the Chicago Tribune described the hotel as having once been “the unofficial headquarters for those who came here to help—or watch—the U.S. try to purge neighboring Nicaragua and El Salvador of communist threats.”

Foggo, said my sources, was also a regular at a local bar named Gloria’s, which one source said was chiefly known for having “a brisk hooker trade.” While my sources had no direct knowledge of Foggo consorting with prostitutes, several said that simply being at a place like Gloria’s was deemed to be a serious security problem and that Foggo’s nocturnal habits were a source of great concern within the local CIA station.

Foggo, said one source, was “capable in the field but lacked a moral compass.” This source explained that working for the agency overseas “already puts you in a difficult position . . . [because] part of your job might involve violating the laws of the country you’re in. You don’t put a red light on your head by going to places where there’s gambling and hookers—it’s a stupid risk.”

“He was a logistics guy,” said one source about Foggo, “not a spy. Any time he was spending there was personal business, not for the CIA.”

Beyond drawing attention to himself, Foggo’s nightlife also raised concerns from a counterintelligence standpoint because of the risk that he could be entrapped by the Russians and their allies. “During the coldest days of the Cold War,” said another agency official, “hookers and casino employees were exactly the type of people we wanted on our payroll, and so did the KGB.”

“Gloria’s was a ticking bomb,” said the source cited above. “There were a lot of Cuban women there and you had to be mindful that you might be set up.” This person said that before he was sent to Tegucigalpa, his boss at the CIA gave him a “fire-breathing” lecture about staying far away from spots like Gloria’s. “He [told me], ‘If you get into trouble down there, you make sure you get killed because I’ll kill you otherwise.’” (It should be noted that, according to my sources, Foggo was not the only American intelligence officer who frequented the Tegucigalpa nightspots named above.)

Several of the former CIA officials had similar stories about Foggo’s days in Vienna and Frankfurt. (There’s a former CIA station chief in Vienna who I was told knows the full history of Foggo’s escapades in Europe. I called him at his current job in Texas and he declined to discuss the matter.) They were stunned when they heard that Goss had picked Foggo for the executive director position. “He should never have gotten the job,” said one. “With a guy like that, the past is always going to catch up with you.”

“This guy had a career’s worth of bad judgment,” said the source who was stationed in Honduras with Foggo. “He was in deep trouble when [George] Tenet headed the agency and was set to go when Tenet left [in mid-2004]. Then Goss and his Gosslings come in and he becomes the number-three. People were thunderstruck.”

This article was first published @ Harper’s Magazine

Harper’s Magazine and writes Washington Babylon for Harper’s online. A former reporter for the Los Angeles Times, Silverstein has covered such topics as intelligence collaboration between the CIA and controversial foreign governments in Sudan and Libya, political corruption in Washington, and links between American oil companies and repressive foreign governments. His 2004 series “The Politics of Petroleum,” co-written with T. Christian Miller, won an Overseas Press Club Award.

vermischtes

Gefängnis für einverständlichen Sex unter Minderjährigen

Karl Weiss – Die extremistisch–christlichen Bewegungen in den USA haben bereits in einer Reihe von Staaten, speziell dort, wo die Republikaner Mehrheiten haben, neue Sexualstrafgesetzgebungen durchgesetzt, die an Absurdität nichts zu wünschen übrig lassen. Aufgrund eines solchen neuen Gesetzes ist ein junger Mann in Georgia zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt worden, weil er mit 17 Jahren mit seiner zwei Jahre jüngeren Freundin einverständlich Sex hatte.

Kürzlich war schon ein Fall aus dem Bundesstaat Michigan bekannt geworden, wo ein verheirateter Mann wegen eines Ehebruchs mit einer Prostituierten zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, was auch noch vom Appelationsgerichtshof des Staates bestätigt wurde.

Der Fall in Georgia hat sogar noch eine fast unglaubliche Besonderheit. Die beiden jungen Leute haben nur Oral-Sex gemacht, keinen Sex mit Penetration. Hätten sie das getan, wäre das nur als Ordnungswidrigkeit bestraft worden. Der „Täter“ hat bereits zwei der 10 Jahre abgesessen und es wurde seine Freilassung beantragt. Aber der zuständige Staatsanwalt tut alles, um seine Freilassung zu verhindern, wahrscheinlich auch einer jener „wiedergeborenen Christen“, die uns unbedingt die Art zu Leben vorschreiben wollen.

Das Gesetz in Georgia sieht schwere Strafen wie diese vor, wenn ein Kind sexuell angegriffen wird – von einem Erwachsenen, der seine Machtstellung ausnutzt gegenüber dem Kind. Man hat aber vergessen, ausdrücklich auszunehmen, dass natürlich einverständlicher Sex unter fast Gleichaltrigen auch im jugendlichen Alter nicht strafbar ist.

Zwar gibt es in der abstrusen Georgia-Gesetzgebung eine Klausel, die Sex mit Penetration unter (fast) Gleichaltrigen von einer solchen Strafe ausnimmt, aber Sex, der nicht mit Penetration einhergeht, fiel nicht darunter.

Gewaltkomponente im Sex
Im wesentlichen waren sich bis vor kurzem alle zivilisierten Länder in diesen Dingen der Sexualgesetzgebung einig. Bestraft muss werden, wenn eine Gewaltkomponente im Sex enthalten ist oder eine Machtausübung. Dagegen muss einverständlicher Sex von jeglicher Bestrafung ausgenommen werden, wenn keinerlei solche Komponenten vorhanden sind. Das trifft speziell dann zu, wenn junge Leute, auch wenn sie noch nicht achtzehn (oder sechzehn) sind, Sex miteinander in irgendeiner Form machen.

In der Regel haben zivilisierte Länder sich auf ein absolutes Schutzalter geeinigt, meistens 14 Jahre, wobei man oft noch die dreizehnjährigen mit in die Erlaubnis einbezieht, wenn der Altersunterschied nicht mehr als zwei (in anderen Ländern drei) Jahre beträgt. Oberhalb des Schutzalters, zwischen 14 und 16 Jahren, geht man üblicherweise von einem maximalen Altersunterschied von 5 Jahren aus. Ab 16 Jahren dann wird in einigen Ländern schon ganz freigegeben (wie bisher noch in Deutschland), in anderen bis zum 18. Lebensjahr ein noch grösserer maximaler Altersunterschied (z.B.10 Jahre) verankert.

In der Schweiz zum Beispiel ist auch ein einverständlicher Sex straffrei, der 12- und 13-jährige involviert, auch wenn die jungen Leute davon Videoaufnahmen machen. Kürzlich gab es einen solchen Fall.

Solche Regelungen sind sinnvoll. Einerseits muss man streng jeden gewalt- und machtbesetzten Sex (und das nicht nur bei Kindern und Jugendlichen) unter Strafe stellen, um schwächere Personen vor dem sexuellen Ausnutzen durch starke und/oder mächtige zu beschützen. Andererseits muss man der Tatsache Rechnung tragen, dass die jungen Menschen, meist ab etwa 12 Jahren, bereits ein sexuelles Leben und sexuelle Bedürfnisse haben, wobei in strafrechtlicher Hinsicht weitgehend freie Hand gelassen werden muss, wenn es sich um (fast) Gleichaltrige handelt.

Sex unter 18 unter Strafe
Dies beinhaltet selbstverständlich keinerlei Aufforderung zum Sex von 12-jährigen. Hier geht es nicht um die Fragen, welche sehr frühen sexuellen Erlebnisse oft nicht gut für die jungen Leute sind und dass eine Dreizehnjährige natürlich extreme Probleme bekommt, wenn sie schwanger wird, hier geht es um die Frage der Strafbarkeit, um die Frage, ob man dafür ins Gefängnis wandert – was mit Sicherheit die Probleme der 13-jährigen Mutter nicht verringern würde.

Nun haben aber die Vereinigten Staaten angefangen, diesen Konsens der zivilisierten Länder aufzukündigen. Man fängt an, jeglichen Sex unter 18 zu bestrafen, Homosexuellen Sex wieder strafbar zu machen, Ehebruch ebenfalls und dies alles zu verbinden mit Ausnahmeregelungen für sexuelle Straftäter, die nach der Entlassung weiterhin bestraft werden, indem man sie öffentlich bekanntgibt, wo sie sich auch niederlassen. So wird zum Beispiel ein schlichter Homosexueller nach seiner Strafverbüßung behandelt, als hätte er kleine Kinder vergewaltigt.

Das alles könnte für uns eine kuriose Fußnote sein, nach dem Motto: „Die spinnen, die Amis“. Ist es aber nicht. Es gibt seit letztem Jahr einen Gesetzentwurf der Bundesregierung, in dem sie alle diesen Regeln bricht und die Strafbarkeit auf völlig einverständlichen, macht- und gewaltfreien Sex erweitert.

Im „Kampf gegen Internet-Kinderschänder-Banden“
Dieser Gesetzentwurf ist gestützt auf einen Rahmenbeschluss der Europäischen Komission, der genau die absurden Definitionen jener extremistischen Religiösen aus den USA übernimmt. Es ist nach Angaben von Lorenz Böllinger, Professor für Strafrecht an der Universität Bremen, der eine kritischen Kommentar zu diesem Rahmenbeschluss geschrieben hat, von den USA in einigen UN-Gremien eine Empfehlung durchgesetzt worden, die nun von der EU-Kommission übernommen wurde.

All dies läuft unter verschleiernden Bezeichnungen wie „Kampf gegen Internet-Kinderschänder-Banden“, „Kampf gegen Kindesmissbrauch“, „Verfolgung von pädophilen Kindermördern (Originalton Schröder)“ und man verkündet, nun müssten die abartigen Kindermörder endlich einmal die Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. So wollen sich die Politiker als „Recht und Gesetz“-Personen profilieren und von den Untaten ablenken, die sie für die Bevölkerung bereit stellen, wie Hartz IV, Millionen von Arbeitslosen, Rente mit 67 (auch mit 70 ist schon im Gespräch), Einführung von Studiengebühren, Abschaffung der Lehrmittelfreiheit, Schließen von Schulen und öffentlichen Bädern, nicht zu vergessen Überfälle auf andere Länder wie Jugoslawien, Afghanistan und Irak.

Gegen Kindermörder, Kinderschänder und Internet-Kinderporno-Ringe gibt es längst ausreichende Gesetze. Diese können nicht nur mit Höchststrafen bis zu lebenslänglich belegt werden, sondern auch mit „Sicherheitsverwahrung“ (anschließendem dauerhaften Wegschließen), wenn der Richter der Überzeugung ist, der Betreffende dürfe nicht mehr auf die Menschheit losgelassen werden.

In Wirklichkeit betreffen die Änderungen gegenüber der vorherigen Gesetzeslage und Rechtssprechung im wesentlichen drei Punkte, die nichts mit Kinderschändern, Kindermördern oder Pornoringen zu tun haben:

1. Alle bis zum 18. Lebensjahr werden als „Kinder“ definiert. Es gibt keine Jugendlichen mehr, die längst sexuelle Bedürfnisse und Sex haben. Hier der Kommentar von Professor Böllinger dazu:
„Vielmehr brächte er eine europaweite massive weitgehende Kriminalisierung der Sexualität Jugendlicher bis zum 18. Lebensjahr! mit sich, mithin gar eine potentielle Gefährdung des Wohls der minderjährigen Unionsbürger.“
„Gegen diese lang etablierten und wohlbegründeten Standards verstößt der Vorschlag in
grotesker Weise, indem der Rechtsbegriff „Kind“ jede Person unter achtzehn Jahren
bezeichnet (Art. l a des Entwurfs). Es werden also theoretisch „Taten“ mit Opfern im Alter von vier oder 17 1/2 Jahren gleichgesetzt. Ein Strafrecht (…) verliert dadurch völlig an Glaubwürdigkeit und führt sich selbst ad absurdum.“

2. Es werden über die bisher schon vorhandenen, eindeutig definierten Beschreibungen der verfolgenswerten Taten neue, allgemeine, unbestimmte eingeführt, die weiten Spielraum für verschiedenen Interpretationen lassen, je nachdem, ob der Richter mehr den Werten der Aufklärung verpflichtet ist oder mehr zu engstirnig religiösen Ansichten neigt.

So wurde z.B. der Begriff von „sonstigen“ Handlungen bei der Definition der Kinderprostitution eingeführt. Es bleibt offen, was gemeint sein könnte. Hier wird der Einbeziehung von Dingen in die Strafbarkeit Tür und Tor geöffnet, die eben nach jeglicher vernünftigen Betrachtung dort nicht hingehören. Besonders bei Nacktfotos öffnen sich hier weite Horizonte von „Straftaten“, die nur in der Einbildung von verklemmten religiösen Extremisten existieren.

Hören, wir, was Professor Böllinger zu zwei anderen unbestimmten Punkten zu sagen hat:

„…erscheint jedoch unter (b) zu weit und damit grundgesetzwidrig unbestimmt (§ 1
StGB und Art. 103 Abs. 2 GG). Denn es genügt bereits die „Verleitung“ des Kindes zu
„sexuellen Handlungen“ – beides äußerst vage und schier uferlos anwendbare Begriffe.
Mangels einer Regelung des Täteralters könnte übrigens absurder Weise auch ein soeben
strafmündig gewordener 14-jähriger Jugendlicher für die „Verführung“ oder das
Fotografieren eines knapp 18jährigen „Kindes“ belangt werden.“
“…so müsste aber doch der Begriff der Pornografie weniger diffus sein: Nach Art. 1 (b)
genügt jegliche „bildliche Darstellung“, also auch eine obszöne Zeichnung oder ein
Kunstwerk. Auch erscheint die (…) Strafbarkeit dann unangemessen, wenn die pornografisch dargestellte Person zwar über 18 ist, aber „wie ein Kind aussieht“ (Art. 3 Abs. 2). Damit wird die hoch bedeutsame rechtsstaatliche Sicherung unterlaufen, dass der Täter die Tatsachen gekannt haben muss und ihm diese Kenntnis nachgewiesen werden muss (Beweislastumkehr).”

3. Es werden neue, weit höhere Mindeststrafen eingeführt: 4 Jahre Gefängnis als generelle Mindeststrafe und 8 Jahre in schweren Fällen. Damit wird gleichzeitig jede Möglichkeit verhindert, die Strafe in leichten Fällen zur Bewährung auszusetzen. Ebenso wird wegen der hohen zu erwartenden Bestrafung eine Untersuchungshaft von Verdächtigen zur Regel werden.

Das führt also zu Aussichten, die denen in den USA nicht mehr nachstehen. Fast jeder Sex zwischen Personen unter 18 Jahren (oder wenn eine der Personen unter 18 ist), wird zu einem mit mindestens vier Jahren Gefängnis belegten Verbrechen. Damit wird ein wesentlicher Teil unserer Jugendlichen kriminalisiert.

Fotos am Ferienstrand?
Besonders wird auch die Frage von Nacktfotos oder Halbnacktfotos zu einer risikoreichen Sache. Machen Sie zum Beispiel an einem schönen Strand Europas ein Foto, nur kam da, ohne dass sie darauf achteten, eine junge Dame mit drauf, die sich ohne Oberteil sonnte, wie das heute die Regel ist. Nehmen wir nun an, die Dame war erst Siebzehn und Sie stellen dies Foto in das Internet, um für ihre Ferienwohnung Reklame zu machen, die sie vermieten.

Ja, Sie haben schon verstanden: Kinderpornoring im Internet. Mindestens vier Jahre Gefängnis! Danach sind Sie auf der Liste der Kinderschänder, die jedermann in Ihrer Nachbarschaft einsehen kann und alle Menschen und speziell die Kinder sind vor Ihnen gewarnt, Sie Sexualtäter! Auf der Strasse laufen die Kinder hinter Ihnen her und rufen „Kindermörder!“ und Ihre Nachbarin kommentiert: „Wenn ich so ein Schwein sehe, dann bin ich doch für die Todesstrafe!“

Oder nehmen Sie einen anderen Fall: Sie sind FKK-Fan und machen mit ihrer Familie Urlaub in einem FKK–Dorf. Sie fordern dort unter anderem ihren Sohn auf, Fotos von der Familie zu machen, ihren Sohn, der siebzehn ist. Auf einem der Bilder allerdings haben Sie eine halbe Erektion. Mag sein, das war Ihnen gar nicht bewusst, aber die Polizei durchsucht Ihren Computer mit dem Bundestrojaner und findet jenes Photo. Schnell kann geklärt werden, der Sohn war noch keine Achtzehn und Sie haben ihn verführt, diese sexuelle Handlung (Fotografieren eines halb erregierten Penis) zu begehen. Da wird es schwierig werden, nur mit 4 Jahren davonzukommen. („Das Schwein hat es mit dem eigenen Sohn gemacht.“)

Vielleicht treffen Sie sich ja dann genau mit diesem ihrem Sohn im Gefängnis, der nämlich mit seiner gleichaltrigen Freundin Sex gemacht hatte, als er noch keine 18 war – ebenfalls mindestens 4 Jahre.

Sie treffen sich allerdings nicht mit Ihrem Nachbarn im Gefängnis. Der hat nämlich nur eine leichte Straftat begangen, er hat lediglich einen Menschen zum Krüppel geschlagen und ist mit 2 Jahren davongekommen. Solche schwere Jungs wie Sie und ihren Sohn kann man natürlich nicht im gleichen Gefängnis wie einen Leichtkriminellen wie ihn unterbringen.

Die US Lynchjustiz
Und nicht zu vergessen – wenn Sie beide dann entlassen werden, sind Sie auf der Kinderschänderliste, die soeben Herr Rüttgers, seines Zeichens Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, gefordert hat. Die Lokalzeitung wird sie schnell ausgemacht haben und dann sind Ihre beiden Fotos an jeder Laterne – und wenn Sie etwas Pech haben, hängen Sie dann auch bald an einer solchen.

In den USA wurden bereits mehrere Fälle von Lynchjustiz gegen bekannt gemachte ehemalige Gefängnisinsassen wegen Sexualvergehen registriert.

Wenn Sie dann spüren, wie sich der Strick um Ihren Hals zuzieht und sich bewusst werden, in höchstens zehn Sekunden geht Ihnen endgültig die Luft aus, dann haben Sie noch einen Moment Zeit, einen freundlichen Dank per Geistesblitz an die Poltikerkaste zu übermitteln, die Ihnen das eingebrockt hat, weil sie von ihren Untaten ablenken und die Aufmerksamkeit auf Kinderschänder wie Sie lenken musste.

vermischtes

Internationaler Aktionstag gegen Barrick-Gold

Dr. Alexander von Paleske – Morgen Mittwoch findet die Hauptversammlung der Firma Barrick-Gold in Toronto statt. Abgesehen von den Aktionären und der Crew von Barrick Gold, zu deren Beirat auch der ehemalige Bundesbankpräsident und ehemalige Sozialdemokrat Karl Otto Pöhl gehört, dürfte niemandem zum Feiern zumute sein.

Barrick Gold ist mittlerweile zum grössten Goldproduzenten der Welt aufgestiegen, der Goldpreis liegt zu Zeit bei 624 US Dollar pro Feinunze. Bei Barrick-Gold dürften die Sektkorken knallen. Nicht hingegen bei den Anliegern der Goldminen von Barrick Gold, wie zum Beispiel in Pascua Lama (Chile) Bulyanhulu (Tanzania) oder Lake Cowal (Australien) und Goldstrike in Nevada/USA.


Photo: Catherine Coumans, Mining Watch Canada

Grosse Wassermengen plus Zyanid werden benötigt, um das Gold vom Gestein zu trennen. Dies ist selbstverständlich mit grossen Umweltgefahren verbunden. Aus diesem Grund sollen Protestveranstaltungen vor dem Ort der Hauptversammlung in Toronto/Kanada stattfinden, an denen auch Aborigines aus Australien und Indianer aus Nevada teilnehmen werden.

Gleichzeitig sollen Protestveranstaltungen in Chile, Argentinien, Peru, den Philippinen und Tanzania stattfinden. Vor dem Eingang zur Hauptversammlung soll ein alternativer Jahresbericht über Barrick Gold verteilt werden.

Siehe Protestbarrick
Gletscher, Safari und Zyanid – Barricks-Gold

Krieg

Voices from the Front—Women Face a “Mutilated Beast”

Milon Nagi – When speaking to Americans, Yanar Mohammed is confronted repeatedly with the belief that Iraqi women’s rights are protected under occupation by the United States. In reality, says Mohammed, director of the Organization of Women’s Freedom in Iraq (OWFI), after several generations of economically independent women, Iraq is now in the grip of the “genetically mutilated beast” of fundamentalist politicized Islam—Islamism. In addition, according to a recent Madre report, abuse and murder of women have become endemic, at the hands of both criminal gangs who abduct victims and a proliferation of sectarian militias—many U.S. trained, funded and armed.

U.S. authorities used such mercenaries, says Madre, to consolidate power, pitting such Shiite groups as Muqtada al-Sadr’s Mahdi Army against Sunni insurgent militias. Policing of women is central to these groups’ campaigns. In Baghdad’s now segregated neighborhoods, Mohammed reports, women’s dress has become a “flag of the political parties.” Sunni and Shiite militias compete, she says, over how much “their” women should cover up. In Basra, under the Mahdi Army, wearing pants or going outside without a headscarf is now punishable by death. Read all @ the Womans Media Center

Krieg

Die Schlacht um den Bronzesoldaten

Malte Olschewski – Die Vergangenheit hat das nördliche Musterländchen eingeholt: Bei Unruhen sind in der estnischen Hauptstadt Tallin bisher rund tausend Personen verhaftet worden. Es gab einen Toten und über fünfzig Verletzte. Geschäfte wurden zerstört und geplündert. Auslöser der Krise war das Denkmal eines Sowjetsoldaten im Zentrum von Tallin. Tiefere Ursache sind wachsende Spannungen zwischen den 800 000 Esten und den Nachkommen jener Russen, die nach zwei von Stalin angeordneten Deportationswellen ab 1947 im Land angesiedelt worden waren.

Die Esten sind ein kleines finnugrisches Volk, das in der Geschichte von Dänen, Schweden, Russen und Deutschen regiert worden war. Nach der russischen Oktoberrevolution ist Estland von deutschen Truppen besetzt worden. Mit dem Ende des Krieges kam es zur Erklärung der Unabhängigkeit, die 1919/20 gegen bolschewistische Truppen verteidigt werden musste. Der Vertrag von Tartu vom 2.2.1920 brachte mit einer Grenzziehung auch einen Verzicht auf sowjetische Ansprüche. Estland wurde wie die beiden anderen Baltenstaaten Lettland und Litauen eine unabhängige Republik. Am 24.4.1934 putschte Präsident Konstantin Päts und regierte vier Jahre ohne Parlament.

Im Hitler-Stalin-Pakt hat Deutschland die Baltenstaaten der sowjetischen Einflußsphäre überlassen. Die Sowjets installierten ein Kollaborationsregime und besetzten dann das ganze Land. Schon vorher hatten kommunistische Vertrauensleute Listen von bürgerlichen Personen zusammengestellt, die nun zusammengetrieben und mit Viehwaggons nach Sibirien deportiert wurden. Nach dem Angriff Hitlers auf die UdSSR wurde Estland 1941 von NS-Truppen besetzt. 1944 rückten wieder die Sowjets heran. 75 000 Esten sind damals geflüchtet. Estland wurde eine Sowjetrepublik. In den Kriegsjahren hat das Land 30 Prozent seiner Bevölkerung verloren. Im März 1949 kam es zu einer zweiten Deportationswelle. Neuerlich wurden über zehntausend Esten hinter den Ural verschickt. Trotz seiner schweren Verluste hat sich Estland zu der Sowjetrepublik mit dem höchsten Lebensstandard entwickelt.

Schon am 23.8.1987 war es in Tallin zu einer ersten Demonstration für die Unabhängigkeit des Landes gekommen. Es entwickelte sich die „Singende Revolution“, bei der mit Liedern und Chören ein „Freies Estland“ gefordert wurde. Am 19.8.1991 erklärte der „Oberste Rat“ in Tallin als Reaktion auf den Putschversuch in Moskau die Unabhängigkeit.

Die russische Volksgruppe stellte sich bald als Belastung heraus. Die im Land lebenden Russen erhielten nicht automatisch die estnische Staatsangehörigkeit. Voraussetzung dafür war unter anderem die Kenntnis der estnischen Sprache, die für Russen extrem schwierig zu erlernen ist. Es bildete sich vor allem in den Städten ein arbeitsloses Jugendproletariat, das schon mehrmals für Unruhen verantwortlich gewesen war. Zu Beginn des Jahres 2007 verabschiedete das estnische Parlament ein Gesetz, durch das alle Denkmäler verboten wurden, die „Feindschaft schüren und Staaten verherrlichen, die Estland in der Vergangenheit okkuptiert hatten.“

In einem weiteren Gesetz wurde festgelegt, dass Überreste von Gefallenen, die an „unpassenden Plätzen“ begraben sind, in Friedhöfe umgebettet werden sollen. Die Parlamentsbeschlüsse richteten sich in erster Linie gegen das über zwei Meter hohe Denkmal eines Sowjetsoldaten, das 1947 am Tonismägi-Hügel im Zentrum von Tallin über den Gräbern von 13 gefallenen Sowjetsoldaten errichtet worden war. Das Denkmal in typischem Sowjetstil steht für Russland und die russische Minderheit des Landes für alle Opfer, die in Estland im Kampf gegen Hitler-Deutschland gefallen sind. Für die meisten Esten ist der Bronzesoldat ein Symbol der Sowjetherrschaft.

Die estnische Regierung unter Ministerpräsident Andrus Ansip zeigte wenig Fingerspitzengefühl, als die die Statue plötzlich entfernen und an einen unbekannten Ort verwahren liess. Am Hügel selbst wird unter einem Zelt nach den Überresten der Soldaten gegraben. Am 26.4. versammelten sich um den Hügel hundert Demonstranten. Als die Polizei mit übermässiger Härte eingriff, trafen aus den Vorstädten russische Jugendliche ein. Die Situation geriet ausser Kontrolle. Seitdem kommt es jede Nacht zu neuen Unruhen und Verhaftungen. Das russische Parlament drohte Estland Massnahmen an. Präsident Wladimir Putin erklärte sich bereit, unerwünschte Gräber aus Estland auf den Boden der Russischen Föderation zu transferieren.

spionage

Botschaftswechsel: „Syna“-Spion schnüffelt jetzt in Berlin

World Content News – Ein Diplomat der Schweizer US-Botschaft, der im letzten Sommer von Redakteuren des Boulevardmagazins „Blick“ als CIA-Agent enttarnt wurde, als er über einen Informanten die Gewerkschaft Syna ausspionieren wollte und deshalb in Bern sein Köfferchen packen musste, geht jetzt offenbar in Berlin seinen klandestinen Tätigkeiten nach.

Nachdem der angeheuerte Informant kalte Füße bekam und sich der Zeitung anvertraute, stellte diese kurzerhand seinen E-Mail Verkehr mit dem Botschaftssekretär ins Netz und veröffentlichte einen Auszug aus der Biografie des CIA-Agenten. Ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren, das die Bundesanwaltschaft nach Erscheinen des Blick-Artikels einleitete, bestätigte die Spionage-Vorwürfe. So dermaßen bloßgestellt, musste Agent „Tom“, wie ihn die Zeitung sicherheitshalber betitelt, Ende 2006 die Schweiz verlassen. Zuvor war es zu lautstarken Protesten von Gewerkschaftsmitgliedern vor der US-Botschaft gekommen, der Fall wurde über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt.

Doch die findigen Redakteure sind ihm nun wieder auf die Spur gekommen. Ausgerechnet in Berlin hat er sich niedergelassen, wo er an der US-Botschaft anscheinend offiziell die gleiche Funktion als Zweiter Botschaftssekretär ausübt wie zuvor in Bern. Dies geht jedenfalls aus der neuen «Liste der diplomatischen Vertretungen in der Bundesrepublik Deutschland» hervor.

Die Schweiz hatte auf eine Anklage verzichtet, da die Chancen wegen seiner dipkomatischen Immunität zu gering seien, ihn dafür zur Rechenschaft ziehen zu können.

Spekulationen, dass der 36-jährige unter falschen Namen auch an der Entführung von Abu Omar beteiligt gewesen war, haben sich bisher noch nicht bestätigt. Es gibt jedoch Indizien dafür, dass der exzellente Marathonläufer (für Sportsfreunde: Vienna City Marathon 2002, Staffelauf, 281. Platz in der Klasse mixed) im Sommer 2002 die Ausspähung im Vorfeld für den später in Jordanien festgenommenen und gefolterten Omar Behari koordiniert haben könnte.

Er hielt sich nämlich zu dem Zeitpunkt in Wien auf, als nach Recherchen des österreichischen Magazins „Profil“ zwei der späteren Entführer von Abu“>Robert Seldon Lady, versteckt sich ebenfalls in der Schweiz, laut Medienberichten hielt er sich in Genf auf.

Na dann: erstmal willkommen Major Tom im Land der unbegrenzten Geheimdienstskandale. Falls der Boden unter den Füßen wieder einmal zu heiß werden sollte: Eine kleine „Fangemeinde“ wartet gespannt, wohin es denn als nächstes mit der Wiener Umzugsspedition gehen soll.

Dieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

vermischtes

Madams explosiver Nuttenservice von Washington DC

Stephan Fuchs – Madame Palfrey’s Geschichte fängt dort an, wo in Washington die Politik aufhört. Dann, wenn sich die Tore zu den Hallen politischer Entscheidungen schließen, dann öffnet sie jene in die Welt der Fantasie. Madame betreibt den Nuttenservice von Washington DC.

Nebst den Gliedern der Regierung hält sie nun aber vor allem Dynamit in den Händen. 46 Pfund, um genau zu sein. Dies in Form von Telefonverbindungen, Namen, Adressen und Kontaktzeiten von über 15’000 illustren Kunden, darunter hochrangige Politiker. Madam Deborah Jeane Palfrey, Chefin des Escort Service will das Dynamit an den meistbietenden verkaufen.


Hält nun lieber Dynamit als Parteiglieder in den Händen

Einige Hunderttausend Dollar sind ihr genug, sie will damit ihre Anwälte bezahlen, denn sie selber hat Probleme: Das Gericht wirft ihr Geldwäscherei und illegale Prostitution vor. Gerade jetzt, in der Vor-Phase des unerbittlichen Kampfes um die Gunst und Herzen der Wähler und Wählerinnen werden einige Herren darum beten, sie hätten es nie getan; oder zumindest nicht mit den Mädchen von Palfrey.

Russisch Roulett.
Für die Boulevardzeitungen in Washington ist das ein gefundenes Fressen. Zeitungen wie der „National Enquirer“ oder „The Globe“ werden mit Freuden tränenden Augen die Informationen aufkaufen und sie im richtigen Moment, je nach politischer Brisanz und Intrige in die Öffentlichkeit streuen. Das freilich ist Salz auf die Wunden der Fantasie betroffener Politiker, deren Kariere mit der Publikation unweigerlich vor dem Aus sein kann. Jene Politiker, die in den Kontaktdaten stehen, werden alles tun, um ihre Libido bedeckt zu halten, einmal mehr ist Russisch-Roulett in Washington DC angesagt: Gleich jetzt erschießen oder erst Lügen, dann Hoffen und dann erschießen? Das ist die Frage.

Schon lange Untersuchungen gegen Madame

Dass Palfrey erst jetzt mit der Veröffentlichung der Namen droht, könnte politisch motiviert sein. Ihr Service war zwischen 1993 und 2006 aktiv. Ihre erotische Agentur, die vor allem junge Studentinnen an den Mann brachte, war seit zwei Jahren unter IRS Investigation. Ihre Geschäftsräume in Vallejo im sonnigen Kalifornien, wurden im August 2006 von Agenten gestürmt und ihre „Ersparnisse“ von 1.5 Millionen US Dollar beschlagnahmt, sie selber wurde wegen erpresserischen Umtrieben und Geldwäscherei angeklagt. Pünktlich zum Beginn des Großen Rennens um das Amt im Weißen Haus, wirft sie mit mehr Dynamit, als sämtliche militärischen Spezialeinheiten in Afghanistan und Irak. Ob es mehrheitlich republikanische oder demokratische Politiker zerreissen wird, werden wir sehen, ich allerdings tippe auf Demokraten, außer die Demokraten hätten von den Republikanern in Sachen „dirty Trick“ einiges dazugelernt.