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Blood, sex and crime – HIV im Gericht, Teil II

Dr. Billa Hofmann – Vom Deutschen Gericht bestätigt: HIV ist nicht die Ursache von Aids! Einen ähnlichen Gerichtsfall wie der in Adelaide soll es, laut Aids Leugner, in Deutschland gegeben haben.

„Court rules HIV not proven to cause Aids“, dies war am 22. Juni 2003 in indymedia.org zu lesen. Bei diesem Bericht handelte es sich um die Veröffentlichung eines Briefes, der an die Menschenrechtskommission in Genf ging. Darin wurde der Deutsche Bundestag des Mordes und des Totschlages angeklagt. Man berief sich auf eine Petition, in der ein Richter die Aussage gemacht haben soll, dass das Robert-Koch-Institut (RKI) selbst zugegeben hätte, dass im Zusammenhang mit Aids niemals ein Virus nachgewiesen worden sei. Angeblich hätte der Kläger, bei dem es sich um Karl Krafeld mit Unterstützung von Dr. Stefan Lanka handelte, 1995 vom RKI mitgeteilt bekommen, dass Photographien von isolierten HI-Viren sowohl in den wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Montagnier wie auch von Gallo zu finden seien.

Die Kläger bezichtigten das RKI der Lüge, denn eine Virusisolation würde ihrer Meinung nach nicht existieren. Der Deutsche Bundestag selbst hätte ein Dokument vorgelegt (DS 12/8591, vom 21.10.1994), welches beweisen würde, dass weder Gallo noch Montagnier im Zusammenhang mit Aids ein Virus isoliert hätten. Deshalb sei die Behauptung des RKI eine Lüge. Der Deutsche Bundestag würde wissentlich dulden, dass man mit Absicht gesunde Menschen töte. Mit HIV-Tests, die ohne Aussagekraft wären, würde man den Patienten einreden, dass sie HIV-positiv wären, um ihnen dann giftige Aids-Medikamente zu verordnen. Die Menschen würden somit nicht an Aids, sondern aufgrund der hochtoxischen Virostatika sterben, was einem Völkermord gleichkäme. Karl Krafeld und Stefan Lanka , Gründer des Vereins Wissenschaft, Medizin und Menschenrechte (MuM) e.V. und Verfasser dieses Briefes wollen die Bürger vorm Völkermord des Staates schützen, so der Inhalt.

Das angebliche Urteil (DS 12/8591), auf welches sich die Herren Krafeld und Lanka beziehen, und welches bestätigen soll, dass weder Montagnier noch Gallo ein HI-Virus nachgewiesen hätten, ist nichts anderes als die „Zweite Beschlussempfehlung und Schlussbericht“ zu einem Blutskandal, bei dem in den 80er Jahren viele Menschen durch HIV-infizierte Blutprodukte mit dem Virus angesteckt wurden. Das Dokument DS 12/8591 beschreibt im Detail den chronologischen Stand der Wissenschaft, die sich zu dieser Zeit mit dem Thema HIV und Aids beschäftigt hatte. In diesem Dokument wurde festgehalten, was bis zu diesem Zeitpunkt (1994) über HIV/Aids wissenschaftlich bekannt war und man ging der Frage nach, ob Patienten ausreichend vor einer HIV Übertragung geschützt waren.

Dieses Dokumentstellt eine sehr ausführliche Übersicht dar, in welcher die Anfänge der HIV-Wissenschaft nachgelesen werden können.

U. a. werden dort auch die Theorien, Aids durch Inhalationsdrogen (wie z. B. Poppers; Seite 55), oder die Antigenüberladungstheorie (Aids infolge der starken Überladung an Fremdprotein bei Blutern, Seite 57) ausführlich diskutiert und abgewiesen. Man kam zu folgender Zusammenfassung (S. 64):
– Im Dezember 1982 war der Verdacht substantiiert begründet, dass Aids eine Infektionskrankheit ist.
– Im Februar 1984 wurde die Übertragung von Aids von einem Hämophilen auf seine Ehepartnerin beschrieben. Im Mai 1985 wurden Antikörper gegen das Aids-Virus bei 9,5 % der Ehefrauen von Hämophilen nachgewiesen. Die Übertragbarkeit war damit bewiesen.

Entgegen dem, was Lanka und Krafeld behaupten und was auch im „Virus Wahn“ zu lesen ist – HIV sei nicht die Ursache von Aids und HIV sei nicht sexuell übertragbar – kommt der Deutsche Bundestag nach Sichtung der wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu einem anderen Ergebnis, nämlich zu dem, dass die sexuelle Übertragbarkeit eindeutig bewiesen worden sei.

Krafeld, der dem Gericht die Stefan-Lanka-These nahebringen wollte, wurde 2001 vom Landgericht Dortmund zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 8 Monaten unter Strafaussetzung zur Bewährung wegen versuchter Nötigung in 9 und Bedrohung in 5 Fällen verurteilt worden, nachdem er verschiedenen Personen in staatlichen Ämtern mit dem Tode gedroht hatte. Die Drohungen und Nötigungen des Herrn Krafeld sind in dem Urteil festgehalten und können im Detail nachgelesen werden.
(Quelle: Aids-Lüge, Amtsgericht Dortmund, 14 (XVII) K 11/00).

Das Gericht sah es als bestätigt, dass der Vorwurf des Angeklagten jeder Grundlage entbehre. Es gäbe keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Wissenschaft neu überprüft werden müsse bzw. dass die Informationen in den Materialien, die das RKI verschickt hatte, unzutreffend seien. Krafeld und Lanka versuchen uns nun, ihre Weisheiten in dem Buch „Die Vogelgrippe. Der Krieg der USA gegen die Menschheit“ zu präsentieren.

Der Pharmafeldzug gegen Calypte Biomedical und Roche Diagnostics
Kim Marie Bannon ist die „kuragierte“ Frau, die gegen die Pharmariesen Roche Diagnostics und Calypte Biomedical klagt. Im Newmediaexplorer von Sepp Hasslberger war am 27.04.04 zu lesen, „Aids Test Unscientific: Test Kit Makers Sued in Kansas“.

Kim Bannon ist eine bildhübsche aktive Frau, die mitten im Leben steht. Sie zweifelt an ihrer HIV-Diagnose. Ihre Seele bekäme mit dem Wissen, dass noch Andere Opfer der sog. orthodoxen Medizin (konventionelle Medizin, Schulmedizin) wären, keinen Frieden. Aus diesem Grunde würde sie in einem zivilen Verfahren unter Berufung auf das „Consumer Protection Act of the State of Kansas“, einer Art Gesetz zum Schutz des Verbrauchers vor Betrug, gegen die Hersteller der HIV/Aids-Tests klagen. Die Tests seien ihrer Meinung nach nur Betrug.

Die Einwohner von Kansas können sich bei Verbraucher bezogenen Fragen auf dieses Gesetz beziehen. Die Abteilung für Verbraucherschutz geht den Anfragen und Klagen der Bürger nach und prüft, ob ein Gesetzesverstoß vorliegt.

Scientologen mischen mit
Mehr über Kim Bannon ist bei altheal.org zu lesen, einer Gruppe, die wissenschaftliche, verifizierbare und alternative Informationen über HIV/Aids zur Verfügung stellen will. „My name is Kim Bannon. I was born in Topeka, Kansas, USA in 1962…..” so beginnt ihre Lebensgeschichte, die man online lesenkann. Interessant wird es aber dann, wenn sie über ihre Verbindungen zur Scientology-Gruppe berichtet. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit dieser Gruppe trat Bannon dann einer Gruppe bei, die sich aus Ex-Scientologen gebildet hatte, und die Scientology-Techniken anwendeten:

„In February 2000 I heard of a group of Ex-Scientologists in Texas who were using some of the Scientology techniques but were expanding them and using them in a more ethical manner. They called this practice Knowledgism, and a friend of mine from Scientology highly recommended them. It was at the Knowledgism Ranch in October 2000 that I began to regain my self-esteem;…………………..
On the seventh day after the attack, I drove myself five hours to the Knowledgism Ranch in Saint Jo, Texas, where a little stone cabin became my home for the next seven months plus. This is where I first learned that there were some very reputable scientists and doctors disputing the HIV theory of AIDS.”

Auf dieser Ranch, wo Ex-Scientologen „Knowledgism“ praktizieren, setzte sich Bannon mit dem Thema “HIV ist nicht die Ursache von Aids” auseinander, um dann mit Hilfe ihres Anwaltes Dennis Webb eine Klage zu starten. Sucht man allerdings auf der Homepageder Verbraucherschutzdivision nach einem Urteil im Zusammenhang mit HIV bzw. Aids Tests, nach Roche Diagnostics oder Calypte Biomedical, so findet man keinen einzigen Anhaltspunkt, der bestätigen könnte, dass die Klage in Bearbeitung ist oder war.

Die Homepage von Kim Bannon und ihre Lebensgeschichte wurde im Januar 2007 eingestellt, eine Mitteilung diesbezüglich war noch am 07.01.07 in Wikipedia zu lesen (Auszug liegt der Redaktion vor). Mittlerweile ist diese Seite leer. Und sollte es wirklich nur Zufall sein, dass dieser Löschung ausgerechnet 3 Wochen zuvor ein Beitrag bei Promed e. V. (einem Verein, der sich für eine menschliche und seriöse Medizin einsetzt) vorausging? Darin wurde die Frage gestellt, wie es zu bewerten sei, dass ein Journalist auf solche Propagandaseiten, wie die von Kim Bannon, verweist. Thorsten Engelbrecht, Co-Autor von „Virus Wahn“, hatte auf seiner Homepage den Link zu Kim Bannon ermöglicht.

Auch dem Autor Sepp Hasslberger, der über den Feldzug von Kim Bannon berichtete, werden Beziehungen zur Scientology Gruppe nachsagt. Hasslberger selbst schreibt auf seiner Homepage, dass seine Ansichten von Ron Hubbard (dem Gründer von Scientology) beeinflusst sind und er eine tiefe Dankesschuld empfindet:
“My views are influenced by Ron Hubbard of „Scientology“ fame, ….. I acknowledge a deep debt of gratitude to all of these great thinkers.”

Ingo Heinemann, Rechtsanwalt und Scientology Kritiker, erwähnt in einem Bericht im Zusammenhang mit der englischen Regierung („Scientologen von der englischen Regierung als gefährlich angesehen“), dass Hasslberger der Scientologen-Vereinsvorsitzende sei.

Anscheinend ist es aber in der Szene der Aids Leugner nichts Ungewöhnliches, dass sich Scientologen dort tummeln. Michael Leitner, Aids-Leugner und Buchautor von „Mythos HIV“, hat zusammen mit Thomas Hein, einem – wie er selbst sagt – ehemaligen ZDF-Reporter eine DVD produziert, die – laut Scientology-Kritiker Ingo Heinemann – von einem Scientologen Namens Michael Kent herausgegeben wird.

Über Kents scientologische Vorlieben kann auf der Homepage von Ingo Heinemann „>hier. U. a. schreibt Heinemann, dass Michael Kent in seiner Website http://www.Psychopolitik.de und in seiner „Kent-Depesche“ Scientology-Verschwörungstheorien verbreite. Kent mache in seiner „Depesche“ regelmäßig Werbung für Scientologen und die Scientology-Organisation. Die meisten Artikel seien keineswegs ohne weiteres als Scientology-Werbung zu erkennen, zumal Kent-Hinz den Eindruck erwecke, sein Ziel sei die Weltverbesserung. Deshalb bezeichnet Kent selbst die Depesche als Zeitschrift für „Zustandsverbesserer“.

Kent beschreibt in seinem Buch „Psychopolitik 2: Herren und Sklaven 1999“, dass Arzneimittel krank machen, dass die Wissenschaft nur noch ein Instrument der Unterdrückung sei und dass es keine Viren gäbe. Unter der Überschrift „Die wissenschaftliche Vernarrung geht weiter“ lobt Kent die Aktivitäten des Peter Duesberg und stellt ihn mehr oder weniger als Märtyrer hin. Kent schreibt, dass Duesberg seines Wissens nach die erste Quelle wahrer Daten sei. Zu Aids sagt Kent,
„Aids habe ich nicht aufgeführt, weil es das gar nicht gibt (ist auch so eine typisch zeitgemäße, ganz normale, psychopolitische Verarschung!) und Krebs, weil er vor allem geistig-mentale Auslöser hat. Würde man dies den Menschen allerdings mitteilen, könnte man (die Pharmaindustrie und ihre Hilfswichtel) ja keine Geschäfte mehr machen.“

Bei der zuvor erwähnten DVD geht es zwar nicht um das Thema Aids, sondern um die Thematik „nicht-existierende Viren“. Es wird die Verschwörungstheorie verbreitet, das Virus H5N1, Erreger der Vogelgrippe, sei in Deutschland hausgemacht, damit Big-Pharma davon ordentlich profitieren könne (Infos zur DVD)

Auch Dr. Claus Köhnlein, der zusammen mit Torsten Engelbrecht das Buch „Virus Wahn“ geschrieben hat, ist auf dieser DVD zu sehen. Er spricht zum Thema Vogelgrippe und gibt das wieder, was zu diesem Thema im „Virus Wahn“ zu lesen ist.

Die Pornoindustrie und Aids
Wenn HIV nicht sexuell übertragbar wäre, dürfte es folgende Meldungen aus der Pornoindustrie nicht geben:

Die Pornoindustrie schien aufgrund der rigoros durchgeführten freiwilligen Aids-Tests seit Jahren sicher. Im März 2004 infizierte sich jedoch ausgerechnet ein Veteran der Branche, Darren James, der seit 1998 im Pornogeschäft tätig war. Sharon Mitchell, Ärztin am AIM (Adult Industry Medical Health Care Foundation), erteilte James Drehverbot, nachdem das Ergebnis seines HIV-Testes positiv war. Alle Darsteller, mit denen James Sexszenen gedreht hatte, mussten gefunden werden und innerhalb von zwölf Stunden war die Liste der HIV-verdächtigen Darsteller auf 74 angewachsen. Das führte erstmalig in der Geschichte dazu, dass die Pornoindustrie für 60 Tage einen Produktionsstillstand hatte, um eventuelle Folgeinfektionen zu klären.

3 weitere Pornodarstellerinnen wurden ebenfalls positiv getestet. Jessica Dee, Lara Roxx und Miss Aroyo hatten sich bei James Darren mit dem HI-Virus infiziert. Lara Roxx war Neuling in der Szene und gerade mal 3 Monate dabei, als sie sich bei ihrem Kollegen mit HIV ansteckte. Alle Frauen hatten den als sicher geltenden Vorsichtsmaßnahmen der US-Pornobranche blind vertraut.

Ein kalifornisches Gericht verhängte gegen die Produktionsfirma eine Geldstrafe, da sie ihre Mitarbeiter nicht ausreichend am Arbeitsplatz geschützt habe.
(Quellen: Die Süddeutsche14.01.2005, Jessicas letzter Dreh – Die tödliche Szene, Phillip Oehmke,
The New York Times 06.04.2004, Third case of HIV is reported after work with sex-film actor, Nick Madigan,
The Boston Globe, 18.04.04, Actors HIV cases halt production in porn film industry, Steve Carney ,

Aber schon 2003 hatte die Los Angeles Times gemeldet, dass eine alarmierende Zahl von Schauspieler/innen aus der Pornoindustrie mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten infiziert sei.

Anne Marie Ballow, auch bekannt unter dem Künstlernamen Brooke Ashley, lebt in einer Klinik für obdachlose AIDS-Patienten, verstoßen, allein und ohne Job. Sie hatte ihr Glück in der Pornoindustrie versucht.

Im Jahr 1998 drehte sie einen Film für die Produktionsfirmen Hard Core Television und K-Beech Video Inc. Ihr Partner war der Darsteller Marc S. Goldberg. Einige Zeit nach den Dreharbeiten wurde Ballow positiv auf HIV getestet. Sie musste sich aus der Pornoindustrie zurückziehen. Aller Wahrscheinlichkeit nach infizierte sie sich bei ihrem Kollegen Goldberg. Sie verklagte Goldberg, weil er angeblich einen negativen HIV-Testbescheid gefälscht habe, so die Los Angeles Times.

Ballows Prozess wurde zum führenden Fall gegen die amerikanische Pornoindustrie und fand überaus große Medienbeachtung. Die Zeit, in der sich Ballow infiziert hatte (1998), war unter Pornoveteranen als „dark times“ bekannt, denn im gleichen Jahr wurde die Darstellerin Tricia Deveraux, eine Ungarische Darstellerin mit dem Künstlernamen „Caroline“ sowie Kimberly Jade positiv getestet. Alle Frauen hatten gemeinsame Szenen mit Marc Goldberg gedreht.

Schon damals sagte Mitchell vom AIM, dass man bei einem HIV-positiv getesteten Pornodarsteller im Durchschnitt mit 4 weiteren HIV-positiven Folgeinfektionen rechnen dürfe. Tragischerweise hatte sich diese Voraussage auch im Falle Darren James als richtig erwiesen. (Quelle: Los Angeles Times 12.01.2003, See no evil, P. J. Huffstutter)

Bei all diesen Fällen ist es nahezu grotesk, dass eine Gruppe von Aids Leugner die These verbreitet, HIV sei sexuell nicht übertragbar!

Wie kann man diese Gruppe, die so vehement verbreitet, dass HIV harmlos sei, da das Virus bisher noch nie nachgewiesen wurde, bei der großen Anzahl an Opfern überhaupt ernst nehmen? Eine Gruppe, die in der Literatur die Tatsachen verdreht oder sogar falsch interpretiert und die sogar Beziehungen zur Scientology-Szene hat?

Seit über 20 Jahren verbreiten die Aids Leugner nun diese absurden Theorien. Die Perth-Gruppe hatte es nicht fertig gebracht, den Richter von ihren Thesen zu überzeugen. Und auch der Deutsche Bundestag lies sich nicht dazu umstimmen, dass Aids was anderes als eine Infektionskrankheit sein soll, auch wenn in der Aids Leugner Szene das Gegenteil behauptet wird.

Man kann nur hoffen, dass die „Rethinker“ endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen und den Tatsachen in die Augen sehen. HIV ist die Ursache von Aids und HIV ist sexuell übertragbar. Und zwar in wesentlich größerem Ausmaße als bisher angenommen, wie im April 2007 in „Aids“ zu lesen war. Eine Forschungsgruppe kam zu der Hypothese, dass die HIV-Übertragung von Männer auf Frauen wesentlich höher sei als bisher angenommen. Junge Frauen aus Afrika – südlich der Sahara – hätten ein besonders hohes Risiko, mit HIV infiziert zu werden, und das, obwohl diese Frauen nur einen Lebenspartner und insgesamt nur wenige sexuelle Kontakte hätten.

Das sollte auch den letzten Skeptiker wachrütteln und erkennen lassen, dass unbedingt geeignete Präventionsmaßnahmen nötig sind, statt die Existenz eines Virus zu verharmlosen. (Quelle: Pettifor, AE; Hudgens, MG; Levandowski, A; Rees, HV; Cohen, MS; Highly efficient HIV transmission to young women in South Africa, AIDS, 21(7):861-865, April 23, 2007)

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Doppelherrschaft in Brasilien

Karl Weiss – In Brasilien existiert faktisch eine Doppelherrschaft. Einerseits gibt es die Herrschaft des Präsidenten Lula mit seinem Staats- und Gewaltapparat und den dahinter stehenden Kräften, andererseits die Herrschaft von bewaffneten kriminellen Mafia-Banden, die sich immer mehr ausweitet. Die beiden Herrschafts-Gruppen haben sich miteinander arrangiert und vereinbarungen geschlossen, ja, sie haben in einigen Fällen bereits eine Personalunion von beiden Seiten hervorgebracht (gleiche Personen, die zu beiden Gruppen gehören).

Ein Beispiel dafür waren die bewaffneten Angriffe der Mafia-Bande „Primeiro Commando da Capital“ (PCC) auf Polizeistationen in São Paulo vor Jahresfrist.

Die Angriffe wurden mit Bomben, Schnellfeuergewehren und Maschinenpistolen auf Polizeireviere durchgeführt, ebenso wie mit gezielten Schüssen auf offenbar vorher ausspionierte Polizisten in Zivil und auf Polizeiautos, darunter eines, das auf einer belebten Brücke in der Stadt São Paulo fuhr.

So plötzlich, wie sie begonnen hatten, wurden die Angriffe nach fünf Tagen eingestellt. Nach etwa 250 bewaffneten Angriffen, einige auch außerhalb des Staates, und nach Aufständen in praktisch allen Gefängnissen des Bundesstaats São Paulo, nach insgesamt über 125 Toten, davon ein großer Teil Polizisten und andere Sicherheitskräfte, wurde offenbar eine Abmachung mit den Verbrechern geschlossen.

Kein Verhandeln mit Terrorbande?
Die Terrorbande hätte die Angriffe nach allen seriösen Einschätzungen noch lange weiterführen und das Leben der 20-Millionenstadt São Paulo zum Erliegen bringen können, so wie dies am zweiten Tag der Angriffe schon der Fall war (tagsüber konnten die Menschen ihre Arbeitsstelle nicht erreichen, weil fast keine Omnibusse fuhren, nachts hatten die Banditen eine inoffizielle Ausgangssperre verhängt, die fast vollständig eingehalten wurde).

Doch das offizielle São Paulo dementiert energisch, daß man verhandelt habe und mit Terrororganisationen Verträge schließt. Der neue Gouverneur (entsprechend dem Ministerpräsident des Bundeslandes) wie auch der alte negieren, daß es eine Vereinbarung gegeben habe, deren Bruch zu den Terrorüberfällen geführt habe, wie auch, daß es jetzt eine neue Vereinbarung gebe.

Sie konnten aber nicht erklären, warum die Angriffe plötzlich begannen und plötzlich abgebrochen wurden, bzw. ihre Erklärungen waren nicht schlüssig. Die Umstände waren völlig eindeutig.

Der mutmassliche Anführer der kriminellen Mafia-Bande PCC sitzt ein und war zwei Tage vor Beginn des Terrors in ein Hochsicherheitsgefängnis 620 km von der Hauptstadt entfernt gebracht worden. Daraufhin begann die Terrorwelle.

Einer der Anwälte des mutmaßlichen Anführer der gefangenen Mitglieder der Mafia wurde nach dem Wochenende mit verringerter Terrortätigkeit mit dem Polizeihubschrauber (!) nach Presidente Wenceslau geflogen und konnte mit ihm sprechen, obwohl das Gefängnis-Statut des Hochsicherheitsgefängnisses ihm dies Recht erst nach 7 Tagen im neuen Gefängnis zugesteht. Bei diesem Gespräch war ein hoher Polizeioffizier des Staates zugegen. Wenige Stunden nach dem Gespräch waren alle Angriffe eingestellt und alle Revolten in den Gefängnissen waren friedlich zu Ende gegangen, etwas, was normalerweise Wochen von Verhandlungen dauert.

Ein Teil der Presse und zwei Fernseh-Stationen in Brasilien gehen davon aus, daß eine Vereinbarung erzielt wurde, deren Inhalte aber nicht bekannt sind. Wichtige Zeitungen, wie die größte Tageszeitung Brasiliens, die „Folha de São Paulo“ sprechen offen über die Vereinbarungen. Selbst die „New York Times“ hob in ihrem Artikel die vermuteten Vereinbarungen hervor.

Inzwischen ist es auch schon kein Geheimnis mehr, daß offenbar vorher bereits durch den alten Gouverneur eine Vereinbarung, genannt Waffenstillstand, geschlossen worden war. Nach Angaben der „Folha“ wurden der Terrororganisation in diesem Vertrag zugestanden, daß seine Mitglieder, wenn sie gefasst werden, in Gefängnisse in der Nähe ihrer Wohnorte kommen und daß sie dort Handys zur Verfügung haben, um ihre „Geschäfte“ vom Gefängnis aus führen zu können.

Schlagkraft von 5000 – 20’000 Mann
Einem Monat vorher war der Governeur von São Paulo, Alckmin, zurückgetreten, weil er als Kandidat seiner Partei, der PSDB, für die Präsidentenwahlen später im Jahr aufgestellt worden war. Seitdem war sein Stellvertreter Gouverneur. Der wusste entweder nichts von den Vereinbarungen mit der Verbrecherbande oder wollte Muskeln zeigen und begann die Gefangenen des PCC zu verlegen, was diese wohl als Bruch der Vereinbarungen auslegen mußte.

Nun zeigte die Terrorbande ihrerseits Muskeln und hätte dies wohl Wochen und Monate fortsetzen können. Nach Schätzungen der Medien hat das PCC etwa 5000 Mann zur Verfügung, nicht gezählt die Tausende von Helfern. Nach eigenen Angaben sind es 20.000. Damit aber ist zumindest deutlich geworden, daß es in Brasilien bereits eine Doppelherrschaft gibt, in der die Macht zwischen der Regierung einerseits und den Drogen-Terrorbanden andererseits geteilt ist, wobei beide Seiten mit Drohungen und Vereinbarungen das zerbrechliche Gleichgewicht zu halten versuchen.

Wie bereits gemeldet, war vorher schon eine Auseinandersetzung zwischen Staatsmacht und einer Terrorbande nach einem Waffenraub aus einer Militärkaserne in Rio de Janeiro mit einer Vereinbarung abgeschlossen worden, wie Presseorgane berichteten. Auch damals war die Vereinbarung dementiert worden. Man konnte aber auch in jenem Fall die Umstände nicht zufriedenstellend erklären.

17 Tote in einer Nacht
Es gab in São Paulo erneut nächtliche Attacken einen Tag nach dem Ende der Angriffswelle und nachdem es eine Nacht ruhig geblieben war. Neben einer Anzahl verbrannter Omnibusse gab es u.a. einen Angriff auf eine Schule, einen auf ein Gebäude der Wasserversorgung und einen auf das Rathaus von Osasco, einer der Städte im Bereich Groß-São Paulo. Insgesamt wurden in dieser Nacht 17 Tote gezählt.

Beim genaueren Hinsehen stellt sich aber heraus, daß keiner der Angriffe mehr als Sachschaden verursachte, während alle 17 Toten angeblich Angreifer waren, die von der Polizei erschossen wurden. Ein Polizeisprecher nannte die Angriffe dieser Nacht ‚Surf’ von Amateuren, also Leuten, die auf einer Woge mitschwimmen. Dazu kam dann offensichtlich die ‚Nacht der langen Messer’, das Ritual von Polizisten immer, wenn Polizisten ermordet wurden: Statt die Verbrecher zu fangen, werden wahllos Leute in den Armenvierteln umgebracht und dann als „Angreifer“ bezeichnet.

Inzwischen gibt es auch bereits andere Kriminelle, die im Gefolge des PCC ihre tödlichen Abrechnungen durchführen. So hatte nach Polizei-Angaben ein Massaker mit 10 Toten in dieser Nacht in Guarulhos im Großraum São Paulo keinen Zusammenhang mit dem PCC.

Eine Anzahl von Presseorganen und Fernsehstationen in Brasilien unterdrückte völlig alle Meldungen über die Vereinbarungen mit den Verbrechern, so als ob dies nicht offensichtlich wäre. Sie berichteten einfach nur, die Angriffe hätten aufgehört, ohne eine Begründung zu suchen. Offenbar ist man sich bewußt, daß es weitreichende Konsequenzen hat, wenn ins öffentliche Bewußtsein eindringt, daß die brasilianische Oligarchie mit Terrorbanden gemeinsame Sache macht.

Zwei Tage nach dem Ende der Attacken kam die Meldung, der Anführer der gefangenen PCC-Mitglieder, ein gewisser Cartola, werde aus dem Hochsicherheitsgefängnis zurückverlegt werden. Ein weiterer Beweis für das geleugnete Abkommen.

Offenbar war der Staat nicht bereit, in einen Krieg mit den Verbrechern einzutreten und machte stattdessen Zugeständnisse. Fragt sich, was genau der Grund dafür ist.

Die Regierung versucht den Schein aufrechterhalten, sie sei an der Macht und nicht das PCC.

Die „Folha“ spekuliert, der Gesichtsverlust der Regierung, wenn man wochenlang nichts gegen die Terrorherrschaft einer Kriminellenbande unternehmen hätte können, wäre offenbar als so groß angesehen worden, so daß die Vereinbarung das kleinere Übel zu sein schien. Bleibt aber weiter die Frage, warum man dann nicht einen Krieg in vollem Umfang gegen die Terrorbande geführt hat, wenn wirklich eine so grosse Gefahr von ihr ausging.

Oder ist es etwa schon so, dass eine solche Kriegführung gar nicht möglich war, weil ein wichtiger Teil der brasilianischen Oligarchie bereits mit den Terrorbanden verknüpft ist und den Krieg sabotiert hätte (und bereits damit gedroht hat). In diesem Fall gibt es in Brasilien nicht nur eine Doppelherrschaft, sondern eine, in der sich die Regierung Ultimaten von Verbrecherbanden beugen muss.

Auch die vorherige Vereinbarung dürfte bereits in einer solchen Situation der Drohung zustande gekommen sein. Nach außen hin dementiert man einfach.

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Blood, sex and crime – HIV im Gericht, Teil I

Dr. Billa Hofmann – In Australien klagt ein Mann gegen seine Verurteilung. Er wurde angeklagt, weil er seinen Sexualpartnerinnen gegenüber verheimlicht hatte, dass er HIV positiv sei. Eine der Frauen hatte sich mit dem HI-Virus angesteckt. Andre Chad Paranzee wird vor Gericht von der sog. Perth-Gruppe verteidigt. Die Gruppe, deren Leiterin Eleni Papadopulos-Eleopulos ist, vertritt die Meinung, dass es keine krankmachenden Viren gibt und das HI-Virus bisher auch noch nicht isoliert worden sei. Insofern sei HIV auch nicht sexuell übertragbar, und die Verurteilung von Andre Chad Paranzee sei nicht gerechtfertigt. Es wurde ein Gerichtsverfahren unter Leitung von Richter John Sulan gestartet, welches die Existenz von HIV und somit die Ursache von Aids überprüfen soll.

Dieses Gerichtsverfahren in Australien ist kein Einzelfall. Es gibt einige Verfahren, bei denen sich staatliche Institutionen mit den Merkwürdigkeiten der Aids Leugner auseinandersetzen müssen, gesponsert vom Steuerzahler.

Auch ein deutsches Gerichtsurteil hätte, laut Aids Leugner, bestätigt, dass HIV nicht die Ursache von Aids sei. Aus diesem Grund wird der Deutsche Bundestag des Massenmordes angeklagt, denn der Nachweis der Existenz eines „Aids-Virus“ sei bis heute nicht gelungen. Es stehe daher nicht fest, dass es sich bei Aids um eine Infektionskrankheit handelt. So genannte Aids-Patienten würden durch die Gabe von Virostatika gesundheitlich schwer geschädigt und sogar getötet werden.

In Kansas sollen die Firmen Calypte Biomedical und Roche Diagnostics vor Gericht stehen, weil ihre HIV- bzw. Aidstests ohne Aussagekraft sein sollen. Somit würde ein Betrug gegenüber dem Verbraucher vorliegen. Eine kuragierte Frau führt einen Feldzug gegen die Multibillionen Pharmahersteller, das meldete der Newmediaexplorer am 27.04.04.

Wie ist es aber möglich, dass es im März 2004 in der US-amerikanischen Pornoindustrie einen Produktionsstopp für 60 Tage gab, nachdem 4 Schauspieler HIV-positiv getestet wurden, wenn HIV nicht existent bzw. nicht sexuell übertragbar sein soll? Eine Produktionsfirma wurde deshalb zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie ihre Darsteller nicht ausreichend am Arbeitsplatz geschützt hatte. Was steckt hinter diesen Gerichtsurteilen?

Der Fall Andre Chad Paranzee
Der Fall Andre Chad Paranzee wird in Adelaide, Süd-Australien, vor Gericht diskutiert und erregt zur Zeit einiges Aufsehen. Namhafte Wissenschaftler werden als Zeugen vor Gericht berufen, denn Richter John Sulan soll die Existenz von HIV und somit die Ursache von Aids überprüfen.

Am 19. Dezember 2006 meldete der „Herald Sun“, dass Wissenschaftler dem Gericht in Adelaide mitgeteilt hätten, dass es in Afrika keine Aids-Krise gäbe, da HIV nicht existiere. Die Durban-Declaration, in welcher 2000 festgelegt wurde, dass Aids ansteckend sei und durch HIV übertragen wird, wäre von Politikern, nicht aber von Wissenschaftlern befürwortet gewesen (Expert witness says HIV doesn`t exist, Todd Cards, 19.12.2006,).

Im Jahre 2000 fand im südafrikanischen Durban die 13te Welt-Aids-Konferenz unter dem Motto „Das Schweigen brechen“ statt. Die Konferenzteilnehmer wollten auf die Trägheit und Ignoranz in Bezug auf die HIV-Pandemie sowie den ungleichen Zugang zu medizinischer Versorgung aufmerksam machen. Die „Durban Declaration“ wurde von 5000 Wissenschaftlern als Protest auf Thabo Mbekis Zweifel an der „HI-Virus-Theorie“ unterzeichnet, um zu zeigen, dass an HIV als Ursache für Aids kein Zweifel bestehe (siehe Deutsches Ärzteblatt, 17.07.2000). Thabo Mbeki, der Präsident von Südafrika, war von Aids Leugnern beeinflusst und glaubte lange Zeit, dass HIV nicht die Ursache von Aids sei.

„The Australian News“ meldete am 01.02.07 dass sich das Royal Perth Hospital von den Ansichten der Perth-Gruppe distanziere und deren Ansichten nicht teilen würde. Philip Montgomery, verantwortlicher Direktor des Royal Perth Hospitals, sagte auf die Vorwürfe von Wissenschaftlern, dass solche Äußerungen wie die der Perth Gruppe nicht von den Institutionen geduldet werden dürften, wörtlich:

„Royal Perth Hospital does not support The Perth Group’s views on HIV, and group members have been instructed that they will not use any hospital resources for work related to their private research. Furthermore, the staff have also been instructed that their private research should not be linked in any way to Royal Perth Hospital.“
(HIV experts line up to refute denier, Jeremy Roberts, 01.02.07).

Dr. David Cooper, Leiter und Professor für Medizin am National Centre in HIV Epidemiology and Clinical Research in Australien, sagte, dass die Ansichten der Perth-Gruppe jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehren würden. So wären viele Leben in den Entwicklungsländern deshalb gefährdet, weil die Menschen daran glauben würden, dass HIV nicht sexuell übertragbar sei. Die Ansichten der Perth-Gruppe seien falsch, bösartig und gefährlich (The Australian News, „Expert attacks HIV sceptics“, Jeremy Roberts, 02.02.07)

Dr. John Moore, von der Cornell Medical School, bezeichnete die Perth-Gruppe als semi-professionell und gefährlich für die Öffentlichkeit. Die Mitglieder seien nur in ihren eigenen Köpfen Experten. Sie hätten weder mit HI-Viren noch mit HIV-Patienten gearbeitet (The Australian News, „HIV deniers a joke“, Jeremy Roberts, 05.02.07)

Auch Prof. Gallo war als Zeuge geladen. Er sagte, er könne nicht glauben, dass ein Gericht mit so was seine Zeit verschwenden würde. Er beschrieb die Zeugenaussage der Perth-Gruppe als jenseits aller Dummheit. Sie sei extrem unsinnig und falsch. Es sei nur eine Taktik dieser Gruppe, um ihre Machenschaften zu verbreiten (The Australian News, „HIV sceptics beyond stupid, says top scientist, Jeremy Roberts, 13.02.07).

Auch der emeritierte Professor der Flinders Universität von Adelaide, Prof. Peter McDonald, war als Zeuge geladen. Er bestätigte, dass er keinerlei Zweifel daran hätte, dass HIV die Ursache von Aids sei. McDonald kritisierte allerdings grundsätzlich Verurteilungen im Zusammenhang mit HIV. Seiner Meinung nach würde das, langfristig gesehen, nur dazu führen, dass sich keiner mehr freiwillig testen lassen würde (The Australian News, „Aids specialist called to explain evidence, Jeremy Roberts, 01.03.07).

Das Urteil wurde am 27.04.2007 verkündet. Richter John Sulan kam zu dem Ergebnis, dass die Perth-Gruppe nicht ausreichend qualifiziert sei, um eine fachliche Stellungnahme bzgl. HIV/Aids abzugeben. Ihre Thesen seien nicht überzeugend. Es würden keine Zweifel bestehen, dass HIV zum einen die Ursache von Aids und zum anderen sexuell übertragbar sei, so der Richter.
Quellen: Gerichtsurteil 27 April 2007, Reasons for decision of the Honourable Justice Sulan;
The Advertiser, HIV claims thrown out by judge, Sean Fewster, Court reporter, 27.04.07

Mit Spannung darf man jedoch darauf warten, wie die Aids Leugner das Urteil interpretieren werden!

Dieser Gerichtsprozess, bei dem es um den Beweis „HIV als Ursache von Aids“ ging, war bisher in dieser Art einzigartig. Wohingegen Verurteilungen wie die von Paranzee, also Gerichtsverfahren über die wissentliche sexuelle Verbreitung von Aids, nichts ungewöhnliches sind. 2005 war in Kanada ein Mann wegen Mordes vor Gericht. Johnson Aziga, der seit 1996 HIV positiv war, hatte ungeschützten Geschlechtsverkehr mit 12 Frauen, ohne diese zuvor über seine Infektion aufgeklärt zu haben. 2 der Frauen sind mittlerweile an den Folgen von Aids verstorben. Johnson Aziga wurde der sexuellen Körperverletzung angeklagt und der Tod der beiden Frauen wurde vor Gericht sogar als Mord angesehen (HIV-positive man to stand trial on murder charges, CBC News, 25.02.05).

Auch in Deutschland gab es kürzlich ein Urteil im Hinblick auf eine verheimlichte HIV-Infektion. So meldete Die Welt am 15.02.07, dass ein Mann aus Nordfriesland seine Ehefrau in voller Kenntnis seiner Krankheit missbraucht und mit dem Aidsvirus angesteckt habe. Laut Staatsanwältin habe der Mann das Leben seiner Frau zerstört. Diese habe nach der Infektion mit dem HI-Virus ihren Beruf als Krankenschwester aufgeben müssen. Der Mann wurde zu 5 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 27,000 € Schmerzensgeld verurteilt. Die Ehefrau, Simone Beck, hat ein Buch über ihr Schicksal geschrieben, welches am 10.03.2007 erschienen ist (Simone B., Wenn ein Leben Flügel bekommt, ISBN-13: 978-3939691082). Simone Beck ist die erste Frau, die in Deutschland den Täter – den Menschen, der sie wissentlich mit HIV infiziert hat – vor Gericht gebracht hat.

HI-Virus gesucht: £ 1000 Belohnung
Die Perth-Gruppe verbreitet seit Jahren – zusammen mit dem Molekularbiologen Dr. Stefan Lanka – die Theorie, dass ein Virus nach dem sog. „Goldstandard“ isoliert werden müsse. Ihrer Meinung nach sei es unverzichtbar, dass das Virus isoliert und das isolierte Virus photographisch dokumentiert wird. Dieser, den Regeln des „Goldstandards“ entsprechende Nachweis, würde für das HI-Virus nicht existieren.

Die Perth-Gruppe präsentierte deshalb 1996 in der Zeitschrift „Continuum“, die als Plattform für „Aids-Rethinker“ gedacht war, ein etwas ungewöhnliches Preisausschreiben. Es sollte der Continuum-Preis an denjenigen vergeben werden, dem es als erstes gelingen sollte, das HI-Virus zu isolieren siehe Vol. 4, No. 1, 1996, Seite 24:

„Missing Virus! £ 1000 Reward
Blind romantics still believe HIV causes AIDS.
But if ‚HIV‘ has never been isolated, what is
AIDS?
Never isolated? You bet! A cash prize of £ 1000
is offered to the first person finding one scien-
tific paper establishing actual isolation of HIV.
If you or a friendly ‚AIDS expert‘ can prove
isolation, £ 1000 is yours. In cash. In public.
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AIDS charity, why not?
We bet you’ll be surprised to discover the truth.”

Niemand anderes als der im „Virus Wahn“ (siehe Kommentar“>Homepage):

„Here I take up these challenges. I will argue that HIV exists, and has been properly identified as a unique retrovirus on the grounds that (i) it has been isolated – even from its own virion structure – in the form of an infectious, molecularly cloned HIV DNA that is able to induce the synthesis of a reverse transcriptase containing virion, and (ii) that HIV-specific, viral DNA can be identified only in infected, but not in uninfected human cells. I will base my case for the isolation of HIV on the most rigorous method available to date, ie. molecular cloning of infectious HIV DNA, rather than only on the much less stringent, traditional „rules for isolation of a retrovirus … discussed at the Pasteur Institute, Paris, in 1973“ that were stated criteria of isolation in the Continuum`s Missing virus reward (Continuum, 1996) . Indeed I will show that molecular cloning of infectious HIV DNA exceeds the criteria of the old „Pasteur rules“……………..
The existence of an unique retrovirus HIV provides a plausible explanation for the good (not perfect) correlation between the existence of HIV DNA and antibodies against it in thousands of people that have been subjected to both tests. The Papadopulos-Lanka challenge fails to explain this correlation.
Ergo: The Papadopulos-Lanka challenge is rejected. HIV exists and has been isolated.”

Duesberg sagt selbst, dass es neuere und bessere Methoden gibt, als die von der Perth-Gruppe geforderten alten Regeln und dass HIV somit nachgewiesen und isoliert worden sei, und zwar auf eine weitaus bessere Art und Weise.

Das, was die Perth-Gruppe fordert, ist nichts anderes, als stur auf eine eigene Methode zu beharren, und genau zu wissen, dass diese total veraltet ist, da es mittlerweile modernere technische Möglichkeiten gibt. Zumal man weiß, dass das HI-Virus extrem empfindlich in Bezug auf Dichte-Gradientenultrazentrifugation ist, und das Virus dabei strukturellen Veränderungen unterliegt.

Der angebliche „Gold-Standard“ der laut Perth-Gruppe und Stefan Lanka 1973 definiert worden sei, bezieht sich auf diese Methode. Aus dem resultierenden Ultrazentrifugat soll die Infektiösität durch in vivo und in vitro-Infektionsversuche nachgewiesen werden. Da nach der These der Anhänger der Perth-Gruppe alle anderen molekularbiologischen Verfahren (Antikörper-Nachweis, PCR, etc.) aussagelos seien, wird diese Bedingung zur „Conditio sine qua non“ erhoben und somit eine wissenschaftlich nicht zu rechtfertigende Messlatte gelegt.

Als moderner Beweis zum Nachweis von Retroviren gilt die Schwimmdichte der Viren in Zuckergradienten. Diese und der Nachweis des Genoms, oder der viralen Strukturproteine oder der virusspezifischen Reversen Transkriptase bzw. der Nachweis von Viruspartikeln mit der geforderten Schwimmdichte in Gradienten ist bei allen Virologen als Beweis für den Nachweis von Retroviren anerkannt (siehe auch die Stellungnahme des RKI zu den Hypothesen der Perth-Group ).

Das, was die Gruppe fordert, ist in etwa so, als würde jemand einen Preis für den erbrachten Beweis, dass die Erde rund ist, vergeben. Um aber zu zeigen, dass die Erde rund ist, wird jedoch nur ein Photo akzeptiert, welches vom Mond aus gemacht werden muss. Nun, solch ein Beweis ist sehr aufwendig und teuer, gefährlich und sehr langwierig. Es gäbe andere, leichtere Möglichkeiten, um zu beweisen, dass die Erde rund ist, wie z. B. einmal die Welt umsegeln, mathematisch durch Messung der Veränderung des Schattens, oder auch eine einfache Photoaufnahme mit dem Weitwinkel, vom Dach eines Hochhauses, um nur einige Beispiele zu nennen; diese werden jedoch nicht anerkannt.

Oder anders gefragt, zweifeln wir die Existenz der Dinosaurier an, nur weil wir kein Photo von einem lebendigen Dinosaurier haben und wir uns stattdessen mit den indirekten Beweisen, wie versteinerte Knochenfunde, abgeben müssen?

Um noch einmal den Vergleich mit der runden Erde zu bringen: Duesberg ist wahrscheinlich zum Mond geflogen und hat das Photo gemacht. Aber wohl nicht der dafür vorgeschriebenen Kamera! Er bekam den Preis nicht!

Blood, sex and crime – HIV im Gericht, Teil II

afrika

AFRICOM: Stuttgart wichtigste US-Basis im Wettlauf um Afrikas Öl

Thomas Mitsch – „In einer sich verändernden Welt kommt Afrika eine neue Bedeutung hinsichtlich für Amerika relevanter Fragen wie Energie, Terrorismus und Handel zu“, so der ehemalige US-Botschafter in Nigeria, Princeton Lyman.

Das neue Oberkommando Afrika
Afrika ist gegenwärtig zwischen dem European Command (EUCOM) und dem Central Command (CENTCOM) aufgeteilt, zu dem auch der Nahe Osten gehört. Mit der AFRICOM-Zentrale, die zunächst in den Kelly-Barracks in Stuttgart-Möhringen agieren wird, errichtet das US-Verteidigungsministerium ein eigenes Einsatzführungskommando für den afrikanischen Kontinent. Das Afrika-Kommando (AFRICOM) wird die sechste der zentralasiatischen ehemaligen Sowjetrepubliken sowie Nordostafrika) und PACOM (Pazifik, einschließlich China), verfügen die amerikanischen Streitkräfte nunmehr über insgesamt sechs Regionalkommandos. Die baden-württembergische Landeshauptstadt steigt damit zu einem der weltweit wichtigsten Militärstandorte der USA auf.


US-Army beim entladen einer C-130 Hercules in Afrika

Dass Stuttgart als Basis für das AFRICOM ausgesucht wurde lag nahe, da schon bisher der größte Teil der Afrika-Angelegenheiten der amerikanischen Streitkräfte über Stuttgart, bzw. über das Hauptquartier EUCOM in Stuttgart-Vaihingen, koordiniert wurde. Stuttgart beherbergt damit als einer von nur zwei Standorten weltweit zwei Oberkommandos und ist der einzige Standort mit zwei Oberkommandos außerhalb der USA. Von hier erfolgt die Koordination von Truppenbewegungen in 91 Staaten in Europa und Teilen Afrikas, sowie Übungen und Einsätze von 120.000 Soldaten. Ausgenommen davon waren die Staaten Ägypten, Djibouti, Somalia und Kenia, für die das CENTCOM zuständig war. Die Seychellen, Madagaskar und Teile des Indischen Ozeans fielen bislang in den Aufgabenbereich des Pazifik-Kommandos.

Als wichtiger militärischer Stützpunkt bedeutet das AFRICOM neben einer eventuell tatsächlich steigenden Terrorgefahr auch eine erhöhte geheimdienstliche Tätigkeit im Umkreis der Basis und dem Umfeld der zivilen Angestellten. Die Region Stuttgart wird so weiter militarisiert. Wenn zudem amerikanische Strukturen in Deutschland als Durchgang für den Transport von Gefangenen zu Gefängnissen außerhalb der Vereinigten Staaten und Europas genutzt werden, würde die Bundesregierung in Erklärungsnot geraten, da sie diese Gefangenenlager deutlich kritisiert hat.

Für eine „leistungsfähigere Herangehensweise“…
„Das Africa Command wird unsere Bemühungen verstärken, den Menschen in Afrika Frieden und Sicherheit zu bringen und unsere gemeinsamen Ziele von Entwicklung, Gesundheit, Bildung, Demokratie und wirtschaftlichen Fortschritt in Afrika voranzutreiben“, erklärte US-Präsident George Bush am 06.02.2007 in Washington.

Um militärische Einsätze auf dem Kontinent besser koordinieren zu können und in Hinblick auf das befürchtete Erstarken des Terrornetzwerks Al-Kaida in Afrika, wollen die USA ein neues Einsatzführungskommando einrichten. Das neue Kommando, so Bush, werde die Sicherheitszusammenarbeit verbessern und neue Möglichkeiten zur Stärkung der afrikanischen Partner bieten. Die neue Befehlsstelle soll zum “Schutz nichtmilitärischer Missionen und, sofern es nötig ist, auch für militärische Operationen zur Verfügung stehen”, so US-Verteidigungsminister Robert Gates.

Vor dem Streitkräfteausschuss im Senat meinte Gates, das neue Einsatzführungskommando werde eine „leistungsfähigere Herangehensweise“ erlauben als die derzeitige Regelung, bei der die Zuständigkeit für Afrika zwischen dem Europa-Kommando und dem vor allem für den Nahen und Mittleren Osten zuständige Zentralkommando (CENTCOM) der US-Armee aufgeteilt wurden. Dieses sei „eine überholte Einrichtung, die noch aus dem Kalten Krieg übrig ist“. Künftig wird also die komplette Zuständigkeit für Afrika (mit Ausnahme von Ägypten, das weiterhin beim CENTCOM verbleiben wird), dem AFRICOM übertragen.

Ökonomisch gesehen ist Afrika für die USA sehr bedeutend, da es trotz Armut über großen Rohstoffreichtum verfügt. Außerdem gilt es als großer Absatzmarkt für die kommenden Jahrzehnte und in solchen Fällen haben sich gesicherte Verhältnisse für hegemoniale Mächte schon immer als äußerst lohnenswert erwiesen.

… im Wettlauf um Afrika
Diplomatisch fragwürdig war die Ankündigung vor allem wegen des zeitgleichen Besuchs des chinesischen Regierungschefs Hu Jintao in acht afrikanischen Ländern. China hat die Beziehung zu vielen afrikanischen Staaten in den letzten Jahren erheblich erweitert. Es geht um Erdöl und Gas. Das Handelsvolumen zwischen China und Afrika wird auf 50 Milliarden Dollar jährlich geschätzt. Selbst Konsumgüter wird der ehemals kommunistische Staat hier los. China zahlt darüber hinaus große Summen an Entwicklungshilfe. Daneben schlossen chinesische Firmen schon bei dem China-Afrika-Gipfel in Peking im November 2006 Investitionsabkommen mit elf afrikanischen Staaten in Höhe von knapp zwei Milliarden Dollar ab.


US-Helikopter des Anti-terrorism Security Team in Sierra Leone

Damals sagte der äthiopische Regierungschef Meles Zenawi zu den neuen Verhältnissen: „China hat heute mehr Mittel zur Hand, um Afrika bei der Überwindung seiner ökonomischen Schwierigkeiten zu helfen und hat bereits einen spürbaren Einfluss auf Afrikas wirtschaftliche Zukunft.“ Langfristig droht Afrika jedoch die Gefahr, in der Rohstoff-Falle gefangen zu werden. Die Rohstoffe eigenständig zu verarbeiten wird immer schwieriger. Das sehen inzwischen auch afrikanische Kritiker so. Auf dem Weltsozialgipfel in Nairobi 2007 fragte der kenianische Sozialwissenschaftler Isaac Mbeche daher kritisch: „Will die chinesische Regierung eine ernsthafte Partnerschaft mit den Ländern Afrikas, oder will sie nur Afrikas Rohstoffe ausbeuten?“

Für die sicherheitsrelevanten Probleme der Globalisierung ist diese Konfliktkonstellation prädestiniert, künftig den frühzeitigen Einsatz amerikanischer Truppen zu erfordern. Dies zeigen die gegenwärtigen Bemühungen der US-Administration, die neoliberale Globalisierung mit der Globalisierung des amerikanischen Interventionismus zu koppeln und zu diesem Zweck die US-Streitkräfte entschieden umzustrukturieren – wie nicht nur der Krieg im Irak, sondern auch und gerade das Beispiel Afrikas zeigt.

Neuere Schätzungen über die gesicherten Ölvorkommen in Afrika belaufen sich auf 112 Mrd. Barrel , so viel wie im Irak, womit der Region inzwischen eine erhebliche Bedeutung zukommt. So gab der Nationale Geheimdienstrat der USA das strategische Ziel aus, im Jahr 2015 rund 25 statt der gegenwärtigen 16 Prozent des US-amerikanischen Öl-Bedarfs durch Importe aus Afrika zu decken. Auch die unter Aufsicht von Vizepräsident Dick Cheney verfasste „Nationale Energiepolitik“ geht davon aus, dass „Westafrika eine der am schnellsten wachsenden Öl- und Gasquellen für den amerikanischen Markt darstellen wird.“

Die der Bush-Regierung nahe stehende neokonservative „Heritage Foundation“ betont deshalb in einem Plädoyer für die Errichtung des neuen Afrika-Kommandos: „In einer globalisierten Welt kann es sich die USA nicht erlauben, Afrika zu ignorieren oder ihm eine drittklassige Priorität einzuräumen. Afrika ist eine lebenswichtige Quelle an Energie und anderen mineralischen Rohstoffen.“

Diesem wirtschaftlich-strategischen Interesse durch amerikanische Truppen vor Ort Nachdruck zu verleihen, liegt nahe – zumal hierdurch ein wichtiger Beitrag zur Schwächung der OPEC geleistet werden soll, da viele der afrikanischen Ölländer keine Mitglieder des Kartell sind. Die „Heritage Foundation“ zumindest fordert die US-Regierung explizit dazu auf, „neue Ölproduzenten dazu zu überreden, nicht der OPEC beizutreten.“

Dies wiederum würde auch zur Reduzierung der amerikanischen Abhängigkeit vom Persischen Golf führen, was spätestens seit den Anschlägen des 11. September 2001 ganz oben auf Washingtons Prioritätenlisten steht. Afrikanisches Öl soll somit helfen, den Ölpreis dauerhaft zu senken, was auf einer Konferenz des US-Außenministeriums offen ausgesprochen wurde: „Westafrika ist die aussteuernde Produktionsregion, die es den Ölfirmen erlaubt, ihre Produktionskapazitäten anzuheben, um die weltweit fluktuierende Nachfrage zu befriedigen.“

Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf New York und Washington hat die US-Regierung ihre militärische Präsenz in Afrika, besonders in Ländern der Sahelzone, am Horn von Afrika und in etwas geringerem Umfang auch in den westafrikanischen Ländern mit großen Erdöl- und Erdgasvorkommen ausgebaut. In der Sahelregion wurden im Rahmen der so genannten Trans-Sahara-Initiative zur Terrorbekämpfung (TSCI) mit Washington sympathisierende Regierungen vom EUCOM aus mit Dutzenden von US-Ausbildern und mit Millionen US-Dollar für den Kauf von Waffen und anderem militärischem Gerät bedacht.

Der Kongress hat dem Programm für die nächsten sechs Jahre rund 500 Millionen Dollar zugebilligt. Es konzentriert sich auf mutmaßliche Operationsbasen von Al-Kaida-Mitgliedern in Algerien, Mali, Mauretanien, Marokko, Niger, Nigeria, dem Tschad und Senegal. Der gegenwärtige Hauptmilitärstandort der US-Armee in Afrika wurde 2002 in Djibouti, am Horn von Afrika, gegründet. Von hier aus können die USA eine strategische Kontrolle über das Seefahrtgebiet, durch das ein Viertel der Weltölproduktion gelangt, ausüben. Djibouti liegt außerdem in der Nähe der sudanesischen Ölpipeline.

Washington zeigt immer größere Bereitschaft zur Durchsetzung seiner Interessen in Afrika zu intervenieren, allein seit dem Jahr 2000 wurden zehn Militäroperationen durchgeführt. Die Einrichtung des AFRICOM ist deshalb ein deutliches Zeichen dafür, dass sich dieser Trend noch weiter verschärfen wird.

USA greifen nach Afrika


Dieser Artikel erschien erstmalig als IMI Analyse 2007/005

Thomas Mitsch ist Beirat der Informationsstelle Militarisierung e.V./IMI und Mitglied des erweiterten Landesvorstandes der WASG Baden-Württemberg

Quellen
i Africa is rising on US foreign policy horizon, in: „Alexander’s Oil and Gas Connections, News & Trends: North America“, 23/2003.
ii SF Schweizer Fernsehen Tagesschau, 7.2.2007.
iii zitiert nach: AfricaHelp.org
iv Deutsche Welle, 30.1.2007.
v Ebd.
vi BP Global: Putting Energy in the Spotlight: BP Statistical Review of World Energy 2005, June 2005
vii Johannes Dieterich: George W. Bush – Fünf Tage im Herz der Finsternis, in: FTD, 8.7.2003, sowie: Suraya Dadoo: When Uncle Sam Comes Calling in Africa, in: Media Review, 30.4.2003.
viii Report of the National Energy Policy Development Group, May 2001, S. 8-11.
ix Brett D. Schaefer: Creating an African Command Bush Administration Makes the Right call, Heritage Foundation, WebMemo #1349, February 7, 2007
x Brett D. Schaeffer: America`s Growing Reliance on African Energy Resources, Bachgrounder ‚1944, June 20, 2006
xi Jürgen Wagner: Afrika im Fadenkreuz

Unkategorisiert

First Life: Neues aus der Video-Tube (1)

World.Content.News hat die Video-Welt durchleuchtet und stellt ab sofort in unregelmäßigen Abständen die besten Clip-Beiträge vor, denen ein Bezug zur aktuellen politischen Wirklichkeit nicht abgesprochen werden kann. Zu jedem Video gibt es auch die passenden Links zum Weiterlesen. Heute: „Kasperle Gib 8“, „Der deutschen Wirtschaft“, „Don’t BOMB BOMB Iran, John McCain!“, „Impeachment 2007“, „das war die zukunft“ und „Es ist alles ok in Guantanamo Bay“. Gute Verdauung ! Weiter zu World.Content.News

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Simon Mann – Auslieferung gegen Öl?

Dr. Alexander von Paleske – Am kommenden Mittwoch, dem 9.5.07, wird ein Gericht in Harare entscheiden, ob die Auslieferung des Söldners Simon Mann zulässig ist. Simon Mann war der Kopf der Söldnertruppe, die im März 2004 das Regime in Äquatorial Guinea mit Waffengewalt stürzen wollte. Die Reise mit der betagten Söldnertruppe endete nicht ganz planmässig in Simbabwes Hauptstadt Harare, wo Waffen aufgeladen werden sollten. Äquatorial Guinea ist der drittgrösste Erdölexporteur nach Nigeria und Angola.


Mitte: British Special Forces Soldat Simon Mann. Gefangener im Chikurubi Gefängnis Simbabwe im September 2004

Zimbabwe, das kurz vor dem Staatsbankrott steht, kann mit Zuwendungen des Diktators Obiang Mbasogo Nguema rechnen, sobald der ehemalige SAS Soldat Simon Mann in Malabo, der Hauptstadt Äquatorial Guineas eintrifft, wo sich auch das berüchtigte Black Beach Gefängnis befindet, in dem der Deutsche Waffenhändler und vermutliche BND Mitarbeiter Gerhard Eugen Merz starb, nachdem er mutmaßlich gefoltert worden war. Er und der Sohn von Margaret Thatcher, Mark Thatcher waren offenbar in den Putschversuch verwickelt.

Keine Todesstrafe
Äquatorial Guinea hat versprochen einige Bedingungen zu erfüllen: Der Vorsitzende Richter eines Hochverratsprozesses wird von der Afrikanischen Staatengemeinschaft bestimmt werden und die Todesstrafe wird nicht verhängt werden. Es wird daher allgemein damit gerechnet, dass Simon Mann ausgeliefert wird.

Der Prozess in Malabo dürfte zum Sensationsprozess werden. Denn verlassen von allen Freunden, die keinen Finger für ihn gekrümmt haben, wozu auch sein früherer Arbeitgeber und Söldnergeselle und jetzige Chef der Firma Heritage Oil Tony Buckingham gehört, kann damit gerechnet werden, dass Simon Mann nun auspackt, um eine kürzere Gefängnisstrafe zu bekommen. Und dies könnte blamabel werden für Spanien, dessen Regierung unter Aznar offenbar knietief in den Putsch verwickelt war, wie auch für die englische Regierung, die zwei Monate vor dem geplanten Putsch detailliert informiert worden war und daraufhin den Obersöldner Tim Spicer, mittlerweile im Irak als quasi Söldner-Divisionskommandeur tätig, zum Gespräch eingeladen hatte.

Auch für das Auswärtige Amt Ungelegen
Das Auswärtige Amt in Berlin könnte ebenfalls noch unter Druck geraten, wenn sich Vermutungen bestätigen sollten, dass Merz mit dem BND zusammengearbeitet hat. Das Auswärtige Amt hat alles unternommen, um diese Sache unter den Teppich zu kehren. Merz hatte, wie berichtet, ihn den 90er Jahren in Zusammenarbeit mit dem israelischen Geheimdienst Shin Bet und vermutlich auch dem BND, Massenvernichtungswaffen von China in den Iran befördert.

Ungeschoren davongekommen ist bisher der Inhaber der Lufttransportfirma CAL in Offenbach, Thomas Rinnert. Man muss wohl davon ausgehen, dass er ebenfalls involviert war. Darauf deutet jedenfalls eine E-Mail hin, die von einem der Putschisten, Greg Wales, an ihn gesandt wurde.

© 2007 Copyright by Dr. Alexander von Paleske – Alle Rechte vorbehalten. Die Übernahme und Nutzung des Artikels zu anderen Zwecken und auf anderen WebSeiten und in Print-Medien sowie Fernsehen und Hörfunk bedarf der schriftlichen Zustimmung des Autoren.

HARARE-MALABO – Das Ende einer Söldnerkarriere
Massenvernichtungswaffen in den Iran – Schmierige Geschäfte internationaler Kriegstreiber
Gasmasken, Giftgas und Milliardenbetrug –
auf den Spuren des Moshe Regev

Der Wonga Coup
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
Blair drängt auf Söldnernachschub aus Südafrika

vermischtes

Tenet-Bush Pre-9/11 ‚Small Talk‘

Robert Parry – George Tenet’s memoir sheds new light on the Bush administration’s failure to act aggressively on alarming intelligence in summer 2001 about an impending al-Qaeda attack. Not only did the CIA demand an extraordinary meeting with national security adviser Condoleezza Rice in July and send a blunt briefing paper to George W. Bush in August, but Tenet followed up with a personal visit to Bush’s Texas ranch. However, that meeting slid into small talk about the ranch’s „flora and fauna.“ Read all @ Consortium News.com

afrika

USA greifen nach Afrika

Dr. Alexander von Paleske – — 5.5. 2007 — Der US Verteidigungsminister Robert Gates hat vor einigen Monaten einen Plan bekannt gemacht, der in den europäischen Medien kaum Aufmerksamkeit gefunden hat: Die Bildung eines Afrika-Kommandos (AfriCom), angeblich um der Gefahr des Terrors durch Islam-Radikale zu begegnen. Das neue Kommando, soll im Herbst dieses Jahres errichtet sein und im Laufe des nächsten Jahres voll einsatzfähig sein.

Das Pentagon besucht Afrika
Im letzten Monat reiste eine US-Delegation in mehrere Staaten Afrikas um das neue Kommando schmackhaft zu machen. Die Delegation setzte sich aus Mitgliedern des Verteidigungsministeriums und der Entwicklungshilfeorganisation USAID zusammen und wurde von dem Unterstaatssekretär im Verteidigungsministerium Ryan Henry angeführt.


Will nun nach Afrika: US-Armee

Besucht wurden Senegal, Ghana, Äthiopien, Nigeria und Südafrika. Als Aufgabe dieses neuen Kommandos, das nach übereinstimmenden Berichten seinen Sitz in der baden-württembergische Landeshauptstadt im Stuttgarter Stadtteil Möhringen haben wird, soll die Bildung von Partnerschaften mit afrikanischen Ländern, die Förderung humanitärer Projekte und der Kampf gegen Al Qaeda sein. Im Hinblick auf die Ölförderung und die Versuche Chinas, seinen Einfluss auf dem Kontinent zu stärken wird die zunehmende strategische Bedeutung Afrikas hervorgehoben.

Öl, Strategische Barmherzigkeit und Terrorabwehr
Während US-Armeejournalisten wie Greg Reeson nur über den Kampf gegen Islamterroristen als Grund für den Aufbau von AfriCom berichten, sieht es in grundlegenden Analysen wie z.B. der von Sandra Barnes, Professorin für Afrikanische Studien an der Universität von Pennsylvania in Philadelphia schon ganz anders aus.

In ihrem Artikel „Global Flows: Terror Oil and Strategic Philantropy“, erschienen im Jahr 2005, wird akribisch aufgezeigt, worum es den USA in Wirklichkeit geht: Um Öl, andere Rohstoffe und neue Absatzmärkte. Und erst daneben natürlich auch um den Kampf gegen den Terrorismus.


Ausbildung von den Amerikanern: Sollen Aufstände bekämpfen

Die USA verbrauchen ein Viertel des weltweit geförderten Erdöls, wobei bereits 18% davon aus Westafrika kommen. In den nächsten Jahren sollen es 25% werden. Hauptförderländer sind Nigeria, Angola, Gabun und Äquatorial Guinea.

Kampf dem lokalen Widerstand
Allerdings sind, wie das Beispiel Nigeria zeigt, diese Importe ständig gefährdet, weil die Bevölkerung in den Landesteilen, in denen die Ölförderung stattfindet, nichts oder so gut wie nichts von den Einkünften aus der Erdölförderung hat. Die Einkünfte verschwinden in den Taschen der Zentralregierung in Abuja. Gleichzeitig muss die Bevölkerung aber all die Lasten der massiven Umweltverschmutzung durch die Förderanlagen und Pipelines tragen.

Geplatzte Pipelines haben die traditionellen Einkunftsmöglichkeiten der lokalen Bevölkerung oftmals zerstört. Insbesondere der Fischfang im Nigerdelta ist durch die Ölverschmutzung massiv eingebrochen. Dies führte zum Aufstand, der von der Regierung hart bekämpft wurde. Deren prominentestes Opfer war der Dichter Ken Saro-Wiwa vor 12 Jahren.


Weihnachtsmann mit dem Geschenkschlitten in Afrika

Die Antwort darauf seitens der USA ist nicht etwa Ölkonzerne wie Halliburton zu zwingen, sich an Höchststandards zu halten um die Umwelt zu schützen, sondern die Stärkung der Armee und der Aufbau von US-Basen in der Region. Oder wie es der US General Wald formulierte:

„Id like to have some forward bases in Africa.The World has changed, we are going to have to make our own security. The halcyon days are over.“

Und so wird die militärische Hilfe aufgestockt, um die Offshore Anlagen der Ölkonzerne zu sichern. Küstenschutzboote wurden bereits an Nigeria, Ghana und Sao Thome geliefert, Nigeria erhielt zusätzlich Hubschrauber.

5 Milliarden Investitionen
Insgesamt mehr als 5 Milliarden US Dollar wurden in den letzten Jahren seitens der Ölkonzerne im Golf von Guinea investiert. Die Auseinandersetzung zwischen den Leuten in der US Administration, die eine breite Initiative favorisieren, welche diplomatische, humanitäre und militärische Komponenten enthält und deren Befürworter im Aussenministerium angesiedelt sind und denjenigen, die einzig auf militärischen Einsatz setzen und deren Befürworter im Pentagon zu Hause sind, dürfte damit vorläufig entschieden sein. Mit der Errichtung des AfriCom soll auf die militärische Karte gesetzt werden. Für die afrikanischen Länder gibt es keinen Grund, AfriCom willkommen zu heissen.

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Dick Marty verfügt über CIA-Agenten-Aussagen

onlineredaktion – Der Sonderermittler des Europarates in der CIA-Affäre, Dick Marty, hat Aussagen von CIA-Agenten, welche illegale Praktiken geisseln. Damit könnten die Vorwürfe erhärtet werden, dass auch europäische Staaten mit der CIA kollaboriert haben. Die Agenten hätten mit ihm gesprochen, weil sie die CIA-Praktiken verabscheuten. Diese Informationen erlaubten es nun, gewisse Länder aufzufordern, mit der Wahrheit herauszurücken. Die Schweiz befinde sich aber nicht unter ihnen, obschon das Land bei Überflügen von CIA-Maschinen beide Augen zugedrückt habe, so Marty.

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Sport – die neue Rubrik auf Journalismus Nachrichten von Heute

Stephan Fuchs – Sport begeistert. Auch mich, vor allem dann wenn die Fäuste fliegen. Mixed Martial Arts oder Vale Tudo, Boxen und Kickboxen gehören sicher dazu. Vor allem dann, wenn dicke Zigarren im Spiel sind. Formel 1 und der Boxengossip. Untergrundkämpfe in den Kellern von Brighton in Südengland. Fussball und die Götterriege – die Tore, die Tränen. Rudern, die Königsdisziplin mit konzentrierter und hoher Schlagzahl. All das und mehr, Journalismus – Nachrichten von Heute bringt regelmässig Sport auf Ihren Desktop.


Der Berner Martino Ciano: Schweizermeister im Boxen und Thaiboxen

Martino Ciano