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Die Indianer und der Rock n‘ Roll

Die Seminolen übernehmen „Hard Rock Cafe“
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Malte Olschewski – Tranken sie „Asi“, den Extrakt der Stechpalme, so stiessen die Indianer vom Stamm der Seminolen bald laute Schreie aus und begannen wild zu tanzen. Ähnliche Verhaltensweisen können auch durch Rock n’Roll hervorgerufen werden.

Es könnte auch das politisch korrekte Gesäusel, mit dem die Besitzer ihre Restaurantkette „Hard Rock Cafe“ umgeben hatten, ein Motiv gewesen sein. Der Stammesrat des Seminolen in Flodira hat jedenfalls dem Projekt zugestimmt. Die geschäftstüchtigen Rothäute werden die 120 Restaurants in vierzig Ländern um rund 800 Millionen Euro kaufen. Es ist das erste Mal, dass ein indigener Stamm der USA in ein internationales Geschäft einsteigt.


Das erste Mal, dasss ein indigener Stamm ins internationale Business einsteigt.

In den USA kann man alles Mögliche mit Unmöglichem verbinden, um Geschäfte zu machen. Daher haben Isaak Tigrett und Peter Morton 1971 den Rock and Roll mit „guter amerikanischer Küche“ und der riskanten Behauptung verbunden, dass amerikanische Küche überhaupt gut sein kann. Das „Hard Rock Cafe“ expandierte rund um die Welt. Ein „bedingungsloses Willkommen“ wurde mit politisch korrekten Tönen wie „Save the Planet“ oder „Love All! Serve all!“ verbunden. Der Konzern sammelte 60 000 Memorabilia aus der Geschichte dieser Musik. Eine Wanderausstellung von ausgewählten Gitarren, Klamotten, Fotos und Notenskripten zieht von Restaurant zu Restaurant. Die Speisen blieben kalorienreich und keineswegs billig. Die Expansion mit Menüs wie „Legendary Burgers“, „Stormy Blue Burgers“ oder „Hickory Smoked Barbeque Baby Back Ribs“ kam vor einigen Jahren zum Stillstand. Nun übernehmen die Seminolen.

Die Seminolen lebten als ein kulturell hochstehender Stamm in einer harmonischen Symbiose mit den Sümpfen (Everglades) von Florida. Die spanischen Kolonialherren Mexikos liessen sie in Ruhe. Doch es drohte US-Präsident Thomas Jefferson Spanien in den Wirren der mexikanischen Unaghängigkeit mit Krieg. US-Privatmilizen wurden vorgeschickt, um den Osten von Florida zu besetzen. Spanien musste damals den Grossteil seiner Truppen aus Florida zum Kampf gegen die Unabhängigkeitsbewegungen in Südamerika einsetzen. US-Präsident James Monroe entsandte 1817 General Andrew Jackson, um einen Auftand der Seminolen auf spanischem Gebiet niederzuschlagen.

Jackson metzelt die Indianer nieder und besetzt alle spanischen Positionen. Er jagt spanische Gouverneure davon und erklärt die amerikanische Souveränität. Die Indianer entziehen sich ihrer Vernichtung mit einem Rückzug in die Everglades. Jackson kann ihnen nicht nachsetzen, da den Truppen der Proviant ausgeht. US-Aussenminister Quincey Adamas kann dem Madrider Gesandten Juan de Onis am 22.2.1819 einen Vertrag abringen, in dem Spanien für magere, fünf Millionen Dollar auf Florida verzichtet. Jackson wird als siegreicher Held gefeiert und am 3.12.1828 zum amerikanischen Präsidenten gewählt. Erstmals ist damit ein „Mann der Grenze“ und ein erklärter Feind der Indianer in das oberste Amt vorgerückt.

Jackson unterzeichnet am 28.5.1830 den „Indian Removal Act“, mit dem alle Stämme des Südens und Ostens in den Westen vertrieben werden. Die Stämme der Cherokee, Creek, Chikasaw, Naraganssett und Seminolen waren durchaus zivilisiert. Sie hatten Dörfer gebaut und Ackerbau betrieben. Vor allem die geschäftstüchtigen Seminolen konnten schon damals kleine Nischen in der Wirtschaft besetzten. Die meisten Stämme des Südens wurden unter Zwang umgesiedelt. Sie sind verhungert oder von der Armee ausgelöscht worden.

Da Andrew Jackson am 5.12.1832 für eine zweite Amtsperiode gewählt wird, kommen auch die Seminolen auf die Schlachtbank. Es wird ihnen ein zweifelhafter Vertrag unterschoben, wonach sie der Übersiedlung nach Arkansas zustimmen. Da die Seminolen unter Häuptling Osceola den falschen Vertrag nicht anerkennen, rücken im November Truppen an. Die Seminolen fügen der US-Armee eine beschämende Niederlage zu. Winfield Scott, der spätere Held des Feldzuges gegen Mexiko, scheitert mit einem Rache-feldzug, da sich die Seminolen in die Sümpfe zurückziehen. Sein Nachfolger Zachary Taylor setzt Bluthunde ein, um die Indianer in den Sümpfen aufzuspüren. Bisher hatten die US-Truppen wegen der Hitze in den Sommermonaten die Kämpfe eingestellt. Oberst Worth lässt auch im Sommer kämpfen. Er brennt Felder nieder und verhindert jeden Anbau. Er hungert die Seminolen in den Sümpfen aus. Erst im Sommer 1842 geben sie auf.

Viele sterben bei der Deportation in den Wilden Westen, der damals noch nein offenes Land ohne Grenzen gewesen war. Einige wenige bleiben zurück. Sie halten an ihrer Kultur und an ihren Bräuchen fest. Sie erliegen nicht den Versuchungen der US-Kultur. Ihr eingeborener Sinn für Handel und Gewerbe lässt sie später auf ihren winzigen Reservaten Spielkasinos und Bingohallen bauen, in denen die „Bleichgesichter“ ihr Geld verspielen. Sie organisieren „Big Swamp Safaris“ in die Sümpfe der Evergades. Bei einem „Seminole Motocross“ dürfen ihre ehemaligen Feinde freiwillig und bei hohen Gebühren Fahrzeug und Gesundheit beschädigen. Und in einem seminolischen Originalzelt im „Cypress Ressort“ kostete die Übernachtung zwanzig Dollar. Nur dass ihre Squaws in den Kasinos und in den Cafes vor den Bleichgesichtern als Stripperinnen ihre Kleider abwerfen, das haben die Seminolen strikt abgelehnt.

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USA: Kokain-Exporte via Venezuela verzehnfacht

Caracas – Kokain-Transporte durch Venezuela haben sich den USA zufolge in den vergangenen fünf Jahren verzehnfacht. Gemäss Schätzungen passierten derzeit jährlich zwischen 200 und 300 Tonnen Venezuela, sagte US-Botschafter William Brownfield am Sonntag im Fernsehen.

Durch das südamerikanische Land führt eine der wichtigsten Exportrouten für Drogen aus Kolumbien in die USA und nach Europa. Einer der Gründe sei, dass Venezuela nicht mehr mit der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA zusammenarbeitet.

Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hatte die Beziehungen vergangenes Jahr abgebrochen, nachdem er der DEA Spionage vorgeworfen hatte. Die US-Regierung hatte sich 2002 indirekt hinter Putschisten gestellt, die den gewählten Staatschef Chavez kurzzeitig gestürzt hatten. Nun verhandeln beide Länder über eine Wiederaufnahme der DEA-Kooperation.

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Pelosi will US Geheimdienste stärker überwachen

Washington – Die designierte Präsidentin des US-Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi, will einen neuen Kongressausschuss zur Überprüfung des Geheimdiensthaushalts schaffen. Er solle sicherstellen, dass das Geld der Regierung regelgerecht ausgegeben werde. Die Geheimdienste würden damit stärker überwacht, und das amerikanische Volk gewinne an Sicherheit, sagte Pelosi am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Washington.

Pelosis Demokratische Partei hat das Verhalten der Geheimdienste in der Zeit vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und vor dem Einmarsch in den Irak scharf kritisiert. Pelosi erklärte, nach ihrem Amtsantritt im Januar werde eine der ersten Aufgaben des neuen Kongresses darin bestehen, die Empfehlungen der Kommission zur Aufarbeitung der Terroranschläge vom 11. September 2001 zu billigen. Dazu zählen Schritte, Entscheidungen der Geheimdienste transparenter zu machen. Als geheim eingestuftes Material müsse mehr Kongressmitgliedern zugänglich gemacht werden. «Es gibt viele Dinge, zu denen alle Kongressmitglieder Zugang haben sollten», sagte Pelosi.

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CIA-Flüge und Gefangenentransporte: Zahlen und Fakten (2)

World Content News – Teil 2 dokumentiert die bisher bekannt gewordenen Gefangenen-transporte, in die deutsche Flughäfen direkt involviert waren und gibt einen Überblick über die Verdachtsmomente bezüglich geheimer Inhaftierungen in Deutschland.

Zum Vorabverständnis, um welches Phänomen es hier geht: Gefangenentransporte – ob von der CIA oder von US-Militärs durchgeführt – liefen in den meisten Fällen nicht so ab, wie man sich das gemeinhin in unserer zivilisatorisch geprägten Welt so vorstellt. Man sollte sich immer vor Augen halten, dass sehr oft unangemessen brutale Gewalt angewendet wurde.

Aus übereinstimmenden Schilderungen von Entführungsopfern geht hervor, dass sie bereits vor der Transportphase geschlagen und gefoltert wurden. Einige von ihnen wurden vor dem Flug mit Medikamenten betäubt oder es wurden Drogen verabreicht, um den Opfern die Orientierungsfähigkeit zu nehmen. Sie wurden in Windeln und Overalls gesteckt, man setzte ihnen Verdunklungsbrillen und akustiknehmende Kopfhörer auf.

An Bord wurden sie entweder mit Handschellen an Flugzeugsitze oder oft auch auf dem Flugzeugboden angekettet, umringt von einer größeren Anzahl von Entführern, die den Gefangenen drohten oder üble Scherze mit ihnen trieben. Es gibt auch Schilderungen von Folter während des Fluges, z.B. durch die sog. hier,“ href=“http://www.current.tv/pods/controversy/PD04836″>hier).

Stets wurde vermieden, dass die Gefangenen in Erfahrung bringen konnten, wo sie sich gerade befanden. Dadurch wird auch nie vollständig aufgeklärt werden können, in welchen Ländern sie heimlich und gesetzeswidrig festgehalten wurden. Trotzdem konnten einige Fälle anhand der Kombination von Entführungsdaten und der Flugdaten von durch die CIA betriebenen Flugzeuge zum Entführungszeitpunkt rekonstruiert werden. Die britische Menschenrechtsorganisation Reprieve“ hat darüber hinaus Berichte aus Guantanamo gesammelt, aus denen Hinweise und Verdachtsmomente hervorgehen, dass einzelne Gefangene vorübergehend auch auf deutschem Territorium festgehalten wurden.

Noch stehen die Nachforschungen erst am Anfang und gesicherte Erkenntnisse sind bislang rar. Anhand der vom Europaparlament untersuchten Flüge, aus denen hervorgeht, dass Deutschland weit überdurchschnittlich von CIA-Flügen betroffen war und mehr als die Hälfte dieser Flüge im Zusammenhang mit suspekten Orten standen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass im Laufe der Zeit zusätzlich zu den untenstehend geschilderten Fällen noch weitere hinzu kommen könnten. World.Content.News bemüht sich deshalb, diesen Beitrag bei Vorliegen neuer Erkenntnisse upzudaten, um einen jeweils aktuellen Überblick über die Situationslage aufrecht zu erhalten.

Überblick:
Aktueller Stand (November 2006)

1. Direkte Verwicklungen
1-A. Transport mit Flugzeugwechsel: Abu Omar
1-B. Entführung: ‚Algerian Six‘

2. Vermutete direkte Verwicklungen
2-A. Transport und geheime Inhaftierung: Waleed Tawfiq bin Attash
2-B. Transport und geheime Inhaftierung: Khalid Sheikh Mohamed
2-C. Transport mit Flugzeugwechsel: Shaker Aamer und weitere 30 Gefangene
2-D. Verdacht: Geheime Inhaftierungen in Mannheim
2-E. Verdacht bisher ohne Personenbezug: Flug Guantanamo – Nürnberg – Dushanbe – Nürnberg

3. Indirekte Verwicklungen
3-A. Transport: Abou Elkassim Britel (Überstellungsflug, Pre-Flight
3-B. Transport: Binyam Mohammed (Verbringungs-Flug: Islamabad-Rabat, Pre-Flight)
3-C.Transport: Bisher Al-Rawi und Jamil El-Banna (Verbringungs-Flug, After-Flight)

4. Vermutete Kooperation durch Informationsaustausch
4-A. Entführung: Khaled El-Masri
4-B. Verhaftung und Verbringung: Murat Kurnaz
4-C. Verhaftung: Mohamed Haydar Zammar
4-D. Verhaftung und Verbringung: Abdel-Halim Khafagy

5. Weitere dokumentierte Fälle (ohne deutsche Beteiligung)

Erläuterungen:

    Als direkte Verwicklung werden im folgenden
    bezeichnet:

  • Gefangenentransporte mit Zwischenlandung auf einem deutschen Flughafen unabhängig davon, ob Behörden davon Kenntnis hatten oder nicht
  • Planung, Vorbereitung und Sicherung von Entführungen und / oder Transporten in Deutschland sowie illegale Inhaftierungen auf deutschem Territorium (sog. Geheimgefängnisse)
  • Als indirekte Verwicklungen gelten Zwischenlandungen auf deutschen Flughäfen, die im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit einem Entführungsflug oder eines Gefangenentransportes stehen. Hier wurden die Termini Pre-Flight als Flug im Vorfeld des darauf folgenden Geschehnisses und After-Flight (Rückflug) nach dessen Abschluss verwendet. Ferner wurde dabei unterschieden, ob es sich um einen Entführungsflug oder um einen Verbringungstransport von einem Gefängnis in das nächste handelte. Der entscheidende Transportweg mit Gefangenen an Bord wurde jeweils in Fettschrift hervorgehoben.

Daten: Personen und Transporte
1. Direkte Verwicklungen
Es sind derzeit zwei Fälle bekannt, in denen mit hinreichender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden kann, dass Deutschland eine wichtige Rolle bei den illegalen Entführungen durch US-Behörden zuteil wurde: Zum einen das Kidnapping des Predigers Abu Omar auf einer belebten Strasse in Mailand und der anschließende Flug nach Ramstein. In diesem Fall fingen Amateurfunker das Rufzeichen („SPAR92“) der Militärmaschine ab, und verfolgten diese von Aviano bis nach Deutschland. In Ramstein hielt sich zu dieser Zeit wohl nicht ganz zufällig eine Gulfstream mit der Registrierung N85VM auf, die, wie im nachhinein recherchiert, mindestens 54 x Guantanamo Bay ansteuerte und auch bei ihren insgesamt 12 Aufenthalten in Deutschland stets zu suspekten Flugzielen neigte, zuletzt am 21.06.04 nach Rabat, Marokko und zurück. Bei Abu Omar war die Endstation Ägypten, wo er laut Europaparlament auch heute noch eingekerkert ist.

‚Algerian Six‘: Bis vor kurzem rätselte man noch, warum ausgerechnet deutsche Soldaten sich ein Pressemäntelchen umhängten und über ein Jahr nach der Entführung der sechs Algerier aus Bosnien bei Angehörigen schnüffelten, um belastendes Material zusammenzutragen. Jetzt ist klar: Die ganze Aktion wurde von A-Z von Stuttgart-Vaihingen aus gesteuert. Dies wusste man in Berlin, man bekam Skrupel und wollte sich im nachhinein noch absichern. Leider lieferte der Bericht über die Aushorchung nicht das Gewünschte, deswegen fiel er auf der Bonner Hardthöhe schnell der Löschtaste zum Opfer. Gut – dies ist jetzt vielleicht etwas forsch kombiniert, aber wie sollte es sonst gewesen sein, der Steinmeier macht ja nicht einmal mehr den Mund auf?

1-A. Transport mit Flugzeugwechsel: Abu Omar

Name: Hassan Mustafa Osama Nasr (Abu Omar)

Staatsbürgerschaft: Ägypten
Wohnort: Italien (seit 1997, Anerkennung als politischer Flüchtling)
Berichte über Folter: Ja
Quelle: Europa-Parlament

Involvierte Länder: Italien, Deutschland, Ägypten, Irland, USA.

Flugzeug 1: Rufzeichen „SPAR92“ (US-AirForce, 76th Airlift Squadron), LearJet 35
Flugzweck: Entführung
Datum: 17.02.2003

Rendition Flight Aviano, Italien (18:20) – Ramstein, Deutschland (19:30), Umstieg auf N85VM

Flugzeug 2: N85VM (Operator lt CRCO: Richmor Aviation), Gulftream IV
Flugzweck: Weitertransport nach Entführung
Datum: 17.02.2003

Pre-Flight 04.02.
Washington, USA (03:20) – Ramstein, Deutschland (10:27)

Transport-Flight 17.02.03

Ramstein, Deutschland (19:52) – Kairo, Ägypten (00:32)

After-Flights 18.02.
Kairo, Ägypten (01:22) – Shannon, Irland (05:42)
Shannon, Irland (14:52) – Washington, USA (21:43)

Anmerkung: Der Sonderermittler des Europarats zu den geheimen CIA-Gefängnissen, Dick Marty, hatte im Juni den US-Stützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz als ein Drehkreuz für die heimlichen Transporte bezeichnet. Von der Bundesregierung ist bisher nur bekannt, dass sie die Berichte prüfen will und sich in der Angelegenheit angesichts laufender Verfahren vorerst nicht äußern wird.

Verbleib: Nach 14 Monaten Haft und Folter in Kairo (Tora) wurde er im April 2004 freigelassen, kurz darauf aber wieder festgenommen, weil er monierte, gefoltert worden zu sein. Bis heute weiterhin in Haft.

1-B. Entführung: ‚Algerian Six‘

Namen: Bensayah Belkacem, Hadj Boudellaa, Saber Lahmar, Mustafa Ait Idir, Boumediene Lakhdar,
Mohamed Nechle
Geburtsland: Algerien
Staatsbürgerschaft: Bosnien-Herzegowina
Berichte über Folter: Ja
Quelle: Europa-Parlament

Involvierte Länder: Bosnien-Herzegowina, Türkei, Deutschland

Anmerkung: Die deutsche Verwicklung ergibt sich anhand eines geheimen Lageberichts des US-Militär durch die Planung und Steuerung von EUCOM in Stuttgart, in deren Zentrale auch deutsche Verbindungsoffiziere sitzen, sowie durch den Start eines für die Entführung vorgesehenen Ersatz-/Sicherungs-Transporters („Back Up“-Flugzeug, Ident.-Nr. UQU09Z10L019) ab Ramstein nach Tuzla am Entführungstag. Daneben waren Einheiten des deutschen Militärgeheimdienstes (MAD) im nachhinein als Pressereporter getarnt mit unerlaubten Befragungen von Angehörigen einer entführten Person verwickelt.

Flugzeug: Ident-Nr. UJM166301019 (US-AirForce), Hercules C-130

Flugzweck: Multiple Enführungen und Überstellungen
Datum: 18.01.2002

Multiple Rendition Flight 18.01:
Tuzla, Bosnien-Herzegowina (ca. 13:00) – Adana-Incirlik, Türkei
Zustieg weiterer 28 Gefangener aus Kandahar
Weiterflug 19.01.
Incirlik, Türkei (12:00) – Guantanamo Bay, Kuba (ca. 19:30)

Zitat: Einige Vermerke aus dem Geheimdokument:

“Primary C-130 transporting the detainees is Msn # UJM166301019. Departs [redacted]. Back up C-130 is UQU09Z10L019 [redacted].” …
“Back up C-130 is UQU09Z10L019 [redacted]. Will not return to Ramstein until primary C-130 is in the air en route to Incirlik with detainees.” (Centcom Update for Friday, 18 Jan 02)

“Detainee mission scheduled to depart for Tuzla at 190930Z. Total detainees
transported to date: 110.”
(Situation Report 130 of the U.S. Commander-In-Chief, Europe (USCINCEUR), 19January 2002)

“[P]lan to pick-up 6 Algerians in Incirlik moved by EUCOM assets.” (Future Detainee Mission Flow, GitmoIncirlik Mission Flow)

“5th Mission: – En route to Guantanamo, ETA 201930Z
– 34 total detainees
– 28 from Qandahar

– 6 Algerians [redacted]”

“Follow-on missions depart Incirlik: 20, 21, 22, 25, 26, 29, 30, 31 Jan, 1 Feb”

Verbleib: Seit ihrer Verschleppung werden die Algerier ohne Anklage auf Guantanamo festgehalten. Der Oberste Bosnische Gerichtshof hatte kurz vor ihrer Entführung bestätigt, dass den Männern keine Straftat nachzuweisen sei.

2. Vermutete direkte Verwicklungen

Die meisten der folgenden Informationen stammen von der britischen Rechtshilfe-Organisation Reprieve („Gnadenfrist“). Sie stützt ihre Vorwürfe auf Aussagen von Guantanamo-Häftlingen, in denen von Geheimgefängnissen auf US-Militärstützpunkten in Deutschland berichtet wurde und auch von Gefangenentransporten nach Deutschland die Rede ist. Weiterhin gibt es eine Schilderung eines Friedensaktivisten in Mannheim, dem von einem US-Soldaten anvertraut wurde, dass über einen längeren Zeitraum hinweg arabischsprechende Gefangene in den Zellen der Mannheimer US-Kaserne „Coleman Barracks“ festgehalten wurden. Ausreichende Belege gibt es bis jetzt aber noch nicht. Reprieve rief die deutsche Regierung auf, eine unabhängige Untersuchung anzuordnen, diese weiß aber jetzt schon: „An diesen Vorwürfen ist nichts dran“.

2-A. Transport und geheime Inhaftierung: Waleed Tawfiq bin Attash

Geburtsland: Saudi-Arabien
Staatsbürgerschaft: Jemen
Mögliche Inhaftierung in Deutschland: 2003 – ?
Quelle: Reprieve

Anmerkung: Bin Attash wurde am 29.04.2003 zusammen mit Ali Abdulaziz in Karachi, Pakistan festgenommen und wurde jahrelang an unbekannten Orten in geheimer Haft gehalten, bis er am 04.09.06 zusammen mit 13 weiteren Gefangenen in Guantanamo eintraf. Die Nachricht, Bin Attash sei in Deutschland inhaftiert gewesen, stammt von seinem jüngeren Bruder Hassan bin Attash, der ebenfalls in Guantanamo Bay festgehalten wird. Der wiederum will es von seinen jordanischen Folterern erfahren haben. Häufigkeit und Dauer des möglichen Verbleibs in Deutschland sind zur Zeit unbekannt, der erste Aufenthalt wird auf das Jahr 2003 datiert.
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2-B. Transport und geheime Inhaftierung: Khalid Sheikh Mohamed

Geburtsland: Kuwait

Staatsbürgerschaft: Pakistan
Mögliche Inhaftierung in Deutschland: 2003 – ?
Quelle: Reprieve

Anmerkung: Khalid Sheikh Mohamed wurde am 1. März 2003 in Rawalpindi, Pakistan inhaftiert und am 9. März in amerikanische Gefangenschaft auf der Chaklala Air Force Base in Rawalpindi übergeben und von da aus unmittelbar nach Bagram, Afghanistan transportiert.. Wenige Tage später verschwand er in amerikanischen Geheimgefängnissen, lt. Berichten soll er u.a. in Thailand, Jordanien, auf dem britischen Stützpunkt Diego Garcia und in Polen inhaftiert gewesen sein. Von Binyam Mohamed stammt der Bericht, dass die Amerikaner Sheikh Mohamed von Bagram zuerst nach Deutschland verschoben haben sollen, dies hätte er von seinen marokkanischen Folterern erfahren. Binyam Mohamed wurde anschließend am 22.01.04 mit der N313P von Rabat ebenfalls nach Afghanistan transportiert. (siehe 5.) Wann und wie oft Khalid Sheikh Mohamed in Deutschland gewesen sein soll, ist derzeit unbekannt. Er tauchte erst am 06.09.06 wieder in Guantanamo Bay auf.

2-C. Transport mit Flugzeugwechsel: Shaker Aamer

Geburtsland: Saudi-Arabien
Staatsbürgerschaft: Großbritannien

Möglicher Transport nach Deutschland: 12.02.2002
Quelle: Reprieve

Shaker Aamer wurde in Pakistan festgenommen und den Amerikanern übergeben, die ihn nach Afghanistan brachten. Am 12.02.02 wurde er zusammen mit 30 anderen Gefangenen in ein Flugzeug verladen, dass sie nach Guantanamo Bay bringen sollte. Reprieve beschreibt den weiteren Verlauf so:

They stopped in Germany where, rather than simply refueling, they changed planes. The prisoners were blindfolded and shackled, but Shaker could see underneath his blindfold and hear people talking. The weather was cold and clear. the stop was early in the morning, around dawn. They arrived Cuba in mid-afternoon, roughly four p.m. on February 13, 2002.

Es muss sich wohl um eine Militärmaschine gehandelt haben, denn in den Flugunterlagen von Guantanamo fand WCN keine entsprechenden Einträge, nur ein kleines Privatflugzeug ist für diesen Tag vermerkt:

Exkurs:
Landung N52WC Guantanamo Bay 13.02.02

Weitere Landungen auf MUGM: 15.11.01, 20.11.01, 26.11.01, 28.11.01, 29.11.01, 04.12.01, 05.12.01, 07.12.01, 12.12.01, 18.12.01, 27.12.01, 30.12.01, 03.01.02, 08.01.02, 09.01.02, 15.01.02, 14.02.02, 22.05.02, 16.09.02.

Flugzeugtyp: Piper PA-31-310
Besitzer lt. FAA:
Henry Fuentes
Street PSC 1005 BOX 1800
City FPO
Country: Unknown

Identifizierung 1:
FPO= Fleet Post Office (Deckadresse Marine)
PSC 1005 = Guantanamo Bay

Identifizierung 2:
Aker Kvaerner

Norwegischer Rüstungs- und Industriekonzern
Niederlassungsleiter auf Guantanamo: Henri Fuentes
Anmerkung: Aker Kvaerner hatte einen Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium und war bei der Einrichtung von Folterzellen auf Guantananmo behilflich

Shaker Aamer wird übrigens bis zum heutigen Tag auf Guantanamo festgehalten.

2-D. Verdacht: Geheime Inhaftierungen und Folterungen in Mannheim

Quelle: Medienberichte

In den Mannheimer Coleman Barracks sollen drei arabische Gefangene heimlich festgehalten und gefoltert worden sein, so der Mannheimer Friedensaktivist und Ex-Offizier der britischen Armee, Peter Wright. Sein Informant sei ein Soldat der US Militärpolizei namens John Pierce, der in Sandhofen Zeuge der Misshandlungen geworden und inzwischen verschollen ist. In Mannheim-Sandhofen ist u.a. auch die 18th Military Police Brigade stationiert, die ihren Job auch im berüchtigten Gefängnis von Abu Ghreib verrichtet haben soll. Die in Mannheim festgehaltenen Araber sollen laut Pierce auch durch Elektroschocks an ihren Genitalien gefoltert worden sein. Dafür seien extra Spezialisten eingeflogen worden.

Sowohl die Bundesregierung als auch ein Sprecher von EUCOM haben diese Berichte zurückgewiesen, ein Soldat namens John Pierce sei nicht bekannt. Dennoch: Im Zusammenhang mit den Berichten von Reprieve (siehe 2-B. Khalid Sheikh Mohamed) entsteht der Eindruck, in Deutschland wären vorübergehend hochrangige Al Kaida-Verteter festgehalten worden. Der Zeitpunkt des Geschehens wurde von dem Militärpolizisten mit zwischen Ende April 2006 und dem 3. September angegeben. Dann wurden sie in einer Nacht- und Nebelaktion ausgeflogen, als Bush die Auflösung der Geheimgefängnisse verkündet hatte.

Interessant: Khalid Sheikh Mohamed traf nach mehrjährigem Aufenthalt an geheimen Orten am 04.09.06 zusammen mit 13 weiteren Gefangenen in Guantanamo ein. Und: Das unmittelbar angeschlossene Flugfeld an die Mannheimer Kaserne und der vom übrigen Gelände deutlich abgegrenzte Gefängnisblock ist ein ernstzunehmendes Indiz für die mögliche Existenz einer sog. ‚Black Site‘. Außerdem: Laut EUCOM habe die Bundesregierung bereits 1999 der US-Armee gestattet, kurzfristig zwei Personen festzuhalten, die im Zusammenhang mit dem Kosovo-Konflikt als Kriegsverbrecher verdächtigt worden seien.

Es muss wohl wiederum eine USAF-Maschine gewesen sein, die die Gefangenen abtransportierte, Landungen von Zivilflugzeugen auf Guantanamo am besagten 4. September konnten nicht beobachtet werden, Militärmaschinen werden von der Flugaufsichtsbehörden dagegen nicht aufgezeichnet.

Die deutsche Bundesanwaltschaft ermittelt derzeit wegen des Verdachts auf ein mögliches Kriegsverbrechen.

Presseberichte dazu:
Folter in Mannheimer US-Kaserne? (Stern, 06.10.06)
Justiz“ href=“http://www.n24.de/politik/article.php?articleId=74655″> (N-TV, 08.10.06)

2-E. Flug Guantanamo – Nürnberg – Dushanbe – Nürnberg

Quelle: Portugiesischer Abgeordneten-Bericht

Am 17.07. 2004 um 15:18 Uhr hob eine Gulfstream mit der Registrier-nummer N982RK (Richmor Aviation) auf den Azoren ab, die erst wenige Stunden zuvor aus Guantanamo gekommen war. Flugziel war die Frankenmetropole Nürnberg, nach einer kurzen Zwischenlandung ging es von dort um 19:58 Uhr weiter nach Duschanbe in Tadschikistan. Der Rückflug erfolgte einen Tag später wiederum über Nürnberg.

Die Flugdaten dieser Maschine sind bisher nicht gänzlich untersucht worden. Eine Nürnberger Friedensinitiative, die auf diesen Vorfall aufmerksam geworden ist, hat inzwischen den Flughafen Nürnberg um eine Bestätigung der Flugdaten gebeten und die bayerischen Landtagsfraktionen aufgefordert, dazu Stellung zu nehmen.

Die Daten:
17.07.04   12:34   Guantanamo   –    Santa Maria
17.07.04   15:18   Santa Maria   –    Nürnberg
17.07.04   19:58   Nürnberg   –    Dushanbe

18.07.04   04:04   Dushanbe   –    Nürnberg
19.07.04   10:06   Nürnberg   –    Keflavik

Quelle: Gomez-Report (S.11, pdf-Datei, 67 Seiten, 3611 KB, 31.08.06)

Ein weiterer Guantanamo-Trip ist vom „Folter-Taxi“ N313P aufgezeichnet worden, Diesmal gings von Kabul über Frankfurt und Washington nach Guantanamo, ebenfalls in 2004:

23.10.04   Washington   –    Frankfurt
24.10.04   Frankfurt   –    Islamabad
24.10.04   Kabul   –    Frankfurt
26.10.04   Frankfurt   –    Washington

26.10.04   Washington   –    Guantanamo
26.10.04   Guantanamo   –    Turks & Caicos Islands (britisch)

Auch der folgende Flug der N313P ist aufschlussreich (Quelle: EP):
19.11.03   Rabat   –  &#160Frankfurt

21.11.03   Frankfurt   –   Kabul
21.11.03   Kabul   –   Rabat
21.11.03   Rabat   –   Guantanamo

Teil 1: Flugdatenstatistik: CIA-Landungen in Europa

Teil 3: Indirekte Verwicklungen und vermutete Kooperation durch
Informationsaustausch folgt in Kürze

Verwendete Quellen:
CIA-Flugdatenlisten:“ href=“http://www.statewatch.org/news/2006/jun/ep-cia-inq-research-report-Rapporteur.pdf“>Report: Evidence of the use of German Territorry …
(Reprieve, pdf-Datei, 248 KB, 06.10.06)

Flugdatenübersicht:
Liste“ href=“http://members.aol.com/softlabhennef/cia_flights/n379p.htm“>Liste N85VM    “    –    „

spionage

2001 Anthrax attack on US Congress made by scientists and covered up by FBI, expert says

anthrax, an eminent authority on the subject says.

Although only a „handful“ of scientists had the ability to perpetrate the crime, the culprit among them may never be identified as the FBI ordered the destruction of the anthrax culture collection at Ames, IA., from which the Ft. Detrick lab got its pathogens, the authority said.

This action makes it impossible „to pin-point precisely where, when, and from whom these bio-agents had originated,“ said Dr. Francis A. Boyle of the University of Illinois at Champaign.

Boyle, who drafted the US Biological Weapons Convention of 1989 enacted by Congress, said destruction of the Ames anthrax „appears to be a cover-up orchestrated by the FBI.“

If impartial scientists could have performed genetic reconstruction of the anthrax found in letters mailed to Senators Daschle“>Leahy, (D -Vt.), „the trail of genetic evidence would have led directly back to a secret but officially-sponsored US government biowarfare program that was illegal and criminal“ in violation of biological weapons conventions and US laws, Boyle said.

„I believe the FBI knows exactly who was behind these terrorist anthrax attacks upon the United States Congress in the Fall of 2001, and that the culprits were US government-related scientists involved in a criminal US government biowarfare program,“ Boyle said.

The anthrax attacks killed five people, including two postal workers, injured 17 others, and shut down the operations of the US Congress.

Boyle, a leading American authority on international law, said after the attacks he contacted senior FBI official Marion „Spike“ Bowman, who handles counter-terrorism issues, and provided him with the names of the scientists working with anthrax. Boyle told Bowman the Ft. Detrick scientists were not to be trusted.

In addition to then destroying the anthrax, the FBI „retained every independent life-scientist it could locate as part of its fictitious investigation, and then swore them all to secrecy so that they cannot publicly comment on the investigation or give their expert opinion,“ Boyle said.

Boyle pointed out that Bowman is the same FBI agent „who played a pivotal role in suppressing evidence which in turn prevented the issuance of a search warrant for the computer of Zacarias Moussaoui, the alleged 20th Al Qaeda hijacker on 11 September 2001, which might otherwise have led to foreknowledge and therefore prevention of those terrorist attacks in the first place.“

A self-confessed Al Qaeda operative, Moussaoui was detained on immigration three weeks before 9/11 when a Minnesota flight school reported he was acting suspiciously.

Boyle asked if Bowman received an FBI award in December 2002, for „exceptional performance“ because of his capacity „to forestall investigations, because of where they may lead?“ He went on to inquire, „Could the real culprits behind the terrorist attacks on 11 September 2001, and the immediately following terrorist anthrax attacks upon Congress ultimately prove to be the same people?“

Because of its „bogus investigation,“ Boyle said, „the greatest political crime in the history of the United States of America since its founding on 4 July, 1776 – the anthrax attacks on Congress, which served not only to deliver a terrorist threat on its members, but actually to close it down for a period – may remain officially unresolved forever.“

„Could it truly be coincidental,“ he continued, „that two of the primary intended victims of the terrorist anthrax attacks – Senators Daschle and Leahy – were holding up the speedy passage of the pre-planned USA Patriot Act … an act which provided the federal government with unprecedented powers in relation to US citizens and institutions?“

Leahy is incoming Chair of the Senate Judiciary Committee and may have a personal interest in holding hearings to learn who tried to kill him. He recently said President George W. Bush should be „terrified“ that he will be the new Chair.

Boyle’s views are contained in his book Biowarfare and Terrorism, published by Clarity Press, Inc., of Atlanta, GA. His previously published titles include, Foundations of World Order, The Criminality of Nuclear Deterrence, and Destroying World Order. Dr. Boyle holds a Doctor of Law Magna Cum Laude and a Ph.D. in political science, both from Harvard.

In a forward to the book, Dr. Jonathan King, Professor of Molecular Biology at M.I.T. and a founder of the Council for Responsible Genetics, said the government’s „growing bioterror programs [described by Professor Boyle] represent a significant emerging danger to our own population.“

A harsh critic of Pentagon biowarfare activities, Boyle pointed out in inflation-adjusted dollars the US spends more on them today than it did on the Manhattan Project to develop the atomic bomb in World War II. He has accused the Bush administration of diverting the bio-tech industry „towards biowarfare purposes“ and of making corrupting payoffs to Academia to turn university scientists to the pursuit of biowarfare work.

Sherwood Ross is an American journalist who writes on military and political topics.

This article was first published @ Middle East Times.

kultur

«does it look like i give a damn?»

Sonja Wenger – Von all den Geschichten voller Skeptizismus, die im Vorfeld des neuesten Bond-Filmes geschrieben wurden, ist wohl mit Abstand jene die beste, dass sich Daniel Craigs Mutter am Tag vor der offiziellen Bekanntgabe des Nachfolgers von Pierce Brosnan – gegenüber der Presse verplappert hatte. Mit ihrer Vorfreude hatte sie die grosse Pressekonferenz torpediert, bei der Craig im Polizeiboot und mit Sicherheitsweste auf der Themse der Welt als neuer 007 präsentiert wurde. Die Neuigkeit war durch, und kaum jemand sparte in den folgenden Monaten mit Häme über die blonden Haare und Spekulationen über ein mögliches Scheitern des Schauspielers.


Wurde von Mama torpediert: 007

Doch Mama Craig hatte dem monatelangen Hype um den weltbesten Spion auch ein neues, menschliches Gesicht verliehen. Und damit vorweggenommen, was die Qualität von «Casino Royale» ausmacht. Alles ist nämlich anders. Die Macher hatten tatsächlich den Mut, mit einer 44- jährigen Tradition von immer mehr und grösser zu brechen. Zurück zu den Wurzeln war stattdessen die Devise, zu den Geschichten von Ian Fleming, die kaum jemand gelesen hatte und die bisher noch selten wirklich die Grundlage der Filme gewesen waren.


Nix Kawumm mit flachlegen

Nix ist mehr mit technischen Spielereien, unsichtbaren Autos und den immer gleichen Abläufen mit Satelliten und trudelnden Flugzeugen. Nix mit dem grossen Kawumm im Vorspann, Auftrag fassen, grössenwahnsinnige Megalomanen beseitigen, Welt retten und die nette der beiden schönen Frauen flachlegen. Nix ist mehr mit Q und Weltraum und abstrusen MI6-Quartieren, vorbei die Zeiten der klaren Trennlinien zwischen «wir die Guten und dort die Bösen».

Craigs neuer Bond ist ein roher Killer, ein Gegen-Terrorist und bestimmt niemand, dem man unbedingt begegnen möchte. Sein Sinn für Mode beschränkt sich auf das Notwendige und seine Antwort auf die Frage eines Barkeepers «geschüttelt oder gerührt?» wird neue Filmgeschichte schreiben. In «Casino Royale» gibt es weniger exotische Orte als gewohnt, dafür die schmutzigen Niederungen von Korruption und Kriegsgewinnlern.

Natürlich kommt der Film nicht gänzlich ohne superschnelle Computer und das ganz grosse Geld aus – immerhin spielt ein nicht unwesentlicher Teil des Films am Pokertisch. Natürlich geht es auch diesmal um das Wohl der westlich zivilisierten Welt, die nur dank einiger packenden Stunts nicht im Sumpf des Terrorismus versinkt. Natürlich gibt es mit Mads Mikkelsen als Le Chiffre einen grandios durchtriebenen Gegenspieler. Und natürlich gibt es einige sprühende, witzige und intelligente Dialoge zwischen Bond und seiner Herzdame Vesper Lynd (Eva Green).

Doch bei all dem geht es ihm selber auch ganz gehörig ans Leder. Eine Folterszene zeigt Bond nackt an einen Stuhl gefesselt und eröffnet ein gänzlich neues Spektrum von Sadomasochismus, das bisher, wenn überhaupt, nur stilisiert und mit Rettung in letzter Sekunde gezeigt wurde.


Überdauerte sämtliche Einsätze

Doch bei «Casino Royale» geht es das erste Mal auch um den echten, wahren Bond. Einen Bond, der ganz gut ohne das James auskommt und den man so gar nicht sympathisch finden mag, denn er traut keinem ausser sich selbst und seinem Instinkt. Es ist ein Bond der nicht zum Hauptquartier rennt und sich ausrüsten lässt, sondern lieber bei M einbricht und ihren Vornamen kennt! Bei solchen Wendungen ist es dann auch nebensächlich, dass sich die Geschichte keinen Deut um logische Anschlüsse und frühere Begebenheiten kümmert.

Zwar haben die Macher wie bei Pierce Brosnans Debüt in «Goldeneye» wiederum den Regisseur Martin Campbell verpfl ichtet, doch von der gewohnten Besetzung der letzten Jahre ist nur die einzigartige Judi Dench als Bonds Chefin M übriggeblieben. Dafür tummeln sich in den Nebenrollen solch illustre Namen wie Giancarlo Giannini und Jeffrey Wright, der zuletzt in «Syriana» allen die Show gestohlen hatte.

Doch den Machern gebührt vor allem das Verdienst, einen mutigen und differenzierten Schauspieler gewählt zu haben. Und dass Craig spielen kann, weiss man nicht erst seit seiner Darstellung des drogenabhängigen Liebhabers von Francis Bacon im Film «Love is the Devil» von 1998. Sein uneitles, ungeschliffenes Äussere machte ihn jahrelang zur idealen Besetzung des fiesen Nebenrollen-Bösewichts in Filmen wie «Road to Perdition», «Tomb Raider» und «Elisabeth», zumindest bis Regisseur Matthew Vaughn – Produzent der Filme von Guy Ritchie – Craig endlich die Hauptrolle in «Layer Cake», dem Geheimtipp von 2004, anbot.

Die britische Tageszeitung «The Guardian» nannte Craig eine «inspirierte Besetzung», der eine «leichtfüssige Leinwandpräsenz ausstrahlt und diese mit der Ausstrahlung von tödlicher Gefahr» zu verbinden vermag. Daniel Craigs Bond ist dann auch ein Mensch und kein Superheld, er hat Gefühle, er macht Fehler, er hat ein Gesicht und nicht eine Fassade. Und niemand könnte weiter von jenen blasierten britischen Weltrettern entfernt sein, die viel zu teure Autos fahren, tadellos sitzende Anzüge tragen und sich Agenten nennen.

Dieser Bond quatscht nicht, er handelt. Die Welt hat einen neuen Helden. Der Film ist seit dem 23.11. in den Kinos und dauert
150 Minuten.

Dieser Bond erschien erstmalig im Berner Kult & Kulturmagazin ensuite

Krieg

Flughafen-Crash in Kirgisien

US-Piloten verschuldeten Unfall mit Präsidentenmaschine

Novosti – Der Zusammenstoß des kirgisischen Präsidentenflugzeuges vom Typ Tu-154M mit einem amerikanischen Tankflugzeug auf dem Flughafen Manas in Bischkek am 26. September ist „durch inadäquate Handlungen der Flugzeugbesatzung der amerikanischen Luftwaffe“ verursacht worden.

Wie der Direktor des Departments für Zivilluftfahrt Kirgisiens, Alik Askarow, am Mittwoch vor Journalisten ausgeführt hat, ist die kirgisische Regierungskommission nach einem Expertengutachten des staatlichen Luftfahrtkomitees zu diesem Schluß gekommen.

Askarow gab bekannt, daß die Besatzung des amerikanischen Flugzeugs, das zu dem auf dem Flughafen Manas gelegenen US-Stützpunkt gehört, gemäß der ausgewerteten Daten der Kontrollgeräte 45 Sekunden nach der Landung ohne Anweisung des Fluglotsen stoppten. Sie hätten dabei die Navigationsgeräte und die Positionsleuchten ausgeschaltet, ohne die Start- und Landebahn vollständig zu räumen.

„Die Besatzung teilte dies dem Fluglotsen nicht mit, womit sie gegen die Flug- und Rollvorschriften auf dem Flughafen verstoßen haben. Sie reagierten nicht einmal auf die Nachfrage des Fluglotsen, wo denn ihr Standort sei. Dieser hatte unterdessen vermutet, daß das Flugzeug sich noch in Bewegung befindet und entlang der Rollbahn fährt“, so Askarow.

In der Folge rammte die startende kirgisische Präsidentenmaschine mit 70 Passagieren an Bord, welche nach Moskau abgegangen ist, mit dem rechten Flügel das Tankflugzeug. Das Flugzeug des kirgisischen Staatschefs wird auch im zivilen Linienverkehr eingesetzt.

Die Kommission stellte fest, daß ein Flügel des kirgisischen Flugzeuges bei dem Unfall in einer Länge von drei Metern vom Rumpf getrennt worden ist und der Treibstofftank beschädigt wurde. Dennoch ist es den kirgisischen Piloten gelungen, das Flugzeug ohne rechte Höhenruder und mit austretendem Kerosin in der Luft zu halten, eine Wende zu vollziehen und das Flugzeug zu landen.

Nach der Kollision geriet das rechte Triebwerk des amerikanischen Flugzeuges in Brand. „Unter der Hitzeeinwirkung brach der linke Flügel der KC-135 zwischen dem ersten und dem zweiten Triebwerk ab. Es kam zu einem Brand. Die drei Besatzungsmitglieder verließen das Flugzeug entsprechend der Notfallsituation.

Natalja Smolenskaja von Kirgisstan Airlines betonte, daß die kirgisische Fluggesellschaft über keine weitere Maschine dieser Klasse verfüge und bezifferte den entstandenen Unfallschaden auf drei Millionen Dollar.

spionage

Litvinenko, Tod und Polonium – Lord Bell und eine antirussische PR-Kampagne

Russland RU – „Unakzeptable Kampagne!“schimpfte Auβenminister Sergei Lawrow über die „aufgebauschte“ Russlandkritik der letzten Tage. Der britische Botschafter Anthony Brenton hielt dagegen: „Im Namen der britischen Regierung erkläre ich, dass es keine antirussische Kampagne gibt.“

Letztere Behauptung widerlegt die britische Presse. „Guardian“ und „Financial Times“ berichten ausführlich über das Netzwerk hinter den PR-Agenturen „Chime Communications“ und „Bell Pottinger Group“. Deren Chefstratege für Kampagnen ist Timothy Bell alias Baron Bell alias Lord Bell.

Tim gehört zu den besten Öffentlichkeitsarbeirten Groβbritanniens – manche sprechen auch vom besten PR-Profi im Vereinigten Königreich. Der ehemalige Managing Direktor von „Saatchi and Saatchi” kennt Russland gut – er arbeitete bereits für Ex-Präsident Jeltsin. Timothy’s „Bell Pottinger Group“ betreute russische Firmen wie „Eural Trans Gas“, „Sibir Energy“, „Sowcomflot“ und „Urals Energy“.

„Sie (die übergeordnete PR-Agentur „Chime Communications“) soll Verbindungen zu dem im britischen Exil lebenden russischen Oligarchen Boris Beresowski haben“, schreibt ein Bearbeiter der deutschen Wikipedia übervorsichtig.

Tim Bell und Boris sind seit Jahren eng verbandelt – durch Beresowskis Menschenrechtsorganisation “Civil Liberties Foundation”. Man kennt sich in London: Sascha Litwinenko, Alex Goldfarb, Andrei Nekrasow und David Satter.

Wer von den beiden Hauptfiguren auf die fulminante Idee gekommen ist, das Bild des sterbenden Strahlenopfers auf chirurgischem Grün in den globalen Medien zu lancieren, spielt keine Rolle – einer wird die Idee ausgeführt und der andere wird sie bezahlt haben. Am 11. November sprach Litwinenko erstmalig mit der „BBC“ über seine vermutliche Vergiftung. In den Tagen darauf folgte eine perfekt inszenierte Kampagne um das Bild des edlen Kranken. Wir machen das “all for free” und “willingly”, zitierten die Medien den Lord.

Bell, der für Margaret Thatcher drei erfolgreiche Wahlkampagnen bestritt, und dafür auf der Insel berühmt wurde – auch wegen seiner „verheerenden Attacken” auf die Labour Party – zählt hochkarätige Klienten wie den Verleger Rupert Murdoch und den Sultan von Brunei zu seinen Kunden. Jüngst beriet der agile 65jährige Meinungsmacher die irakische Regierung in „promotion of democracy“.

Nach der spektakulären Erkrankung bot „Bell Pottinger“ den Verwandten und dem Sprecher von Litwinenko, Alex Goldfarb, Beratungsdienste an. Alles in Absprache mit Freund Boris Beresowski, der sich seit 2003 Platon Jelenin nennt.

Der aus London heraus agierende Gegenspieler Putins berichtete im Januar dieses Jahrs der „Agence France Presse“ (AFP) sinngemäβ: Präsident Putin verletzt die Verfassung; das rechtfertigt Gewaltaktionen der Opposition „und das schlieβt “takingpower by force” ein. “Das ist genau das, woran ich arbeite.“ Seit Herbst 2004 bereiten wir vor, „to take power by force in Russia“.

Tim Bell schlieβt irgendeine Verbindung seines Freundes Boris – seit einigen Jahren Geschäftspartner von Neil Bush, dem jüngeren Bruder des amerikanischen Präsidenten – mit dem aktuellen Versuch, Putin zu beschämen, aus. Die Idee sei „potty” – banal, verrückt, plemplem – beteuerte er gegenüber der „Financial Times“.

Der „Guardian“ schrieb, “diese PR-Kampagne wurde ersonnen, um die russische Regierung zu diskreditieren, und von Boris Berezovski bezahlt“. Ein Neil Clark geht in der gleichen Zeitung noch weiter. Der medial inszenierte Strahlentod werde von „neocons“ genutzt, eine zwischen Europa und USA ausgeheckte „anti-Russian campaign“ weiter zu befeuern.

Man muss das Scharmützel nicht übertreiben. Fakt ist, dass ein „veritabler public-relations-tsunami“ die alten Machtblöcke überschwemmte. Dessen Kern hat der Dokumentarfilmer Andrei Nekrassow frei gelegt, als er am Bett seines sterbenden Freundes notierte: „Eins ist sicher, unschuldige Menschen, couragierte und ehrenhafte Menschen werden auch weiterhin ermordet“ – continue to be murdered -, schrieb er am 26. November für die finnische Tageszeitung „Helsingin Sanomat“.

Russlands Auβenminister Lawrow hatte, was Kampagnen betrifft, Recht, als er die britische Auβenministerin Margaret Beckett zu überzeugen versuchte, Spekulationen zu vermeiden. Es ist völlig klar, dass es im Fall Litwinenko eine Kampagne gab und gibt, die gerade die Beziehungen zwischen England und Russland vergiftet – nicht nur die dieser beiden Länder, denn der Fall weitet sich aus. Italien, Ukraine, Schweiz, China, USA, Al Qaida, Iran … die Verkäufer von Spektrometern für Alpha-Strahlung sehen rosigen Zeiten entgegen.

Lawrow irrt, wenn er der Angelegenheit die Politisierung entziehen will. Dank der „Poloniumisierung“ des Globus strahlt uns ein neues Wissen von Körpergiften an. Litwinenko war nicht der Erste, der an Polonium 210 verstarb. Er war vielleicht der „Schnellste“, aber Hunderte, wenn nicht Tausende starben schneller wegen schleichender Vergiftung mit Polonium 210 – in Luft und Wasser, Tabak inklusive.

Der konservativ orchestrierte PR-Tod ist ein Politikum und wird als solches in die Geschichte eingehen. Derzeit ist der Fall nicht einzudämmen, es besteht auch noch überhaupt kein Grund dazu – noch nicht. Wer, wie Sergei Lawrow, schon vor der Untersuchung abwiegelt, begibt sich leichtfertig ins Abseits der „Kampagnen-Diplomatie“, um mal den hässlichen Lukaschenko-Begriff „Informationskrieg“ zu beschönigen.

Am schlüssigsten formulierte das aktuelle Geschehen der US-Russlandexperte David Satter am 27. November in einem Artikel „Who Killed Alexander Litvinenko?“ im „Wall Street Journal“.

„Der Westen muss beim Finden der Killer auf der Kooperation des FSB bestehen. Wenn es dabei nicht vorangeht, sollte man davon ausgehen, dass der Mörder Litwinenkos auf Order des Russischen Regimes handelte. Unter solchen Umständen sollte Russland nicht nur von der G-8 ausgeschlossen werden sondern die ganze Struktur der gegenseitigen Beratung und Kooperation müsste neu bewertet werden.“

Und als hörte man einen prophetischen Wunsch aus der Vorbereitungszeit der Litwinenko-Kampagne, schreibt Satter hinterher: „Sein Schicksal kann zu einer fundamental unterschiedlichen Beziehung zwischen Russland und dem Westen führen.“

David Satter, mit Andrei Nekrassow durch Filmprojekte verbunden, ist leitender Wissenschaftler im „Hudson Institute“ und Forschungsbeauftragter bei der „Hoover Institution“.

Dieser Artikel erschien erstmalig bei Russland.RU

Ein strahlender Mord
The Nuclear Assassins

medien

Tratschundlaber

Sonja Wenger– In der guten ollen USA gibt es ein Gesetz namens Double Jeopardy, das es ausnahmslos verbietet, einen Menschen zweimal wegen demselben Verbrechen vor Gericht zu stellen. Ist man erst einmal freigesprochen, kann man also vor aller Welt zugeben, es getan zu haben.


Tomcat in Aktion: Heute vor allem Synonym für die bittermandelsüsse Verbindung zwischen Tom Cruise und Katie Holmes, allerdings mit ähnlich zerstörerischem Potential.

Das zumindest muss O. J. Simpson im Hinterkopf gehabt haben, als er vor kurzem ein Buch veröffentlichen wollte mit dem Titel «Wenn ich es getan hätte». In einem Fernsehinterview habe er zudem vor laufender Kamera spekuliert, wie er seine Ex-Frau und ihren Freund umgebracht hätte, wenn er es denn gewesen wäre. Etwas gar viel Konjunktiv, wie es scheint, aber erst nach massiven Protesten von anderen Medien wurde das Interview und Buch zurückgezogen.

Eigentlich schade, sollte man meinen, denn was ist befriedigender, als wenn sich die echten und die Möchtegernpromis durch ihr Tun und Handeln selbst entlarven? Doch es wird immer offensichtlicher, dass wir in einer Welt leben, die sich so sehr am Alltag frustriert, dass wir unbesehen sämtliche Geschmacklosigkeiten hinnehmen und nur noch mit glänzenden Augen einer Plastikwelt frönen. Nur so lässt sich auch begreifen, weshalb sich die internationalen und nationalen Medien bald ausschliesslich mit dem Tamtam und dem Bäumchen-wechsel-dich-Spielchen der immer gleichen Visagen beschäftigen.

Wie um alles in der Welt kann man sich täglich mit Paris, Britney, Robbie, Heidi, Angelina, Brat und Madonna rumschlagen, ohne irgendwann eine Hirnlähmung zu erleiden?

Und gerade als man denkt, dass es vielleicht doch keine so schlechte Zeitung ist, schiesst die «Schweizer Illustrierte» – mal wieder – den monatlichen Vogel der Schweizer Medienlandschaft ab. Die «Hochzeit des Jahres» von Tomcat – früher auch die Bezeichnung des Kampfflugzeuges F-14 – heute vor allem Synonym für die bittermandelsüsse Verbindung zwischen Tom Cruise und Katie Holmes, allerdings mit ähnlich zerstörerischem Potential.

Das ginge ja noch. Bunte Bildli von reichen Menschen in schönen Kleidchen sind ja nichts Gefährliches. Aber mit der Untertitelung «Die Scientology-Saga» muss die Lähmung definitiv eingesetzt haben. Klar, ist doch cool: Die Welt wird besser, weil Promis bei einer Sekte sind – und was ich schon immer nicht lesen wollte, nämlich die Hochzeitsabläufe von Scientology mit Einzel-und-Doppel-Ring-Zeremonie, als Faksimile abgedruckt. «Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden. Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.»

Noch mehr Tratschundlaber:
Tratschundlaber erscheint im Berner Kult- und Kulturmagazin ensuite

vermischtes

Buschmänner gewinnen Prozess in 1. Instanz

Dr. Alexander von Paleske – Der High Court von Botswana gab der Klage der Buschmänner auf Rückführung in den Kalahari Nationalpark statt.

Die Entscheidung kam überraschend, zeigt aber gleichzeitig die Unabhängigkeit des Gerichts. Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt, die Umsiedlung der Buschmänner oder San aus ihrem angestammten Gebiet sei rechtswidrig, weil sie nicht berücksichtigte, dass es sich um ein Stammesgebiet handelt, das von den San seit Urzeiten bewohnt wurde.

Gleichzeitig wies es die Behauptung zurück, die Buschmänner seien vertrieben wurden, um der Diamantensuche Platz zu machen. Auch sei die Regierung nicht verpflichtet, dort eine Infrastruktur aufzubauen.

Da das Rechtsmittel der Berufung gegen das Urteil zulässig ist, wird damit gerechnet, die Regierung werde davon Gebrauch machen.

Allerdings löst das Urteil in keiner Weise die Probleme, nämlich die mangelnde Infrastruktur im Nationalpark, keine Schulen keine Krankenstationen, in einem Gebiet – von der Größe Dänemarks -, in das die 900 Buschmänner nun zurückkehren dürfen.

Nur eine politische Lösung kann hier weiterhelfen. Sie könnte etwa so aussehen: Das Jagen werde wieder erlaubt, gleichzeitig aber bestünden die außerhalb des Nationalparks angelegten Siedlungen mit Schulen und Krankenstationen weiterhin. Allerdings dürfte die Regierung nicht daran interessiert sein, eine derartige Lösung mit Survival International auszuhandeln.
Denn diese Organisation hat mit der Verbreitung von Unwahrheiten einen Boykott des Verkaufs von Diamanten versucht zu erreichen, um damit die Regierung Botswanas in die Knie zu zwingen. 70% der Einnahmen des Staates stammen aus den Diamantenverkäufen.

Botswana, Survival International, Leonardo DiCaprio und die Buschmänner
Survival International, Leonardo diCaprio and the Bushmen