vermischtes

Ex-Diktator und Folterpapst Augusto Pinochet tot

Chile – Der frühere chilenische Diktator Augusto Pinochet ist tot. Der 91-Jährige sei im Kreise seiner Familie gestorben, teilte ein Arzt des Militärspitals in Santiago mit.

Vor einer Woche hatte Pinochet einen Herzinfarkt erlitten und war ins Spital eingeliefert worden. Nach Auskunft der Ärzte wurde er am Sonntag erneut auf die Intensivstation gebracht, wo er um 14.15 Uhr Ortszeit (18.15 Uhr MEZ) starb. In den Tagen zuvor hatten die Ärzte seinen Zustand als stabil bezeichnet.

Der Ex-General, der durch einen Putsch an die Macht kam, regierte das lateinamerikanische Land von 1973 bis 1990 mit harter Hand. Ihm werden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die Zahl der Toten und Verschwundenen unter seiner Herrschaft beläuft sich auf rund 3000.

Dennoch musste sich Pinochet nie im Zusammenhang mit den Vorwürfen der Menschenrechtsverletzungen vor Gericht verantworten. Seine Anwälte argumentierten immer erfolgreich, der ehemalige Diktator sei zu krank für ein Verfahren.

Nach der Nachricht vom Tod Pinochets haben sich Anhänger und Gegner des Generals im Ruhestand in Santiago und anderen Städten des Landes versammelt.

Vor dem Militärspital sangen Menschen die Nationalhymne und hielten Fotos von Pinochet mit der Aufschrift „inmortal“ (unsterblich) in die Höhe. Die Menschen forderten ein Staatsbegräbnis für Pinochet als ehemaliger Staatschef.

Während der Militärdiktatur ersuchten auch 5800 Chilenen in der Schweiz um Asyl. Gemäss Angaben des Bundesamtes für Migration (BFM) wurden rund 1500 als Flüchtlinge anerkannt. Nach dem Putsch Augusto Pinochets hatte der Bundesrat nur 200 Chilenen aufnehmen wollen. Da sich dagegen Widerstand regte, „wurden die Behörden gezwungen, die Tore für diese Flüchtlinge doch weiter zu öffnen“, schreibt das BFM zum Thema Chile auf seiner Website. Über die Gründe des Bundesrates schweigt es sich aus.

deutschland

Deutschland – nun Nichtraucher-Verbot?

Harald Haack – Entweder ist die Tabak-Lobby in Deutschland zu stark, um das gerade erst beschlossene Rauchverbot durchzusetzen oder aber die Regierungskoalisation darf sich künftig als „Murks-Koalisation“ beschimpfen lassen. „Denn sie wissen nicht was sie tun“, so lautet der Titel eines Filmklassikers über „Halbstarken“-Banden der Fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Wahrscheinlich träfe dies auch auf die deutsche Regierung zu: Halbstark und orientierungslos.

Gerade erst hatte diese Regierung die Verfassung zu Gunsten mehr Verantwortung der Bundesländer verändert. Nun heißt es bezüglich des Rauchverbots, es sei verfassungswidrig und es müsse Sache der Länder bleiben, ob ein Rauchverbot beschlossen wird oder nicht.

Voll der Murks!
Nach dem vom Bund beschlossenem Rauchverbot darf in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht geraucht werden. Überließe man die Entscheidung über ein Rauchverbot den Ländern, so könnte es Länder in Deutschland geben, in denen in Zügen geraucht werden darf, in anderen Ländern dagegen nicht. Eine Reise im Zug durch Deutschland wäre somit der helle Wahnsinn. Eine noch in Bayern angezündete Zigarette, wo das Rauchen beispielsweise in Zügen erlaubt wäre, müsste sofort beim Überqueren einer Landesgrenze ausgedrückt werden. Die Bahn AG wäre gezwungen neben den Bahngleisen Schilder aufzustellen wie es sie so ähnlich an den Zonengrenzen des von den Alliierten besetzten Deutschlands einst gab: „Achtung! Sie verlassen jetzt die Raucherzone…“ Schilder wären notwendig, denn man kann nicht davon ausgehen, dass alle Fahrgäste die im breiten Sächsisch genuschelte Lautsprecheransage der Zugbegleiterin verstünden.

Aus der Opposition hagelte es Kritik. Die Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn schimpfte, die Koalition mache „doppelten Murks“. Zuerst hätte die Regierung unsinnige Ausnahmen für Kneipen und Bars vereinbart, dann mit einem Mal Verfassungsprobleme hinzugezogen. Nun müsse es einen Neuanfang geben. Höhn fordert eine Änderung der Arbeitsstättenverordnung, die das Rauchen in der Gastronomie generell untersagt.

Aber auch in der Koalisation wurde Kritik laut. Als „Bankrotterklärung gegenüber der Tabaklobby“ sieht SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach laut der „Frankfurter Rundschau“ das Rauchverbot, das nun keines mehr sein darf. Hinzu käme, dass überall in Europa der Nichtraucherschutz funktioniere, aber die Bundesregierung erkläre, das gehe in Deutschland nicht. Er könne die Bedenken der Bundesregierung gegen den geplanten schärferen Nichtraucherschutz nicht nachvollziehen, sagte Lauterbach. Die Justizministerin und der Innenminister behauptet, der Bund setzte sich mit der geplanten Regelung etwa beim Gaststättenrecht über Länderkompetenzen hinweg.

Noch ist alles möglich. Wahrscheinlich wird es bald im Lobbyland Deutschland das Nichtraucher-Verbot geben. Das wäre mutmaßlich ganz nach dem Geschmack der Tabak-Lobby. Arbeitsplätze in der Tabakindustrie wären damit sicher und Mediziner, die Herzinfarkt- und Lungenkrebs-gefährdete Patienten dazu rieten künftig nicht mehr zu rauchen, würden sich strafbar machen. Und in den Schulen könnte ein neues Fach eingeführt werden: Rauchkunde. Damit stünde Deutschland in der Pisa-Studie endlich ganz vorne und könnte es den Schlaumeiern in anderen EU-Staaten mal so richtig zeigen. Die nämlich fielen auf die letzten Plätze zurück – weil sie so schlau sind und nicht rauchen.

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Israel reagiert gereizt auf Gates‘ Äußerungen zu Atomwaffen

Israel hat gereizt auf Äußerungen des designierten US-Verteidigungsministers Robert Gates reagiert, denen zufolge der jüdische Staat über Atombomben verfügt.

„So was gab es noch nie“, kommentierte ein israelischer Ex-Diplomat am Donnerstag die Worte des künftigen Ministers. Gates müsse sich noch mit dem Grundverständnis auseinander setzen, das zwischen den USA und seinem Lande herrsche. Gates hatte am Dienstag in seiner Senatsanhörung als Grund für das mögliche Streben des Iran nach Atomwaffen gesagt: „Sie sind umgeben von Mächten mit Atomwaffen – Pakistan im Osten, Russland im Norden, Israel im Westen und uns im Golf.“

Der staatliche israelische Rundfunk hatte gemutmaßt, Gates habe mit seinen Äußerungen die lange verfolgte Politik der USA verlassen, sich zu den Atomwaffen Israels öffentlich nicht zu äußern. Israel nimmt grundsätzlich nicht zu der Frage Stellung, ob es im Besitz von Atomwaffen ist. Damit will es seine Nachbarn über seine strategischen Fähigkeiten im Unklaren lassen. Diese von den USA sanktionierte israelische Verschwiegenheit irritiert Araber und Iraner gleichermaßen. Sie sehen darin eine Doppelbödigkeit der USA.

Nach Angaben der US-Botschaft bedeuten Gates‘ Äußerungen keine Kehrtwende in der Haltung zu Israels offenem Geheimnis. Ähnlich sieht das auch der stellvertretende Ministerpräsident Schimon Peres, der in den 50er Jahren am Bau des größten israelischen Atomreaktors beteiligt war. „Die Erklärung bedeutet keinen grundlegenden Unterschied“, sagte er Radio Israel. Ganz gleich, ob Israel über Atomwaffen verfüge oder nicht, sei es das einzige von Zerstörung bedrohte Land. Israel bedrohe dagegen niemanden. Peres fügte hinzu: „Waffen schießen nicht, Menschen schießen.“

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Uranpreis in der Senkrechten

Aus für die Atomkraftwerke?

Karl Weiss – Wenn die FAZ schreibt „Der Uranpreis hat abgehoben.“ und „[Er] … ist förmlich in die Vertikale übergegangen.“, so muss schon wirklich etwas passiert sein. Fünf wesentliche Gründe haben zu einer Vervielfachung des Preises von Uran innerhalb kurzer Zeit geführt:

Die leicht erreichbaren Vorkommen des radioaktiven und giftigen Metalls sind weitgehend erschlossen und beginnen langsam weniger ergiebig zu werden.- Die generell steigenden Energiepreise haben sich auch auf den Uranpreis als einem der ausschlaggebenden Energiepreise ausgewirkt.

Der Bedarf angesichts des weltweiten Booms der Atombomben ist steigend.

Es wird in verschiedenen Ländern massiv in neue Atomkraftwerke investiert, was ebenfalls den Bedarf ansteigen lässt. China, Russland und Indien haben den Bau einer Reihe von Kernkraftwerken angekündigt.

Russland hat einen Lieferstop für Uran verhängt, womit einer der wesentlichen Exporteure ausfällt.

Ein riesiges neu erschlossenes Bergwerk in Kanada, Cigar Lake, in der Provinz Saskatchewan, ist am 23.Oktober von einem Wassereinbruch betroffen worden, der die Inbetriebnahme auf unbestimmte Zeit verschiebt.

Im Moment (Ende November) liegt der Uranpreis (Uranoxidpreis) bereits bei etwa 60 US-Dollar pro Pound, mit einem 7%-Anstieg nur in der letzten Oktoberwoche nach der Nachricht aus Kanada, das sind also größenordnungsmäßig 105 Euro pro Kilo. Im Jahr 2001 lag der Preis in der Nähe von 6 Dollar pro Pound. Er ist also innerhalb von 5 Jahren auf das etwa 10fache gestiegen. Dieser Preis bezieht sich auf den Gehalt von U3O8 in Uranerz.

Man sehe sich nur das Chart an. Die Steigerung verlief nicht linear, sondern fand fast vollständig in letzter Zeit statt.

Die Eröffnung der neuen gewaltigen Mine in Kanada, eine Mine der Cameco, einem der grössten Uranförderer der Welt, an der über eine Beteiligung auch die Siemens Anteile besitzt, war die große Hoffnung auf eine Änderung des Uran-Preistrends. Dort ist Uranerz mit dem extrem hohen Gehalt von 16,8% (Uranoxid, nicht Uran) vorhanden und das Gesamtvorkommen macht etwa 150 000 Tonnen aus (Erz, nicht Uran). Nun ist aber ein Erdrutsch passiert, der einen Wassereinbruch verursacht hat. Zwar konnten sich alle Menschen aus der Mine retten, aber eines der Schotts konnte nicht ganz geschlossen werden und barst unter dem Wasserdruck. Damit wird jetzt die ganze Mine volllaufen.

Es wird Jahre dauern und Millionen kosten, das Wasser abzupumpen und zu reinigen. Man kann das uranhaltige, giftige und strahlende Wasser, das abgepumpt wird, ja nicht einfach in die Landschaft lassen, sondern muss es reinigen. Der Aufwand dafür könnte so riesig sein, dass sich der ganze Abbau nicht mehr lohnt. Der Uranpreis hat jedenfalls weiter eine Aufwärtstendenz.

Dieser hohe Uranpreis ist bisher bei laufenden Atomkraftwerken noch nicht angelangt, weil die ja angereichertes Uran aus Anreicherungsanlagen beziehen und jene wiederum langfristige Lieferverträge mit Minengesellschaften haben. Wenn dieser Preis aber dort ankommt, wird die alte und immer wieder aufgewärmte Sage, die Kosten der Atomenergie seien die niedrigsten, endgültig zu den Akten gelegt sein.

Zwar kann es für ein Land wie Russland oder Kanada, wie Australien oder Brasilien, in Zukunft eventuell auch dem Iran, die sowohl eigene Uranerzvorkommen als auch eigene Anreicherungsanlagen besitzen, trotzdem noch preislich interessant sein, Atomkraftwerke zu benutzen, aber für ein Land wie Deutschland, das alles importieren muss, ist der gesamte Traum von der Atomenergie damit ausgeträumt.

Extrem alte Atomkraftwerke, wie fast alle deutsche, die bereits seit zig Jahren abgeschrieben sind, können nach der absurden Rentabilitätsrechnungen der Energiekonzerne immer noch mit Profit betrieben werden, aber nur, weil man die Kosten der Aufbereitung und der Lagerung des Atommülls für Zehntausende von Jahren einfach nicht mitgerechnet hat.

Es besteht auch die Gefahr, dass die Wassermassen in der neuen Mine in Kanada sich selbst einen Ausweg suchen und beginnen herauszusickern, was eine gewaltige Umweltkatastrophe mit sich bringen würde. Es gibt auch die Möglichkeit des Einstürzens des Deckgebirges, welches dann das kontaminierte Wasser aus der Mine drückt.

Hier gibt es auch eine Gemeinsamkeit mit Deutschland. In Deutschland ist bereits vor der endgültigen Zulassung als atomares Endlager für hoch radioaktive Abfälle ein wesentlicher Teil des höchst gefährlichen Atommülls im Salzstock Gorleben eingelagert worden und es gibt auch das Atommüll-Lager Asse II. Bei beiden ist nach Angaben von anti-atom-aktuell.de mit ähnlichen Vorgängen wie Wassereinbrüchen zu rechnen, was dann zu ähnlichen Folgerungen wie in Kanada führen könnte – nur eben im dicht besiedelten Deutschland, nicht in Saskatchewan mit einer Bevölkerungsdichte von größenordnungsmäßig 1 Einwohner pro Quadratkilometer.

In Deutschland müsste ein Atomunfall dieses Kalibers zur Evakuierung wesentlicher Teile Norddeutschlands führen, wenn man nicht den Weg Tschernobyls gehen wollte, die Gefahr zu leugnen und Tausende von Toten und Vergiftungen und Hunderttausende von Krebskranken und Langzeit-Strahlungskranken in Kauf nehmen wollte.

Nach Angaben der FAZ sind im Moment weltweit 28 Atomkraftwerke in Bau. Wenn das stimmt, würde allein der zusätzliche Uran-Bedarf dieser Anlagen den Uranpreis bereits zumindest auf dem jetzigen Niveau halten, wen nicht noch zu weiteren Erhöhungen führen. Selbst wenn es Cameco gelingen sollte, die abgesoffene Mine innerhalb von ein oder zwei Jahren wieder in Gang zu bringen, dürfte damit die Kostenrechnung vieler jener Regierungen, welche da nun fieberhaft Atomkraftwerke bauen (wollen), innerhalb dieses Zeitraums bereits aus dem Ruder laufen. Der Bau eines Teil der noch in Planung befindlichen davon dürfte abgeblasen werden.

Interessant ist es auch die Entwicklung der Aktienkurse der großen Uranabbaugesellschaften bzw. jener weltweiten Minengesellschaften, die wesentlich im Uranbergbau involviert sind. Auch deren Aktien steigen mit dem Uranpreis in letzter Zeit steil an. Wenn man allerdings die anstehende Wirtschaftskrise in Betracht zieht, werden sowieso nicht nur der Aktienkurse, sondern auch viele anderen Planungen in die Negativen geraten.

Krieg

35 bodies found around Baghdad

Baghdad – Police have found 35 bodies around Baghdad Thursday. The bodies were blindfolded and riddled with bullets. Twenty-three other Iraqis were killed in a series of shootings and bombings, including two college professors and a seven-year-old girl.

An official with Iraq’s Interior Ministry is vowing to strike back at growing sectarian violence. He says Iraqi forces will soon conduct house-to-house searches to confiscate hidden weapons.

Also Thursday, the US military confirmed that another soldier died in combat Wednesday. And another who was wounded Wednesday died Thursday. The deaths bring this month’s military toll to 31.

kultur

k-notes

Lukas Vogelsang – Es brennt. Nicht nur die Weihnachtskerzen: Die Kultur in Bern ist in Bewegung geraten – oder wäre es besser von Wallungen zu sprechen? Selten hatten wir so viele „Kulturabgänge“ zu verzeichenen, wie in dieser und in der nächsten Saison. Klar, durch die neue Stadttheaterleitung wird vieles verändert. Aber auch bei den Museen und bei den Medien gibt’s Wechsel. Was kommt danach? Eigentlich haben Bewegungen immer Vorteile. Doch wie steht es mit den NachfolgerInnen?

Wir haben auch noch andere Probleme: Die Hauptstadt der Schweiz leidet zum Einen an kulturellem Grössenwahn und meint, dass unsere Vielfalt das Mass aller Dinge sei in der Schweiz. Kaum spielt irgendwo auf einer Bühne jemand was vor, so ist dies bereits ein kulturelles Highlight. Zum Anderen aber verkennen wir die wahren KünstlerInnen und die wirklichen Grössen in Bern. Hier wird man nie berühmt. Bern ist nicht stolz auf auf seine Kinder. Man muss schon nach Zürich oder New York reisen, damit in der Heimatstadt jemand bemerkt, dass man etwas erreicht hat.

In diesem Chaos hat niemand mehr den Überblick. Weder das Publikum noch die sogenannten Kulturszenen wissen, wie man sich hier noch orientieren kann. Jeder und Jede für sich – das ist das Endergebnis – so also, wie wir es seit je her gemacht haben. Die Medien sind zum Schluss noch an allem schuld. Da haben wir die Sündenböcke – denn die Kultur irrt nie. Oder?

Spannende Themen also in der aktuellen Ausgabe. Spannendes für die kommenden stilleren Stunden. Von Weihnachten können wir ja kaum noch sprechen. Diese Kultur haben wir schon lange verloren.

ensuite kulturmagazin

deutschland

Urantransporte – mit Sicherheit unsicher

Michael Schulze von Glaßer – Gefährliche Urantransporte fahren immer wieder durch Deutschland. Um keine Aufmerksamkeit zu erregen werden die Transporte getarnt. Aber die Sicherheit dieser Transporte ist dennoch mangelhaft. Die Gefahren die solche Transporte implizieren, terroristische Anschläge und Raubüberfalle, sind unkalkulierbar. Wie leicht ungenügend gesicherte Transporte von radioaktiven Stoffen Menschen und Umwelt kontaminieren können, zeigt der Fall des in London ermordeten Kreml-Gegners Litwinenko. Scotland Yard entdeckte radioaktive Spuren nicht nur auf den Straßen und Wegen, über die Litwinenko gegangen ist, sondern auch in dem Hotel, in dem er sich aufgehalten hatte. Mehrere Hotelangestellte, die Kontakt zu Litwinenko hatten, sollen einer neuesten Meldung nach verstrahlt sein.

Als normale Güterzüge getarnt rollen die strahlenden Züge durch Deutschland. Ziel dieser gefährlichen Transporte ist die Urananreicherungsanlage in der Nordrhein-Westfälischen Stadt Gronau nahe der deutsch-niederländischen Grenze. Die Güterwaggone enthalten meist einige Tonnen des strahlenden, hochgefährlichen Stoffes Uranhexafluorid. Dieser Stoff ist nicht nur aufgrund seiner radioaktiven Strahlung gefährlich.

Schon Mitte November wurde ein Zug, der Uranhexafluorid transportierte, von Anti-Atomkraft-Aktivisten entdeckt. Zum ersten Mal konnte die gesamte Fahrt eines solchen Zuges vom Abfahrtsort, Pierrelatte in Südfrankreich, bis zu seiner Ankunft in Gronau mitverfolgt werden. Damals fanden die Atomkraftgegner erhebliche Mängel am Sicherheitskonzept der Polizei: Im Gronauer Bahnhof standen die Waggons unbewacht und waren für jedermann zugänglich.


Der Schein trügt. Auch wenn die Waggons harmlos aussehen: Ihre Fracht ist mörderisch.

Nun entdeckten Atomkraftgegner einen weiteren Urantransport aus Pierrelatte. Die 800 Kilometer bis zur deutschen Urananreicherungsanlage legte der Zug in mehreren Etappen zurück. Nach der langen Fahrt von Frankreich nach Deutschland wurde der Zug, der neben den sieben Uranwaggons auch andere Güterwaggons enthalten haben soll, im nördlichen Ruhrgebiet in Hamm gesichtet. Der einzige Hinweis auf die gefährliche Fracht sind kleine Warntäfelchen, die vor Radioaktivität warnen. Diese Tafeln sind vorgeschrieben. Eine Nichtverwendung solcher Warntafeln, um beispielsweise den Zug noch besser zu tarnen, wäre nach der Gefahrenverordnung eine Ordnungswidrigkeit und könnte zu einem Transport-Verbot führen.

Unbewacht soll der Uranzug eine Nacht lang in Hamm gestanden haben. Angeblich kein Polizeischutz. Will man es Terroristen leicht machen? Oder sollen solche Transporte als Falle dienen und Terroristen anlocken? Ist das die Sicherheit, für die sich der Bundesinnerminister einsetzt? Soll es hier „ganz sicher“ zu einem katastrophalen Ereignis kommen?

Am 7. Dezember fuhr der Zug weiter in Richtung Gronau und wurde begleitet von Protestaktionen gegen die gefährlichen Transporte.

Die Mängel am Sicherheitskonzept wurden offensichtlich nicht behoben. Sie sind sogar noch größer geworden, wie nicht nur der mutmaßlich unbewachte Zug zeigt; es ist auch der wahrscheinlich unqualifizierte Umgang mit dem Uranhexafluorid. Gegner dieser Transporte vermuten nämlich, dass die Waggone leer nach Frankreich gebracht werden, um sie dort zu dekontaminieren. Damit unterstellen sie den Verantwortlichen einen grob fahrlässigen und absolut dummen Umgang mit radioaktiven Stoffen. Radioaktive Partikel werden normalerweise mit Wasser abgespült, das aufgefangen werden muss. Doch die Waggons wurden durch das Uranhexafluorid verstrahlt – und das reagiert mit Wasser zu Flußsäure – eine Säure, die erheblich aggressiver ist als konzentrierte Essig-, Salz, Schwefel- und Salpetersäure und Glas und die meisten Metalle auflöst.

Aktionsbündnis-Münsterland
Sofa-ms

spionage

Justiz eröffnet Prozess gegen 26 CIA-Agenten

Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat die Eröffnung eines Verfahrens gegen 35 Personen – darunter der Ex-Chef des italienischen Militärgeheimdienstes Sismi, Nicolo Pollari – im Zusammenhang mit der Entführung eines ägyptischen Imams beantragt. Unter den Angeklagten sind auch 26-CIA-Agenten.

Der moslemische Geistliche Osama Mustafa Hassan alias Abu Omar wurde nach eigener Darstellung 2003 am helllichten Tag in Mailand auf der Straße überfallen, in ein Auto gebracht und auf den US-Stützpunkt Aviano in Norditalien gefahren. Von dort aus sei er über das deutsche Ramstein nach Ägypten ausgeflogen worden, wo ihn die Behörden gefoltert haben sollen. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass der US-Geheimdienst CIA die Entführung organisiert hat.

Seit Monaten ermittelt die Mailänder Staatsanwaltschaft wegen möglicher Verstrickungen von Sismi und CIA. Sie ist der Ansicht, dass der italienische Militärgeheimdienst die Affäre um den unter Terrorverdacht stehenden Ägypter über drei Jahre hinweg vertuscht habe.

vermischtes

Impressionen eines Deutschland-Flüchtlings (1)

Johann U. Bahr – August 2006: Planmäßig kamen wir in Texas an. Viel Terrorangst und Chaos und die Zeitumstellung müssen erst verkraftet werden. Hier herrschen 38 Grad.

Der Flug war ohne Parfümverkauf und die Leute konnten auch nichts an Bord bringen. Wir sind 4 bis 8 Mal gefilzt worden. Aber bei einigen Kontrollstellen konnten wir uns vorbeimogeln. Zigaretten und Zeitschriften – alles landete im Müll. Nur Erfrischungstücher wurden an Bord verteilt. Die Boing 770 war von Chikago bis Houston nur mit ca. 20 Passagieren besetzt. Und der Schweinepilot ist mit stark reduzierten Sauerstoff in der Passagierkabine geflogen. Irgendwie haben wir überlebt.

Dezember 2006: Wir haben die USA wieder verlassen.
Rückblick. Texas: Der Staat der Jäger und Tiermörder, Rehe und Tauben. Ich war wirklich überrascht über so viel Natur. Schießprügel oder Pfeil und Bogen sind dort im Trend. Tausende von Meilen sind wir durch Texas gefahren. Alles gleich. Die Städte und kleineren Orte sehen gleich aus und überall Einheits-Amis, wie aus einem Horror-Film nach einem Buch von Stephen King.

Dann ein Jahrhundertregen. Flugplätze überflutet und gesperrt.

Aus China die Warenflut: Möbel, Kleidung, Leuchten, selbst die Glühlampen: Alles „Made in China“. Und egal welcher Laden: Made in China. Das finde ich äußerst denkwürdig. Alles die gleichen Shops und Restaurants mit dem gleichen Erscheinungsbild; nichts individuelles. Und mittendrin, als müsse es noch einen Widerspruch geben, Asiaten.

Die Häuser: Eine Perfektion der Pappmaché-Illussion. Dachlattenbuden mit „Naturstein“ aus Plastik. „Marmor“ aus Plastik. „Holzfussboden“ aus Plastik. „Bretter“ aus Plastik. „Dicke Felsbrocken“ aus Plastik. Alles Plastik mit dessen Ausdünstung und alles saumäßig verarbeitet.

Der Abfluss der Küchenspüle hat einen eingebauten Hecksler: Sehr gute Müllentsorgung; nur Blechdosen schafft der nicht.

Alles ist mit dem Auto erreichbar. Doch am Strand zu liegen ist gefährlich. Da überrollen sie dich. Die rollen überall hin. Banken haben auch Drive-In-Schalter.

Und Fetttttttttttttttttt sind die da.

Da hatte ich kein Bock diesen Scheiß zu fotografieren.

Ich vergaß den Stacheldraht: Milliarden von Meilen Stacheldraht
Stacheldraht-Aktien kaufen! Nur Stacheldraht: Alles an Wald, Wiese und sonstiger Natur ist mit Stacheldraht umzäunt. Alles Privatbesitz mit Todeswarnungen und … Stacheldraht; die Wohnanlagen aber nicht.

Zuviel Stacheldraht in Texas; wird Zeit weiter zu ziehen…

spionage

Gates advocated Nicaragua airstrikes

Washington – In 1984, Robert Gates, then the No. 2 CIA official, advocated U.S. airstrikes against Nicaragua’s pro-Cuban government to reverse what he described as an ineffective U.S. strategy to deal with communist advances in Central America, previously classified documents say.


Robert Gates, then the No. 2 CIA official, advocated U.S. airstrikes against Nicaragua’s pro-Cuban government in 1984

Gates, President Bush’s nominee to be defense secretary, said the United States could no longer justify what he described as „halfhearted“ attempts to contain Nicaragua’s Sandinista government, according to documents released Friday by the National Security Archive, a private research group.

In a memo to CIA Director William Casey dated Dec. 14, 1984, Gates said his proposed airstrikes would be designed „to destroy a considerable portion of Nicaragua’s military buildup“ and be focused on tanks and helicopters.

He also recommended that the United States prevent delivery to the Sandinistas of such weapons in the future. The administration, he said, should make clear that a U.S. invasion of the country was not contemplated.

The target of Gates‘ anxieties: Nicaragua’s leftist president, Daniel Ortega.

Ironically, Gates‘ nomination to succeed Defense Secretary Donald Rumsfeld was announced just days after Ortega capped off a surprise political comeback by winning election as Nicaraguan president after three previous bids were rejected by the voters.

Ortega has recast himself as a moderate, assuring Nicaraguans that his Marxist-Leninist days are over.

Gates saw a calamitous situation in Central America in December 1984. Congress had ordered a halt to U.S. support for the Contra rebels, leaving Ortega free, as Gates saw it, to establish Nicaragua as a „permanent and well-armed“ ally of the Soviet Union and Cuba.

He said the United States should acknowledge that the existence of a Marxist-Leninist regime in Nicaragua closely allied to Moscow and Havana „is unacceptable to the United States and that the United States will do everything its power short of invasion to put that regime out.“

In addition to airstrikes, he recommended withdrawal of U.S. recognition of the Nicaraguan government and recognition of a Nicaraguan government exile that would be entitled to U.S. military support.

Economic sanctions should be considered, „perhaps even including a quarantine,“ Gates wrote.

His proposals were never adopted but the administration attempted to circumvent the Contra aid ban by secretly funneling money to the rebels that had been obtained through arms sales to Iran. Democrat says they will question Gates during his Senate confirmation about his knowledge of the Iran-Contra scandal, which erupted two years after he sent his memo to Casey.

Gates‘ grim prediction in the memo of disaster in Central America did not come to pass. Congress renewed aid to the Contras in 1986. In February 1990, Nicaraguans dealt a blow to the Soviet Union and Cuba by voting Ortega out of office. And within two years, the Soviet Union had disappeared.

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