Krieg

Militär putscht Regierung auf den Fischi Inseln

Fidschi – Auf den Fidschi-Inseln hat nach monatelangem Machtkampf die Armee die Regierung von Ministerpräsident Laisenia Qarase gestürzt. Das Militär habe die Regierung übernommen und Qarase entlassen, sagte Armeechef Voreqe Bainimarama.

Er begründete den Schritt mit der Weigerung von Qarase zurückzutreten. Zuvor waren in der Hauptstadt Suva schwerbewaffnete Soldaten vor dem Haus des Regierungschefs aufmarschiert und hatten ihn sowie mehrere seiner Minister unter Hausarrest gestellt.

Der Streit drehte sich unter anderem um ein umstrittenes Amnestievorhaben der Regierung Qarase, durch das den Drahtziehern des Putsches im Jahr 2000 Straffreiheit zugesichert werden sollte. Bainimarama und seine Anhänger warfen der Regierung zudem Korruption vor.

Der ehemalige Bankier Qarase regierte seit sechs Jahren auf den Fidschi-Inseln. Der Sturz seiner Regierung ist bereits der vierte Putsch in dem Land innerhalb von zwei Jahrzehnten.

spionage

Ein strahlender Mord

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Malte Olschewski – Es war ein strahlender Mord mit gekonnter PR-Begleitung. Nach dem Tod des ehemaligen russischen Geheimdienstmannes Alexander Litwinenko durch eine Dosis radioaktiven Poloniums am 23.11. sucht Scotland Yard in London falsche und echte Spuren in Richtung eines Motives zu ordnen. An zwölf Lokalen und Personen sind bisher Spuren von Polonium festgestellt worden, was einen einzigartigen Kriminalfall ergibt. Scotland Yard hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin als Auftragsgeber ausgeschlossen.


Beresowski soll der Täter sein?

Der russische Experte für organisierte Kriminalität, Igor Barimow, hat aus der Ferne den Fall gelöst und den Täter benannt. Es soll der nach London geflüchtete, jüdisch-russische Milliardär Boris Beresowski sein. Das Motiv: Rache an Putin durch einen Mord mit konstruierten Verdachtsmomenten gegen den Kreml.

Zur Lösung des Rätsels müssen verschiedene Umstände und Lebensläufe genauer unter die Lupe genommen werden. Das Opfer Alexander Litwinenko hatte bis 1999 für den russischen Geheimdienst FSB gearbeitet. Dann wurde Litwinenko verhaftet, angeklagt, freigesprochen neuerlich verhaftet und wieder freigesprochen. Vor einem dritten Verfahren ist er nach London geflüchtet. Dort hat er sich der Exilantengruppe um Boris Beresowski angeschlossen. Beresowski hatte in der Phase des Kasinokapitalismus unter Jelzin Millionen gemacht.

Er verlangte politische Mitsprache, die ihm von Putin als Nachfolger Jelzins verweigert wurde. Putin ging schon als Chef des Geheimdienstes FSB und erst recht als Staatspräsident gegen die neuen Milliardäre vor, sodass sich Beresowski bald zur Flucht ins Ausland gezwungen sah. Er hat in London die „Foundation for Civil Liberties“ gegründet und andere Emigranten um sich geschart. Er hat in mehreren Interviews einen Kampf oder gar Krieg gegen Putin angekündigt. Wer wie Litwinenko etwas gegen Putin vorbringen konnte, wurde von Beresowski unterstützt.

In einer ersten Pressekonferenz erklärte Litwinenko, von Abgesandten Putins den Auftrag zur Ermordung Beresowskis erhalten zu haben. Im Londoner Exil schrieb er ein Buch. Er hielt Vorträge und gab Interviews, um Putin die Bombenanschläge in russischen Städten von 1999 anzuhängen. Des weiteren soll der FSB den Al Kaida-Terroristen Al-Zawahiri in Dagestan ausgebildet haben.


War wirklich der Moskauer Geheimdienst hinter dem Anschlag auf das Ostwest Theater?

Der Moskauer Geheimdienst sei hinter dem Anschlag auf das „Ostwest-Theater“ in Moskau gestanden. Auch das Attentat auf das armenische Parlament, auf die Türme von New York und auf die Londoner U-Bahn seien ein Werk Putins. Dieser sei ein Pädophiler und auch in den Streit um die Mohammed-Karikaturen verwickelt. Angesichts solcher Anschul-digungen erlahmte bald das Medieninteresse an der Person Litwinenkos. Er hatte sich selbst aus dem Spiel genommen.

Ein gesteigertes Interesse Moskaus an seiner Ausschaltung war nicht mehr gegeben. Er bemühte sich aber weiterhin, denn er wollte die von Beresowksi gezahlte Gelder nicht verlieren, die ihm und seiner Frau ein schönes Leben garantierten. Die Ermordung der Journalistin Anna Politowskaya durch unbekannte Täter schien ihm neuen Auftrieb zu geben. Er tat nun so, als habe er Material, das den FSB als Auf-tragsgeber entlarven könnte. Ausserdem liess er mehrmals durchblicken, er wisse alles über die Zerschlagung des Yukos-Ölkonzern.

Am 25.10. flog eine Gruppe russischer Fussballsfans aus Moskau nach London, um am 1.11. das Spiel des ZSKA Moskau gegen den Londoner FC Arsenal zu sehen. Unter den Fans befanden sich mehrere Personen, die eine unbekannte Manege des extrem giftigen, radioaktiven Elementes Polonium im Gepäck hatten. Diese Substanz war von der Chemikerin Marie Curie entdeckt und zur Ehren ihres Heimatlands Polen benannt worden.

Das Polonium kann nur in Atomreaktoren hergestellt werden. Die Produktion von Polonium in Russland ist streng überwacht, jedoch sind bei den Wirren im Zusammenbruch des Kommunismus rund zehn Kilogramm dieser Substanz in unbekannten Kanälen verschwunden. Da aber das Polonium eine Zerfallszeit von 138 Tagen hat, muss den Tätern erst kürzlich produziertes Material zur Verfügung gestanden haben.

Diese Täter könnten nach Auftrag aus Russland oder aus dem Ausland eine bestimmte Menge des Poloniums in einer Maschine der British Airways nach London gebracht haben. Dabei dürfte die Substanz unsachgemäss aufbewahrt beziehungsweise transportiert worden sein. Der Behälter oder die Kapsel, in der sich das Polonium befunden hatte, war nicht dicht genug. Oder das Polonium ist mehrmals umgepackt worden, wobei kleine Spuren im Umfeld haften geblieben sind. Sowohl in zwei Maschinen der British Airways sowie an insgesamt zwölf Lokalitäten in London sind später Strahlenspuren festgestellt worden.

Der Polonium – Pfad durch London
Am 1.11. dürfte Litwinenko am Vormittag wie fast täglich das Büro Beresowskis in der Down-Street betreten haben. Am frühen Nachmittag trifft er in dem Sushi-Restaurant „Itsu“ den italienischen „Sicherheitsberater“ Mario Scaramella. Der zeigt ihm Material, das die russische Regierung im Mordfall Politowskaya belastet. Um 16 Uhr 30 kommt es im Millennium-Hotel zu einem Treffen Litwinenkos mit seinem ehemaligen FSB-Kollegen Alexej Lugowoj, der von Dimitri Kowlun und Wjatscheslaw Sokolenko begleitet wird. Es folgt eine Visite in der Sicherheitsfirma „Eryns“.

Gegen 20 Uhr fährt ihn der tschetschenische Emigrant Ahmed Zakajew, der ebenfalls für Beresowski arbeitet, in seinem Auto nach Hause. Scotland Yard verweigert jede Auskunft, was Litwinenko wo und mit wem an diesem Tag gegessen und getrunken hat. Bei allen Begegnungen könnte ihm das Polonium in einem günstigen Augenblick in Speisen oder Getränke gemischt worden sein. Bei blossem Körperkontakt dringt die Substanz nicht durch die Haut, haftet aber an Gegenständen, die berührt werden. Um die tödliche Wirkung zu entfalten, muss das Polonium eingenommen werden. Es kann auch über eine Wunde oder mit einem Nadelstich in den Blutkreislauf gelangen.

Mario Scaramella lebt und arbeitet im gleichen Milieu wie Litwinenko. Er bewegt sich als „Sicherheitsberater“ zwischen Medien, Geheimdiensten und Waffenhändlern. Er hat als Berater einer von Berlusconi eingesetzten Kommission über den KGB in Italien Material über Ministerpräsident Romano Prodi und seine angebliche Verbindung zu russischen Geheimdiensten gesammelt. Nach dem Treffen mit Litwinenko fliegt Scaramella mit einer Billig-Airline nach Rom, um drei Wochen später wieder nach London zu kommen. Dort wird in einem Krankenhaus eine Verstrahlung durch Polonium festgestellt, die aber vorerst nicht lebensbedrohend ist.

Alexej Logowoj war für den FSB als Leibwächter des früheren Regierungschefs Jegor Gaidar tätig. 1997 übernahm er den Sicherheitsdienst im staatlichen TV-Sender ORT, der damals von Beresowski kontrolliert wurde. Er wurde aus dem FSB entlassen, weil er im Verdacht stand, im Aeroflot-Skandal dem Vizechef der Luftlinie, Nikolai Gluschkow, die Flucht ins Ausland ermöglicht zu haben. Auch Beresowski war damals in den Betrugskandal verwickelt.

Lugowoj war danach als Geschäftsmann tätig, könnte aber weiterhin für den FSB, aber auch für Beresowski gearbeitet haben. Auch in der Maschine der Bristish Airways, mit der er am 2.11. zurück nach Moskau fliegt, sind Spuren von Polonium festgestellt worden. Somit kann Lugowoj als Hauptverdächtiger für den Transport der Substanz gelten. Er könnte allerdings das Polonium in London einer anderen Person für einen weiteren Einsatz übergeben haben. Diese Person könnte sich am Vormittag mit Litwinenko getroffen und ihn vergiftet haben, worauf das Opfer Spuren der Substanz durch London getragen hat. Der Knackpunkt des Falles ist das Ausstreuen des Poloniums. Die Substanz wurde an folgenden Örtlichkeiten festgestellt: In zwei Maschinen der British Airways, im Restaurant Itsu, im Körper Scaramellas, im Hotel Millennium, im Büro Beresowskis, im Auto Zakajews, sowie in der Wohnung und im Körper Litwinenkos.

PR-Begleitung in den Tod
Tatsache ist, dass Litwinenko nach seiner Erkrankung am 2.11. sofort von der PR-Firma „Chime Communications“ betreut wurde. Deren Chef ist wiederum ein Vertrauter Beresowskis. „Chime Communications“ sorgte für das weltweit verbreitete Foto des sterbenden Geheimdienstmannes. Des weiteres gab Litwinenko, als es unweigerlich zu Ende ging, eine Erklärung ab, in der er in pathetischen Worten Putin der Tat bezichtigte. Die PR-Firma besorgte die öffentlichen Auftritte des Vorsitzenden der Beresowki-Stiftung, Alexander Goldfarb, der die Tat ebenfalls Putin anlastete.


„Chime Communications“ sorgte für das weltweit verbreitete Foto des sterbenden Geheimdienstmannes.

Der Vater Litwinenkos, Walter, tat das gleiche. Der ebenfalls von Beresowksi ausgehaltene Tschetschene Ahmed Zakayew bereicherte den Fall mit der Nachricht, dass der russische FSB die Wirksamkeit des Poloniums an tschetschenischen Gefangenen erprobt hätte. Beresowksi hatte auch den den anerkannten Toxikologen John Henry als Berater bei der Feststellung der verabreichten Substanz beiziehen lassen. Doch hat sich Henry sofort wieder aus der Untersuchung zurückgezogen.

Mögliche Motive:
Litwinienko hatte sich durch seine fantastischen Verdächtigungen selbst aus dem Spiel genommen. Die Behauptungen des Kreml, er könne als „kleiner Fisch“ durch weitere Enthüllungen Putin und der russischen Regierung nicht schaden, haben einiges für sich. Doch gibt es unterhalb der Regierungsebene etwa im Geheimdienst Gruppen oder Personen, die mit Litwinenko alte Rechnungen zu begleichen haben. Dass sie Zugang zu frisch produziertem Polonium haben, ist eher unwahrscheinlich.

Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass sie eine derartig komplizierte und gefährliche Verschwörung aufziehen, wo doch zur Ausschaltung Litwinenkos ein Schuss aus dem Hinterhalt genügt hätte. Auffällig ist auch, dass in Russland auffallend oft Regime-Kritiker durch Mord aus dem Weg geräumt worden sind. Hierbei ist mehrmals Gift eingesetzt worden. Nur in wenigen Fällen sind die Täter gefasst worden, doch sind deren Auftragsgeber unbekannt geblieben.

Viel wahrscheinlicher ist die Vermutung, dass der radioaktive Anschlag eigentlich Beresowksi gegolten hat und von Litwinenko irgendwie abgefangen worden ist. Beresowksi und Putin sind Todfeinde. Beresowksi hatte in der Ukraine den westlich orientierten Präsidentschaftskandidaten Viktor Juschtschenko unterstützt. Juschtschenko hatte seinerseits einen Giftanschlag nur knapp überlebt.

Nach dem Wahlsieg Juschtschenkos hat Beresowksi angekündigt, er würde mit anderen, von Putin ins Ausland getriebenen Oligarchen die Kräfte „bündeln“ und bald von der Ukraine aus gegen Moskau operieren. Bei den unermesslichen Finanzmitteln, die Beresowki und andere Oligarchen aufbringen können, muss der Kreml diese Drohung ernst nehmen. Die Geldmittel könnten es diesem Personenkreis auch ermöglicht haben, frisches Polonium von unterbezahlten, russischen Atomforschern anzukaufen und nach London zu bringen.

Regierungskreise in Moskau haben in der Zeitung „Kommersant“ und in TV-Sendungen die Vermutung geäussert, Beresowski könnte seinen nutzlos gewordenen Vertrauten Litwinenko geopfert haben, um den Verdacht in Richtung des Kreml zu lenken. Der lange, qualvolle Tod, die PR-Begleitung und das Medienecho würden Putin politisch schaden. Es können aber auch von Beresowksi unabhängige Kreise in Russland den Anschlag geplant haben. Die Annahme wird durch einen neuen Giftanschlag erhärtet: Der frühere Regierungschef Jegor Gaidar ist Tage nach dem Tod Litwinenkos bei einer Tagung in Dublin bewusstlos zusammengebrochen. Er wurde sofort nach Moskau geflogen und dort in ein Krankenhaus eingeliefert. Gaidar war jener Mann, der im Auftrag des damaligen Präsidenten Jelzin die Sowjetwirtschaft privatisiert und damit die unermessliche Bereicherung von wenigen hundert Personen ermöglicht hat. Diesen Oligarchen hatten sich später Putin und seine Truppe vom Geheimdienst FSB in den Weg gestellt.

Sämtliche Artikel zu dem Fall

Krieg

Annan: Lage im Irak schlimmer als im Bürgerkrieg

Bagdad – Der scheidende UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat die Lage im Irak als „viel schlimmer“ als in einem Bürgerkrieg bezeichnet. Das Leben für den normalen Iraker sei heute schlechter als unter dem Regime des Diktators Saddam Hussein.

Die Situation sei „extrem gefährlich“, erklärte Annan in einem Interview der britischen BBC. Zugleich äusserte er Zweifel, dass die Regierung in Bagdad die eskalierende Gewalt allein unter Kontrolle bringen kann.

„Sie brauchen Hilfe. Angesichts des Mordens und der Bitterkeit bin ich nicht sicher, dass sie es allein schaffen.“ Annan räumte zugleich ein, dass das Unvermögen der UNO die von den USA geführte Invasion abzuwenden, ein schwerer Schlag für die Weltorganisation gewesen sei, von dem sie sich erst langsam erhole.


CH-64 mit 13 Personen an Bord abgestürzt

Im Irak ging unterdessen die Gewalt weiter. Aufständische töteten binnen zweier Tage neun US-Soldaten. Mindestens ein weiterer Soldat kam am Sonntag bei der Notlandung eines Militärhelikopters in der westlichen Anbar-Provinz ums Leben. Drei weitere US-Soldaten gelten seither als vermisst.

13 Passagiere des Helikopters der Marineinfanterie hätten sich retten können. Bislang gebe es keinen Hinweis darauf, dass die Maschine vom Typ CH-46 abgeschossen worden sei.

Heute wurde in Bagdad ein irakischer Journalist getötet; mehr als 100 Mitarbeiter von Medien kamen seit dem Beginn der Irak-Invasion im März 2003 gewaltsam zu Tode.

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Intelligence archives chief found dead on job in Bulgaria

Sofia News Agency – The chief of the „Archives and Secret Files“ division in the National Intelligence Service was found dead in his office, but the news on his death emerged a day later.

The body of Bozhidar Doychev was discovered Wednesday evening in his office after his family went to his workplace to look for him.

London-based website Kafene.net broke the news first, quoting unnamed EC sources. According to preliminary information, Doychev has committed suicide.

Chief Prosecutor Boris Velchev was alerted of the suicide right after the body was discovered, and he had the military prosecutors launch an investigation into the matter.

So far there is no information on whether Doychev left a suicide note, but some of his colleagues have told Darik News that his desperate act was triggered by personal problems.

Others claim, however, that Doychev may have tried to cover-up some of the information in the classified files, because according to the EC sources, Bulgaria was supposed to start unsealing some of them.

Neither the Interior Ministry, nor the Sofia police have confirmed the information. The chief of the National Intelligence Service Kircho Kirov has not accepted any calls from Bulgarian media to comment on the case.

The National Intelligence Service is one of the special services under the commandment of Bulgarian President Georgi Parvanov. The presidential office has not released any statement on the sudden death of the man who has worked closest to the former communist-time secret files for the last 25 years.

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Fussball-WM 2010 in Südafrika ungewiss

Dr. Alexander von Paleske – In Südafrika sind weiter keinerlei Anzeichen erkennbar, demnach der Präsident Mbeki die vordringlichsten Probleme anpacken will, die die Austragung der WM in Südafrika gefährden; zuallererst die Kriminalität.


Geht Südafrika die Luft aus?
Cartoon der „Sunday Times“ vom 3.12.2006

Im Gegenteil! Seit Wochen werden schwere Beschuldigungen gegen seinen obersten Polizeichef Jackie Selebi erhoben, ein enger Freund des Präsidenten. Er soll eng mit Bossen der Unterwelt verbunden sein, mit jenen Kriminellen zusammen Restaurants besuchen, in die Ermordung eines schillernden Geschäftsmannes namens Kebble verwickelt sein und mit einem in Japan gestohlenen Luxuswagen durch die Gegend fahren. Dieses Fahrzeug war über Dubai nach Südafrika verschifft worden. Dort wurde es von der Polizei beschlagnahmt, woraufhin sich Selebi dann offensichtlich selbst bediente.


Verhindert er die WM in Südafrika? Schwere Beschuldigungen gegen Polizeichef Jackie Selebi.
© 2000 Dispatch Online

Der neue Botschafter der USA in Südafrika, Eric Bost, hat sich in aller Öffentlichkeit in der vergangenen Woche über die ausufernde Kriminalität beschwert und diese als eine Gefahr für die Austragung der Fussball-WM bezeichnet. Und der deutsche Botschafter hatte ihm von einer Gruppe deutscher Tourismusexperten berichtet, die kurz nach der erfolgreichen WM in Deutschland nach Südafrika reisten, um erste Eindrücke zu sammeln. Das konnten sie auch, denn als erstes wurden sie in ihrem Reisebus überfallen und beraubt.

Mittlerweile gibt es in Australien erste Anzeichen für den Eventualfall; die Verlegung der WM dorthin.

Auch im Nationalen Organisationskomitee (LOC) steht nicht alles zum besten.

Dort gerieten der Präsident Irvin Khoza und und der General Manager Danny Jordaan vergangene Woche aneinander, weil ein lukrativer Vertrag nicht an einen Freund von Khoza gegangen war, sondern an einen Konkurrenten.

Mbeki zitiert gerne Shakespeare. Vielleicht sollte er noch einmal in den Hamlet schauen. „Es ist etwas faul im Staate …“

Fußball-WM 2010 nicht in Südafrika?

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Wie mit den Augen eines Außerirdischen (2)

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Harald Haack – Das Rezept des sicherlich berühmtesten Kriegsfotografen des vergangenen Jahrhunderts, von Robert Capa, lautete: „Wenn das Bild nicht gut ist, war der Fotograf nicht nahe genug dran“.

Der britische Schauspieler und Fotograf Koshima Aki ist zwar kein Kriegsfotograf, aber er nahm Capas Devise dennoch wörtlich. Im Grunde genommen tat er das, was auch NASA-Roboter auf dem Mars tun. Neugierig schaute er auf den Boden und versuchte seine Historie darin zu finden. Immer dann, wenn es dort etwas gab, das auf ein Ereignis schließen ließ – außer wenn es von einem Hund stammte – fotografierte er den Boden auf dem er gerade stand. Er fotografierte also aus nächster Nähe das, worüber andere Menschen achtlos hinweg gehen oder darauf herum trampeln.

Lag da nicht irgendwo auf den teuren Marmorfliesen des ehemaligen Berliner Staatsratsgebäudes ein Zettel? Wie ein Kriminalist pirschte sich Koshima Aki heran und fotografierte die Situation: Rötlich-brauner Marmor, ein weißer Fetzen Papier mit einer handschriftlichen Notiz und etwas abseits davon eine zertretende Zigarettenkippe.

Ein anderes seiner Fotos zeigt ebenso nah eine Fläche mit feinkörnigem Schotter. Auf ihr liegen willkürlich verteilt Holzspäne, wie frisch von einem Stock geschnitzt. Hatte hier ein Bergwanderer gestanden und sich einen Gehstock geschnitzt?

Immer sind es Draufsichten, die Koshima Aki faszinieren und das Gesehene, dem vergrößerten Foto einen Sinn geben, weil in den Bildern bei näherem Hinsehen eine Geschichte zu erkennen ist.

Ideen-Entwicklung und Realisation

Eines Tages wurde seine Neugier von einem Knäuel Papier geweckt. Hatte er es zerknüllt und wegwerfen wollen, den Papierkorb nicht getroffen und das Knäuel dann vom Fussboden aufgehoben und anstatt es in den Papierkorb fallen zu lassen auf dem Tisch gelegt, als das Telefon läutete? Er faltete das Knäuel auseinander. Seine Vermutung darauf eine seiner Notizen zu finden, bestätigte sich nicht. Es war völlig leer. Hatte er darauf mit Zitronensaft geschrieben, um die Notiz unsichtbar zu machen? In einem Agenten-Schmöker hatte darüber gelesen und das selbst einmal ausprobieren wollen. Er wusste nicht mehr, ob er es getan hatte. Deshalb hielt das knittrige Blatt Papier über eine Kerzenflamme und hoffte auf das kleine Wunder. Doch außer Ruß von der Kerzenflamme fand er nichts auf dem Papier. Also nur ein leeres Blatt?

Am folgenden Tag legte er es in den Scanner und mit Hilfe einer Fotosoftware invertierte er das Bild. Damit wurde das weiße Papier schwarz und wirkte wie schwarz beschichtete Aluminiumfolie – wie „Black Crepp“, das von Werbefilmern gerne verwendet wird, um zuviel Licht präzise zu reduzieren. In dieser Negativ-Darstellung sahen die Knitterstellen geheimnisvoll aus, inspirierten ihn zu mystischen Bildern. Aber warum sollte er immer nur das fotografieren, was er am Boden fand? Nun gut, dieses Papier hatte er als Knäuel vom Fussboden aufgelesen, doch es blieb – trotz der eigenartigen Wirkung – nach dem Scannen und der Invertierung nur eine Textur. Da fehlte also noch etwas.

Jener Tag in Edinburgh war schaurig. Stundenlang hatte es gestürmt und nun am Abend, an dem er ausnahmsweise nicht auf der kleinen Bühne des Young theatre of Edinburgh stehen musste, um seine Rolle zu spielen, prasselten Hagelkörner gegen die Fensterscheiben seiner Dachwohnung in der Spylaw Bank Road im Stadtteil Colinton. Nachdem er ans Fenster herangetreten war, um dem Hagelschauer zuzusehen, sah er im wirren Muster der eisigen Tropfenläufer auf der Fensterscheibe sein Gesicht. Da es draußen schon ziemlich dunkel war und er die Zimmerbeleuchtung eingeschaltet hatte, funktionierte die Scheibe wie ein Spiegel. Aber die Textur des Wassers draußen auf dem Glas verfremdete diese Spiegelung. Sein Gesicht kam ihm vor wie das eines Fremden oder wie eine dämonenhafte Maske. Und das war’s, was dem gescannten Papier fehlte!


„Feedback – Blick ins Ungewisse“
© 2005 Fotografik: Koshima Aki


„Relatives – Deine Ahnen blicken auf Dich“
© 2005 Fotografik: Koshima Aki


„Travesty – Julas Zahnschmerz“
© 2005 Fotografik: Koshima Aki


„Stalker – Ausweichen unmöglich“
© 2005 Fotografik: Koshima Aki


„Demon – Selbstbildnis, Hommage an Van Gogh“
© 2005 Fotografik: Koshima Aki

Sind Ideen erst einmal geboren und steht den Realisationen nichts mehr entgegen, fehlt nur noch die Tat. Koshima Aki hatte seine Theater-Kollegen oft fotografiert. Unter den zahlreichen Fotos gab es viele Bilder mit Grimassen. Die isolierte und vergrößerte er und kombinierte sie als „Sandwich“ mit dem gescannten und invertierten Papier. Die Bildwirkung empfand er als phänomenal. Begeistert zerknüllte er bald einen ganzen Stapel Schreibpapier, faltete die Blätter sorgsam wieder auseinander und scannte sie. Nur die besten Knitterformen, jene, die mit den Gesichtern korrespondierten und zu einer Einheit verschmolzen, verwendete er.

Bald hatte er die Bilder für eine Ausstellung zusammen und gab sie zum Printen. Die auf Leinwandgewebe großformatig gedruckten Bilder, denen er den Titel „Crease“ (Falte) gab, wurden 2005 zeitgleich im Internet unter www.faceworks.de und im Foyer des Theaters ausgestellt.

Wie mit den Augen eines Außerirdischen (1)

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„Minarette sind Bajonette!“

Kemalismus versus Islamismus im Balanceakt der Türkei
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Malte Olschewski – Von oben dekretiert der Kemalismus und von unten drängt der Islam heran, sodass es einmal zur Kollision kommen muss. Hatte bis in die Achtzigerjahre der von Staatsgründer Kemal Atatürk verordnete Laizismus und die Trennung von Staat und Religion gegolten, so ist seitdem ein ständiger Vormarsch des fundamentalen Islams festzustellen. Nationalismus und Islamismus haben auch zu jenen Schwierigkeiten geführt, die Ankara mit dem EU-Beitritt und mit dem Besuch des Papstes hat. Die EU hat nun weitere Schritte zu einem Beitritt auf Eis gelegt. Fast zeitgleich hat der Papst bei seinem Besuch in Istanbul zusammen mit dem orthodoxen Patriarchen Bartholomaois Religionsfreiheit für die Christen in der Türkei gefordert.

Der Kemalismus und die Modernisierung der Türkei waren von oben verordnet und hatten die ländlichen Massen in Anatolien kaum erfasst. Der Kemalismus betont die Einzigartigkeit des Türkentums und sieht im Islam ein natürliches Bedürfnis. Der Islamismus greift über die Türkei und Nationalität hinaus und sieht die Türken als Mitglieder der weltumspannenden moslemischen Gemeinschaft. Beide Strömungen ergänzen und bekämpfen einander. Nationalistische Ausbrüche haben oft religiöse Untertöne. (Siehe Udo Steinbach: „Geschichte der Türkei“)

Es ist vor allem der übersteigerte fieberhafte Nationalismus, der einen EU-Beitritt verhindert. In Europa ist nach vielen Kriegen und Opfern der übersteigerte Nationalismus oder Chauvinismus als zerstörende Kraft erkannt und in den Bereich der Folklore verwiesen worden. Doch in der Türkei wird schon den Schulkindern der Satz Atatürks eingehämmert: „Glücklich ist der, der sagen kann: Ich bin ein Türke!“ Und als einmal Kurden aus Protest die türkische Fahne verbrannten, liess Generalstabschef Harun Ötztürk sofort wissen: „Die erhabene türkische Nation wird ihre Fahne bis zum letzten Blutstropfen verteidigen.“

Die Polizei trug damals als Zeichen des Protestes eine 1500 Meter lange Nationalfahne durch Istanbul. Bei Fußball gegen eine europäische Mannschaft klingen oft drohende Schlachtrufe von den Tribünen: „Europa! Höre unsere Stimme! / Was Du hörst, sind die Schritte der Türken./ Niemand kann es mit den Türken aufnehmen. / Europa, Du Schlampe! / Nimm Dich in Acht! „ Begeisterung erfasst das Land, wenn in einem internationalen Wettbewerbe ein türkisches Team den ersten Preis gewinnt.

Getränkehändler zerschlugen TV-wirksam hunderte Flaschen mit französischem Rotwein, als die Pariser Nationalversammlung die Leugnung des Genozids an Armeniern unter Strafe stellte. In den letzten Monaten sind auch immer öfter Übergriffe gegen türkische Christen zu verzeichnen. Die wenigen Christen des Landes, etwa 0,2 Prozent der Bevölkerung, beklagen sich über wachsende Repressionen. Der katholische Bischof von Iskenderun, Luigi Padovese, musste um Personenschutz ansuchen. Mehrere Christen sind angeklagt, für ihre Religion öffentlich geworben zu haben, was durch den Paragraphen über „Beleidigung des Türkentums“ bestraft werden kann.

Das türkische Militär hatte auch nach dem Tod von Kemal Atatürk 1938 das Heft in der Hand behalten. Die bisherige Einheitspartei, die Republikanische Volkspartei, erhielt nach Kriegsende Konkurrenz durch den Anti-Kemalisten Adnan Menderes, dessen „Demokratische Partei“ 1950 die Wahlen gewann. Menderes sympathisierte als Ministerpräsident mit islamischen Kräften. Am 6. und 7.9.1955 kam es in Istanbul zu schweren Ausschreitungen gegen die christliche Minderheit. Menderes wurde 1960 vom Militär gestürzt und nach einem fragwürdigen Todesurteil auch gehenkt. Das Militär behielt über den „Nationalen Sicherheitsrat“ weiterhin Einfluss auf die Politik, denn der türkischer Offizier hatte nicht nur sein Land gegen äussere, sondern auch die Prinzipien des Kemalismus gegen innere Feinde zu verteidigen. 1980 kam es zu einem neuen Putsch, der sich vor allem gegen linke Kräfte richtete. Das Militär setzte dabei erstmals den Islam als Instrument gegen die Linke ein.

Bisherige religiöse Einschränkungen wurden aufgehoben. Islamische Parteien waren bald auf dem Vormarsch, bis ihnen das Militär Einhalt gebot. Necmettin Erbakan wagte sich als Ministerpräsident mit seiner islamische Wohlfahrts-Partei („Refah“) am weitesten vor, wurde aber 1997 von den Generälen entmachtet. Es kam zu einem zähen Kampf zwischen dem Militär und islamistisch orientierten Parteien. In den beiden letzten Jahrzehnten erscheint die türkische Politik von der Konfrontation zwischen den Kemalisten und Islamisten geprägt, die zusätzlich von sozialistischen und konservativen Orientierungen überlagert wird. Es kam zu politischen Prozessen, in denen den Angeklagten die Ausübungen politischer Ämter verboten wurde. Parteien sind aufgelöst und neu gegründet worden. In einer verhängnisvollen Verfassungsänderung wurde eine Zehnprozent-Klausel bei Wahlen für das Parlament beschlossen.

Das alles hat zur Popularität eines Gefolgsmannes von Erbakan beigetragen. Der Istanbuler Bürgermeisters Recep Erdogan hat in mehreren Prozesses den Umgang mit kemalistischen Mächten gelernt. Er hatte bei einer Rede in Sirt ein Gedicht des Dichetsr Ziya Gökalp zitiert: „Die Moscheen sind unsere Kasernen. Die Minarette sind unsere Bajonette. Und die Kuppeln sind unsere Helme.“ Dafür erhielt er eine Haftstrafe mit einem folgenden Verbot politischer Betätigung. Über Vertraute liess Erdogan die „Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung“ (AKP) gründen. Eine wachsende Anhängerschaft erreichte auch eine Aufhebung des Politikverbotes. Die AKP erreichte beiden den Wahlen von 2002 rund 30 Prozent, stellte aber auf Grund der neuen Gesetze 363 der 500 Abgeordneten.

Erdogan meidet eine direkte Konfrontation mit den Generälen. Er präsentiert die AKP als eine konservative, islamorientierte Partei und vergleicht sie gern mit der CDU in Deutschland. Die türkische Linke und europäische Beobachter wie Bassam Tibi („Mit dem Kopftuch nach Europa“) sehen in ihm einen unverbesserlichen Islamisten, der den Konservativen nur vortäuscht. Seine Gattin ist beharrliche Kopftuchträgerin und wird daher zu Empfängen des kemalistischen Staatschefs Nezer nicht eingeladen. Um dem in allen staatlichen Institutionen geltenden Kopftuch-verbot zu entgehen, lässt Erdogan seine beiden Töchter in den USA studieren. Beim Besuch des Geburtshauses von Kemal Atatürk in Saloniki hat Erdogan aus dem Gästebuch eine Seite herausgerissen, auf der ihm ein Besucher Verrat am Staatsgründer vorge-worfen hatte.

Die Kemalisten sind über die Zukunftspläne Erdogans äussert beunruhigte, denn 2007 muss das Parlament einen neuen Staatschef wählen. Mit seiner Mehrheit könnte Erdogan diesen Posten übernehmen und dann an die Ausschalktung der Kemalisten in Schlüsselpositionen gehen. Sein politischer Partner und derzeitige Aussenminister Abdullah Gül würde dabei die Regierung übernehmen. Der bisherige Staatschef, der ehemalige Präsident des Verfassungsgerichtshofes, Ahmed Sezer, hatte sich regelmässig dem Vormarsch der Islamisten in den Weg gestellt. Da der Staatschef auch den Nationalen Sicherheitsrat leitet, würden Erdogan und Gül vermehrte Möglichkeiten zur Durchsetzung ihrer Ziele erhalten. Die Generäle wissen von diesem Szenarium und könnten mit einem Putsch antworten.

afrika

Welt AIDS Tag in Südafrika – 1400 Neuinfektionen und 950 Tote täglich

Dr. Alexander von Paleske – Am Welt-AIDS-Tag, dem 1. Dezember, wurden neue Statistiken für Südafrika bekannt, die eigentlich nur Schrecken verbreiten können.

1400 Neuinfektionen jeden Tag;
950 AIDS Tote jeden Tag;
5,4 Millionen der 48 Millionen Bevölkerung sind mit dem HIV-Virus infiziert ;
19 Prozent der arbeitenden Bevölkerung im Alter von 20-64 sind infiziert;
33 Prozent der weiblichen Bevölkerung im Alter von 25-29 sind infiziert;
Mehr als ein Drittel der Kinder unter 5 Jahren stirbt an AIDS-bedingten Erkrankungen, in der Provinz KwaZulu-Natal sind es 50 Prozent
Nur 230.000 Patienten werden mit antiretroviralen Medikamenten behandelt, während umgekehrt 540.000 Behandlungsbedürftige keine Medikamente erhalten.
1,5 Millionen Kinder sind Waisen, davon 66Prozent AIDS-Vollwaisen.
1.8 Millionen sind in Südafrika mittlerweile seit dem Beginn der Epidemie an AIDS verstorben.

Diese Zahlen wurden am 1. Dezember 2006 veröffentlicht.

Und doch gibt es etwas Grund zur Hoffnung: Zum ersten Mal seit Jahren beging die Regierung den Welt-Aids-Tag zusammen mit Nichtregierungsorganisationen wie der Treatment Action Campaign (TAC), die bisher zu den Erzfeinden der Regierung zählten. Der Grund liegt darin, dass nunmehr die Thesen der Virus-AIDS-Leugner, zu denen auch der Kieler Internist Claus Koehnlein gehört, nicht länger die Leitschnur für die Politik der Regierung sind. Endlich, könnte man sagen, denn für sechs lange Jahre führten sie die Regierung Südafrikas in die Sackgasse. Unnötig zu sagen, dass Koehnlein weiter diesen Quatsch verbreitet.

Ein neues Programm wurde aufgelegt, dass die energische Bekämpfung der Seuche und die umfassende Behandlung der Infizierten zum Ziel hat.

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Krieg

Garagentore geschlossen – Guantánamo nicht

Harald Haack – Versprechen kann sich jeder einmal. Doch bei US-Präsident George W. Bush sind Versprecher legendär und füllen die Witzecken im Internet. So versprach er im Juni 2006 dem dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen, bei dessen Besuch in Washington, die Schließung des umstrittenen Gefangenenlagers Guantánamo.

„Wir wollen Guantánamo schließen“, hatte Bush auf seinem Landsitz Camp David, eine Autostunde von Washington entfernt, gesagt. Er warte nur noch auf eine Entscheidung des Obersten Gerichts, wo die Prozesse gegen dort Internierte stattfinden sollen.

Wurde was daraus?

Nun taten sich der US-Heimatschutz und die US-Luftwaffe mit etwas hervor, was möglicherweise als unfreiwilliger Geheimnisverrat verstanden werden könnte.

Aus vielen Augenzeugenberichten ist bekannt, dass die Motoren von Fahrzeugen – Trucks oder private Autos – vor dem Auftauchen von Unbekannten Flugobjekten (UFOs) stehen blieben und die Lampen verloschen. Eine Aktion, die Hollywood-Produzenten wie Steven Spielberg immer wieder gerne darstellten, so oft, dass das mittlerweile zu jeder Begegnung mit der so genannten Dritten Art einfach dazu gehört. Ufologen – jene Spezies Mensch, die an „Fliegende Untertassen“ mit kleinen grünen oder grauen Männchen (warum eigentlich keine Weibchen?) glaubt – spekulierten, es müsse sich um eine geheimnisvolle elektromagnetische Strahlung handeln, die einen solchen Black Out verursachte. Obwohl ebenso viel und oft über das marode Elektrizitätsnetz in den USA geschrieben wurde, glauben einige extrem vernarrte UFO-Jünger sogar, dass die großen Stromausfälle aufs Konto von außerirdischen Raumschiffen gehen. Fand da ein Energiediebstahl im ganz großen Stil statt?

Wohl kaum. Aber wie jetzt der US-Heimatschutz ausplauderte, gebe es geheime Test der US-Luftwaffe. Vergangene Woche sollen Funksignale einer gewissen Funkfrequenz in Colorado Springs wieder für Aufregung gesorgt haben. Diese Funkfrequenz soll im Fällen terroristischer oder anderer Bedrohungen von nationalen Einsatzkräften verwendet werden.

Doch, um auf Präsident Bushs Versprechen zurück zu kommen, nicht Guantánamo wurde geschlossen, sondern sämtliche automatischen Garagentore im Umkreis des 1’855 Meter hohen Cheyenne Mountain – per Funksignal bei winterlichem Wetter von einer Funkstation auf dem Berg.

Sie hätte nie gedacht, dass ihr Garagentor eine Bedrohung der nationalen Sicherheit sei, soll eine betroffene Anwohnerin, Holly Strack, gesagt haben.

Etwa 400 Hilferufe gingen beim Hersteller der automatischen Garagentore ein, wie der Sprecher des Unternehmens, David McGuire, erklärte und er fügte hinzu, er wisse, die Luftwaffe könne mit einer Veränderung der Frequenz das Problem lösen. Immerhin gebe es in den USA grob geschätzt 50 Millionen funkgesteuerte Garagentore. Falls jedoch die US-Luftwaffe den Vorgaben des US-Heimatschutzes folge und auf die von ihr verwendete Frequenz beharre, so kämen auf jeden Besitzer eines solchen Garagentores ca. 250 Dollar Umrüstkosten zu; 12,5 Milliarden Dollar Schaden also. Welcher Schaden den US-Bürgern aus der Schließung Guantánamos entstünde, ist unbekannt. Mutmaßlich aber so viel wie jener Verlust, der entstünde, wenn George W. Bush nicht mehr US-Präsident wäre.


So effizient arbeitet der US-Heimatschutz: Wenn die US-Luftwaffe ihre Funkfrequenz, die automatische Garagentore blockiert, nicht ändert, dann könnten US-Bürger künftig – als Gegenzug – mit ihrer Garagentor-Fernbedienung die „UFOs“ der Luftwaffe vom Himmel holen.

spionage

CIA-Flüge und Gefangenentransporte: Zahlen und Fakten (1)

World Content News — -12.1. 2006 —– Soeben hat der Untersuchungsausschuss des Europa-Parlaments seinen vorläufigen Abschlussbericht fertiggestellt. WCN dokumentiert die Ergebnisse. Teil 1 gibt einen Überblick über die statistischen Daten von insgesamt 32 untersuchten Flugzeugen mit 1245 Landungen in Europa, Teil 2 geht der Frage nach, welche Gefangenentransporte nachweislich oder mit hinreichend gesicherten Verdachtsmomenten über Deutschland abgewickelt wurden.

Landungen in Europa, aufgeschlüsselt nach Ländern:

Es ist schon bezeichnend: Deutschland ist mit großem Abstand der Spitzenreiter, sowohl was Landungen von CIA-Flugzeugen als auch deren Flüge zu vermuteten geheimen Gefängnissen oder bekannten Folterstandorten angeht. Von 1120 Landungen zwischen 2001 und 2005 in den 25 EU-Mitgliedsstaaten entfallen 336 davon (ziemlich genau 30 Prozent) auf das Land, in dem die Behörden nichts gewusst, gehört und gesehen haben wollen, wenn man ihnen denn Glauben schenken möchte. Legt man alle 1245 Landungen aus 34 Ländern zugrunde, rechnet es sich auch nicht schoner, mehr als jede vierte Take-off ging von bundesdeutschem Boden aus.

Schlimm sieht es auch aus, wenn man betrachtet wohin die Reise ging. 299 Flüge (89%) davon waren äußerst suspekter Natur, d.h. Herkunft oder Ziel waren Standorte, die mit möglichen Black Sites oder Folterzentren in Verbindung gebracht werden. Europaweit wurden insgesamt 534 Flüge so eingestuft, so dass deutsche Flughäfen mit einem Löwenanteil von satten 56% involviert waren. Die meisten Flüge wurden über das CIA-Paradies Frankfurt am Main abgewickelt (267 total, davon 257 suspekt). Allein 28 von insgesamt 32 untersuchten Flugzeugen mit Europa-Destinationen waren auch in Deutschland zu Gast. Auch dies ist Spitze – fürwahr, wir leben in einem agentenfreundlichen Land.

Erst mit weitem Abstand folgen Großbritannien (170 / 39 Flüge), Irland (147 / 28) und Portugal (91 / 22). Spanien landete mit 68 Flügen total, davon immerhin 46 suspekt, auf Rang 5. Glücklich schätzen können sich die Länder Österreich, Dänemark, Litauen und die Slowakei, denen nur jeweils eine Landung angerechnet wurde.

Tabelle 1: Europa-Ranking Landungen von CIA-Flugzeugen

A: Landungen gesamt / Total number of stopovers of CIA aircraft
B: davon Flüge von oder zu verdächtigen Orten
    / Stopovers to or from suspicious locations
C: Anzahl benutzter Flughäfen / Total number of country airports involved
D: Anzahl benutzter Flugzeuge / Total number of CIA aircraft

Land A B C D
Deutschland 336 299 15 28
Großbritannien 170 39 26 24
Irland 147 28 4 14
Portugal 91 22 7 17
Spanien 68 46 10 16
Griechenland 64 23 8 19
Zypern 57 21 2 15
Italien 46 14 15 13
Frankreich 28 0 7 10
Rumänien 21 15 5 14
Tschechien 21 10 2 7
Niederlande 15 0 3 3
Ungarn 13 4 1 10
Polen 11 5 3 4
Malta 7 6 1 6
Schweden 6 1 3 5
Belgien 4 0 2 2
Estland 3 0 1 2
Luxemburg 3 0 1 2
Slowenien 3 0 1 1
Finnland 2 1 1 2
Österreich 1 0 1 1
Dänemark 1 0 1 1
Litauen 1 0 1 1
Slowakei 1 0 1 1

Die Länder Schweiz, Norwegen, Island, Türkei, Kroatien. Rumänien, Albanien, Bosnien und Mazedonien mit weiteren insgesamt 125 Landungen werden in dieser Liste nicht aufgeführt, da sie derzeit nicht zu den EU-Mitgliedsstaaten zählen. Aber allein die Schweiz hat nach einer Untersuchung mindestens 58 mal Besuch von CIA-Flugzeugen gehabt, so dass die 1245 Flüge sicher nicht das Ende der Fahnenstange sind, da das EP sich bei seiner Untersuchung nur auf einige der wichtigsten Kernflugzeuge des US-Geheimdienstes konzentriert hat.

Tabelle 2: Anzahl Flüge nach Südostasien, in den Nahen Osten und nach Guantanamo, die über Europa verliefen (Summe aller Mitgliedsländer)

Aserbeidschan 76
Jordanien 72
Ägypten 61
Turkmenistan 52
Usbekistan 46
Irak 40
Marokko 40
Afghanistan 38
Libyen 14
Guantanamo 11

Aber auch diese Zahlen sind sicher nur die Spitze eines Eisberges. Nicht enthalten in dieser Liste ist z.B. der Flug einer Gulfstream mit der Registriernummer N982RK (Richmor Aviation), der von portugiesischen Abgeordneten untersucht wurde: Am 17.07. 2004 startete diese Maschine in Guantanamo nach Duschanbe, Tadschikistan mit Zwischenstopps auf den Azoren und in Nürnberg (Deutschland). Die damaligen Bordpassagiere sind leider unbekannt geblieben. Herr Stoiber, was meinen Sie, war es vielleicht ein Transport von Bratwürsten ???

Tabelle 3: Suspekte Orte – Landungen oder Starts von deutschen Flughäfen aus

Turkmenistan, Ashkhabad 99
N368CE
alle Frankfurt/Main  (06/2005 – 11/2005)
  
Aserbeidschan, Baku 61
N313P, N2189M, N8183J, N187D
54x Frankfurt, 6x Ramstein, 1x München  (2001-2005)
  
Irak, Bagdad 46
N313, N379P, N368CE, N2189M, N312ME
45x Frankfurt, 1x München  (2003-2005)
  
Usbekistan, Taschkent: 28
N379P, N2189M, N8183J
27x Frankfurt, 1x Ramstein  (2002-2003)
  
Jordanien, Amman 25
N313P, N379P, N85VM, N2189M, N8183J, N187D
alle Frankfurt/Main  (2002-2004)
  
Ägypten, Kairo/Luxor/Hurghada 21
N379P, N85VM, N2189M, N8183J, N8213G
20x Frankfurt, 1x Ramstein  (2002-2003)
  
Afghanistan, Kabul 12
N313P, N379P, N85VM
alle Frankfurt/Main  (2002-2004)
  
Marokko, Rabat 5
N313P, N379P, N85VM, N8213G
alle Frankfurt/Main  (2002-2004)
  
Guantanamo, Kuba 1
N313P
von Frankfurt via Kabul and Rabat  (21.11.03)
  
Lybien, Misurata 1
N313P
von Frankfurt/Main  (21.04.04)
  

Tabelle 4: Landungshäufigkeiten von CIA-Flugzeugen in Deutschland

Reg.No. Eigentümer / Betreiber Landungen
N368CE Premier Aircraft Mgmt / Vision Airlines 66
N313P Premier Executive Transport / Keeler & Tate Mgmt 47
N2189M Tepper Aviation./ Rapid Air Trans 44
N379P Premier Execut. Transp. / Bayard Foreign Marketing 37
N8183J Tepper Aviation./ Rapid Air Trans 27
N8213G Prescott Support / H S L Company 26
N1HC United States Aviation Co 14
N85VM Assembly Point Aviation 12
N58AS Aviation Specialties / Stevens Express Leasing 11
N157A Aviation Specialties 6
N4009L Stevens Express Leasing 6
N478GS Braxton Management / Centurion Aviation 6
N6161Q Aviation Specialties 5
N829MG Presidential Aviation / S & K Aviation LLC 5
N187D Devon Holding & Leasing 4
N168BF Wells Fargo Bank / Business Focus / Univ.Weather 3
N1016M Crowell Aviation Technologies 2
N173S Stevens Express Leasing 2
N312ME Aviation Specialties 2
N4456A Aviation Specialties 2
N505LL Path Corporation 2
N168D Devon Holding & Leasing 1
N196D Devon Holding & Leasing 1
N4466A Aviation Specialties / Stevens Express Leasing 1
N475LC Braxton Management / Centurion Aviation 1
N50BH Crystal Jet Aviation 1
N5139A Aviation Specialties 1
N5155A Aviation Specialties 1
Non-D:
N219D Devon Holding 0
N221SG Path Corporation 0
N4557C Rapid Air Transport / Jeppesen Dataplan 2 0
N965BW Presidential Aviation 0

Mit Sicherheit ist dies nur ein Ausschnitt aus dem Flugzeugrepertoire der CIA. Es gäbe noch viel zu untersuchen. Zum Schluss noch eine Liste von Flugzeugen, die nach Recherchen und nach Ansicht des Autors von World.Content News ebenfalls für die CIA geflogen sind:

Tabelle 5: Weitere CIA-verdächtige Flugzeuge mit Landungen in Europa, die vom EP nicht untersucht wurden
(hervorgehoben: Mit Flügen zu suspekten Orten)

Reg.No. Eigentümer / Betreiber Landungen D
N129QS Netjets Aviation 4
N162EM National Jets Inc 0
N205EL Richmor Aviation 0

N212AZ Kramer Investment 0
N226AL Presidential Aviation / Richmor Aviation 1
N226G L-3 Capital LLC / COMCO 2
N247CJ Richmor Aviation / Key Equipment Finance 1
N248AB Prime Jet LLC 7
N315CR Jefferson Financial Co 0

N331P Imperial Air 0
N34315 Vision Air / Wilmington Trust 10
N35NK Aircraft Guaranty 2
N368AG Blue Sky Group 1
N403VP Worldwide Aviation Service 0
N404AC Apache Aviation 0

N470JF Jefferson Financial Company 0
N47UF Richmor Aviation 0
N500GV Datel Direct Ltd / Hualalai 1 LLC 3
N502JB Billabong Air 0
N5117H Amerada Hess 0
N540EA Jetmark Aviation / Richmor Aviation 1

N541PA Phoenix Air Group Inc 8
N549PA CFF Air Inc. / Phoenix Air Group Inc 7
N54PA Phoenix Av. / VPC Planes 0
N589HM Gv-554 Holdings Llc 0
N58AJ Richmor Aviation 0
N600GC Gemini Leasing Inc 8

N61RS Richmor Aviation 0
N722HP Richmor Aviation 0
N797CM Richmor Aviation / opf. Universal Weather 1
N800BQ Presidential Aviation 0
N822US Alameda Corp Trustee 0
N828MG Presidential Aviation 1

N83AR Prescott Support/Twin Otter International 0
N850FB Richmor Aviation 1
N88ZL Lowa Ltd / opf Principal Air 13
N950FB Fleet Capital Corp 1
N962BW Presidential Aviation 0
N970SJ New World Aircraft GIV-1146 Llc 5

N982RK Gulfstream Acquisition LLC / Richmor Aviation 2
N987SA Richmor Aviation 0
„SPAR 92“ US Air Force, 76th 12

Das ist aber noch immer nicht alles, was für die CIA fliegt. Längst sind noch nicht alle entdeckt, man kann davon ausgehen, dass es deutlich mehr als 200 Flugzeuge gewesen sind. Natürlich gibt es auch klare Hinweise dass nicht nur zivile Maschinen in Gefangenentransporte verwickelt waren, sondern auch Flugzeuge der US-AirForce. Hier kann aber nur in seltenen Fällen aufgeklärt werden, um welche Maschinen es sich dabei handelte. Außerdem waren mit Sicherheit auch Flugzeuge unterwegs, die nicht in den USA (N-Nummer), sondern in anderen Ländern registriert sind.

Noch mehr CIA:
34 Camp Peary Landers
89 Guantanamo-Landers

Teil 2: Gefangenentransporte folgt in Kürze …

Verwendete Quellen:
European Parliament: Working document no 8
(16.11.06, pdf-Datei, 64 Seiten, 448KB)
European Parliament:: Working document no 7
(16.11.96, pdf-Datei, 26 Seiten, 220KB)
CIA-Flugdatenlisten: Untersuchung des Europaparlaments
(13.6.2006, Autor: Claudio Fava, PDF-Download, 874 KB)
WCN-Recherchen: Liste mit 464 CIA-Landungen in Deutschland
(eigenes Dokument, 30.7.2006)

Presseartikel zum Abschlussbericht:
Deutschland war Drehscheibe für CIA-Flüge
(Financial Times Deutschland, 29.11.06)
Geleugnet und gelogen (Junge Welt, 30.11.06)
Was wussten Schweizer Militärs wirklich? (Blick, 30.11.06)
Strammstehen vor der Leitzentrale für Folterjets
(oraclesyndicate.twoday.net, 30.11.06)
CIA-Flüge: Wollte Wien Deal mit USA? (diepresse.com, 30.11.06)
Geheimflüge schon vor Anschlägen 2001 übliche Praxis
(Der Standard, 29.11.06)

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